96,8 % der 4,35 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher halten Gesetze ein!

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Kaleika

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96,8 Prozent der 4,35 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher halten sich an die Gesetze.

So und ähnlich hätten die Schlagzeilen lauten können und müssen, wenn unsere Medien ehrlich berichten würden und nicht auf herablassende Diffamierung der Hartz-IV-Bezieher aus wären. Stattdessen titelte die SZ: „Neuer Rekord: Jobcenter verhängen mehr als eine Million Hartz-IV-Sanktionen“. Inzwischen übernahmen alle, aber auch alle, die Meldung in dieser Form: Welt, Spiegel, Bild, Stern, Handelsblatt usw. Selbst die “taz” ist sich nicht zu schade und titelt: “Rekord bei Hartz-IV-Sanktionen. Strafe muss sein.” Die Aufmache der SZ wie auch die unkritische Übernahme durch andere Zeitungen ist skandalös. Rücksichtslos wird nach dem Titel gesucht, der die Aufmerksamkeit der Leser erregt. Von Orlando Pascheit
(...)
96,8 Prozent der 4,35 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher halten sich an die Gesetze
 

gelibeh

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Eventuell noch mehr. Denn ob das immer andere Personen sind oder es Wiederholungsfälle sind, sieht man anhand der Zahlen nicht.
 

Der Ratlose

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Tja,
es hätte ja auch heißen können "96,8 Prozent der erwerbsfähigen Hartz IV Bezieher sind Schwachköpfe und halten sich sogar an verfassungswidrige Gesetze die sie selbst benachteiligen"

:biggrin:
 
E

ExitUser

Gast
Tja,
es hätte ja auch heißen können "96,8 Prozent der erwerbsfähigen Hartz IV Bezieher sind Schwachköpfe und halten sich sogar an verfassungswidrige Gesetze die sie selbst benachteiligen"

:biggrin:

Erstens.

Und Zweitens könnte man auch mal fragen:
Wieviele der SB halten sich an die Gesetze?
 

Arno Nümus

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"[...]
Was mich verwundert, niemanden scheint aufzufallen, dass die Zahlen, die da vermeldet werden, ganz offensichtlich nicht den geringsten Realitätsbezug haben. Haben sich die Redakteure nun nur vertippt oder einfach einen Artikel völlig unredigiert übernommen?

Ich will es genauer wissen und schaue deshalb mal in der FAZ nach, die unter der Schlagzeile "Jugend vorn" den gleichen Aufhänger bringt. Der Redakteur dieses Artikels schreibt die üblichen Worthülsen, die von Presse und Politik so gerne in Richtung Arbeitslose losgelassen werden. Das ärgert mich und ich schreibe einen Kommentar, den ich direkt an den Redakteur richte:

Herr Astheimer,

ein wenig Mathematik würde helfen. Statt hier Worthülsen zu veröffentlichen, reicht es, die Zahl der Langzeitarbeitslosen (angeblich 2.753.354) im Verhältnis zu den Sanktionen zu betrachten und da komme ich nicht auf 3%, sondern auf 36%. Selbst wenn ich die Zahl auf alle ALG-II-Bezieher aus SGB II und SGB III rechne (5.225.167), ergibt dass im Schnitt immer noch 19,1% Sanktionierte. Darunter sind sicherlich einige, die mehrfach sanktioniert wurden, aber auch die Durchschnittswerte halte ich für mehr als fraglich. Da gilt zunächst, dass jede Sanktion für mindestens 3 Monate ausgesprochen wird und 1 Drittel der Transferzahlung als Minimum beträgt, bei Wiederholung 2 Drittel und mitunter auch die gesamte Leistung gekürzt wird. Eine Aufgabe von Journalisten sehe ich vor allem darin, dann auch der Frage nachzugehen, wie viele dieser Sanktionen wieder aufgehoben wurden, weil die Betroffenen erfolgreich geklagt haben und wie viele Klagen dazu anhängig sind.
Wird das jetzt zensiert?


Die Zahlen, die ich verwendet habe, habe ich der Monatsstatistik der BA entnommen und weil in der FAZ auch nicht die genaue Zahl der Sanktionen angegeben wurde, habe ich 1 Million Sanktionen zugrunde gelegt. Da ich nicht damit gerechnet habe, dass dieser Beitrag von der FAZ auch bei den Kommentaren veröffentlicht wird, habe ich auch gleich nachgefragt, ob dieser Beitrag nun zensiert würde. Er wurde! Schließlich steckt hinter der FAZ lt. Eigenwerbung immer ein kluger Kopf, nur frage ich mich, was die FAZ mit "hinter" meint. Offene Kritik am Schreibstil der Redakteure scheint nicht opportun zu sein, auch wenn der Schreibstil eher stillos zu sein scheint.
[...]"

Hier der gesamte Artikel (Quelle): ww* . flegel-g.de/2012-11-21-Sanktionen. html
 
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