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60 Jahre, 24 Monate ALG 1 und was dann?

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Norri80

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#1
Hallo, bin neu hier registriert in Ihrem interessanten Forum und habe schon einige Lesestunden hier verbracht.
Meine Fragen: Bis zum 31.10.09 werde ich noch ALG 1 erhalten (nach 24 Monaten ALG 1 – möglicher Renteneintritt mit 63 Jahren)
Ich bin 60 Jahre alt und habe 42 Jahre als Kaufm. Angestellter gearbeitet. Laut mündlicher Auskunft der Arbeitsagentur steht mir aufgrund des Einkommens meiner Frau (Vollzeitangestellte) und dem (nicht schuldenfreien) Besitz unseres 2Familien-Hauses kein ALG 2 zu?

2. Frage: Wenn ich kein ALG 2 bekomme, wie bin ich dann krankenversichert, oder geht das über meine Frau (Familienversicherung?) Habe keine weiteren Einkommen und nach 180 Bewerbungen
kaum noch Aussicht auf einen Job.

Was tun in den nächsten 2 ½ Jahren bis zur Rente mit 63 und wie so lange finanziell überleben?

Vielen Dank für Eure Mühe.
Norri80
 

Muzel

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#2
Norri, du könntest beispielsweise durch einen von der BA geförderten Kurs den ALG 1 Bezug verlängern.
 

Norri80

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#3
Hallo Muzel, habe schon diverse, ALG 1- verlängernde Kurse besucht (da war ich immer der Älteste!) Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage (laut Sachbearbeiter im Arbeitsamt) und weil ich kurz vor Ende der ALG 1 Zeit bin, wurde mir nichts mehr angeboten. Durch die Kurse wurde meine ALG 1 Zeit um 1,5 Monate verlängert - Ende ist aber der 31.10.09.
Grüße
Norri 80
 

Rwasser

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#4
Hallo,

ich bin in einer vergleichbaren Situation nach dem Ende des Bezuges bei meiner Frau in der (gesetzlichen) Krankenkasse familienversichert worden.
Das ist kein Problem, man muss denen nur nachweisen, dass man kein (oder nur ein sehr geringes) eigenes Einkommen hat. Dazu zählen natürlich alle Einkunftsarten des Steuerrechtes.

Die weitere Frage ist die, ob man dann weiter bei der Argentur gemeldet ist.

Vorteil: ggf. behält man den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente im Falle eines Falles. Ich vermute, dass Du auch den Anspruch darauf hast, das sollte aber mal im Zweifel mit der Rentenkasse geklärt werden.

Nachteil: Man ist weiterhin in der Situation, dass man um Ortsabwesenheit (max. 3 Wochen/Jahr) nachfragen muss und dass man zu allerlei Massnahmen geschickt werden könnte. Es sei denn, man hatte die Chance genutzt, die sog. 58er-Regelung zu unterschreiben, so lange das noch ging. Dann ist es deutlich entspannter.

Alles Gute wünscht

Der Rüdiger
 

Norri80

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#5
Hallo Rüdiger, Danke für den Tipp. Aussicht auf EMRente habe ich nicht. Kerngesund und voll arbeitsfähig (42 Jahre Bürojob) und eine 58er Regelung habe ich auch nicht unterschrieben, weil ich eigentlich hoffte, noch einen Job zu bekommen. Als ich arbeitslos geworden bin war ich schon 58. In den über 2 Jahren AL habe ich nur eine Weiterbildung in einem Betrieb in Warenwirtschaft und ein paar Kurse gemacht, mit Job war nichts. Wenn in meinem Fall eine Familienversicherung über meine Frau möglich wäre, wäre ich zumindest krankenversichert.
Die finanzielle Geschichte ist in meinem Alter schwierig genug.
Grüße
Norri80
 

Rwasser

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#6
Ich möchte noch etwas ergänzen, das vielleicht nicht ganz unwichtig ist.

Vorab: alles, was ich hierzu schreibe ist das, so wie ich die Dinge bezogen auf mich verstanden habe. Diese Dinge sind teilweise sehr individuell zu sehen und können je nach Geburtsjahr und/oder Lebensarbeitszeit anders sein. Die Rentenstelle gibt nach meiner Erfahrung gern und umfassend Auskunft.

Ich halte grundsätzlich die Aufrechterhaltung des Anspruchs auf Erwerbsminderungsrente für wichtig, weil man ja nie weiss, ob man nicht durch Unfall oder plötzliche Krankheit in eine Situation kommt, in der man sie gebrauchen kann.

Bei mir (Jahrgang 1951) besteht dieser Anspruch, weil ich ausreichend viele Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt war bzw. daran anschließend lückenlos arbeitslos/arbeitssuchend gemeldet bin.

Es gibt noch einen anderen wichtigen Grund, arbeitssuchend gemeldet zu bleiben. Wer vorzeitig (also in meinem Fall mit 63) in Rente gehen möchte, muss natürlich die Abschläge in Kauf nehmen. Diese liegen bei mir bei 7,2%, wenn ich die Rente "wegen Arbeitslosigkeit" beantrage.

In bestimmten Fällen (und ich denke, dass dies für Dich zutrifft) gilt auch die Möglichkeit der vorgezogenen Rente für langjährig Versicherte. Da liegt der Abschlag von der Rente aber bei 8,7%, jedenfalls bei mir.

Also, wenn man das vermeiden will, unbedingt arbeitssuchend gemeldet bleiben und die "Zusammenarbeit" mit der BA einfach duchstehen. Es ist nämlich so, dass dort das Bestreben vorherrscht, die Statistik so niedrig wie möglich zu halten. Deswegen - so habe ich wenigstens gehört - kann es vorkommen, das Arbeitslose nach Beendigung des Leistunsbezuges durch mehr oder WENIGER sinnvolle, aber zeitintensive Maßnahmen dazu bewogen werden sollen, sich abzumelden. Dies kann rententechnisch fatal sein.

Noch was, wozu vielleicht andere Teilnehmer mehr oder richtigeres beitragen können. Es soll so sein, dass man auch aus der Statistik fällt, wenn einem die BA nach dem 58ten Lebensjahr 12 Monate lang keine sozialversicherungspflichtige Stelle angeboten (nicht: vermittelt) hat.

Ich möchte aber nochmal betonen, dass es dringend angeraten ist, dass Du Dich speziell bei den entsprechenden Stellen über die exakten Bedingungen, so wie sie für Dich gelten, informierst. Ich kann hier leider keine Gewähr übernehemen.


Der Rüdiger
 

Norri80

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#7
Hallo Rüdiger, danke für die ausführliche Antwort. Wie meinst Du das mit weiter, also über den 31.10.09 hinaus, beim Arbeitsamt arbeitssuchend gemeldet zu bleiben. Auch wenn man kein Geld (ALG 2) dafür bekommt? Davon habe ich noch nie gehört. Wird man dann nicht ständig zu neuen Alteninitiativen und Fortbildungen beordert?

Ich habe übrigens bis heute keine einzige Arbeitsstelle (mit Vorstellung und so) vom AAmt angeboten bekommen.

Neu ist mir auch, dass man unterschiedliche Abschläge in Kauf nehmen muß, wenn man statt Rente wegen Arbeitslosigkeit = 7,2 % Abschläge und bei Rente für langjährig Versicherte = 8,7 % Abschläge hinnehmen muß.

Wäre ja wohl - wie die ganze Hartz 4 Geschichte ein Witz, wenn man als langjährig Versicherter schlechter gestellt würde, als ein soeben arbeitslos gewordener. Aber wundern tut mich in dem System mittlerweile nichts mehr. Die um die 60 sind wirklich die Oberverlierer dieser tollen Reformen.

Wenn Deine Erfahrungen auch für mich zutreffen, wäre eine Rentenberatung wirklich angebracht.
Nochmals danke für die Mühe
Norri80
 

Rwasser

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#8
Hallo Norri80,

das hast Du schon richtig verstanden. Die weitergehende Meldung bei der BA ist unter den geschilderten Bedingungen, also Aufrechterhaltung EM-Rente und Rente mit 63 wegen Arbeitslosigkeit, durchaus eine Überlegung wert. Ob und wie häufig dann allerdings irgendwelche Fortbildungen (beliebt: wie bewerbe ich mich richtig?) wirklich von Dir verlangt werden, kann ich natürlich nicht sagen, ich habe aber davon gehört. Und mit Hartz4 hat das nichts zu tun, läuft alles bei der Agentur. Ich selbst bin erst seit 3 Wochen in dieser Situation und warte ab, was passiert.

Soweit ich es auf die Reihe kriege, gilt für die 63er Rente wegen Arbeitslosigkeit eine Mindestzeit von 12 Monaten, die man vor Rentenbeginn arbeitslos gemeldet sein muss, also nicht mal "soeben geworden". U.U. müssen auch weitere Bedingungen zutreffen, das weiss ich augenblicklich nicht genau.

Lass Dir wirklich eine Rentenberatung angedeihen, dann weißt Du genau, was Du zu erwarten hast und worauf Du Dich einstellen kannst oder musst.

Ansonsten schreib mal hier oder per PN wenn Du Dich informiert hast, was dabei raus gekommen ist.

Es grüßt

der Rüdiger

PS:

Ach so, es gibt hier im Forum was über "arbeitslos ohne Leistungsbezug" oder so was in der Art. Das könnte für Dich auch interessant sein.
 

Norri80

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#9
Hallo, kann wegen Crash unserer Internetverbindung erst heute anworten. Danke nochmals für die Tipps. Habe morgen einen Termin beim Rentenberater und werde vermelden, was der zu sagen hat.
Bis dann
Norri80
 

haef

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574
#10
hallo ihr beiden,

bzgl. Rente ist es sicher das Beste direkt zu den Fachleuten, sprich Rentenstelle zu gehen.
Zum Thema Maßnahmen oder gar 1 Euro habe ich dem Fallmanager bei einem Termin gesagt, dass ich einen geregelten Tag habe und ehrenamtlich bei 2 Initiativen tätig bin, derartiger Strukturierungsmaßnahmen also nicht bedürfe. Als er dann noch etwas schnippisch werden wollte, habe ich ihn mit Hinblick auf meine angegrauten Haare (Alter) auf Respekt und Kinderstube hingewiesen, das wars, und wir haben uns nach einem kurzen und heftigen Schlagabtausch dann doch einvernehmlich und friedlich getrennt.
Am nächsten Tag rief er mich ausgesprochen freundlich an, um mir noch eine zusätzliche Information zu geben.
Fazit: ich denke nicht, dass wir uns, auch im Hinblick auf unsere Lebensleistung irgendetwas "gefallen" lassen sollten, dazu gehören auch unsinnige Maßnahmen, sondern Wert legen auf freundlichen Respekt.

frdl. Grüße
Horst
 

Norri80

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#11
Hallo, war nun bei der Rentenberatung, was Rüdiger schreibt, trifft genau zu, Rente wegen Arbeitslosigkeit mit 63 = 7,2 % Abzug, ohne Arbeitslosmeldung = 8,7 % Abzug. Früheres Inrentegehen ist nur bei 50 % Schwerbehinderung möglich.
Bin neugierig was mein Sachbearbeiter vom AAmt am 4.8.09 dazu zu sagen hat, dass ich
ich mich weiter arbeitslos melde. Und man muß auf dem AAmt darauf drängen, dass der Rentenkasse diese Arbeitslosmeldung zum Jahresende auch bescheinigt wird. Das scheinen die AÄmter nämlich (laut Rentenberater) auch nicht so genau zu nehmen. Auf jeden Fall weiß ich nun was für die nächsten über 2,5 Jahre zu tun ist, Gürtel enger schnallen und sehen wie ich über die Runden komme. Ein 400 Euro Job müsste ja noch möglich sein? Oder?
Halte Euch auf dem Laufenden
Grüße
Norri80
 

Rwasser

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#12
Hallo Norri80,

kann es aber sein, dass diese 8,7% zwar für mich zutreffen, bei Dir aber entweder 8,4% oder 8,1%, je nachdem ob Du 1948 oder 1949 geboren bist?

Ich müsste nämlich bis 65 und 5 Monate arbeiten und das wären dann die 0,3% je Monat, wenn man mit 63 in Rente geht. Du könntest aber doch (theoretisch) mit 65/4 oder 65/3 in Rente gehen???

Bei vorgezogener Rente wegen Arbeitlosigkeit scheint sich der Abschlag jedoch einheitlich auf 65/0 zu beziehen, oder?

Na ja, was wird Dein Sachbearbeiter schon sagen? Er wird nicht begeistert sein, denke ich, nachdem was ich alles gehört habe. Denn die sollen einen ja aus der Statistik raushalten, am besten durch Abmeldung.

Ich glaube, ein 400-Euro-Job könnte ein Weg sein, zunächst etwas mehr Geld in der Tasche zu haben. Wieviel Stunden muss dafür wohl arbeiten? Ich wünsche Dir, dass Du was geeignetest findest.

Ich kenn mich da aber nicht aus. Kann man denn einen 400-Euro-Job haben und trotzdem mit 63 wegen Arbeitslosigkeit mit dem geringeren Abschlag in Rente gehen??

Eine Frage jagt die nächste.

Alles Gute

Der Rüdiger
 
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