Ablöse wenn man von ZAF zum Entleiher wechselt - muss es im Arbeitsvertrag stehen?

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Einfachicke

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Hallochen ihr lieben,

Ich habe mit hoher Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit Anfang nächsten Jahres von meiner Zeitarbeitsfirma zum Entleiher zu wechseln. Die ersten Hürden sind genommen. Heute hatte ich das zweite persönliche Gespräch bei meinem (hoffentlich) zukünftigen Chef. Dabei kam die Frage auf, ob dann eine Ablöse für mich fällig wäre.

Ich habe eben noch einmal in meinen Arbeitsvertrag geschaut und da steht nirgendwo etwas in dieser Richtung.

Gehe ich recht in der Annahme, dass die dann keine Ablöse verlangen dürfen?

lg Einfachicke
 

Babbel1

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Vom Leiharbeiter darf die ZAF grundsätzlich keine Ablöse o.ä. verlangen.
Nur vom Entleiher, aber den Vertrag kriegst du nicht zu sehen.
 

Elgaucho

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Oft sind hier Ablösen zwischen Entleiher und Verleiher vereinbart. Aber wie schon von Vorrednern geschildert - das sind interne Angelegenheiten zwischen den beiden Vertragsparteien - die dich ursächlich nichts angehen - sehr wohl dich allerdings starkt tangieren können. Als ich meine damalige Zeitarbeitsfirma drauf ansprach und fragte: Wieviel mal mein Monatsgehalt beträgt meine Ablöse ? - von der Frage war die ZAF nicht grade begeistert - und man versuchte es wegzulächeln. Wäre schön wenn man mal hier im Forum zu diesen betriebswirtschaftlichen Vertragsinterna mehr hören könnte in Höhe und Umfang.
 

Einfachicke

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Ich habe folgendes gefunden:

"Der Gesetzgeber hat seit 2017 die Arbeitnehmerüberlassung auf maximal 18 Monate (bei Eingreifen von Equal Pay nach spätestens 9 bzw. 15 Monaten) beschränkt. Entleiher werden gerade vor dem Hintergrund dieser Änderungen nicht selten eine zeitnahe Übernahme eines bewährten Leiharbeitnehmers in Betracht ziehen und dabei häufig auf eine Vermittlungsprovision im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mit dem Verleiher stoßen. Solche Provisionen sind – auch formularmäßig vereinbart – grundsätzlich zulässig, müssen jedoch im Sinne des AÜG angemessen gestaltet sein. Wir zeigen auf, welche Rahmenbedingungen (noch) zulässig sind.
Was bedeutet das im Einzelnen?
Das AÜG stellt seit 2004 unverändert nur eine Anforderung: Eine vereinbarte Provision muss angemessen sein. Kriterien hierfür nennt das AÜG nicht und überlässt damit die Beurteilung den hierfür zuständigen ordentlichen Gerichten. Der von der Rechtsprechung seither entwickelte Dreiklang gilt als “Faustformel” grundsätzlich unverändert fort.
Hiernach ist eine Vermittlungsvergütung angemessen, wenn sie
  • maximal zwei beim Entleiher gezahlte Bruttomonatsgehälter (zzgl. USt.) beträgt,
  • sich zeitratierlich während des Einsatzes – mindestens quartalsweise – reduziert und
  • sich auf den vorangegangenen Einsatz eines Leiharbeitnehmers von bis zu 12 Monaten beschränkt; war der Leiharbeitnehmer 12 Monate oder länger beim Entleiher tätig, darf keine Vermittlungsprovision anfallen."
Quelle: Arbeitsrecht-weltweit.de

Ich bin seit 01.01.2018 bei meiner ZAF beschäftigt. Bis Mai diesen Jahres auf 450,- Euro, seit Juni 80 h im Monat sozialversicherungspflichtig. Bei dem von mir erwähnten Entleiher war ich mit einigen wenigen Unterbrechung die meiste Zeit, in verschiedenen Standorten und Abteilungen. Klassische Urlaubs- und Krankheitsvertretung, so wie Zeitarbeit einmal gedacht war.

Zu dem letzten von mir fett hervorgehobenen Absatz stellt sich mir nun die Frage: Gelten diese 12 Monate nur, wenn sie durchgängig geleistet wurden oder summieren die sich?

Wäre super, wenn mir jemand da vielleicht Gewissheit verschaffen könnte. Ansonsten könnte ich vielleicht bei der Gewerkschaft nachfragen? (bin seit Juni Mitglied)
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Das Problem für dich ist doch, daß wenn du nicht grad in der Buchhaltung/Personalabteilung arbeitest, du nichts davon mitbekommst ob und wenn ja wieviel Ablöse gezahlt wird.

Da es sich hier um eine Vereinbarung zwischen Entleihbetrieb und ZAF handelt, hast du auch kein Recht den Vertrag einzusehen.

Wenn dir ein potenzieller Arbeitgeber nicht offen und frei heraus sagt, daß eine Übernahme an der Ablöse gescheitert ist und das dann auch noch vor Gericht bezeugen würde, hast du nahezu keine Chance was dagegen zu machen. Wenn er dich trotz Ablöse übernimmt, kann es dir ohnehin egal sein.
 

Einfachicke

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Da es sich hier um eine Vereinbarung zwischen Entleihbetrieb und ZAF handelt, hast du auch kein Recht den Vertrag einzusehen.

Die Frage ist eigentlich erst heute bei mir aufgekommen, weil ich gefragt wurde, ob meine Zeitarbeitsfirma eine Ablöse verlangt oder nicht. Ich konnte darauf keine adäquate Antwort geben.
Dass das überhaupt nichts mit meinem Arbeitsvertrag zu tun hat, ist mir erst jetzt klar geworden.

Nun ja - dann werde ich mal der Dinge harren, die da kommen mögen. Ist ja ein großer Konzern, die werden sich schon nicht über den Tisch ziehen lassen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Die Frage ist eigentlich erst heute bei mir aufgekommen, weil ich gefragt wurde, ob meine Zeitarbeitsfirma eine Ablöse verlangt oder nicht. Ich konnte darauf keine adäquate Antwort geben.
Dass das überhaupt nichts mit meinem Arbeitsvertrag zu tun hat, ist mir erst jetzt klar geworden.

Nun ja - dann werde ich mal der Dinge harren, die da kommen mögen. Ist ja ein großer Konzern, die werden sich schon nicht über den Tisch ziehen lassen.

Ich geh jetzt mal davon aus, daß der in #1 erwähnte Chef dein zukünftiger Vorgesetzter ist aber nicht zur Personalabteilung gehört? Wenn dem so ist, sollte er mal eher dort als bei dir nachfragen.

Und nein, große Firmen/Konzerne lassen sich da eher nicht über den Tisch ziehen und wissen auch genau wo die Preise liegen. Und geh mal davon ab, daß eine ZAF oder Personalvermittlung alleine schon um die Firma nicht als Kunden zu verlieren, mit ihren Forderungen auf dem Teppich bleibt.
 

Einfachicke

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Ich geh jetzt mal davon aus, daß der in #1 erwähnte Chef dein zukünftiger Vorgesetzter ist aber nicht zur Personalabteilung gehört?

Genauso ist es

Ich möchte noch erwähnen, dass ich gerne für die Zeitarbeitsfirma arbeite. Ist eine ziemlich kleine, branchenspezifische. Ich hatte im Laufe meiner Zeit dort zweimal Diskussionsbedarf, die Probleme wurden gut im beiderseitigen Einvernehmen geregelt.
 

Elgaucho

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Also bei mir war das so - ich wurde durch eine ZAF mit einem Unternehmen bekannt gemacht und dann war lange nix - dann habe ich mich einfach auf eigene Faust mit einer sehr lange durchdachten kreativen Bewerbung nochmals selbst dort beworben und nach kurzer Zeit wurde ich telefonisch zum Bewerbungsgespräch vom Unternehmen eingeladen - allerdings unter der Maßgabe das die ZAF dort mein Ansprechpartner wird. Die Personalbtlg. sagte : So ein Mist - jetzt habe ich sie zweimal hier auf dem Schreibtisch liegen - einmal sie selbst ohne ZAF und mit ZAF-Vorschlag. Aber da die ZAF sie zuerst vorgeschlagen hat - sind wir als Unternehmen an die ZAF gebunden und müssen auch bei eventueller Übernahme Ablöse zahlen - aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus.
Ich konterte nur lakonisch: ich hätte nicht angefangen mit dem teuren - ablösepflichtigen Feuer (ZAF) zu spielen und natürlich wäre mir das Verfahren ohne ZAF lieber - aber das geht halt nicht. Die Sklavenhalter sind halt sehr gewieft und lassen sich in Puncto Kohle nichts entgehen. Aber die andere Seite - grade wenn die Entleiher größere Unternehmen sind - wissen auch wie das Spiel gespielt wird - und immerhin haben Sie auch den großen Vorteil das Entleiher keine Krankenkosten zahlen müssen - wenn der Sklave sich krank meldet. Das Kostenrisiko bei Krankheit geht voll auf die ZAF über - die sich dessen oft schnell durch Kündigung des Sklaven entledigt.
Das ist ja auch ein absolut betriebswirtschaftliches Unding - ein kranker Sklave - meldet sich einfach bei der ZAF krank und verdient kein GELD - weder für den Ent- noch für den Verleiher lukrativ. Sowas muß sofort gekündigt werden - ein nicht profitabler Sklave hat im Sklavenhandel nichts zu suchen. Geld regiert die Welt.
 

Babbel1

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Zu dem letzten von mir fett hervorgehobenen Absatz stellt sich mir nun die Frage: Gelten diese 12 Monate nur, wenn sie durchgängig geleistet wurden oder summieren die sich?
Das müsste für die Gesamtüberlassungsdauer beim jeweiligen Entleiher gelten, wenn ich den BGH richtig verstanden hab.
Dementsprechend sollen nach dem Willen des Gesetzgebers bei der Entscheidung der Frage, ob die Vergütungsvereinbarung zwischen Verleiher und Entleiher angemessen ist, die Dauer des vorangegangenen Verleihs, die Höhe des vom Entleiher für den Verleih bereits gezahlten Entgelts und der Auf-wand für die Gewinnung eines vergleichbaren Arbeitnehmers berücksichtigt werden (...). Hieraus hat der Senat das grundsätzliche Erfordernis entnommen, dass die Vergütung nach der Verleihdauer - degressiv - gestaffelt ausgestaltet sein muss, weil sich die in der Verleihvergütung einkalkulierten Kosten des Verleihers (für die Auswahl, Gewinnung und Bereithaltung des Leiharbeitnehmers) mit zunehmender Dauer der Arbeitnehmerüberlassung amortisieren und der mit dem Wechsel des Arbeitnehmers verbundene wirtschaftliche Nachteil durch die Verleihvergütung fortschreitend kompensiert wird (...).
BGH, III ZR 77/11

Aber wenn die Vereinbarung nicht in Ordnung ist, müsste sowieso der Entleiher dagegen angehen. Du kannst das nicht.
Ansonsten könnte ich vielleicht bei der Gewerkschaft nachfragen? (bin seit Juni Mitglied)
Das könnte nicht schaden.
 

Einfachicke

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Aber wenn die Vereinbarung nicht in Ordnung ist, müsste sowieso der Entleiher dagegen angehen. Du kannst das nicht

War mir wie gesagt, bis jetzt nicht so bewusst. Ich warte einfach ab.

Vielen Dank im übrigen an alle, die hier geantwortet haben.

lg
 
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