Ab wieviel Stunden Arbeitszeit pro Woche hat man seine "Ruhe" vor dem Jobcenter? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

kase

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Hallo liebes Forum,
ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Meine Frage ist, wenn ich einen Antrag stelle um mit Hartz4 aufzustocken und 30 Stunden in der Woche arbeite, wird das Jobcenter mich ständig dazu auffordern , mir einen Job mit einer 40 Stunden Arbeitswoche oder mehr zu suchen?
Gibt es hierzu einheitliche Regelungen oder Erfahrungswerte?

Danke schonmal für die Antworten.
 
G

Gast1

Gast
AW: Ab wie viel Stunden Arbeitszeit pro Woche, hat man seine "Ruhe"?

Hi kase, Du hast erst Deine Ruhe vorm Jobcenter, wenn Du aufgrund eines entsprechenden Einkommens den Leistungsbezug beendest. Hier gilt § 2 Abs. 1 Satz 1 SGB II:

(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen müssen alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen.
 

kase

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Ab wie viel Stunden Arbeitszeit pro Woche, hat man seine "Ruhe"?

Hallo schlaraffenland,

ich verstehe die theoretische Bedeutung dieses Textes. Meine Frage bezieht sich mehr auf die praktische Umsetzung.
Ist es so, dass das Jobcenter einen zu Bewerbungen und Gesprächen usw. auffordert, wenn man bereits 60 Stunden in der Woche arbeitet? Mit "Ruhe" meine ich solche Dinge. Das man die Anträge usw. stellen muss, ist mir bewusst.

Danke schonmal für die schnelle Antwort.

mit freundlichen Grüßen
 
G

Gast1

Gast
AW: Ab wie viel Stunden Arbeitszeit pro Woche, hat man seine "Ruhe"?

kase, eine regelmäßig anfallende Arbeitswoche mit 60 h verstößt gegen das Arbeitszeitgesetz. Maximal sind 48 h pro Woche drin. Aber selbst dann will Dich das Jobcenter sehen, und Du musst weiter Bewerbungen schreiben.
 

arbeitsloskr

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AW: Ab wie viel Stunden Arbeitszeit pro Woche, hat man seine "Ruhe"?

Meine Frage bezieht sich mehr auf die praktische Umsetzung.
Ist es so, dass das Jobcenter einen zu Bewerbungen und Gesprächen usw. auffordert, wenn man bereits 60 Stunden in der Woche arbeitet?
Hallo kase,

ich verstehe deine Frage nicht. Aber um es mal einfach zu erklären.

Dem JC ist egal ob du Teilzeit (x Stunden/Woche) oder Vollzeit arbeitest.
Für das JC zählt nur, ob du mit deinem erzielten Erwerbseinkommen deinen Lebensunterhalt selbst finanzieren kannst, oder ob du trotz Erwerbsarbeit auf aufstockende Leistungen des JC angewiesen bist.

Wenn du also 30 Stunden in der Woche arbeitest und dabei auf aufstockende Leistungen angewiesen bist, kann dich das JC weiterhin "auffordern", dir eine Stelle zu suchen, egal ob Teilzeit oder Vollzeit, mit deren Einkommen du nicht mehr auf aufstockende Leistungen angewiesen bist.

Wenn du nun also mit dieser 30-Stunden-Stelle noch auf aufstockende Leistungen angewiesen bist, dann kann JC dich dazu auffordern

1) eine generell andere Stelle mit "besseren" Einkommen zu suchen,
2) einen weiteren Nebenjob zu suchen, sofern dir dein "Haupt-AG" dies überhaupt gestattet und du nicht mehr als 40 Stunden/Woche in Summe beider Jobs arbeitest.

Wobei bei 2) noch zu berücksichtigen wäre, welches Einkommen jener Nebenjob für dich tatsächlich erbringt, wenn man die entsprechenden Kosten (Pendelfahrten, Steuern usw.) abzieht.

Wenn du aber bereits eine Vollzeitstelle mit 40 Stunden/Woche hast, kann dich JC zwar weiterhin dazu auffordern eine besser bezahlte Stelle zu suchen, allerdings ist bei einer Vollzeitarbeit auch klar, dass du dafür "keine" Zeit hast. Daher dürfte sich in diesem Fall deine Bewerbungsverpflichtungen eher gegen 0 tendieren (gegenteiliges leider nicht ausschließbar).
 

kase

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das beantwortet mir meine Frage auf jeden Fall. Ich bin bald mit meinem Maschinenbaustudium fertig und habe irgendwie das Gefühl, dass ich am Ende doch noch aufstocken muss.
 
G

Gast1

Gast
kase, geh davon aus, dass das Jobcenter auch bei einer 40-h-Stelle Dich nicht in Ruhe lässt.

Aber mit einem abgeschlossenen Maschinenbaustudium solltest Du doch eher nicht Gefahr laufen, dass Du von einem Deinem Abschluss entsprechenden Job nicht leben kannst. Oder hast Du z. B. 5 Kinder oder so?
 

kase

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3 Kinder + Wohnung in München. 2600 Euro Bedarf. Mir fällt aber gerade auf, dass das Kindergeld ja noch abgezogen wird. Trotzdem finde ich es Arm für Deutschland, dass man mit einem Ingenieursstudium Existenzängste haben muss.
 

Katzenstube

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Ich glaube Kase, die Zeiten sind vorbei wo man sagen konnte "Hättest Du etwas anständiges gelernt". Ich, Bj61, hätte mir in jungen Jahren nicht vorstellen können, dass hoch ausgebildete Menschen wirklich keinen Job finden.

Tja komisch, qualifizierte Kräfte fehlen - und dennoch: denn alle unterliegen dem Dumpingmodell, wer am wenigsten verlangt, der wird genommen. Was der Markt will, dass wird ihm vom Arbeitgeber/Arbeitnehmer gegeeben - somit ein schmales Gehalt trotz hochwertiger Ausbildung.

Jobs finden - und dort menschenwürdig behandelt zu werden ist heute ein Glücks- und Zufallsprinzip; nicht mehr und nicht weniger.

Viel Glück wünscht Katzenstube
 

Hyena

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Da muss ich Katzenstube leider recht geben.

Ich habe Himmel und Hölle in bewegung gesetzt um noch eine Ausbildung mit Anfang 30 zu machen. Habe auch gelernt "ohne Ausbildung ist man nichts".

Realität: Ich arbeite momenten (mittlerweile) unglücklich als ausgelernter Kaufmann zwischen ungelernten und Studenten als 450€ Jobber.
Zeitarbeit bietet mit 9€/ Stunde.
Dafür habe ich ehrlich gesagt keine Lehre gemacht :doh:
 

DoppelPleite

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Also dieser Tread mit seinen Beiträgen zeigt wirklich erneut auf, man kann wie eine Katze die Wand lang hoch laufen, am Ende bekommt man gar nichts.

Mir kommt es langsam so vor als wäre der Mindestlohn dazu dar, damit man am Ende auch als Fachkraft bezahlt wird - wie ein Ungelernter.

Aufgrund der Allgemeinen Gleichstellung, ist dies zwar an zu rechnen und zu befürworten, aber irgendwo muß es ja noch eine hierarische Benotung geben. Anderenfalls will irgendwann gar keiner mehr etwas erlernen und fürs Straße fegen den selben Sold bekommen wie jemand der 10 Jahre für einen Soziallohn studieren mußte.

<Das sagt ein ungelernter :sorry:

Prinzipiell befürworte ich allerdings auch, dass jemand der zwar nichts gelernt hat, dafür aber körperlich schwer Arbeiten verrichtet, einen erhöhten Sold bekommt. Gerade weil schwere Tätigkeiten auf Dauer, nicht zu bewerkstelligen sind.

Das JC sollte lieber anfangen den AG zu schreiben: "Wir möchten Sie darum bitten, dem Elo XY den Sie durch uns erworben haben das doppelte Gehalt zu zahlen, damit wir nicht weiterhin für Elo XY Sozialleistungen erbringen müßen" - Wunschdenken off
 

Katzenstube

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Beitrag war off-topic - sorry

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Bitas

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Mir stellt sich die Frage warum @kase (als gesunder?), junger Mensch nur 30h arbeit sucht, dann noch vom Staat Geld erwartet und in ruhe gelassen werden möchte?
Gibt es dafür nachvollziehbare Gründe?
Jeder soll so viel arbeiten wie er es für richtig hält, dann aber auch mit den Konsequenzen leben.
In D gibt es leider sehr viele die nicht mehr können, krank und/oder zu alt sind um genügend Geld zu verdienen um davon leben zu können, wenn die dann noch Schikaniert werden von JC und Co ist das einfach nur Asozial......wenn jemand nur keine Lust hat 40h zu arbeiten sehe ich das etwas anders....ich möchte @kase nichts unterstellen. meine das allgemein!
 
G

Gast1

Gast
Bitas, vielleicht ist kase alleinerziehend und will ausreichend Zeit haben um sich um seine oder ihre Kinder zu kümmern?

Und selbst bei einer 40-Wochen-Stunde als Ingenieur-Neuling im Berufsleben könnte das Gehalt nicht ausreichen bei

a) 3 Kindern und

b) einer Wohnung in München.
 

arbeitsloskr

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Mir stellt sich die Frage warum @kase (als gesunder?), junger Mensch nur 30h arbeit sucht, dann noch vom Staat Geld erwartet und in ruhe gelassen werden möchte?
Gibt es dafür nachvollziehbare Gründe?
Hallo Bitas,

du darfst aber nicht außer acht lassen, dass je nach Branche (Ausbildung von kase) oder noch wichtiger je nach Ort und Umgebung, meistens viele Stellen "nur" noch in Teilzeit angeboten werden, so dass @kase ggfs. eben nur auf Teilzeitstellen zurück greifen kann.

Nicht jeder, der Teilzeit arbeitet, macht dies freiwillig, weil er/sie weniger Zeit für die Arbeit "aufwenden" will, sondern, weil es eben kaum oder keine Vollzeitstellen gibt.
 

SimdeB

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Nicht jeder, der Teilzeit arbeitet, macht dies freiwillig, weil er/sie weniger Zeit für die Arbeit "aufwenden" will, sondern, weil es eben kaum oder keine Vollzeitstellen gibt.
--> So ist das.

--> Mein Neffe (30 Jahre) sehr gute Ausbildung, hat auch nur eine 32 Stunden Woche. Er verdient zwar sehr gut und ist auf keine staatliche Hilfe angewiesen, aber er würde lieber 40 Stunden die Woche arbeiten. Aber keine Chance, denn dieses Unternehmen macht nur noch Verträge mit 32 Stunden die Woche bei einer 5 Tage Woche.

--> und ich habe mit 60ig noch eine sozialpflichtige Teilzeitstelle gefunden. Alle Mitarbeiterin dieser Firma (alles Frauen), haben nur einen Vertrag mit 20 Stunden die Woche.

--> ich bin ganz ehrlich, ich bin froh, wenn ich endlich aus der Arbeitsweilt aussteigen kann. Was dann kommt. Schau ma mal...

Um beim Thema zu bleiben, du hast nur Ruhe vom Jobcenter, wenn keine Geldleistungen mehr fließen!
---> ich weiß, von was ich spreche...
 

Katzenstube

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Ich schließe mich an :), liebe/r simdeB - nur habe ich leider noch 10 Jahre. Aber weißt Du was, mit Teilzeit fallen die uns vielleicht leichter..... na ja, wenn es nicht so läuft - befristeter Vertrag - AL - befristeter Vertrag - AL usw. So lief es nämlich bei mir einige Jahre bis ich aus Verzweiflung in die Pflege bin. War ein Horror, aber so habe ich zumindest mal die Anwartschaft als "alter Sack" auf 1 1/2 Jahre erhalten. Davon 3 Monate benötigt und somit jetzt noch 1 1/4 Guthaben.

Bei mir stand auch im Vertrag Teilzeit flexibel 173 Stunden - das flexibel bezog sich aber auf den Wunsch meines Arbeitgebers und die 173 sind die Maxime, die er einfordern will.

Aber sei es so: ich bin erstmal froh, überhaupt mitt 55 wieder ins kaufmännische zurück gekommen zu sein.....

Übrigens: die Pflege hat angefangen mit den Teilzeitverträgen. Dort finden sich im Regelfall ganz wenige 100% Kräfte; zumindest in meiner Region. Da sich das dort bewährt hat sind die Kaufmänner auch ganz groß im Kommen was Teilzeit betrifft! Und wenn es eben nur Teilzeitjobs gibt, dann ist die Auswahl nur von einer Teilzeit zur nächsten - oder eben zwei wenn die Nerven und die Kraft das aushalten....

Versuchen es irgendwie finanziell zu schaffen, um sich über die Zeit zu freuen, in der man/frau Kraft tanken kann. Ich versuche meine Lebensphilosophie auf die Gegebenheiten umzustellen, sonst renne ich gegen Mauern.

Gruß von Katzenstube
 

Birgit63

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Leider habe ich hier im Forum schon öfters erlebt, dass Väter der Meinung sind, sie können gar nicht oder nur Teilzeit arbeiten, weil sie ein oder mehrere Kinder haben und diese aufwachsen sehen möchten. Ob das beim TE so ist, weiß ich nicht. Allerdings finde ich dieses Ansinnen nicht in Ordnung bzw. schon in Ordnung, wenn man es sich leisten kann ohne Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen. Auch wenn sich die Väter heute viel mehr um ihre Kinder kümmern als früher (ich bin Jahrgang 63 und auch mein Vater hat sich schon sehr um seine Kinder gekümmert, trotz Schichtarbeit), so muss in erster Linie das Einkommen gesichert werden. Das kann man in verschiedenster Art machen. Bei den heutigen Arbeitszeitmodellen ist vieles möglich. Ich habe viele Kollegen, die Teilzeit arbeiten und deren Partner auch und jeder so mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann. Sie können es sich aber leisten und sind nicht auf Sozialleistungen angewiesen.
Andererseits macht die Politik ganz viel kaputt. Warum sollen die Arbeitgeber vernünftige Löhne zahlen? Das JC stockt doch auf. Daran sollte gearbeitet werden. Auch mit dem Mindestlohn kann man keine Familie ernähren.
 

pinguin

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Gibt es hierzu einheitliche Regelungen oder Erfahrungswerte?
Maßgebend für JC und Co. ist nicht die Zeit, die Du für Deinen Job aufwendest, sondern das Budget, das mittels dieses Jobs für Dich reinkommt.

Die Zeit spielt für das JC nur dann eine Rolle, wenn Du Teilzeit arbeitest und Stütze beziehst.

@Doppeltpleite

Jeder(!) sollte von seinem Job vernünftig leben können, sowohl der völlig Ungelernte, als auch der Gelernte, der aber in einem anderen Beruf tätig ist, als er erlernt hat.

Eigentlich soll auch hier der allgemeine Mindestlohn ein unteres Level einziehen, das nicht unterschreitbar ist.

Ein fixiertes maximales Lohnlevel hat es nicht, wird es nicht haben; verstärkt wird künftig allerdings eine direkte Koppelung zwischen dem höchsten Lohn in einer Firma und dem niedrigsten.
 
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