Ab wann ist man "Kunde" beim Jobcenter? (1 Betrachter)

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Caro85

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Hallo,

ich hab mal wieder eine Frage, ab wann ist man Kunde beim Jobcenter? Sobald man den Antrag abgegeben hat? Oder nur, wenn man dann auch Leistungen bekommt?

Es geht darum, das der neue Job von meinem Mann unterstützt werden soll, obwohl wir ALG 1 bekommen (das Arbeitsamt übernimmt das nicht). unser SB beim Jobcenter würde es machen (der ist sehr korrekt). Dafür müssen wir aber Kunden sein.

Deshalb haben wir den Antrag jetzt abgegeben, es fehlen aber denke ich mal Unterlagen. Zählt das dann trotzdem als Kunde, auch wenn man keine Leistungen erhält?

LG
 
K

KAHMANN

Gast
ALG1 - Als Kunde wird man nur bei der Arbeitsagentur bezeichnet.

ALG2 - Während des Bezuges von HartzIV ist man offiziell Leistungsberechtigter.

Dazu kann auch die Aufstockung durch ALG2 zählen wenn das ALG1 die Grundversorgung unterschreitet.

Im vorliegenden Fall müsste ALG2 Antrag gestellt - Aufstockung bewilligt -
und dann Förderung der beruflichen Tätigkeit beantragt werden.
 

Anna B.

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Hallo,

der Kunde ist König...das habe ich bei ALG I bisher noch nicht gemerkt...

ich weiß gar nicht, was die berechtigt, zu den Leistungsbeziehern "Kunde" zu sagen...

der Kunde bestimmt doch, was er möchte und was er unterschreibt..

aber bei Afa und Co. gibt es Druck, da bestimmt der SB was der Kunde zu tun und zu lassen hat...
also ist Kunde ...kein Kunde...:biggrin:
 

Caro85

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Sorry, der SB sagte das, habe das jetzt nur so weiter gegeben. Als Kunde habe ich mich da auch noch nie gefühlt. sogar beim AA nicht, obwohl das ja quasi selbst eingezahltes Geld ist.

Naja, wie auch immer... also müssten uns erst Leistungen bewilligt werden, damit man die Förderung beantragen kann?
 
E

ExitUser

Gast
Hallo,

ich hab mal wieder eine Frage, ab wann ist man Kunde beim Jobcenter? Sobald man den Antrag abgegeben hat? Oder nur, wenn man dann auch Leistungen bekommt?
Der Begriff des Kunden ist weder rechtlich noch inhaltlich hinreichend bestimmt. Es handelt sich, wenn mit Bezugnahme auf das Jobcenter von Kunden die Rede ist, um nichts anderes als einen zynischen Euphemismus, den die BA sich im Zuge des sogenannten neuen Steuerungsmodells für erwerbsfähige leistungeberechtigte Bürger ausgedacht hat. Sehr aufschlussreich dazu ist dieses Buch. Die Titulierung als Kunde ist für ALG II Empfänger insofern völlig unpassend, als damit eine Serviceorientierung und Dienstleistungsqualität nahe gelegt wird, die faktisch nicht existiert.

Ein echter Kunde beispielsweise wird eingeladen. Jobcenter-"Kunden" hingegen werden unter Sanktionsandrohung vorgeladen. Ein echter Kunde wird umworben, ein Jobcenter-"Kunden" wird eher ignoriert. Ein echter Kunde soll durch zuvorkommende Dienstleistungserbringung ans Unternehmen gebunden werden, ein Jobcenter-"Kunde" soll so bald wie möglich aus dem Bezug gedrängt werden. Ein echter Kunde kann einen Dienstleistungsvertrag frei aushandeln, einem Jobcenter-"Kunden" dagegen wird der Inhalt des Vertrages bei Weigerung der Vertragsunterzeichnung einseitig als Verwaltungsakt erlassen. Die Kritik von echten Kunden wird ernst genommen, Jobcenter-"Kunden" dagegen werden eher ermahnt, dass sie als Bittsteller gefälligst zu kuschen haben.

Summa summarum gibt es nichts, was die Bezeichnung der leistungsberechtigten Bürger als Kunden rechtfertigt. Der Kundenbegriff pervertiert im Jobcenter geradezu, wenn man an ihn die Assoziation des König seines knüpft. Im Jobcenter ist man nie König, sondern leider immer nur lästiger Bittsteller. Und das bekommt man auch zu spüren. Um ganz konkret auf die Eingangsfrage einzugehen: Zum Leistungsberechtigten, also zum sogenannten "Kunden", wird man mit Zugang des Bewilligungsbescheides. Ab diesem Zeitpunkt wird im Jobcenter von "Kunden" gesprochen, davor von Antragstellern. Sinnvoller wäre es freilich, einfach von Bürgern zu sprechen, aber zwischen dem, was sinnvoll wäre und dem, was im Jobcenter praktiziert wird, liegen bekanntlich Welten.
 
E

ExitUser

Gast
Naja, wie auch immer... also müssten uns erst Leistungen bewilligt werden, damit man die Förderung beantragen kann?
Ja. Erst ab Antragsbewilligung können Förderungen seitens des JC bewilligt werden. Im Gegenzug ist man logischerweise auch erst ab Antragsbewilligung an Verpflichtungen gebunden.
 
E

ExitUser

Gast
Du bist ja auch niemals nicht auch nur annähernd ein "Kunde" sondern der allerhinterletzte Bodensatz, der solange sanktioniert und genötigt wird, bist dir ein 3,50€ Sklavenjob bei einer ZAF wie der Himmel auf Erden vorkommt.

Noch Fragen?
 
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