Abschläge Erwerbsminderungsrente, Brief an Frau Merkel

Muzel

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Ob man nun die Merkel anschreibt oder den Papst, das ist Wurscht.
Der Vater der Merkel hat eine tolle Stelle in Hamburg gehabt, nachdem sich viele Pfarrer die 10 Finger geleckt hätten. Dieser Mann ist aber in die Uckermark mit seinen Kindern gezogen in dem Wissen, dass dort schlechtere Bildungschancen bestehen. Wie kann man das verstehen?
 

jupiter99

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Hallo,
Inzwischen ist die Zahl der NEIN-STIMMEN auf 102 gestiegen.
Natürlich kann ich nicht beurteilen woher diese NEIN-STIMMEN kommen.
Wer aus dem elo-forum mit NEIN gestimmt hat, den bitte ich, sofern er den Mut hat, einfach in 2-3 Sätzen zu erklären, was ihn dazu bewegt hat.
Vielleicht sind es Gründe, die nachvollziehbar sind.

Einen Grund muss es ja geben.

Ich finde, das ist dasselbe wie wenn die Blinden in Deutschland 10 % mehr Blindengeld fordern und man stimmt dagegen.

Natürlich können diese NEIN-STIMMEN auch von irgendwelchen anderen Personen kommen, jeder hat ja Zugriff auf die Seite.
Aber innerhalb eines forums, in dem doch wirklich jeder in irgendeiner Notlage oder schwierigen Situation ist, kann man doch Solidarität erwarten.
Das ist jedenfalls meine Meinung.

Ich z.B. bin 55 Jahre, hab über 35 Jahre gearbeitet und nach einer schweren Krankheit wurde der Dickdarm entfernt mit Anlage eines Stoma.
2 Monate später links erblindet und noch einen Monat später ein Gesichtsfeldausfall rechtes Auge(nochmal ca 50% weniger Sehkraft).
Und nun werde ich so gestellt wie wenn ich freiwillig in die vorzeitige Rente gegangen wäre. Ist das in Ordnung ???

Warum? Erklärt es uns.

Lieber Gruss jupiter
 

Butter Blume

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Aus dem Forum stimmt sicher NIEMAND mit Nein - kann ich mir einfach nicht vorstellen.
Ich hab auch mit JA "unterschrieben"

Das sind sicher irgendwelche Leute denen es gesundheitlich gut geht, die selber gerade einen Job haben und wie hier saurbier schon geschrieben hat anderen nichts gönnen, oder/und Angst haben selber zu kurz zu kommen.
Wer weiß ob die überhaupt den ganzen Text gelesen haben, oder nur anhand der Überschrift des Briefes schon ihre Stimme abgegeben haben:

" Erwerbsminderungsrente -die ewige Benachtelligung durch die Sozialpolitik"


Bei solchen Aktionen muss ich immer an die Franzosen denken. Die faszinieren mich, weil DIE sich nichts gefallen lassen. Schon bei Kleinigkeiten gehen die dagegen an und gehen auf die Straße.
DIE lassen sich das nicht gefallen, wenn das Rentenalter hochgesetzt wird, oder man an deren Stundenwochen was ändern möchte. Und meist werden sie gehört ...
Und bei uns in Deutschland, nehmen wir es einfach als gegeben hin. :icon_frown:
Deshalb hoffe ich, dass noch mehr Leute aus dem Forum darauf aufmerksam werden, hier mitzuhelfen, denn nur gemeinsam kann man was bewirken.
 

jupiter99

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Hallo miteinander,

erst mal vielen Dank fürs verschieben des Themas an die Rubrik WICHTIG!!
Tolle Sache.
Wir hoffen, dass dadurch die Aktion von noch mehr elos gelesen und unterzeichnet wird.
Gerne darf die betreffende Seite an Bekannte und Freunde geteilt werden, das habe ich
z.B. per mail getan.

Schönen Sonntag Euch Allen
 
E

ExitUser

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Hallo,
Inzwischen ist die Zahl der NEIN-STIMMEN auf 102 gestiegen.
Natürlich kann ich nicht beurteilen woher diese NEIN-STIMMEN kommen.
Wer aus dem elo-forum mit NEIN gestimmt hat, den bitte ich, sofern er den Mut hat, einfach in 2-3 Sätzen zu erklären, was ihn dazu bewegt hat.
Vielleicht sind es Gründe, die nachvollziehbar sind.

Einen Grund muss es ja geben.

das dürfte Neid, Unwissenheit und Dummheit sein.

meine Exschwiegereltern redeten vor fast 30 Jahren auch immer schlecht über Leute, der EU-Rente bekamen ala "der Alki bekommt Rente und ich muss schuften..." oder "bei Adi hätte es das nicht gegeben".
und dann überleg dir mal, wieviele solche Leute es gibt, die so reden und denken.
und dann gönnt man ja armen, kranken, behinderten Menschen ungern was. und solche Neider brauchen ja immer ein Feindbild und treten die, die eh schon angeschlagen sind.
übrigens Exschwiegervater war Beamter und wurde früh pensioniert. und als der älteste Sohn dann mit 28 in EU-Rente ging, ja, das war natürlich was anders. aber leise sind sie danach geworden mit "der faule Sack bekommt schon Rente".
 

jupiter99

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Hallo zusammen,

Die Aktion ist seit kurzem auf Platz 1 !!!!!
DANKE AN ALLE!
An die Gegenstimmen sage ich: SCHÄMT EUCH!!

Ich bitte trotzdem alle nochmals den Artikel an Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

Wenn unsere Kanzlerin nur noch ein kleines bisschen Anstand und Charakter hat dann liest sie sich den Beitrag durch und macht sich vielleicht ein bisschen Gedanken.

Wenn nicht ist die entsprechende Seite nur noch eine farce.

Gruss jupiter
 

Muzel

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Ihr glaubt doch nicht, dass sie den Brief persönlich liest?
 

Butter Blume

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Hallo Muzel,

finde es grade nicht ...
aber hatte auf der Seite gestöbert und einen Brief gesehen wo genau das gefragt wurde.

Antwort war, dass ihr Team das liest und beantwortet, weil es der Kanzlerin wegen ihrer eigentlichen Tätigkeiten zeitlich nicht möglich ist das alles zu lesen.

PS: Meine Annahme:
ABER wenn so eine Aktion genug Aufmerksamkeit bekommt durch VIELE Stimmen, wird ihr das sicher vorgelegt. Nur reichen dazu ein paar hundert (im Hinblick auf die gesamt Bevölkerung) wohl nicht aus, leider.
Und dennoch, wer es nicht zumindest versucht, hat schon vorher verloren.


Aktueller Stand:
-121 / +503
 

saurbier

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Hallo Butterblume,

ja es mag Ihr Team lesen, ha ihr Team. Da fliegt ein Staatssäckel drüber und das war es.

Wir sind lediglich das deutsche Volk, die unterpriviligierten. Würden wir zur sogenannten Oberschicht - ja nicht mal Mittelschicht gehören, dann dürften wir uns schon auf eine Antwort freuen.

Gerstern abend kam im ZDFoder war es die ARD - ein wunderschöner schöner Beitrag über die soziale Verschiebung in Deutschland. Schaut euch das ganze mal in der Mediatek an, dann werdet ihr vielleicht verstehen was hier inzwischen abgeht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sterben wird sie auf jedenfall.


Grüße saurbier
 

Muzel

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Die Merkel liest noch nicht einmal, was ihr Team antwortet.
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

schubs - Bitte um weitere Beteiligung. Danke.

Einen, wie ich finde, nicht unwichtigen Kommentar #22 verlinke ich daraus:
Direkt zur Kanzlerin! - Erwerbsminderungsrente -die ewige Benachtelligung durch die Sozialpolitik

Professor Hans-Peter Schwintowski -Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente war Verfassungsbruch:n einem Sozialstaat wie der Bundesrepublik Deutschland gilt der Grundsatz, dass der Staat für eine hinreichende Grundversorgung im Bereich der Kranken-, Renten-, Berufsunfall- und Pflegeversicherung zu sorgen hat. Teil der Rentenversicherung war und ist das Risiko berufsunfähig zu werden. Genau gesehen ist Berufsunfähigkeit eine langanhaltende, dauerhafte Erkrankung eines Menschen, sodass er seinen Beruf nicht oder zu einem erheblichen Teil nicht ausüben kann.
Für diesen Fall, den niemand von uns vorhersehen oder ausschließen kann, trifft den Staat eine Gewährleistungsverantwortung. Er ist zwar nicht verpflichtet, eine Vollversorgung vorzuhalten, aber eine Grundversorgung muss sein.
Genauso handhaben wir das im Bereich der Pflege, der allgemeinen Rentenversicherung und der Krankenversicherung. Wir bräuchten also – wie früher – zumindest eine Grundversorgung für den Fall der Berufsunfähigkeit als Teil der Kranken- respektive Rentenversicherung. Wer oberhalb der Grundabsicherung eine bessere Rente haben möchte, müsste dies dann privat ergänzend versichern.
Welche Rechtsgrundlagen wurden hier denn genau verletzt? Und wodurch?
Verletzt wurde das Sozialstaatsprinzip, das in Artikel 20 des Grundgesetzes verankert ist. Außerdem hat der Staat als Rechtstaat auch seine – ebenfalls aus Artikel 20 resultierende – Gewährleistungsverantwortung verletzt.Was wäre denn zu tun, um diesen Verfassungsbruch rückabzuwickeln? Muss jetzt irgendwer irgendwen verklagen – oder wird die Bundesregierung diese Streichung nun selbsttätig.zurücknehmen müssen?
Nach meiner Meinung müsste eine Grundabsicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit wieder Teil der gesetzlichen Renten- respektive Krankenversicherung werden. Wenn der Staat dieses auf Dauer unterlässt, so sollte geprüft werden, ob im Wege einer Verfassungsbeschwerde eines berufsunfähig gewordenen Menschen, der nun keine Sozialleistung bekommt, der Staat zum Handeln verpflichtet werden kann. Das gleiche Ziel wäre zudem auch durch eine Petition erreichbar.
dazu bitte diese Quellen:
Armutsrisiko Berufsunfähigkeit: REPORT MAINZ fragt Hans-Peter Schwintowski | Startseite | REPORT MAINZ | SWR.de

?Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente war Verfassungsbruch? ? Seniorenaufstand

Nicht das Wort zum Sonntag, das Wort des Alltages!
 

DJL-HH

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So, hab grad auch unterzeichnet, sollte selbstverständlich sein, dass jeder hier im Forum unterzeichnet, der Abschläge ungewollt in Kauf nehmen muss.

Was mir allerdings auffällt und vielleicht deshalb die völlig unbegründeten und völlig unerklärlichen "Nein"-Stimmen zustande kommen, ist, dass bei der Abstimmung unten steht " Stimme dagegen" bzw. "Stimme dafür".
Das mag wahrscheinlich für den ein oder anderen verwirrend sein... stimme ich gegen die Abschläge... dann mit Nein stimmen...
Stimme ich dafür... dann könnte es so ausgelegt sein, dass man für die Abschläge ist...

Ein Schelm, der sich Böses bei der Gestaltung der Page der Frau Bundeskanzlerin dabei denkt...

Oder rechnet/spekuliert man mit der Einfälltigkeit, mit der puren Dummheit der Leute, um sie bei der Abstimmung so zu verwirren, dass nicht ein 100%iges "Ich Stimme dafür-dass die Abschläge zurück genommen werden" Ergebnis zustande kommt, um sich dann später zu rechtfertigen/zu erklären, dass wohl keine eindeutige Mehrheit für die Abschaffung der Abschläge vorliege...und somit kein dringender Handlungsbedarf vorherrscht...

Jedenfalls... besten Dank an die Initiatorin und Autorin dieser Abstimmung!
 

saurbier

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Hallo Atze Knorke,

na ja das mit den Abschlägen ist eh eine Frage der Rechtmäßigkeit, im besonderen bei dem Kreis der Berufsunfähigkeitsrentner.

Die Berufsunfähigkeitsrentner gehören ja nicht zu den (heutigen) EMR, da es bei ihnen ausschließlich um die Unmöglichkeit der weiteren Ausführung ihres ehemals erlernten Berufes geht.

Aber auch diesem Personenkeis haben die lieben Richter des BVerG im selbigen Topf versenkt.

Eine Beufsunfähigkeit bedeutet letzten Endes jedoch nur, daß ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Als 30jähriger (falls einen das Schiksal traf) könnte man aber ohne weiteres einen neuen Beruf erlehrnen, welcher einem dann die Existenz sichern würde. Falls dann auch nicht voll ausreichend, wäre immer noch ein Rückgriff auf einen Teil der Rente (Hinzuverdienstgrenze) möglich.

Und ich gebe zu, damals aus für uns sicherlich nachvollziehbaren Gründen (gesundheitliche Umstände/Medikamente) ist mir eine passende Begründung für die Abschläge entfallen um eine passende Klage aufzubauen.

Denn ein Unfall ist letzten Endes kein planbares Ereignis. Aber auf ein planbares Ereignis baut die ganze Urteilsbegründung der BVerG und im Anschluß BSG Richter auf.

Das ganze war und ist letzten Endes ein geplantes Spiel um die "Attraktivität" und die Prozeßwelle zu kontakarieren als auch dem Staat die Möglichkeit einzuräumen die Beiträge senken zu können damit die Abgabenlast der Arbeitgeber gesenkt werden konnte. Gleichfalls hat sich Herr Riester und der mathematische Rechner der Versicherungswirtschaft Bernd Raffelhüschen dabei dann ausgedacht wie die nachlassende Nachfrae nach Lebensversicherungen das Geschäft kräftig ankurbeln kann.

Hier ging und geht es ums Geld, daß der des kleinen Mannes um den Wohlstand der oberen Zehntausend zu verbessern.


Grüß saurbier
 

Muzel

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https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2011/01/rs20110111_1bvr358808.html

Habt ihr mal diese Entscheidung gelesen? Das hört sich für mich wie in Stein gemeißelt an. Es müssen lausige Anwälte gewesen sein, die nicht besser argumentieren konnten.
Ich kann nur hoffen, dass irgendeinem , den sie die Rente kürzen einen gescheiteren Anwalt hat. Bei mir ist die Rente so mager, dass sich ein Volksaufstand nicht lohnt und wenn man die Dauerrente durch hat, will man auch nicht, dass einer daran rührt. Oder ging es jemand anders?
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

Bei den 10,8% ist es doch nach aktueller Rechtslage so, daß die nur bei uns Altrentner Gültigkeit haben. Neue EMR bekommen ja aktuell bereits 2 Jahre und damit 7,2% mehr, oder anders herum denen werden ja nur "noch" 3,6% von der EMR abgezogen.
Jetzt mal ganz langsam, ich glaube hinter die neuen Berechnungen ab dem 01.07.2014 blickt eigentlich erst recht kein "Normalbürger" mehr durch, deine Rechnung geht (wahrscheinlich) auch von falschen Voraussetzungen aus, denn man rechnet zwar 2 Jahre mehr an (als Zurechnungszeit mit dem Einkommen X) aber DANACH werden diese (bis zu) 10,8 % auf den Endbetrag abgezogen ...

Und entsprechend der Rentenreform (Rente ab 67) fehlen ja dann immer noch (bis zu) 5 Jahre Einkommen, ehe man das (persönliche ) Altersrenten-Alter erreicht haben wird.
In der Hinsicht blicke ich ehrlich durch meinen eigenen EM-Rentenbescheid nicht durch, denn ich war ja schon nahe dran an der (da noch gültigen) 60 Jahre - Grenze, wo kann ich also erkennen, wie viel % weniger ich deswegen noch bekommen habe ???

Wo beginnt diese entscheidende Berechnung der "bis zu 10,8 %" (bei EM-Rente) vor Erreichen des 60. Lebensjahres oder nun eben vor dem 62. Lebensjahr, davon dass auch dieser Bereich wirklich geändert /angepasst wurde konnte ich noch nichts lesen ... aber auch nicht davon, dass auf die Abschläge über 60 / 62 dann verzichtet wird ... :icon_kinn:

Es ist vermutlich auch gar nicht gewollt, dass der EM-Rentner das nachvollziehen kann ... zumal man ja auch oft schon aus Krankheitsgründen gar nicht mehr so besonders "Mathematikbegeistert" ist, ich persönlich war es noch nie ... ich kann besser mit Buchstaben umgehen als mit Zahlen ... :biggrin:

Genau das ist aber die größte (ich sags im Klarstext, verzeit mir dafür) Schweinerei.
Das meine ich ist aber (vermutlich) ein Denkfehler bei dir, der Abschlag wird nicht geringer, nur weil man mehr "fiktive" Arbeits-Zeit angerechnet bekommt, letztlich ist mir aber bei längerer Überlegung dazu tatsächlich nicht klar wie da eine "Staffelung" aussehen soll (es heißt ja immer "bis" 10,8 %), wird das wie bei den vorzeitigen Altersrenten gemacht oder wie bei der Rente für Schwerbehinderte = pro Monat VOR dem persönlich möglichen regulären Rentenbeginn = 0,3 % Abschlag ... oder eben (bei EM-Rente) vor dem 60. / 62. Lebensjahr ... :confused:

Bei dieser Überlegung fällt mir dann auf, dass auch die Rente bei Schwerbehinderung danach zu hinterfragen wäre "ob das gerecht ist", denn das sucht sich auch keiner freiwillig aus Schwerbehindert zu sein ... aber da hat man eben wieder "die (angebliche) Wahl" diese Rente früher (mit Abschlägen) oder auch später (aber früher als die reguläre Altersrente) ohne Abschläge in Anspruch zu nehmen.

Es bleibt also immer noch die (wenigstens theoretische) Möglichkeit, Rentenabschläge "auf Dauer" zu vermeiden ... oder wenigstens zu minimieren.
Was dabei in allen Fällen komplett "übersehen" wird ist die Tatsache, dass eine vorzeitige Berentung in JEDEM Falle eine geringere Rente bringen wird, als wenn man bis zum regulären (persönlichen) Rentenalter Arbeitseinkommen erzielen und die entsprechenden Beiträge zahlen würde / könnte ...

Dieser Einkommensverlust wird gerne "vernachlässigt", wenn man sich die schönen Hochrechnungen in den Renten-Informationen ansieht und sich teilweise noch "irgendwelche" Anerkennungszeiten" sichern möchte, weil man ja dann eine "ungekürzte Rente" bekommen wird ...

Selbst die vielgepriesene Rente für "besonders langjährig Versicherte" nach wenigstens 45 Arbeitsjahren mit 63 (inzwischen auch schon wieder + X) in eine angeblich "ungekürzte" Rente gehen zu dürfen, ist eine "Mogelpackung" ... denn da gibt es KEINE Zurechnungszeiten für die fehlenden (rund 2 Jahre) Arbeitsjahre bis zum regulären Renten-Alter (mit 65 +X) ... :icon_evil:

Wenn die Regierung schon der Meinung ist das solch ein Abzug nicht gerecht ist, na dann muß dies für alle gelten und nicht ausschließlich für Neurentner.
Die Regierung meint doch gar nicht, dass es "ungerecht" sei, in allen Fällen nicht, bei der EM-Rente wird es nur laut ausgesprochen (warum man meint, dass die Abschläge hinnehmen müssen) und steht sogar im Gesetz, die anderen mit vorzeitiger Rente (welcher auch immer) werden alle stillschweigend besch**en ... aber die haben sich das ja so auch selber ausgesucht ...

Jedenfalls wenn sie nicht gerade schon im Bezug von Hartz 4 sind wegen Langzeitarbeitslosigkeit, da gibt es ja dann noch § 12a SGB II ...

§ 12a SGB II Vorrangige Leistungen

Einerseits wird betont, dass man mit den Abschlägen auf die EM-Renten eine "Flucht in die Frührente" vermeiden wolle, als ob man nur zum Arzt kommen braucht und um den Rentenbescheid bitten ... ich und mancher andere hier war da auch ziemlich lange "auf der Flucht" vor der Erwerbsfähigkeit ... bis das auch die DRV akzeptieren musste. :icon_dampf:

Wenn man aber (bei der "Arbeitsvermittlung" des SGB II) nicht mehr weiß, wo man mit den älteren Arbeitslosen hin soll, ist es sogar gesetzlich geregelt, dass man die ruhig in eine auch (lebenslang) gekürzte Altersrente schicken darf ... und sei es nur zu dem Zweck, dass dann ein anderer Sozial-Leister die notwendigen Zuschüsse (SGB XII) für den Lebensunterhalt zahlen muss ...

Die müssen dann in "Frührente" ob sie wollen oder nicht ... so stinkt es nicht nur im Bereich EM-Rente gewaltig ...

Wer das mal ändern soll, ich weiß es nicht auch wenn ich mich an der Abstimmung beteiligt habe, bin ich nicht davon überzeugt, dass es irgendwas bringen wird ... :icon_cry:

Gegen die Abschläge Widerspruch einlegen / Klagen bei Ablehnung ... dafür haben vermutlich viele Betroffene gar nicht mehr die Kraft wenn sie den Bescheid irgendwann mal in den Händen halten ... man darf ja nicht ganz außer Acht lassen, dass die 1,2 Millionen EM-Rentner, diese Rente nicht bekommen weil es ihnen gesundheitlich "zu gut geht", Viele sind sicher froh wenn sie einfach endlich ihre RUHE haben, besonders wenn es massive Probleme gab bis zur Bewilligung.

Meine EM-Rente war dann ein Vergleich vor Gericht, natürlich nur damit die DRV da "sauber" ohne Urteil herauskommt, zudem war das auch noch befristet und ich hatte schon den Antrag auf Verlängerung "vor Augen" ... da war es wirklich nicht mein Ziel, nun gegen die Abschläge zu widersprechen und gleich das nächste Verfahren einzuleiten ... ich möchte mein Restleben nicht nur noch vor Gerichten verbringen ... :icon_evil:

Wir haben zusammen fast 8 Jahre gekämpft, es hat uns oft schon fast "den Rest gegeben", was das betrifft bin ich einfach nur noch müde, weil ich da aktuell (und vorerst) auch KEINEN sehe in der Politiklandschaft, der da das Ruder herum reißen könnte und möchte ...

Was nützt es denn wenn ich Parteien / Personen wähle (seit JAHREN) denen ich das (vielleicht) zutrauen würde, was für die Normalbevölkerung zu tun und es kommen doch immer wieder die "Anderen" an die Macht ... mit denen ich noch nie "was am Hut hatte" ... nein ich nenne keine Namen, ich wahre auch hier mein "Wahlgeheimnis", "die Rechten Parteien" sind es ganz bestimmt auch nicht ... noch sehe ich aber leider auch bei der nächsten Bundestagswahl "kein Licht am Ende des Tunnels" ... :icon_evil:

Ich wünsche der Initiatorin trotzdem Erfolg in der Sache und zolle ihr meinen Respekt !!!

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo Doppeloma,

Jetzt mal ganz langsam, ich glaube hinter die neuen Berechnungen ab dem 01.07.2014 blickt eigentlich erst recht kein "Normalbürger" mehr durch, deine Rechnung geht (wahrscheinlich) auch von falschen Voraussetzungen aus, denn man rechnet zwar 2 Jahre mehr an (als Zurechnungszeit mit dem Einkommen X) aber DANACH werden diese (bis zu) 10,8 % auf den Endbetrag abgezogen ...
Nun ja, die meisten werden da sicher nicht durchblicken und will auch nicht behaupten das ich diese Rentenformel zu 100% durchschaue.

Ja das ist bei den perviden spielen in den Ministerien ja auch so gewollt, daß alles so kompliziert verschachtelt wird das der normale Bürger da nicht durchblickt, sondern eher die Prof. die sich täglich mit der Materie befassen. ich mag auch in gewissen Rahmen glauben das selbst unsere Politiker das nicht durchschauen, sondern sich eher über das Ergebnis freuen das am Ende weniger aus der Gemeinschaftskasse ausgezahlt werden muß.

Aber dennoch, wenn du ehemals deine Rente bis 60 Jahre Hochgerechnet bekommen hast - ist ja nicht das fiktive Jahreseinkommen, sondern lediglich die Entgeldpunkte -, dann dürfte man unschwer erkennen was eine Ausweitung auf 62 Jahre bringt. So haben es ja auch die Verfassungsrichter gegenüber gestellt, als wenn ein Rentenantragssteller anstatt bis 63 zu arbeiten, nun plötzlich schon mit 60 in Rente gehen möchte um eben mehr vom Ruhestand zu haben. Dieser Person werden dann eben 0,3 Punkte/mtl. die er früher geht von der mit 63 Jahren zu erwartenden Rente abgezogen.

Und entsprechend der Rentenreform (Rente ab 67) fehlen ja dann immer noch (bis zu) 5 Jahre Einkommen, ehe man das (persönliche ) Altersrenten-Alter erreicht haben wird.
In der Hinsicht blicke ich ehrlich durch meinen eigenen EM-Rentenbescheid nicht durch, denn ich war ja schon nahe dran an der (da noch gültigen) 60 Jahre - Grenze, wo kann ich also erkennen, wie viel % weniger ich deswegen noch bekommen habe ???
Nun ja, wie gesagt der Bürger soll den Besch... ja nicht sofort merken. Bei den jetzigen 63gern mit 45 Berufsjahren ist es eben so, das die auch einen Rentenverlust hinnehmen müssen, bei einem Arbeitskollegen von mir waren das nach seinen eigenen Worten um die 50,-€/mtl.. Aber auf die konnte und wollte er gerne verzichten (er war eh etwas Vermögend und auch seine Frau wird in kürze eine gute Altersversorgung als Mitarbeiterin im Kinderhilfswerk erhalten). Sein Kredo war da eben, wozu soll ich mir jetzt noch den Arbeitsstreß antun, wenn ich da mit meinem Hof doch viel ruhiger beschäftigen kann.

Klar fehlen den vorzeitigen Rentner mindestens die 2 Bezugspunkte/Entgeldpunkte bis 65 Jahre und ab einem gewissen Alter (Stichwort Rente bis 67) eben die weiteren Rentenjahre.

Aber machen wir uns Ehrlich, wer als gelernter Facharbeiter/Fachkraft immer durch gearbeitet hat, der bekommt eine weit bessere Rente als z.B. EMR bzw. Hilfskräfte die öffters mal bei der AfA gemeldet waren, oder in den Jahren seit 2000 wohlmöglich in der Zeitarbeit tätig waren.

Wenn du jetzt kurz vor dem 60igsten deine EMR erhalten hast, ja dann wurden bei dir auch die 10,8% abgezogen, denn das ist der Maximalwert der lt. BVerG bzw. BSG in Abzug gebracht werden darf. Ab 60 wird er dann pro Monat zusätzlichem Alter um 0,3% reduziert.

Wo beginnt diese entscheidende Berechnung der "bis zu 10,8 %" (bei EM-Rente) vor Erreichen des 60. Lebensjahres oder nun eben vor dem 62. Lebensjahr, davon dass auch dieser Bereich wirklich geändert /angepasst wurde konnte ich noch nichts lesen ... aber auch nicht davon, dass auf die Abschläge über 60 / 62 dann verzichtet wird ...
Na das steht doch im Gesetz und fließt so in die Rentenformel mit ein, oder.

Es ist vermutlich auch gar nicht gewollt, dass der EM-Rentner das nachvollziehen kann ... zumal man ja auch oft schon aus Krankheitsgründen gar nicht mehr so besonders "Mathematikbegeistert" ist, ich persönlich war es noch nie ... ich kann besser mit Buchstaben umgehen als mit Zahlen ...
Richtig, es ist gar nicht gewollt das ein Rentner sowas versteht. Aber auch ein Arbeitnehmer soll die Zusammenhänge erst nicht begreifen. Ist das Kind dann einmal in den Brunnen gefallen, nun ja dann wachen die Betroffenen auf und wundern sich. Das kennen wir doch zuhauf von den Neuzugängen mit ihren Fragen.

Das meine ich ist aber (vermutlich) ein Denkfehler bei dir, der Abschlag wird nicht geringer, nur weil man mehr "fiktive" Arbeits-Zeit angerechnet bekommt, letztlich ist mir aber bei längerer Überlegung dazu tatsächlich nicht klar wie da eine "Staffelung" aussehen soll (es heißt ja immer "bis" 10,8 %), wird das wie bei den vorzeitigen Altersrenten gemacht oder wie bei der Rente für Schwerbehinderte = pro Monat VOR dem persönlich möglichen regulären Rentenbeginn = 0,3 % Abschlag ... oder eben (bei EM-Rente) vor dem 60. / 62. Lebensjahr ...
Und eben doch.

Schau dir mal unsere alte EMR an. Wir bekommen 10,8% Rentenabzug, weil wir wie oben schon gesagt vor dem 60igsten in EMR mußten und eben nicht zum frühest möglichen Zeitpunkt für Schwerbehinderte (63igsten) Regulär gehen konnten (63 - 60 = 3 Jahre, oder eben 0,3% x 36 Monate = 10,8%). Das Spiel fängt an deinem 60igsten Geburtstag an zu laufen.

Nach der neuen Rentenreform hat man nun den EMR eine Verbesserung zugesprochen, eben die 2 Jahre plus bei der Anrechnungzeit (von ehemals 60 auf jetzt 62Jahre) was dann genau 7,2% ausmacht.

Da kannst du jetzt mal ausrechnen, was dir 7,2% mtl. mehr Rente bringen würden, denn um diese stehen alle EMR ab 07/2014 jetzt besser da (Stichtagregelung).

Eben genau dagegen müßte man jetzt eine Verfassungsklage anstreben, denn das ganze wird ja letzten Endes ad adsurdum geführt, wel die Begründung der Gleichstellung für eine freiwillige vorzeitige Rente jetzt nicht mehr vollends gegeben ist. Aber auch weil mit dieser Politischen Endscheidung gleichzeitig die Verbesserung der Mütterrente ausschließlich aus der Rentenkasse (Zweckendfremdung mangels Beitragszahlung) eingeführt wurde. Mit letzterem lieg nach meiner Auffassung eine Verfassungsverstoß vor, da hier in eine Beitragskasse politisch eingegriffen wird ohne das diese Leistung jemals in dem Leistungsprotfolio der Beitragskasse vorgesehen ist und war. Die Mütterrente wird demzufolge ausschließlich von den Beiträgen der Arbeitnehmer bezahlt. Lustig nicht wahr, eine allgemeine staatliche Leistung (Besserstellung der Mütter für Kindererziehung) wird nicht von der Allgemeinheit bezahlt sondern nur von Arbeitnehmer. Dazu kommt dann, daß man die schlechten Renten auch noch mit den geringen Beiträgen begründet, weil angeblich Beitragszahler/Kinder fehlen. Aber auch hier verfällt die Politik in ihre allgemeine Polemik, denn die Beitragskasse füllt sich nicht wegen mehr oder weniger Kinder, sondern ausschließlich durch die Masse der Beitragszahler (Arbeitnehmer) und wir hatten in Deutschland noch nie soviele wie aktuell. Zu dem nachwuchs sein mal am Rande angemerkt, niemand weiß heute was aus den kindern morgen wird. Die einen Studieren und kommen dann in Einkommengefilde welche ihnen eine Befreiung aus dem Solidärsystem ermöglichen, die anderen werden Unternehmer (wie auch immer) und haben die selbigen Möglichkeiten wie zuvor, die anderen werden eben Arbeiter/Facharbeiter etc.. Auch kommen jedes Jahr Menschen aus dem Ausland zu uns - siehe nur mal aktuell die Flüchtlingswelle). Allesamt füllen hier einen Arbeitsmarkt, der immer weiter modernisiert letzten Endes immer weniger menschen benötigt. Schau mal bei den Automobilwerken wie dort ehemalige Facharbeiter durch Roboter ersetzt werden. In den 70er wollte die IGM mit der SPD eben wegen der Verdrängung der Menschen durch solche Roboter eine Maschinensteuer für die Sozialkassen einführen - wer war da wohl strikt dagegen.

Bei dieser Überlegung fällt mir dann auf, dass auch die Rente bei Schwerbehinderung danach zu hinterfragen wäre "ob das gerecht ist", denn das sucht sich auch keiner freiwillig aus Schwerbehindert zu sein ... aber da hat man eben wieder "die (angebliche) Wahl" diese Rente früher (mit Abschlägen) oder auch später (aber früher als die reguläre Altersrente) ohne Abschläge in Anspruch zu nehmen.
Tja, daß ist ja das Dilema. Da hat man schon versucht gegen zu wirken, nur hat sich da ja das BSG dem BVerG angeschlossen. Man beruft sich eben auf den Gleichheitsgrundsatz. Man will einfach keinen Unterschied zwischen freiwillig und durch höhere Gewalt sehen.

Auch ist es ja ein Witz, daß man sich bei den Pensionen auf uraltes Recht aus dem 18.Jahrhundert beruft, hingegen die Rentenkasse der Arbeiter sich seitens der Politik stets neu erfindet und der Situation anpassen muß.

Verstehen muß man das nicht, denn das ist rein Politisch gewollt. Da hilft eben nur eine soziale/sozialere partei zu wählen.

Mal ganz am Rande, all die welche auf die AfD hoffen, werden sich noch kräftig wundern. Im ehemaligen Positionspapier der Partei stand nämlich drin das die Arbeitsmarktpolitik weiter zugunsten der Unternehmensgewinne und Profite der Reichen gestärkt werden soll. Ist doch klar bei den damaligen Profs. und Hernn Henkel als ehemaligen BDI-Präsidenten. Die heutige AfD schiebt die Flüchtlinge lediglich vor um an Regierungsposten zu gelangen damit die eigene Altersversorgung paßt, für das Volk interessieren die sich nicht im geringsten, oder hast du da was von Rentenerhöhungen oder Verbesserungen bei der Pflege oder Steuererleichterungen für Familien gehört - ich nicht.


Grüße saurbier
 

AndreasB

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Schau dir mal unsere alte EMR an. Wir bekommen 10,8% Rentenabzug, weil wir wie oben schon gesagt vor dem 60igsten in EMR mußten und eben nicht zum frühest möglichen Zeitpunkt für Schwerbehinderte (63igsten) Regulär gehen konnten (63 - 60 = 3 Jahre, oder eben 0,3% x 36 Monate = 10,8%). Das Spiel fängt an deinem 60igsten Geburtstag an zu laufen.

Nach der neuen Rentenreform hat man nun den EMR eine Verbesserung zugesprochen, eben die 2 Jahre plus bei der Anrechnungzeit (von ehemals 60 auf jetzt 62Jahre) was dann genau 7,2% ausmacht.
Ich glaube Du verwechselst da etwas. Wer neu EMR bekommt hat zwar 2 Jahre mehr Anrechnungszeit, muss aber einen Abschlag von 0,3 % für jeden Monat in Kauf nehmen, den er die Rente vor dem 65. Geburtstag in Anspruch nimmt, begrenzt auf 10,8 %. Die Erhöhung der Anrechnungszeit verringert also nicht die Abschläge.

§ 77 SGB VI:
(2) Der Zugangsfaktor ist für Entgeltpunkte, die noch nicht Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer Rente waren,
...
3. bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und bei Erziehungsrenten für jeden Kalendermonat, für den eine Rente vor Ablauf des Kalendermonats der Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch genommen wird, um 0,003 niedriger als 1,0,
 

saurbier

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Hallo AndreasB,

na ja hast du dir denn auch mal anschaut von wann der Gesetzestext so ist.

Um da echt durchzublicken müßtest du dir mal das Bundesgesetzblatt zur Rentenreform anschauen. Ich fpge das mal als PDF unten an.

Die Ändung der Daten von 63 auf 65 Jahre sind ja nichts neues im Gesetz.

Es ändert sich auch nicht der Zugangsfaktor mit der Rentenänderung von 2014, sondern die Zurechnungszeit (§ 59 SGB VI). Der von dir hier zittierte Zugangsfaktor wurde mit der Neufassung vom 01.01.2008 bereits geändert (siehe hierzu auch den direkten Vergleich zwischen alter Fassung und neuer Fassung Fassung § 77 SGB VI a.F. bis 01.01.2008 (geändert durch Artikel 1 G. v. 20.04.2007 BGBl. I S. 554)).

Maßgeblich ist für alle alt EMR jedoch der Umstand, daß die Schwarz/Rote Regierung mit der Rentenreform 2014 (zum 01.07.2014) erstmals die Zurechnungszeit von ehemals 60 Jahren auf nunmehr 62 Jahre erhöht hat, was ja immerhin 2 Jahre mehr fiktive Arbeitzeit mit den Durchschnittlichen Entgeltpunkten bedeutet.

Das mag bei einem "Hilfsarbeiter" lediglich wenige Euro ausmachen, was für ihn natürlich auch Geld ist, aber bei einem gut verdienenden ggf. an der Befreiungsgrenze verdienenden schon ein erheblich Betrag sein kann.

Ja die 10,8% werden auch dem 62. jährigen abgezogen, nur ist es doch ein erheblicher Unterschied ob z.B. ein vor dem 01.07.2014 berenteter als nur bis 60 gearbeitet bewertet wird und ein am 01.08.2014 berenteter plötzlich als bis 62 bewertet wird.

Beim Durchschnittsendgeldpunkt (1,0) kommen aktuell immerhin West 28,61 € und Ost 26,39 € mtl. Rente zustande und mit 2 Jahren mehr multipliziert also 2 * X somit bis zu 57,22 €/mtl. mehr in der Haushaltskasse.

Bei Durchschnittrenten um die 900,-€/mtl. macht das schon einiges aus um welche Alt EMR vor dem 01.07.2014 benachteiligt werden.

Und noch eins, da gibt es noch so einiges womit man uns im nachhinein das Geld gestrichen hat.

Nun gut, es mag richtig sein, daß man die 10,8% für eine Frühzeitige Rente nicht so ohne weiteres mit in den Topf werfen sollte - ich sag ausdrücklich "sollte" -, aber wer von uns wird denn mit Ablauf von 63 bzw. jetzt 65 wieder pumpel Gesund, ich glaub mal keiner. Von daher spielt eine nach hinten verschobene Zurechnung auch keine größere Rolle. Letzten Endes hat man damit lediglich eine Anpassung an die Regelaltersrente von 65 auf 67) vorgenommen.

Nichts desto trotz kann/könnte man sich als mindestens 50% SchwerB ja auch heute noch mit 60 Jahren und eben 10,8% Rentenabzug bzw. mit 63 Jahren ohne Abzug vorzeitig berenten lassen.


Gruß saurbier
 

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AndreasB

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Nichts desto trotz kann/könnte man sich als mindestens 50% SchwerB ja auch heute noch mit 60 Jahren und eben 10,8% Rentenabzug bzw. mit 63 Jahren ohne Abzug vorzeitig berenten lassen.
Nein, das ist nicht mehr möglich. Letztmalig ging das für Schwerbehinderte bis Jahrgang 1951. Mit Erhöhung der Regelaltersgrenze für normale Altersrenten wurde auch die Altersgrenze für die Rente für Schwerbehinderte erhöht. Ab Geburtsjahr 1964 geht das nur noch ab 62 Jahren mit 10.8% Abzügen bzw. mit 65 Jahren ohne Abzüge. Steht übrigens auch in Deinem PDF ...

Auch darfst Du nicht außer acht lassen, dass die Besteuerung der Renten zunimmt. Das dürfte bei Renten, die etwas über dem Minimum liegen mehr und mehr den Vorteil durch die 2 Jahre mehr Anrechnung aufheben.
 
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