Ablehnung des Erstantrags wegen vermeintlicher Nichterreichbarkeit

Homo_sapiens

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Guten Tag,

nachdem ich Juli diesen Jahres einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt habe, bekam ich Ende August eine Antwort, mein Antrag sei abgelehnt. Offenbar weil bereits im Vorfeld zwei Briefe an mich versandt wurden, die aber nicht zugestellt werden konnten, was ich mir nicht erklären kann. Schließlich wurden in dieser Zeit auch andere Briefe an mich problemlos zugestellt.

Da ich über keine nennenswerten Reserven mehr verfüge und bereits im Rückstand mit der Miete bin, weiß ich nicht, wie ich die nächsten Monate über die Runden kommen soll, wenn ich einen neuen Antrag stellen muss. Wie soll ich also vorgehen, wenn ich an meinem ursprünglichen Antrag festhalten will? Ich hatte bisher das große Glück, keine Erfahrungen mit dem Arbeitsamt oder ähnlichen Institutionen machen zu müssen und bin dementsprechend unerfahren im Umgang mit ihnen. Im Anhang noch das anonymisierte Schreiben vom Arbeitsamt.

Vielen Dank schonmal im Voraus, für alle hilfreichen Vorschläge und Anmerkungen.
 

Anhänge

  • Jobcenter Brief.pdf
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Hesse90

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Mit Post Rückläufer ist schlecht , weil du kannst nicht behaupten die Post hat die Briefe verloren, weil sie haben die Briefe zurückbekommen als unzustellbar. Geh sobald wie möglich persönlich hin zum JC mit Personalausweis und die sollen noch mal kurz deine Daten überprüfen, Anschrift und so, vielleicht gab's da ein Fehler und deine Adresse wurde falsch aufgeschrieben. Wenn du kannst nimm einen Beistand mit.
 

akaKnut

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Das die telefonisch mit dir über den Antrag sprechen wollen, ist nicht akzeptabel. Wenn sie allerdings nichtmal postalisch mit dir kommunizieren können, ist das ein Problem. Warum erreichen dich die Briefe nicht?

Gegen den Ablehnungsbescheid kannst du Widerspruch einlegen. Die Antragsunterlagen, die dir das JC schicken will, kannst du übrigens auch hier runterladen, ausfüllen und direkt einreichen.
 

Hesse90

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Ich lese gerade in deinem Blatt dass deine Leistungen ab 1. Juli versagt wurden.Was hast du 2 Monate gewartet.

EDIT: habe eben verstanden du hast dein Antrag am 24.07 gestellt und rückwirkend ab den 1.7 wird versagt. Trotzdem sind das aber schon fast zwei Monate bzw hoffentlich kriegst du dein Geld recht bald nicht dass du Schulden hast bei der Krankenkasse und so und deine Verbindlichkeiten bezahlen kannst
 

Homo_sapiens

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Hallo nochmal,

zur Verdeutlichung: ich habe den kompletten Antrag mit allen nötigen Nachweisen, mit Ausnahme eines aktuellen Personalausweises, der mir wegen Terminmangel beim Bürgeramt zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht vorgelegen hat (mein alter Ausweis war abgelaufen), eingereicht. Die Adresse, die den Damen und Herren vom Arbeitsamt vorliegt, ist auch richtig, sonst hätten sie mir ja das vorliegende Schreiben gar nicht schicken können. Warum die ersten beiden Schreiben zurückgegangen sind, kann ich beim besten Willen nicht sagen.

Um Widerspruch einzulegen, bleiben mir noch etwa 3 Wochen. Ich weiß nur nicht, was dieser Widerspruch genau beinhalten soll. Schließlich ist die Adresse ja richtig und ich habe die ersten beiden Schreiben trotzdem nie erhalten.

Liebe Grüße und danke für die Antworten
 

isso

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Hallo,
es handelt sich ja auch nicht um eine Ablehnung, sondern eine Versagung. Das heißt, wenn die Unterlagen eingehen, ist der Ursprungsantrag auch ab Antragsdatum zu prüfen. Die Versagung sagt für den Moment erst einmal nur, dass die Mitwirkung noch nicht erfolgt ist, deswegen aktuell auch keine bewilligende oder ablehnende Entscheidung möglich ist.

Widerspruch ist sicher möglich. Da du den Antrag noch vor dem 30.09.2020 gestellt hast würde ich um das Verfahren wieder anzustoßen (und das passiert dan in der Regel auch automatisch, zumindest auf meinem Schreibtisch) folgende Dinge einreichen
Anlage VA (Vereinfachter Antrag) und die entsprechenden Nachweise, die dort verlangt werden. Ggf eine Meldebescheinigung wegen der Postrückläufer mindest aber einen kurzen Zweizeiler mit der korrekten Anschrift, Hinweise dass der Briefkasten zugänglich ind korrekt beschriftet ist und der Bitte die Adresse mit der im System abzugleichen. Manche JC verlangen zudem die Anlagen EK, KDU und VM, zumindest erstere beide würde ich der Einfachheit halbe einen Nachweis über die Mittellosigkeit z.B. durch einen entsprechenden Kontoauszug.

Telefonisch darf nicht als Voraussetzung gewertet werden. Natürlich nacht es Manches manchmal einfacher, aber nicht unbedingt. Es gibt auch zumindest bei der BA keine Anweisung, dass Anträge nur bearbeitet werden können nach tel. Gesprächen und es ist auch Quatsch mal ganz abgesehen von der rechtlichen Sichtweise.

Wenn ich und meinem Bereich (hoher Migrationsanteil, überdrchschnittliche viele Flüchtlinge) nur nach telefonischen Anspruchsprüfungen bewilligen würde, dann wären da sin den letzten 6 Monaten nicht viele Anträge gewesen ;).

Und als Tip, wenn du die Mlglichkeit hast, dann schicke die Unterlagen vorab per Fax mit qualifiziertem Sendebericht. Das landet in der Regel (bei einer gemeinsamen Einrichtung) unmittelbar im Teampostfach. Bei reiner Post ist die Gefahr (was aber nicht sein sollte, dass die Unterlagen den Umweg z.B. über das Scannen machen können)
 

Jobhändla

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Zuerst solltest du deinen Personalausweis beantragen:
Einen vorläufigen bekommst du sofort, da wird sich auch in deiner Notsituation ein Termin finden lassen!

https://www.persofoto.de/lexikon/personalausweis/vorlaufiger-personalausweis/

Danach solltest du zum Datenabgleich im Center auflaufen, mit Kontoauszügen und einem Antrag auf Vorschuss der zu erwartenden Leistungen.

https://www.nogo.org/vorschuss/

Nicht nach Hause schicken lassen, nicht vertrösten lassen und deine Notsituation verdeutlichen.

Viel Glück, jetzt nicht nachlassen!
 

Jobhändla

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Ich hab nochmal nachgelesen, die haben ja keinen Antrag von dir. Also den Antrag online ausdrucken, ausfüllen und auch mitnehmen. Unbedingt auf ein Gespräch pochen und nicht abwimmeln lassen. Kann sein das du ein paar Stunden warten musst. Nicht aggressiv sein sondern traurig und hoffnungslos/ verzweifelt.

Komischer Wisch den sie da geschickt haben, der wurde aber zugestellt.
 

TazD

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Sind das Zukunftsvisionen?
Hast du dich noch nie vertippt?
Natürlich sollte das in einem solchen Schreiben nicht passieren, aber vermutlich ist der 27.08.2020 gemeint. @Homo_sapiens von wann ist denn das Schreiben? Diese wichtige Info ist nämlich ebenfalls geschwärzt.
 

isso

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Komischer Wisch den sie da geschickt haben, der wurde aber zugestellt
Naja, komisch ist er nicht, sondern nicht nur das mildere Mittel im Vergleich zu einer Ablehnung, sondern auch das Richtige.
Ich kann schlecht ablehnen, was ich gar nicht prüfen kann (auch wenn manche SBs das sicherlich tun), weil mir wie z.B. hier keine antragsbegründenden Unterlagen vorliegen.

Dafür hält das SGB II die Versagung (beantragte Leistung) oder Entziehung (bewilligte Leistung) vor. Natürlich ist das Resultat erst mal gleich, denn es gibt kein Geld. Aber, und das ist auch dem Bescheid zu entnehmen, wird die Mitwirkung (hier die notwendigen Antragsunterlagen einreichen) nachgeholt, wird auch der Antrag ab Antragsstellung geprüft. Finanziell entsteht unterm Strich kein Nachteil. Besteht Hilfebedürftigkeit, gibt es das Geld ab Antragsstellung nachgezahlt.

Daher mein Rat, anstelle Widersprüchen im Bescheid zu suchen. Unterlagen einreichen, dann kann der Antrag auch bearbeitet werden. Denn leider gibt es auch im Jobcenter keine Glaskugel ;).
 

Homo_sapiens

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Danke, für die vielen hilfreichen Antworten.

Mein Antrag mit allen nötigen Anlagen (EK, VM, KDU, dazugehörige Nachweise, Kontoauszüge etc.) liegt dem Arbeitsamt bereits vor. Nur meinen neuen Ausweis habe ich erst letzte Woche erhalten und eine aktuelle Meldebescheinigung erhalte ich Anfang nächster Woche. Ich denke, dass sich die im Schreiben erwähnte Antragsbesprechung auf diese beiden fehlenden Dokumente/Nachweise bezieht. Das Schreiben ist vom 31. August. Ich werde so vorgehen, wie mir angeraten wurde. Schriftlich Widerspruch einlegen (dazu ein paar Zeilen zur Erreichbarkeit des Briefkastens, korrekte Beschriftung, Abgleich der vorliegenden Adresse), werde Kopien des neuen Ausweises und der Meldebescheinigung beilegen und alles persönlich abgeben. Vielleicht bringe ich auch noch neue Kontoauszüge mit und bitte um einen Vorschuss. Ein Faxgerät besitze ich leider nicht. Wenn man die Einträge hier liest, dann muss ich mir allerdings ernsthaft überlegen, eines anzuschaffen.

Liebe Grüße
 

akaKnut

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Ein Faxgerät besitze ich leider nicht. Wenn man die Einträge hier liest, dann muss ich mir allerdings ernsthaft überlegen, eines anzuschaffen.

Falls du als Router eine Fritzbox hast, kannst du damit oft auch Fax versenden. Das soll wohl auch zum Teil mit anderen Routern funktionieren. Einfach mal in das Handbuch des Routers schauen.
Ansonsten einen der Online-Fax-Versender.
 

gila

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Ich würde im Widerspruch auch erwähnen, dass mir ein Rückläufer unerklärlich ist und darum bitten eine Kopie des (angeblichen) Vermerkes des Zustellers dir zuzusenden, damit du a) abgleichen kannst, ob sich ein Fehler eingeschlichen hat und beim Zusteller/Post nachfragen kannst was hier passiert ist.

Die jetzige Post hat dich ja schließlich erreicht
 
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