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Ablehnungsbescheid für Wohnung, was tun?

Melorn

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#1
Guten Tag allesamt,

ich bin 26 und habe vor aus meinen Elternhaus auszuziehen, bzw. werde langsam nicht mehr geduldet und sollte mir nun meine eigene Wohnung suchen.

Ich habe in meinen Kreis eine 1 Zimmer Wohnung mit 41,21m² gefunden (Erlaubt sind bis zu 45). Außerdem müsste ich Kaltmiete 218,41 und Nebenkosten 45,33 bezahlen ( Erlaubt sind hier 258 Euro, bezahlt werden müsste 263,74), also ca 5 Euro zuviel. Heizkosten wären 49,46 (Liegt im Rahmen, bezahlt werden bis zu 80)

ich habe vor 2 Wochen einen Antrag für eine neue Wohnung bei meinen zuständigen Jobcenter eingereicht. Dieser wurde heute abgelehnt, der Bescheid kam heute mit der Post.

Meine Frage bezieht sich nun was man da nun noch machen könnte. Könnte ich auch so ausziehen und die Wohnung würde bis zur Höchstgrenze bezahlt werden, bedenkt das ich nur meinen Regelsatz von 399 Euro bekomme, Miete musste ich hier bei meinen Eltern nicht beantragen da keine anfällt.
Außerdem wirft mich die Frage auf kann man einfach so umziehen wenn es nicht genehmigt wurde, siehe Ablehnung oben?


Nachtrag: Habe mal den Telefonservice angerufen und nachgefragt, die Leistungsabteilung wird mich in den nächsten 3 Tagen anrufen. Wäre es vllt möglich die 5 Euro die darüber liegen selbst zu bezahlen?
 

doppelhexe

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#2
... ich habe vor 2 Wochen einen Antrag für eine neue Wohnung bei meinen zuständigen Jobcenter eingereicht. Dieser wurde heute abgelehnt, der Bescheid kam heute mit der Post.

...
bitte anonymisiere mal den ablehnungsbescheid oder tippe wort für wort (ohne daten) ab... bei bescheiden kommt es oft auf den genauen wortlaut an. hier weiss ja keiner, mit welcher begründung abgelehnt wurde...

da du 26 bist hast du anspruch auf eine eigne wohnung und musst nicht bei den eltern bleiben.

zu wohnungskosten udgl. können andere mehr sagen, ich glaube aber nicht, das 5€ den ausschlag für ablehnug oder nicht geben dürfen...

fakt ist, niemand kann dich zwingen, zu hause wohnen zu bleiben. dir kann nicht der umzug in eine eigne wohnung abgelehnt werden, sondern nur einige kosten des umzugs.

und da nur der betrag, der über der angemessenheit liegt (bei dir dann wohl die 5€, die du evtl. selbst aus dem regelsatz zahlen müsstest.), umzugskosten (möbeltransport zb. ) und renovierungskosten sowie kaution. wie das in so einem falle dann mit den jährlichen nebenkostenabrechnungen ist, kann dir sicher auch wer anders sagen.

aber um da was sagen zu können braucht man schon den grund der ablehnung. deshalb den bescheid (ohne daten des jobcenters und ohne deine daten) mal hier rein...
 

Melorn

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#3
Danke für deine schnelle Antwort, hilft mir schon etwas weiter, ich habe den Bescheid mal hochgeladen und beigefügt:
 

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Wutbuerger

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#4
Danke für deine schnelle Antwort, hilft mir schon etwas weiter, ich habe den Bescheid mal hochgeladen und beigefügt:
Das ist ja wohl die allergrößte Frechheit , eine Ablehnung ohne Begründung ? Würde ich sofort Widerspruch einlegen .
Bei Umzug gibt es zwei Voraussetzungen : Der Umzug muß erforserlich sein und die neue Wohnung angemessen sein . Erforderlich ist wenn der Eigentümer/Mieter der Wohnung dir bestätigt , das du zum xx.xx ausziehen mußt und nicht weiter geduldet wirst.Das scheinen sie ja nicht bemängelt zu haben .Statt dessen " nicht angemessen "
An der Größe kanns nicht liegen , 50 qm wären auch ok .55 auch ...
Kann sein das sie nach dem alten §8 WoGG die reine Kaltmiete nehmen , aber §8 ist überholt , es gilt §12WoGG .Betrag wird ermittelt durch die Mietstufe Ermittelt zb mit Suchmaschine und Personen , hier wohl 1 , zzgl 10% "Sicherheitszuschlag " .Hat das Bundessozialgericht so festgelegt ,wird aber gerne unterschlagen .
niedrigste Mietstufe sind 292 Euro Miete inkl kalte NK +10% ergibt 321,20 .
Ich würde den Vertrag unterschreiben , mindestens ein Mietangebot beim Vermieter holen und dem JC einreichen . Haben sie den Umzug anerkannt , können sie sich auch nicht auf die bisherigen Mietkosten berufen , weil da kannst du ja nicht bleiben.
Aus eigener Erfahrung (Wohnung abgelehnt weil 3,50 zu teuer ) läuft es im dümmsten Fall so das man die Differenz fordert - bei dir werden sie aber untergehen , sowohl mit der Ablehnung als auch mit Zuzahlungen .Hast du schon einen Antrag auf Kautionszahlung und Umzugskosten gestellt ? Würde ich auf jeden Fall machen .
 

Wutbuerger

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#5
Ich lese gerade deine Mietgrenze von 258 Euro , konnte ich eben nicht nachsehen , woher kommt diese Grenze wenn ich schon 292 Euro in Mietstufe eins habe ? Welches Bundesland ? Haste deine Mietstufe mal ermittelt ?
Ich wette deine vom JC erlaubten Beträge sind uralt ... ich habe mal was gelesen das die alle 2 Jahre überprüft werden müssten und " mit dem Markt abgeglichen " es muß also anmietbare Wohnungen in diesem Preissegment geben .
Hau ihnen die Ablehnung um die Ohren !
 

webeleinstek

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#6
Ich würde auf jeden Fall Widerspruch dagegen einlegen.

Bei dem Widerspruch würde ich auch ein Schreiben Deiner Eltern beifügen, dass Du, aufgrund familiärer Unstimmigkeiten, nur noch bis zum XX.XX.2015 dort wohnen bleiben kannst. Eine Verlängerung darüber hinaus ist aufgrund der angespannten Lage in keinem Fall möglich. Auch wenn der Sachverhalt nicht zutrifft würde ich es trotzdem so schreiben, um ein bischen Druck in die Sache zu bringen.
Gleichzeitig würde ich die darauf hinweisen, dass Du nach diesem Tag obdachlos wärst. Wenn die Dir dann ein Hotel bezahlen müssen werden die schon überlegen ob sie wegen den paar Euros die Wohnung nicht doch bewilligen.

Natürlich Kopie an Teamleiter und Geschäftsführer des JC. Mal sehen wie schnell die reagieren.

Davon abgesehen muss erstmal, wie Wutbuerger geschrieben hat, geklärt werden ob deren Zahlen überhaupt zutreffen.

Die Ablehnung sieht mir so aus, erstmal ablehnen in der Hoffnung, dass kein Widerspruch seitens des Antragsstellers eingelegt wird. Immer auf die Unwissenheit der anderen hoffen.
 

Wutbuerger

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#8
Sachsen

Zwickau = Vorwahl 0375, geht aus Ablehnung hervor.

Edit: Sehe gerade auch in Email-Adresse und Absender steht Zwickau
Danke @Webeleinstek,
gehen wir mal von Zwickau aus gilt Mietstufe 2 mit 308 Euro +10% ohne Heizkosten und Strom - falls in den NK enthalten -also wieder so ein Fall wo der Antragsteller dem SBchen die Zahlen erklären muß .
Entweder das JC weiß es nicht besser dann ist das ein Armutszeugnis und man sollte Nachschulung der Mitarbeiter verlangen oder sie wissen es und machen es absichtlich .
Wenn dir die Wohnung gefällt schlag zu , diese Kosten werden sie übernehmen müssen .Ich würde schon mal die Klage beim SG einreichen .
 

webeleinstek

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#10
Ich würde schon mal die Klage beim SG einreichen .
Würde ich auch machen. Und dem Teamleiter und GF eine Kopie zukommen lassen und auch darauf hinweisen, dass sie schadenersatzpflichtig sind, wenn Du demnächst auf der Strasse stehst.
 

Wutbuerger

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#11
Hau es in die Tonne.Da steht zwar Stand juli 2014 ,aber nicht wann diese Daten erhoben wurden .Die 45 qm lassen auf veraltetes Material schließen , heute sind 50 qm Bedarf .
Auch aus den Regionen werde ich nicht schlau , üblicherweise gehen die JC nach dem Wohngeldgesetz WoGG . Da steht , das nur Städte über 10.000 Einwohner getrennt erfasst werden ,sonst hat das ganze gebiet die gleiche Mietstufe § 12 WoGG - Höchstbeträge für Miete und Belastung
Mietstufen in Sachsen
Sowohl Zwickau als auch Gemenide Zwickauer Land ist 2 .
Und damit kommt man auf 338,80 wenn man die 10% nicht unterschlägt.
http://www.anwalt-kiel.com/sozialre...terkunft-durch-entschedung-des-bsg-gesichert/
Möchte wissen wie viele sie damit unrechtmässig abgewimmelt haben , nur weil man denkt die kennen sich aus , die müssten es ja wissen ...
Hinweis- obwohl mein JC angeblich ein schlüssiges Konzept hat , wurden die 10% akzeptiert.
Diese Konzepte sind alle 2 Jahre zu überprüfen und mit dem Markt abzugleichen.
 

Sticker

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#12
Wiederhole mich hier mal aus einem anderen Thread.

Die Mietstufen plus 10 % hat die ja schon Wutbürger ermittelt.

Nun gehst du in Widerspruch gegen den Bescheid und beziehst dich darauf und greifst die Verwaltungsvorschrift an
in dem du unterstellst das deine Kommune über keine schlüssiges Konzept verfügt. Zeitgleich stellst du mit gleicher
Begründung einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht.Nun wird das Gericht ermitteln müssen
in wie weit es ein schlüssiges Konzept gibt oder nicht. Wenn nicht ist auf WOGG abzustellen.

In 2013 hat das SG das "schlüssige Konzept" von Zwickau verworfen. Ich weiß nicht was sich seid dem dort getan hat.

Mehr Tips per PN.
 

webeleinstek

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#13
Auch aus den Regionen werde ich nicht schlau
Ich auch nicht. Hatte schon bei Harald Thomé nachgesehen und das nicht verstanden.

Aber wie Du genau richtig geschrieben hast, aufgrund der 45qm lässt sich schliessen, dass es sich um alte Zahlen handelt. In der verlinkten Datei heisst es aber auch:

b) Besonderheiten des Einzelfalles:
Die abstrakt angemessene Bruttokaltmiete berücksichtigt nicht atypische Sachverhalte.
Bei der immer erforderlichen Einzelfallprüfung sind etwaige atypische Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Prüfung, ob atypische Besonderheiten des Einzelfalls vorliegen, muss alle Lebensumstände der Leistungsberechtigten berücksichtigen. Dazu sollte frühzeitig ein Beratungsgespräch durchgeführt werden.
Atypische Besonderheiten des Einzelfalls sind in den persönlichen Lebensverhältnissen liegende Besonderheiten, die nicht in der Satzung des Landkreises Zwickau benannt sind und typischerweise nur sehr selten bei vergleichbaren Personengruppen vorkommen.
Liegen atypische Besonderheiten des Einzelfalles vor, kann zur abstrakt angemessenen Bruttokaltmiete ein Zuschlag ggf. bis zur Höhe der tatsächlichen Mietkosten anerkannt werden.
In diesen Fällen ist die Prüfung jährlich zu wiederholen. Einzelfallentscheidungen sind aktenkundig zu begründen.
Was ich auch nicht verstehe, wenn ich Miete, Neben- und Heizkosten addiere bin ich in der Summe immer noch unter denen vom JC Zwickau, als Gesamtbetrag, vorgegebenen Zahlen. Nach der Produkttheorie dürfte der TE diese Wohnung dann nehmen.
Oder mache ich einen Denkfehler?
 

Wutbuerger

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#14
Ich auch nicht. Hatte schon bei Harald Thomé nachgesehen und das nicht verstanden.

Aber wie Du genau richtig geschrieben hast, aufgrund der 45qm lässt sich schliessen, dass es sich um alte Zahlen handelt. In der verlinkten Datei heisst es aber auch:



Was ich auch nicht verstehe, wenn ich Miete, Neben- und Heizkosten addiere bin ich in der Summe immer noch unter denen vom JC Zwickau, als Gesamtbetrag, vorgegebenen Zahlen. Nach der Produkttheorie dürfte der TE diese Wohnung dann nehmen.
Oder mache ich einen Denkfehler?
Sehe ich genau so wie du .Deswegen ist es ja eine Frechheit das das JC nicht mal Fakten nennt warum es abgelehnt wird . Die Größe passt , obwohl die qm ja eigentlich keine Rolle spielen , du hast es genannt :produkttheorie .
Ausserdem leigt dieser Wert vom JC so weit unterhalb aller anderen Tabellen und berechnungen , das müssen uralte Vorgaben sein .
Dumm nur wenn man wochenlang mit dem JC rumstreitet und die Wohnung dann weg ist .Also würde ich dem TE raten , alle möglichen Anträge zu stellen Kaution Umzug etc , und , wenn ihm die Wohnung gefällt ,eine Mietbescheinigung oder gleich einen Mietvertrag ins Auge zu fassen .Gleichzeitig würde ich die Klage beim SG erheben , wie von Sticker beschrieben
 

Sticker

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#15
Was ich auch nicht verstehe, wenn ich Miete, Neben- und Heizkosten addiere bin ich in der Summe immer noch unter denen vom JC Zwickau, als Gesamtbetrag, vorgegebenen Zahlen. Nach der Produkttheorie dürfte der TE diese Wohnung dann nehmen.
Oder mache ich einen Denkfehler?
Ja denn es zählt die Bruttokaltmiete.

Die angemessenen Aufwendungen für die Unterkunft sind nach der sogenannten Produkttheorie festzulegen (BSG-Urteil vom 07.11.2006 - B 7b AS 18/06 R, Randnummer 20). Sie besagt, dass die Angemessenheit einer Wohnung über die Gesamtkosten zu definieren ist. Die Gesamtkosten sind das Produkt aus der angemessenen Wohnfläche und der angemessenen Quadratmetermiete. Die hieraus resultierende maximale Wohnungsmiete darf dabei nur so hoch sein, dass sie einen einfachen Wohnstandard repräsentiert. (Anmerkung: Aber nur den unteren Standard, nicht den untersten Standard! Mehrere BSG-Urteile dazu.) Sinn der Produkttheorie ist es, den Bedarfsgemeinschaften eine selbstbestimmte Verwendung ihres Wohnkostenbudgets zu ermöglichen. Der Gedanke, ein Produkt aus Wohnfläche und Quadratmetermiete zu bilden, liegt auch schon seit langer Zeit dem Wohngeld zugrunde und hat sich bewährt.

Die angemessene Wohnfläche ist ein Richtwert, der für die jeweilige Haushaltsgröße der Bedarfsgemeinschaft festgelegt wird (Beispiel: für 1 Person 50 qm). Er stellt einen rechnerischen Wert dar, der als Faktor in das Produkt eingeht. Die angemessene Wohnfläche ist daher nicht die maximal zulässige Wohnfläche.

Die angemessene Quadratmetermiete ist die Summe aus der Netto-Kaltmiete und den kalten Betriebskosten (d. h. die Brutto-Kaltmiete) und wird ebenfalls für die jeweiligen Wohnungsgrößenklassen festgelegt (BSG-Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 50/10 R, Randnummer 33).

Produkt = Wohnfläche * (Netto-Kaltmiete je qm + kalte Betriebskosten je qm)

Die Wohnkosten sind auch dann angemessen, wenn einer der beiden Faktoren des Produkts oberhalb der Angemessenheitsgrenzen liegt,
die Kosten der Unterkunft für die Wohnung insgesamt aber im Rahmen der Mietobergrenzen bleiben.

Beispiel für eine 1-Personen-Bedarfsgemeinschaft

50 qm * (5 € Netto-Kaltmiete je qm + 1 € kalte Betriebskosten je qm) = 300 €

(Anmerkung: Die Werte sind für Städte nicht realistisch. Die Betriebskosten dürfen nicht pauschaliert werden. Ist wirklich nur ein Beispiel mit Phantasiewerten.)

Alle Wohnungen mit Gesamtkosten bis zu 300 Euro sind angemessen, auch wenn einzelne Faktoren höher liegen als die Richtwerte. D. h.


- eine Wohnung kann auch 60 qm groß sein, wenn die Quadratmetermiete entsprechend geringer ist.

- die Quadratmetermiete bruttokalt kann auch 8 € betragen, wenn die Wohnfläche entsprechend kleiner ist;

- die Betriebskosten können auch 1,50 € betragen, wenn die Wohnfläche oder die Quadratmetermiete entsprechend geringer ist.
 
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