Ab Juni keine KV mehr, Kein Job in Aussicht und Kein ALGII

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Johannes Müller

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Hallo zusammen.

Ich hatte eigentlich gehofft nicht in diese Situation zu geraten... Es fällt mir schwer darüber zu sprechen, aber ich hoffe das mir hier vielleicht noch irgendwer einen hilfreichen Ratschlag geben kann...

Ich war jetzt seit November letzten Jahres Krank geschrieben und besuchte bis letzten Monat noch eine Tagesklinische Einrichtung, in der ich wegen schwerer Depressionen, einer Angst und Panikstörung mit dazu kommender Sozialer Phobie und Dissoziativer Persönlichkeitsstörung behandelt wurde. Außerdem teilten mir die Ärzte mit das ich Schlagpunkte für eine Borderline Störung aufweise. Das klingt jetzt vielleicht, wenn man das so liest (also für mich klingt es immer noch so) dahergesagt, aber leider weiß ich das dem nicht so ist...
Ich verlasse kaum mehr die Wohnung und habe immer wieder Schwierigkeiten mich alltäglichen Situationen zu stellen. Das fängt im Haushalt an und endet bei einem Besuch der Kompetenzberatung oder der Arbeitsagentur.

Nun musste ich aber, gegen den Willen der Ärzte, meine Behandlung vorzeitig als beendet erklären. Da meine Krankenversicherung mitte des nächsten Monats ausläuft. Ich soll mich ab meinem 23 Geburtstag selber versichern. Allerdings gibt es da ein paar probleme...

Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes Mittellos. ALG I steht mir nicht zu, da ich nur zwei schulische Ausbildungen und die FOS gemacht habe. Sprich nichts Betriebliches. Ich könnte einen ALGII Antrag stellen, da ist allerdings das Problem das meine Mutter sich dem verweigert. Ich wohne noch bei ihr, dementsprechend würde sie bei mir angerechnet werden und da stehen die Chancen auf ALG II eher schlecht. Sie selbst kann mir die Krankenversicherung allerdings auch nicht finanzieren.

Ich habe jetzt mehrmals versucht, trotz meiner Verfassung noch wenigstens einen Minijob zu finden. Jedoch ohne Erfolg und so langsam ist es bei mir soweit das mein Kopf sich abstellt und die Arbeit der Ärzte des letzten halben Jahres zu nichte macht.

Die Kompetenzagentur drängt mich meine Behandlung wieder aufzunehmen. Was ich nicht kann durch die ab nächsten Monat nicht mehr bestehende Versicherung.
Das Gesundheitsamt drängt mich dazu, ALG II zu beantragen und einen Antrag auf eine eigene Wohnung zu stellen.
Und meine Mutter drängt mich dazu einfach Arbeiten zu gehen, da Psychische insuffizienzen ja sowieso nicht Existent sind. Sie beschimpft mich täglich und hält mir vor das ich nichts mache... Jedoch hab ich das Gefühl, wenn ich jetzt wirklich einen ALG II Antrag stelle, dass ich sie Hintergehe und sie mich zuhause raus wirft...

Ich weiß absolut nicht mehr weiter und hab auch ehrlich gesagt kaum noch Kraft und Energie irgendwas zu machen...
Vielen Dank auf jeden Fall wenigstens schon einmal an diejenigen die sich hierhin überhaupt verirren und drüber hinweg lesen.
 

VfLBochum

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Hallo Johannes,in erster Linie ist Deine Gesundheit am wichtigsten. Wenn du dich nicht behandeln lassen kannst,wirst du nicht auf die Beine kommen. Wenn ich Du wäre,dann würde ich ALG 2 und eine Wohnung beantragen. Denk jetzt erstmal an dich und komme zur Ruhe. Wenn Deine Mutter nur Vorwürfe und Dein Leben zur Hölle macht,dann sieh zu das zu ändern.
 

Johannes Müller

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Ich habe aber Angst, dann auch noch zuhause rausgeworfen zu werden und auf der Straße zu landen... Ich hab so nicht mehr viel und will das bisschen nicht auch noch verlieren...
 
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Ich habe aber Angst, dann auch noch zuhause rausgeworfen zu werden und auf der Straße zu landen... Ich hab so nicht mehr viel und will das bisschen nicht auch noch verlieren...

Erstmal ist es wichtig das Du krankenversichert wirst durch abgabe des ALG II-Antrags. Zumal Du ja wohl auch pflichtversichert sein musst ...nicht das sich Schulden dazu anhäufen...

Danach kannst Du weitersehen wie es sich entwickelt und man kann bis dahin schauen ob es irgendeine INI in deiner Nähe gibt die dich unterstützten könnte und dir erstmal ein wenig die Angst nimmt..
 

Johannes Müller

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Die Nächste Einrichtung für so etwas wäre in Nordhausen was ca 2 Stunden fahrt weg ist. Da ich keinen Führerschein besitze und daher immer auf Bus oder Bahn angewiesen bin ist das problematisch... Ich hab im Moment nichtmal genug Geld im Portmonee um die Briefmarken für die beiden Bewerbungen zu kaufen, die ich eigentlich letzte Woche schon wegbringen sollte...
 
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Die Nächste Einrichtung für so etwas wäre in Nordhausen was ca 2 Stunden fahrt weg ist. Da ich keinen Führerschein besitze und daher immer auf Bus oder Bahn angewiesen bin ist das problematisch... Ich hab im Moment nichtmal genug Geld im Portmonee um die Briefmarken für die beiden Bewerbungen zu kaufen, die ich eigentlich letzte Woche schon wegbringen sollte...

Na gut, dann ruf doch erstmal bei den möglichen Initiativen an, schildere deine Lage und vieleicht können sie dir erste Tipps geben wie Du am besten weiter vorgehst und mögliche Ansprechpartner in deiner Nähe nennen, die dir weiterhelfen könnten...
 

gila

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Hallo Johannes!

Ich verstehe deine Problematik - habe eine Tochter in deinem Alter mit ähnlichen Diagnosen.
Wenn du sowieso zu Hause ständig Zoff hast, macht es keinen Sinn und dich in jedem Falle weiter KRANK, wenn du dem nicht entfliehst!

Ich kann nur selbst als Mutter sagen: löse dich.
Auch wir hatten so unsere Schwierigkeiten und meine Tochter ist seit dem 16. Lebensjahr eigenständig.
Du kannst zum Jugendamt gehen und "Hilfe für junge Volljährige" beantragen.

Infos Beispiel hier: service-bw: Hilfe für junge Volljährige beantragen

§ 41 SGB VIII Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung

(1) Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden,
wenn und solange die Hilfe auf Grund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist.
Die Hilfe wird in der Regel nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt;
in begründeten Einzelfällen soll sie für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.

(Anmerkung: das KANN bis zum 27. Lebensjahr erfolgen)

Zumindest wäre das Jugendamt hier eine 1. Anlaufstelle - denn sicher haben die auch Adressen von Einrichtungen, die jungen Menschen mit psychischen Problemen helfen.
Ein denkbarer Übergang wäre eine Wohngruppe - später dann eine eigene Wohnung
und eine Einzelbetreuung, die dir in Alltagsfragen und auch bei den Ämtern hilft.
Oft wird dies auch von THERAPIEZENTREN und Sozialpädagogen geleistet.
Ist auch als "Eingliederungshilfe" nach dem SGB XII über die Bezirke zu beantragen.

Beim ALGII wird natürlich solange du u25 bist noch das Einkommen der Mutter in Form einer BG herangezogen - fraglich ist jedoch, ob sie SO VIEL verdient, dass da was anzurechnen WÄRE?

Sie kann dir ja nicht den Zugang zu einer Krankenkasse verhindern -
du BRAUCHST eine kontinuierliche und gute therapeutische Unterstützung!
Du kannst auch alleine zum JC gehen und dort eine eingehende Beratung VERLANGEN. Die müssen sie dir geben.

Und dann ist da noch das Kindergeld ... das könntest du auf DICH laufen lassen.
Wenn du derartige psych. Probleme hast, wäre es gut, du erkundigst dich nach einem Schwerbehindertenausweis (z.B. über den VdK helfen lassen) - sofern genug Befunde vorliegen geht das oft schnell. (Tochter hat 50 GdB)
Bei anerkannter Behinderung wird das Kindergeld auch über das 25. Lebensjahr hinaus gezahlt - sofern VORHER die Behinderung eingetreten ist.
Sicher: das JC wird das wieder abzwacken - aber es wäre eine vorrangige Leistung und wer weiß, wenn es mal besser geht, und du ohne Amt auskommst, erhältst du es unter gewissen Voraussetzungen weiter, nämlich wenn man nicht in der Lage ist, seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Auch erhältst du dann mal eine andere Betreuung beim JC - über die Rehastelle und nicht den "normalen" Vermittler.

paar Links:
Bessere Versorgung für psychisch Kranke in Nordhausen

Südharz Klinikum Nordhausen gGmbH

Wenn es bei Euch da keine anständigen Einrichtungen für junge Leute gibt - dann schau dass du "Land" gewinnst und da weg ziehst.
Hierbei kann ein Therapiezentrum oder eine sozialpsychiatrische Beratung auch behilflich sein.
Nimm dein Leben in die Hand!
 

Johannes Müller

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Vielen vielen Dank für die Hilfe :)

Ich war heute bei der Kommunialen Beschäftigungsagentur (also unserer Anlaufstelle für ALG II) und habe einen Antrag für den Bezug einer eigenen Wohnung bekommen. Die Frau, bei der ich war, war erstaunlich nett und zu meiner Überraschung auch sehr Verständnissvoll. Sie hat mir noch einmal Mut zugesprochen und ich hoffe das es klappt und der Antrag bewilligt wird.

Außerdem hat mir mein Freund gesagt das er nächste Woche mit mir noch einmal zum Arzt geht und zum Jugendamt.
 

gila

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SUPER! Wenn du Fragen hast, melde dich hier - rechtzeitig"
Es sind immer Leute da, die einen Rat geben können!

Good Luck!
 

Johannes Müller

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Wow... Ein Monat ist dieser Beitrag nun schon her.

Zeit kommt mir gar nicht so schnell vergangen vor.
Nach ziemlich vielen hin und her hab ich gestern nun den Antrag auf ALG II abgegeben. Im Moment steht aber noch aus ob das ganze Funktioniert. Die KoBa müsste für mich dei Kaution der Wohnung übernehmen, damit ich die restlichen Unterlagen (Mietvertrag, Heizkosten, usw.) einreichen kann.

Weis jemand wie lange das ungefähr dauern kann?
Meiner Mutter habe ich bisher noch nichts von der derzeitigen Situation erzählt. Häuslich hat sich hier nichts geändert und da sie jeglichem Gespräch aus dem Wege geht, was eventuell in die Richtung gehen könnte, weiß ich auch nicht so wirklich wie ich ihr das mitteilen soll...
 

ZynHH

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Ich weiss nicht wie lange das mit der KoBa dauert, aber du solltest dich nicht um das Wohlbefinden deiner Mutter kümmern, sondern um deines. Nur das ist im Moment wichtig.

Das du ausziehst merkt sie dann ja.
 
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