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AA ist bei Vorstellungsgespräch dabei

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Nicht offen für weitere Antworten.

Vera....ter

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#1
Hallo, bei der Vorstellung bei einem Arbeitgeber saß eine Dame vom Arbeitsamt mit dabei.

Ist das in Ordnung ?

Hintergrund1: Es handelt sich bei diesem normalen Beschäftigungsverhältnis um eine Saisonarbeit, wie Spargelstechen, Obsternte ...

Hintergrund2: ... mit Akkordlohn, der nicht zu schaffen ist. (ich wüßte nicht wie, außer der Umgehung von Anweisungen – und in diesem Falle muß man wiederum mit Abzügen rechnen – wie man es also macht, es ist falsch!)

Hintergrund3: Die Entlohnung liegt hier bei machbarer Leistung bei ca. 1 EURO (in der Stunde!). Der Arbeitslose bleibt trotz Abmeldung aus dem ALG II – Bezug ALG II – Empfänger (er bekommt die Leistungen weiter gezahlt), ist aber dort mit ganz normalem Arbeitsvertrag bei der Firma angestellt.

Sobald der Betrag von 100 € (Freibetrag) überschritten wird, wird der darüber hinausgehende Verdienst angerechnet. (zu 80 %)

Gearbeitet wird von Montag bis Sonntag (!) ohne jeglichen Feiertag. Am Sa. und So. jedoch nur 6 Std. täglich. Das ergibt:

Bei 30 Tagen davon

22 volle Arbeitstage je 8 Std. = 176 Std.

8 Arbeitstage je 6 Std. = 48 Std.


insgesamt also 224 Stunden = 224 EURO (BRUTTO!)

davon gehen ab an Lohnsteuer – 33 EURO

davon gehen ab an SV-Beiträge – 23 EURO


bleiben noch übrig: 168 EURO

davon 100 €® anrechnungsfrei

davon 68 €® zu 80 % angerechnet auf ALG II

verbleiben davon (20 % von 68 €® =) 13,60 €®

Insgesamt also NETTO 100 + 54,40 = 154,40 €®


Bilanz:

BRUTTO vor Abzug ALG II: 168 €® / 224 Std. = 0,75 €®

BRUTTO nach Abzug ALG II:
(168 - 54,40 €®)= 113,60 €®/ 224 Std. = 0,5071428 €®



Der Arbeitgeber fragt nicht nach evtl. bestehenden Hinderungsgründen, sondern jeder, der vom AA / ARGE geschickt wird, der wird eingestellt. Wer sich nicht zu dieser Arbeit vorstellt oder zu dieser Arbeit nicht bereit ist, dem wird das ALG II entsprechend gekürzt. Wer vom Arbeitgeber (!) gekündigt wird, erhält vom AA / ARGE ebenfalls das ALG II entsprechend gekürzt.

Ich bestätige die Richtigkeit dieser Angaben ! (also kein FAKE!)

Ich wollte aber nur wissen, ob das AA / ARGE bei der Vorstellung / Vorstellungsgespräch mit dabei sein darf.
 

Rote Socke

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#2
Ist das nicht sittenwidrig?
Ich meine die "Konditionen" des Arbeitgebers.
Frage mal besser einen Anwalt für Arbeitsrecht (Gewerkschaft)
Sollte, wie es sich anhört, der Vertrag unter Zwang (Entziehung der Lebensgrundlage) unterschrieben werden kann man das hinterher immer noch anfechten (und auf richtigen Lohn klagen).
 

Müllemann

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#3
Ich wollte aber nur wissen, ob das AA / ARGE bei der Vorstellung / Vorstellungsgespräch mit dabei sein darf.
mein Bauchgefühl sagt nein, denn bei einer von der der AA / ARGE angeordneten ärztlichen Untersuchung darf auch niemand von denen anwesend sein
 

Arania

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#4
Ich kenne das von einigen Hartz IV-Empfängern bei uns das bei den Vorstellungsgesprächen- auch zu 1-Euro-Jobs- sehr oft Mitarbeiter von ARge oder anderen Vermittlern dabei sind, dabei will man wohl sicher gehen das sich diejenigen auch wirklich anständig bewerben, medizinische Untersuchungen kann man damit wohl kaum vergleichen
 

gelibeh

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#5
Ob das nun in Ordnung ist, ob die Arge-Tante dabei ist, kann sein. Aber die ganzen Konditionen des Arbeitsvertrags würd ich doch mal prüfen lassen. Sittenwidriger Lohn und die Wochenarbeitszeit scheint mir auch nicht in Ordnung zu sein.
 
E

ExitUser

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#7
Vera....ter sagte :
Und wo kann ich das ?
Fachanwalt für Arbeitsrecht, würd ich sagen...

also: erstens hätt ich mich geweigert ein Vorstellungsgespräch zu führen, jemand von der ARGE hätte mich "kein Wort rausbringen" lassen :twisted:

Zweitens hätt ich nie einen Vertrag unterschrieben mit 7 Tage die Woche arbeiten müssen,

und drittens: einen normalen Arbeitsvertrag würd ich nur unterschreiben, wenn die gesetzlichen Mindestvorschriften erfüllt sind... da das hier nicht gegeben scheint hätt ich mir erstmal Bedenkzeit erbeten und wär mit dem Vertrag zum Anwalt.

Und drittens hätt ich den SB wegen Nötigung angezeigt...

Gruß aus Ludwigsburg
 

Müllemann

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#8
Arania sagte :
Ich kenne das von einigen Hartz IV-Empfängern bei uns das bei den Vorstellungsgesprächen- auch zu 1-Euro-Jobs- sehr oft Mitarbeiter von ARge oder anderen Vermittlern dabei sind, dabei will man wohl sicher gehen das sich diejenigen auch wirklich anständig bewerben, medizinische Untersuchungen kann man damit wohl kaum vergleichen
doch kann man, nur nicht in deinen Augen

ich lasse mich gern eines Besseren belehren:

in welchem Gesetzbuch steht, dass wir uns am Gängelband zu einem EEJ-Job oder Vorstellungsgespräch führen lassen müssen?

Sklaven hat man zur Arbeit begleitet und überwacht.

Wir sind aber (noch) keine Sklaven!




____________________________________________________________
Einen innerlich freien und gewissenhaften Menschen kann man zwar vernichten, aber nicht zum Sklaven oder zum blinden Werkzeug machen. Einstein
 

Arania

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#9
Ich habe nicht gesagt das das im Gesetzbuch steht und dagegen kannst Du Dich ja auch zur Wehr setzen, wenn Du es möchtest, ich habe gesagt das man ein Vorstellungsgespräch nicht mit einer ärztlichen Untersuchung vergleichen kann.

Ich musste mich jedenfalls bei einem Vorstellungsgespräch noch nie ausziehen ;)
 

Müllemann

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#10
kommt vielleicht noch, die AA /BA vermittelt ja auch Arbeitssuchende ins Rotlicht-Milieu
 

The_Vulcan

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#11
Sorry aber Sittenwidrig?

6h/Tag sind erlaubt...
Unter 60h/Woche sind auch erlaubt...

Minestlohn gibt es nicht in Deutschland....


Finds trotzdem Asozial das die nen "Betreuer" an die seite stellen... so nach dem Motto "Das ist Jimbo den können sie kaufen, wenn Jimbo nicht spurt bekommt er die "Peitsche"" ....
 

Arania

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#12
wenn Jimbo nicht spurt bekommt er die "Peitsche"" ....
Bischen markig die Worte nicht? Schon mal in der Situation gewesen? Wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?
 

hellucifer

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#13
Wenn ein Mitarbeiter des AA darauf besteht, beim Vorstellungsgespräch anwesend zu sein (mit dabei zu sein), würde ich darauf bestehen, dass ein Zeuge meiner Wahl (notfalls auch ein Rechtsanwalt) mit dabei ist. Wird das verweigert, sich das schriftlich bestätigen lassen. Wird auch das verweigert, würde ich glatt die Polizei hinzuziehen! (Mit der Schutzbehauptung und Notlüge, man begehe Körperverletzung gegen Dich!)
 

The_Vulcan

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#14
Ja war bezogen auf die Frühe Sklaverei....

Und jain ich hatte mal ein gespräch da war einer von der Maßnahmeagentur dabei welcher aber nicht vom AA war jedoch halt indirekt.

Was mich auch immer stört sind Gespräche wo ich alleine gegenüber 2 mitarbeitern sitze... beim letzten saß einer links neben mir der andere vor mir.

Hab schon überlegt auch mal nen Freund mitzunehmen *G*
 

Peppone

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#15
Also...Ein paar Sachen sind dort überhaupt nicht stimmig. Du/das Pamphlet spricht von einem "normalen Beschäftigungsverhältniss". Dieses mit 1 Euro entlohnen zu wollen wäre in der Tat sittenwidrig da, so Das Bundesarbeitsgericht ein missverhältniss zwischen Arbeitsentgeld und Arbeitsleistung zweifellos besteht. Handelt es sich hingegen um einen EEj, sind die Daten ebenfalls völlig daneben. 48 Stunden im EEJ???.
Würde man mir derartiges unterbreiten, würde ich unterschreiben und sofort auf Festeinstellung klagen. Alles in allem mutet das doch sehr merkwürdig an. Worum gehts da eigendlich... Baumwolle pflücken.??

Den AA-Mitarbeiter seh ich nicht so kritisch. Immerhin gibt es Bewerbungsgespräche, da sitzen 15 leutz am Tisch und ich armer Wurm gegenüber. Will heissen. Der AG kann zu dem Vorstellungsgespräch hinzuziehen wen immer er will. Dennoch würde ich den AAler genau nach seiner Funktion und Aufgabe bei diesem Gespräch befragen. Dient sein dabeisein nur deiner Beurteilung deiner "Vorstellungsqualitäten" würde ich nach den sich daraus ergebenden Konsequenzen für dich fragen und immer schön mitschreiben.
 
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