60 % Sanktion, Arbeitgeber anzeigen

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ExitUser 55598

Gast
Hallo, ich habe in den letzten zwei Wochen, zwei Anhörungen bekommen.
Bei einem geht es darum, das ich angeblich zu einem vereinbarten Vorstellungstermin nicht erschienen bin, bei dem anderen das ich mich auf ein VV nicht gemeldet habe.
Beides sind lügen, weder wurde bei den einem Arbeitgeber ein Termin vereinbart, noch habe ich mich bei dem AG nicht beworben (E-mail Sendenachweis etc. habe ich meiner Stellungnahme beiglegt).

So da die Arbeitgeber offenbar mit Absicht unwahre Behauptungen über mich beim Jobcenter verbreitet haben, würde ich die gerne anzeigen.
In meinen Stellungnahmen schrieb ich, das ich zwecks strafrechtlicher Prüfung eine Kopie der Antwort des Arbeitgebers haben möchte. Eine Reaktion auf meine Stellungnahmen bekam ich bisher nicht.

Jedenfalls möchte ich gerne schon jetzt aktiv gegen diese unseriösen Arbeitgeber werden und sie anzeigen. Daher frage ich mich, ob ich einen direkten Ansprechpartner der VV anzeigen soll oder einfach ganz die ganze Firma? Und wie ist das eigentlich wenn man als AG beim Jobcenter falsche Angaben macht? Gibt es dann nicht auch eine Ordungswidrigkeit wie bei einem Antragsteller?

Und da ich vorher noch nie mit Sanktionen zu tun hatte, weiss ich auch nicht, ob ich dann evtl. die Sanktionen hintereinander bekommen würde oder die zwei zusammen?

Klar, das ich im Fall von Sanktionen dagegen angehen werde, mit Anwalt etc. aber erstmal hat man ja die Sanktion am Hals...

Gruß
 

HartzVerdient

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Um Gottes Willen ! Halt !

Die Anhörungen die du vom Jobcenter erhalten hast sind erstmal nur "Spekualtionen" seitens des Jobcenters. Die müssen dem nachgehen und die müssen die Sache ermitteln. Du hast vermutlich zwei Schnellschüsse gestartet und dem Jobcenter die Arbeit leicht gemacht, indem du denen erstmal alles in der Anhörung reingeschrieben hast. Jetzt gleichzeitig noch einen zweiten Schnellschuss mit Anwaltsdrohung und Kopie vom Arbeitgeber und und und.

Erklärung:

Du hättest in der Anhörung reinschreiben sollen, dass du die vom Jobcenter aufgestellten Behauptungen zurückweist. Nicht mehr! Keinen Roman schreiben! Nix erklären wollen! Ein kurzer knapper Satz! Damit wäre jetzt das Jobcenter in der Beweislast und müsste dir ein fehlerhaftes Verhalten nachweisen (können sie nicht).

Erst wenn die Sanktionen durch wären, kannst du einen Widerspruch fertigmachen und dagegen klagen bzw. einen Anwalt einschalten, der das für dich übernimmt.

Eine Wertersatzklage gegenüber des Arbeitgebers kannst du nur dann durchsetzen, wenn eindeutig klar ist, dass der Arbeitgeber dich angesch!ssen hat. Das musst du nachweisen! Nicht vorher! Wenn du gegen den Arbeitgeber vorgehst, ohne einen Beweis in der Tasche zu haben, dann kann das u.U. sehr sehr sehr schlecht für dich enden. Das nennt sich nämlich "Üble Nachrede" und "Geschäftsschädigung".

Alles was ich momentan herauslese sind halt lose Behauptungen des Jobcenters (also Reizbehauptungen, auf die du voll angesprungen bist) um für das Jobcenter die Sache aufzuklären. Du hast also die Sanktionen selbst forciert, indem du dem Jobcenter alles unter die Nase gerieben hast.
 

HartzVerdient

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Als Antwort setze ich nochmals nach.

Der Arbeitgeber bei dem du dich beworben hast, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts über dich gesagt haben. Also keine Unterstellungen oder Behauptungen usw.. Ich behaupte sogar, dass dich der Arbeitgeber überhaupt nicht kennt. Deine Bewerbung wird wohl rausgesandt worden sein, die wird bei denen sicherlich auch auf dem Tisch liegen. Leider liegt sie dort auch unter den 200-300 anderen Bewerbungen, die da immer wieder aufschlagen. Also eine Bewerbung unter vielen Bewerbungen. Die Personalabteilung hat weder die Zeit, die Lust, die Laune noch sonst irgendwie was, um Leuten den Garaus machen zu können (Es sei denn es ist eine ZAF : Aber die drohen auch nur leere Phrasen).

Ganz frech behaupte ich sogar, dass das alles vom Jobcenter angetriggert ist, um dir einen Denkzettel zu verpassen. Vielleicht auch aus dem Grund, weil du offensichtlich etwas temperamentvoll bist und auf alles anspringst. Diese Behauptung entnehme ich einfach mal der Art und Weise, wie dein Eingangspost formuliert wurde.

Es ist vermutlich so, dass der Arbeitgeber es einfach versäumt hat, sich innerhalb der Frist beim Jobcenter zurückzumelden. Vielleicht haben sie es einfach auch nur verpennt oder das Jobcenter versucht einfach ein "Ding" zu drehen. Daher wäre es ratsam, den Arbeitgeber vollständig aus dieser Sache herauszuhalten.

Das Jobcenter muss leider diesen Sachen nachgehen. Keine Rückmeldung. Ausgebliebene Rückmeldung. Linke Hand im Jobcenter weiß nicht was die rechte Hand tut usw..

Erste Anhörung: "Ich weise die von Ihnen dargelegte Anschuldigung zurück. Als Anlage übersende ich Ihnen die Sendeprotokolle und das Anschreiben der Bewerbung". Ende!

Zweite Anhörung: "Ich weise die von Ihnen dargelegte Anschuldigung zurück. Ein Vorstellungstermin kam nicht zustande." Ende!

Das Jobcenter ist nämlich in der Beweislast. Das heisst, die müssen dir das nachweisen, dass du keine Bewerbung abgeschickt hast bzw. zu keinem angeblichen Vorstellungstermin gegangen bist. Daher sollte man auch in diesen Anhörungen so "karg" wie möglich antworten. Wenn man einen ganzen Roman heruntertextet, dann liefert man denen Kanonenfutter.

Das Jobcenter muss nun von Amtswegen entscheiden und bescheiden. Bewerbung abgeschickt ? JA/NEIN und je nachdem sanktionieren oder halt nicht. Das Gleiche gilt auch mit dem Vorstellungsgespräch. Sie müssen nachweisen, dass da was ist.

Sollten in beiden Fällen eine Sanktion ausgesprochen werden, dann gehst du nur gegen diese Sanktionen an. Erst im Verlauf des Rechtsstreits mit Anwalt, Sozialgericht und Jobcenter, klärt sich der Sachverhalt genau auf. Ich vermute stark, dass beide Sanktionen kippen, weil *aus der Luft gegriffen*. Sollte sich jedoch bewahrheiten, dass der Arbeitgeber ein "Ding" gedreht hat, dann kannst du ggf. mit einem Anwalt gegen den Arbeitgeber wegen "übler Nachrede" dingfest machen. Aber erst nur dann. Ohne Beweise ist da nix.

Das Jobcenter wird sicherlich nicht ins heisse Eisen greifen und dem Gericht die Hosen runterlassen. Stattdessen werden die wohl die Sanktionen stillschweigend noch vor Prozessende kippen wollen.
 

Imaginaer

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Mit der Reaktion auf die Anhörung hast Du wirklich ein Eigentor geschossen. Sehe da schon die Sanktion(en) ins Haus flattern.

HartzVerdient sieht den Gedankenweg des Jobcenter richtig.

Da du die Antworten bereits verschickt hast, kann man nur darauf warten wie das Jobcenter reagiert. Sollte eine Sanktion kommen, müsstest Du das Schreiben mal anonymisiert hier einstellen. Rechtsanwalt wäre ab dort angebracht, also ab Widerspruchsverfahren.
 
E

ExitUser 55598

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Als Antwort setze ich nochmals nach.

Der Arbeitgeber bei dem du dich beworben hast, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts über dich gesagt haben. Also keine Unterstellungen oder Behauptungen usw.. Ich behaupte sogar, dass dich der Arbeitgeber überhaupt nicht kennt. Deine Bewerbung wird wohl rausgesandt worden sein, die wird bei denen sicherlich auch auf dem Tisch liegen. Leider liegt sie dort auch unter den 200-300 anderen Bewerbungen, die da immer wieder aufschlagen. Also eine Bewerbung unter vielen Bewerbungen. Die Personalabteilung hat weder die Zeit, die Lust, die Laune noch sonst irgendwie was, um Leuten den Garaus machen zu können (Es sei denn es ist eine ZAF : Aber die drohen auch nur leere Phrasen).

Ganz frech behaupte ich sogar, dass das alles vom Jobcenter angetriggert ist, um dir einen Denkzettel zu verpassen. Vielleicht auch aus dem Grund, weil du offensichtlich etwas temperamentvoll bist und auf alles anspringst. Diese Behauptung entnehme ich einfach mal der Art und Weise, wie dein Eingangspost formuliert wurde.

Es ist vermutlich so, dass der Arbeitgeber es einfach versäumt hat, sich innerhalb der Frist beim Jobcenter zurückzumelden. Vielleicht haben sie es einfach auch nur verpennt oder das Jobcenter versucht einfach ein "Ding" zu drehen. Daher wäre es ratsam, den Arbeitgeber vollständig aus dieser Sache herauszuhalten.

Das Jobcenter muss leider diesen Sachen nachgehen. Keine Rückmeldung. Ausgebliebene Rückmeldung. Linke Hand im Jobcenter weiß nicht was die rechte Hand tut usw..

Erste Anhörung: "Ich weise die von Ihnen dargelegte Anschuldigung zurück. Als Anlage übersende ich Ihnen die Sendeprotokolle und das Anschreiben der Bewerbung". Ende!

Zweite Anhörung: "Ich weise die von Ihnen dargelegte Anschuldigung zurück. Ein Vorstellungstermin kam nicht zustande." Ende!

Das Jobcenter ist nämlich in der Beweislast. Das heisst, die müssen dir das nachweisen, dass du keine Bewerbung abgeschickt hast bzw. zu keinem angeblichen Vorstellungstermin gegangen bist. Daher sollte man auch in diesen Anhörungen so "karg" wie möglich antworten. Wenn man einen ganzen Roman heruntertextet, dann liefert man denen Kanonenfutter.

Das Jobcenter muss nun von Amtswegen entscheiden und bescheiden. Bewerbung abgeschickt ? JA/NEIN und je nachdem sanktionieren oder halt nicht. Das Gleiche gilt auch mit dem Vorstellungsgespräch. Sie müssen nachweisen, dass da was ist.

Sollten in beiden Fällen eine Sanktion ausgesprochen werden, dann gehst du nur gegen diese Sanktionen an. Erst im Verlauf des Rechtsstreits mit Anwalt, Sozialgericht und Jobcenter, klärt sich der Sachverhalt genau auf. Ich vermute stark, dass beide Sanktionen kippen, weil *aus der Luft gegriffen*. Sollte sich jedoch bewahrheiten, dass der Arbeitgeber ein "Ding" gedreht hat, dann kannst du ggf. mit einem Anwalt gegen den Arbeitgeber wegen "übler Nachrede" dingfest machen. Aber erst nur dann. Ohne Beweise ist da nix.

Das Jobcenter wird sicherlich nicht ins heisse Eisen greifen und dem Gericht die Hosen runterlassen. Stattdessen werden die wohl die Sanktionen stillschweigend noch vor Prozessende kippen wollen.


Falsch, in der Anhörung stand eindeutung..." Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das die Bewerberin sich nicht gemeldet hat....und in der anderen "Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das Sie zum vereinbarten Vorstellungstermin am ...XXX nicht erschienen sind.."
 

HartzVerdient

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Falsch, in der Anhörung stand eindeutung ... "Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das die Bewerberin sich nicht gemeldet hat" ... und in der anderen "Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das Sie zum vereinbarten Vorstellungstermin am ...XXX nicht erschienen sind."

Richtig! Das steht in den Anhörungen, die vom Jobcenter an dich verschickt wurden. Was der Arbeitgeber, wenn überhaupt, tatsächlich an das Jobcenter kommuniziert hat, steht da nicht.

Daher weist man in den Anhörungen auch jegliche Anschuldigungen von sich (mit kurzen knappen Sätzen - ohne Romanvolage) und wartet auf die Reaktionen des Jobcenters.

Erst im Falle von rechtskräftigen Sanktionen und einer Klage vor dem SG , kommen die dunklen Gedanken des Jobcenters ans Licht. Erst wenn der Richter deine Sozialakte beim Jobcenter anfordert, kommt Klarheit in die Sache.
 
E

ExitUser 55598

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Ich habe denen doch gar keine Romanvorlage geschrieben, sondern nur kurz den Sachverhalt erläutert, und das ich zwecks strafrechtlicher Prüfung eine Kopie der Rückanwort des Arbeitgebers haben möchte. Dazu dann E-mail Nachweise.
Mein ganzes Pulver der Argumente habe ich noch nicht mal verschossen, zum Beispiel lange Pendelzeiten bei arbeiten am Wochenende ( 3 Schichtsystem) oder das ich nicht über die gewünschte Weiterbildung wie im VV angegeben verfüge...
Das wollte ich mir dann für den Widerspruch mit Anwalt aufheben.

Ich glaube auch kaum, das mein Arbeitsvermittler Behauptungen vom AG einfach erfindet. Da er so ein typischer Schreibtischtäter ist...immer arbeiten nach Gesetz und Vorlage etc. zu mir war der immer korrekt. Und das sind meine ersten Anhörungen in all der Jahre bisher.
 

HartzVerdient

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Ich habe denen doch gar keine Romanvorlage geschrieben, sondern nur kurz den Sachverhalt erläutert, und das ich zwecks strafrechtlicher Prüfung eine Kopie der Rückanwort des Arbeitgebers haben möchte. Dazu dann E-mail Nachweise.
Ich habe hierzu nur meine Sicht der Sachlage geschildert. Also eine persönliche Meinung dazu.

IMein ganzes Pulver der Argumente habe ich noch nicht mal verschossen, zum Beispiel lange Pendelzeiten bei arbeiten am Wochenende (3 Schichtsystem) oder das ich nicht über die gewünschte Weiterbildung wie im VV angegeben verfüge...
Das ist für die Abwendung der Sanktionen vollkommen irrelevante Zeitverschwndung. 99% der Vermittlungsvorschläge und Jobangebote (Zeitungen und Internet und Co.) sind voll von Lügen. Wer noch an Weiterbildungen aus dem Job heraus glaubt, der glaubt vermutlich noch an Märchen.

Das wollte ich mir dann für den Widerspruch mit Anwalt aufheben.
Stell dir einen Richter vor, dem das o.g. im Widerspruch auf den Tisch liegt.

1) Hat es nichts mit den Sanktionen zu tun. Du willst die Sanktionen loswerden und nur darum geht es.
2) Hat Arbeiten am Wochenende, 3 Schichtsystem, Weiterbildung und Co. Nichts mit den dir zur Last gelegten Sachverhalten wie Bewerbung abschicken und Vorstellungsgespräch zu tun.
3) Eher könnte diese Argumentation zum Gunsten des Jobcenters ausgelegt werden und zu deinem Ungunsten. Da hier eindeutig eine mangelnde Bereitschaft zur Arbeit vorliegt. Es würde sogar die Vermutung untermauern, dass du vorsätzlich das Vorstellungsgespräch hast platzen lassen.

Ich glaube auch kaum, das mein Arbeitsvermittler Behauptungen vom AG einfach erfindet.
Willkommen in der Realität des Jobcentertagesablaufs. Diese Mitarbeiter sind nur Erfüllungsgehilfen von Vorgesetzten. Diese Vorgesetzte haben ein gewisses Soll in den Quartalen zu erfüllen. Zahlen sind zu reduzieren, Maßnahmen zu vergeben, Sanktionen auszusprechen. Dabei stehen die Jobcenter, Optionskommunen und Co. alle im Wettbewerb. Angetrieben wird das Ganze durch die Vorgaben der Nahles und Co.

Da er so ein typischer Schreibtischtäter ist...immer arbeiten nach Gesetz und Vorlage etc. zu mir war der immer korrekt. Und das sind meine ersten Anhörungen in all der Jahre bisher.
Nochmals! Der war bisher korrekt, weil man dich in Ruhe gelassen hat. Jetzt kam der "Schuss" von "oben", dir die Suppe zu versalzen. Das ist alles Jobcenteralltag.

Aber bitte! Was wünscht du denn eigentlich ? Hilfe oder Bestätigung ? Mach wie du des für richtig empfindest.
 
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ExitUser 55598

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Natürlich sind zum Beispiel lange Pendelzeiten bzgl. der Zumutbarkeit des VV wichtig.

Und was ich hier will bzw. erwarte schrieb ich doch schon in den Eingangspost..;)
 

Buerosklave

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Das ist für die Abwendung der Sanktionen vollkommen irrelevante Zeitverschwndung. 99% der Vermittlungsvorschläge und Jobangebote (Zeitungen und Internet und Co.) sind voll von Lügen. Wer noch an Weiterbildungen aus dem Job heraus glaubt, der glaubt vermutlich noch an Märchen.

Hat zwar jetzt nix mit dem Thread zu tun,aber da hast du vollkommen recht. Es gibt viele Sachen,die ganz gerne mal verlangt werden (sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Jobcenter),die in der Praxis gar nicht umzusetzen sind. Kein Arbeitgeber würde freiwillig auf eigene Kosten der Bewerberin Lieschen Müller eine notwendige Qualifikation nachholen lassen, wenn da draußen tausende Leute sind,die sie schon besitzen und die er sofort einstellen kann.Insofern sind auch die Aufforderungen des JC irrsinnig,daß man eine Einstellungszusage beibringen muss, um beispielsweise den Führerschein oder einen Umzug vom JC finanziert zu bekommen.
 

AnonNemo

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Für die Zukunft:

Wenn vom Amt wieder so eine nebulös begründete Anhörung kommt ... Ruhe bewahren und im Stillen Vorbereitungen treffen.

Antwort an das Amt: siehe Beitrag von HartzVerdient und zusätzlich Akteneinsicht beantragen.
Während der Akteneinsicht prüfen, ob da belastbare Unterlagen vorhanden sind! Diese, noch während der Durchsicht, fotografieren, und, nach der Durchsicht, den SB bitten alle markierten Blätter zu kopieren.

Auf diese Beweise kannst du dann deine Aktion gegen den Arbeitgeber aufbauen.

HartzVerdient meinte:
Erste Anhörung: "Ich weise die von Ihnen dargelegte Anschuldigung zurück. Als Anlage übersende ich Ihnen die Sendeprotokolle und das Anschreiben der Bewerbung". Ende!
... das fett markierte würde ich nicht machen! Damit könntest du dem Amt einen Beweis für eine Sanktion liefern!
Das Sendeprotokoll auch nur, wenn es keine belastenden Informationen (zu späte Bewerbung, Anschreiben o. ä.) enthält.

Gast meinte:
Natürlich sind zum Beispiel lange Pendelzeiten bzgl. der Zumutbarkeit des VV wichtig.
... du übersiehst aber; den Richter interessiert der VV überhaupt nicht!
Der Richter sieht; deine Klage, den Klage- bzw. Sanktionsgrund (keine Bewerbung, kein VG), die JC -Akte und dann noch seine Paragrafen und Urteile.

Wo siehst du da etwas über die zumutbaren Vorgaben aus dem VV ?
 

ladydi12

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Hallo Gast,

Falsch, in der Anhörung stand eindeutung..." Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das die Bewerberin sich nicht gemeldet hat....und in der anderen "Der Arbeitgeber hat uns mitgeteilt, das Sie zum vereinbarten Vorstellungstermin am ...XXX nicht erschienen sind.."

Hast du dir vom Arbeitgeber am Vorstellungstermin schriftlich bescheinigen lassen, daß du da warst und ggf. auch die (Nicht-) Übernahme der Fahrtkosten zum Vorstellungstermin durch den Arbeitgeber? Evtl. hast du ja noch Fahrkarten von Bus und Bahn, die du für die Hin- und Rückfahrt zum Arbeitgeber benutzt hast? Auf denen ist nämlich dann der Datumsstempel mit Uhrzeit drauf wo du eingestiegen und wo du ausgestiegen bist? Evtl. gabs aj an dem Tag deines Vorstellungstermins eine Zugverspätung/ Zugausfall, die du dir von der Deutschen Bahn AG hast bescheinigen lassen? Falls du mit dem Auto gefahren sein solltest, mußtest du ja sicher irgendwo den Wagen auftanken und hast darüber eine Quittung und auch einen Parkscheinbeleg, falls du den Firmenparkplatz des angehenden Arbeitgebers oder eines in der Nähe des Arbeitgebers liegenden Geschäftes benutzen mußtest? Evtl. hast du in der Nähe des Arbeitgebers nach dem Termin noch etwas eingekauft und hast den Kassenbeleg mit Datum, Anschrift und Uhrzeit des Einkaufes noch?

Falls ja, dann hast du sehr gute Karten, die Behauptungen des Jobcenters wenigstens bezüglich des Vorstellungstermins locker zu wiederlegen und auch die vor dir geplante Strafanzeige gegen den Arbeitgeber wegen Verleumdung etc.pp., was du im Eingangsthread geschrieben hast, durchzubekommen.

Übrigens, bevor eine Sanktion vom Jobcenter ausgesprochen werden kann, hat immer eine schriftliche Anhörung deiner Person zu erfolgen, d.h. das Jobcenter fordert dich dazu auf, zu den dir zur Last gelegten Vergehen enstprechend Stellung zu nehmen. Hier wäre es auch interessant, was du in diese Anhörung genau rein geschrieben hast.

meint ladydi12
 

Rotwolf

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Wenn dann doch eine Sanktion kommen sollte, gebe ich dir aus taktischen Gründen jetzt schon einen Rat.

Den Kürtzungs-Bescheid (oder Sanktionsbescheid) bekommst du im Sanktionszeitraum.
Bsp. die Sanktion beginnt am 1.3.2016 dann hast du den Sanktionsbescheid am 4.3.2016 erhalten

Folglich kannst du den Widerspruch erst ab 5.3.2016 schreiben.

+++ Wichtig !!! dabei: der Bescheid kommt ohne Einschreiben b.z.w. Zustellung.+++
In den meisten Fällen wird der Bescheid ohne PZU versendet (die Masche ist noch neu).

Damit hatte ich eine Sanktion gekippt. Hier der Text für eine aW. Datum u.s.w. muss dann angepasst werden.

Den Sanktionsbescheid vom 21.05.2015 hat die Ast. am 03.06.2015 ohne Postzustellungsurkunde erhalten.

Gemäß § 39 Abs. 1 S. 1 SGB X wurde der Sanktionsbescheid somit am 03.06.2015 durch Bekanntgabe wirksam.

Demgegenüber ist im Sanktionsbescheid ein Minderungszeitraum der Regelleistung vom 01.06.2015 - 31.08.2015 festgesetzt worden.

§ 31b Abs. 1 S. 1 SGB II legt fest, dass der Auszahlungsanspruch sich mit Beginn des Kalendermonats mindert, der auf das Wirksamwerden des Verwaltungsaktes folgt, der die Pflichtverletzung und den Umfang der Minderung der Leistung feststellt. Gemäß Satz 3 dieser Vorschrift beträgt der Minderungszeitraum 3 Monate.

Rechtmäßig muss deshalb der Minderungszeitraum vom 01.07.2015 - 30.09.2015 im Sanktionsbescheid festgesetzt sein, wenn die Ast. den Sanktionsbescheid am 03.06.2015 erhalten hat.

Diese Voraussetzungen für einen rechtmäßigen Sanktionsbescheid sind vorliegend nicht erfüllt. Denn die Ag. hat den Minderungszeitraum nicht ordnungsgemäß bestimmt.

Gem. § 37 Abs. 2 SGB X gilt ein schriftlicher Verwaltungsakt, der im Inland durch die Post übermittelt wird, am dritten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben. Für den Sanktionsbescheid trifft diese Rechtsvorschrift nicht zu.

Denn weiter ff. gem. § 37 (2) SGB X gilt dies nicht, wenn der Verwaltungsakt nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt zugegangen ist; im Zweifel hat die Behörde den Zugang des Verwaltungsaktes und den Zeitpunkt des Zugangs nachzuweisen.

Und hier eine erfolgreiche aW wg . eines zu spät erhaltenen Sanktionsbescheides - Siehe Anhang SG -Beschluss: https://www.elo-forum.org/eingliede...e-krankes-kind-146733/index5.html#post1944673

Im Widerspruch wird nur formell auf den verpäteten Zugang hingewiesen - Den Sanktionsbescheid vom 15.02.2016 habe ich am 04.03.2015 ohne Postzustellungsurkunde erhalten.

Schreib mich an, wenn es soweit ist (oder sein könnte). Dann setze ich das mit in den Widerspruch und in die aW oder EA ein.
 
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