58 J., selber kündigen aus gesundheitlichen Gründen, ALG1 ohne Sperrfrist?

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Wecker

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Hallo liebe Community,
ich habe ein weiteres Anliegen:
meine Frau ist 59 Jahre alt, sozialversicherungspflichtig tätig.
Nun will sie aus gesundheitlichen Gründen selbst kündigen (der AG kündigt ihr nicht). Ihr Arzt würde ihr für die Agentur für Arbeit ein Attest ausstellen, dass sie ihre Tätigkeit nachweislich nicht mehr ausüben kann. Sie wurde vor Kurzem auch schon krankgeschrieben. Der Arzt schüttelte nur noch mit dem Kopf, was sich da beruflich antut, sie sollte eigentlich sofort aufhören, meinte er.
Bekommt sie trotzdem Probleme mit einer Sperrfrist? Sie könnte insgesamt 24 Monate ALG1 beziehen, da sie die Voraussetzungen erfüllt.
Soll sie weiterhin krankgeschrieben bleiben, zumindest zB bis zur Kündigung?
Gibt es andere Möglichkeiten?
Vielen Dank für Euere Mitteilungen?
 

Bitas

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Wenn der Arzt Deiner Frau hinter ihr steht, sollte er ihr immer weiter AU Bescheinigungen ausstellen. Nach 6 Wochen bekommt Deine Frau Krankengeld von der Krankenkasse, bis zu 78 Wochen.
Meiner Meinung nach sollte Deine Frau nicht selber Kündigen.
 

Fabiola

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Wenn der Arzt Deiner Frau hinter ihr steht, sollte er ihr immer weiter AU Bescheinigungen ausstellen. Nach 6 Wochen bekommt Deine Frau Krankengeld von der Krankenkasse, bis zu 78 Wochen. Korrektur: Bis zu 72 Wochen.
Meiner Meinung nach sollte Deine Frau nicht selber Kündigen.
Wenn der Arzt ein entsprechendes Attest ausstellt, dann darf sie i.d.R. keine Sperrzeit bekommen. Möglich, dass es die AfA trotzdem versucht.

Wie Bitas schon vorschlug, sollte sie sich bis auf weiteres krank schreiben lassen - der Arzt sieht das ja auch als gegeben an. Vielleicht wird ihr ja dann gekündigt - und falls nicht, kann sie ja immer noch den Weg über die Eigenkündigung mit Attest gehen.
Diagnosen sollte/muss der Arzt nicht ins Attest schreiben. Geht niemand von der AfA etwas an!
 

Bitas

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Insgesamt kann man sich 78 Wochen, wegen der selben Krankheit AU schreiben lassen, mit Bezügen. 6 Wochen muss der Arbeitgeber/AfA Lohnfortzahlung leisten, danach maximal 72 Krankengeld von der Krankenkasse. Danach würde die Aussteuerung kommen. Der Anspruch auf ALG1 bleibt erhalten.
 

Ameisen

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Ich habe erst vor kurzem selbst gekündigt und das dem Arbeitsamt mitgeteilt das ich aus gesundheitlichen Gründen den Job nicht mehr betätigen kann.
Es gab aber schon ein Attest von einer Arbeitsamtsdoktorin vorher.

Sperre habe ich keine bekommen,da der Job ja nicht zumutbar war.
 

Fabiola

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AW: 58 J., selber kündigen aus gesundheitlichen Gründen, ALG1 ohne Sperrfrist?

Vielen Dank, echte Hilfe.
Solltet ihr erst mal den Weg über fortlaufende Krankschreibungen und in dessen Folge nach der Lohnfortzahlung Krankengeld erhalten, solltet ihr unbedingt auf eine existenzbedrohende 'Falle' beim Krankengeld achten. Manche Ärzte wissen von dieser "Krankengeldfalle" nichts (eigene Erfahrung).

Anspruch auf Krankengeld muss lückenlos belegt werden
06.10.2017 – 09:00
Baierbrunn (ots) - Wer bei längerer Krankheit von der Kasse Krankengeld erhält, muss seinen Anspruch darauf unbedingt lückenlos nachweisen. Beträgt die Lücke auch nur einen Tag, verliert der Patient nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs V seinen Anspruch.
Weiterlesen: Anspruch auf Krankengeld muss luckenlos belegt werden | Pressemitteilung Wort & Bild Verlag - Apotheken Umschau
 

Wecker

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Noch eine abschließende Frage.
Meine Frau wird weiter krankgeschrieben, bekommt ihr Attest für die Agentur, wird jedoch in den letzen beiden Wochen des Dezembers Resturlaub nehmen. Sie beantragt demzufolge kein Krankengeld und kündigt zum 31.12. Sie will das so.

Jetzt die Frage: wann muß sie sich arbeitslos melden, innerhalb von drei Tagen nach Absenden der Kündigung (per Einschreiben) oder langt es auch in der letzten Dezemberwoche, also z.B. am 27.12.?

Vielen Dank nochmal für Euere Meldungen.
 

ZynHH

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Noch eine abschließende Frage.
Meine Frau wird weiter krankgeschrieben, bekommt ihr Attest für die Agentur, wird jedoch in den letzen beiden Wochen des Dezembers Resturlaub nehmen. Sie beantragt demzufolge kein Krankengeld und kündigt zum 31.12. Sie will das so.

Jetzt die Frage: wann muß sie sich arbeitslos melden, innerhalb von drei Tagen nach Absenden der Kündigung (per Einschreiben) oder langt es auch in der letzten Dezemberwoche, also z.B. am 27.12.?

Vielen Dank nochmal für Euere Meldungen.

Dumme Idee....mehr gibt's dazu nicht zu sagen....finanziell bergab geht es doch früh genug.....rede n8chmal mit ihr, sie betrügt niemanden und der ag muss das nicht bezahlen.
 

Wecker

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Naja, dumm und ob es finanziell dann eh bergab geht....will ich nicht kommentieren.

Hat jemand eine fundierte Antwort?

Vielen Dank.
 
G

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Gast
Erstaunlich. Und was, wenn der Arbeitnehmer privat versichert ist?

P.S. Habe mal nachgelesen: AAG

§ 1 Erstattungsanspruch
(1) Die Krankenkassen mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkasse erstatten den Arbeitgebern, die in der Regel ausschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten nicht mehr als 30 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beschäftigen, 80 Prozent (...)

Trifft also mal nicht pauschal auf alle AG zu (meinen zB nicht :icon_evil:) und bezogen auf den AG in diesem Fall wissen wir es wohl nicht, oder?
 

Wecker

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Vielen Dank, Fabiola. Ich weiß, dass ein kleiner AG Unterstützung bekommt, ein größerer jedoch nicht.
Danke auch für den Hinweis mit der Meldung.
Auch wenn es blöd klingt, es geht uns nicht so sehr um`s Geld.
Mit einer geschickten Rochade können wir aus 24 & 18 Monaten 42+ Monate ALG1-Bezug machen, wenn sich eine(r) immer wieder vorübergehend abmeldet.
Wir haben keine Zukunftsangst, wir planen oft (nicht immer, manchmal kann man es gar nicht) im Voraus.
Wir sind beide Arbeiterkinder, auch wir haben im Laufe des Lebens mehrmals die Mentalität der AG kennengelernt, auch uns reicht`s. Ich kann hier sehr vieles nachvollziehen.
 

Fabiola

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Mit einer geschickten Rochade können wir aus 24 & 18 Monaten 42+ Monate ALG1-Bezug machen, wenn sich eine(r) immer wieder vorübergehend abmeldet.
Weiß jetzt nicht, wie Du das meinst. Doch vielleicht wäre die von Dir genannte Rochade auch interessant für andere User hier :idea:, falls Du das mal erklären könntest.

Ihr wißt sicher auch, dass der Krankengeldbezug AlgI-Ansprüche generiert.
 

Wecker

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Hallo Fabiola, es ist immer nur eine(r) arbeitslos gemeldet, das geht auch nur, wenn sich diese zwei gut verstehen und teilen.
Dazu kommt, dass wir uns auch mal ganz abmelden und die 170 Euro Krankenversicherung selbst aufbringen und vom Ersparten leben.
Ob das in der Praxis dann immer reibungslos funktioniert, werden wir sehen; aber es zumindest ein Ansatz.
Wir kommen wirklich mit sehr wenig Geld aus, außerdem müssen wir keine Miete zahlen, nur halt Nebenkosten für ein kleines Häuschen. Es ist uns nichts in den Schoß gefallen, wir kennen genug Fälle, die trotz Arbeit abstürzten. Da braucht`s nicht viel. Das geht sehr schnell, um auf der Straße zu landen.
 

Doppeloma

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Hallo Wecker,

habe mich ja bisher hier raus gehalten aber mit deinen aktuellen Überlegungen komme ich gerade nicht mehr klar ... :sorry:
WARUM bitte bleibt deine Frau nicht einfach AU geschrieben und wartet die Reaktion des AG ab, da kann man sich doch solche "Spielchen" sparen.

Sie kann bis zu 78 Wochen AU geschrieben sein (wurde ja bereits geschrieben) und Krankengeld beziehen und muss nicht mal danach selber kündigen, weil sie dann Anspruch auf ALGI im Zuge der Nahtlosigkeit hätte.

Sie spart sich unnötigen Ärger mit der AfA wegen einer Eigenkündigung, denn ob die akzeptiert wird mit Attest vom Arzt entscheidet letztlich die AfA und NICHT der Arzt ...

Ist sie "normal" als arbeitslos bei der AfA muss sie sich bewerben und um neue Arbeit kümmern, wirklich logisch erscheint mir das alles nicht, wenn sie einfach vorest nur AU geschrieben bleiben sollte ...

Meine Frau wird weiter krankgeschrieben, bekommt ihr Attest für die Agentur, wird jedoch in den letzen beiden Wochen des Dezembers Resturlaub nehmen. Sie beantragt demzufolge kein Krankengeld und kündigt zum 31.12. Sie will das so.

So geht das aber nicht, wenn sie offiziell (bei der KK hinterlegt) AU geschrieben ist, dann KANN sie nicht gleichzeitig ihren "Resturlaub" nehmen, sie hätte ja Anspruch auf Abgeltung (Auszahlung des Urlaubs-Anspruches) vom AG wenn sie wegen Krankheit ihren Urlaub nicht mehr nehmen konnte, vor Ende eines Arbeitsvertrages.

Warum bitte sollte der AG ihr Urlaub genehmigen und bezahlen, wenn sie eigentlich AU geschrieben ist ... und entweder schon Krankengeld von der KK bekommt oder noch Lohnfortzahlung vom AG ???

Jetzt die Frage: wann muß sie sich arbeitslos melden, innerhalb von drei Tagen nach Absenden der Kündigung (per Einschreiben) oder langt es auch in der letzten Dezemberwoche, also z.B. am 27.12.?

Ihr solltet das Ganze einfach bleiben lassen und sie ist weiter AU, eine eigene Kündigung bleibt doch notfalls immer noch wenn die KK "Zicken" machen sollte mit dem Krankengeld ... ist dann auch besser zu begründen, wenn sie bereits längere Zeit AU gewesen ist (wegen der unzumutbaren Arbeit).

Warum werden Leute kurz vor dem Renten-Alter eigentlich immer so ungeduldig und beginnen so unlogisch zu handeln ??? :icon_kinn:

Mit einer geschickten Rochade können wir aus 24 & 18 Monaten 42+ Monate ALG1-Bezug machen, wenn sich eine(r) immer wieder vorübergehend abmeldet.

So ein Quatsch, haltet ihr die AfA für "blöde", es gibt gesetzlich NICHT mehr als 24 Monate ALGI wenn man wenigstens 58 Jahre ist bei Beginn der Leistung ...
Es wird also höchstens für die Dauer des persönlichen gesetzlichen Anspruches zum Zeitpunkt Beginn der Arbeitslosigkeit gezahlt ... das sind aktuell gesetzlich höchstens 24 Monate.

Die AfA spielt kein "Schach" mit euch und rechnet da keine Ansprüche zusammen, nur weil man sich aus Spaß immer mal wieder abmeldet zwischendurch ... nach 4 Jahren ist der Sack endgültig ZU und alle Ansprüche sind verjährt ...

Sie beantragt demzufolge kein Krankengeld und kündigt zum 31.12. Sie will das so.

Dann ist sie danach NICHT mehr für Krankengeld versichert ... immerhin bekäme sie aktuell noch Krankengeld nach ihrem letzten Einkommen berechnet
Wenn sie erst ALGI bezogen hat nur noch in Höhe des ALGI aber du schreibst ja "Geld spielt keine Rolle" ... das kann sich aber schnell ändern ...

Arrbeitsuchend -Meldung ist Pflicht mindestens 3 Monate VOR dem Eintreten der Arbeitslosigkeit (wenn man es so lange vorher schon weiß / schriftlich hat), ansonsten umgehend nach Kenntnis ... die ja bei Eigenkündigung klar sein dürfte.

Persönlich Arbeitslos melden muss sie sich am ersten Tag der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, am 01.01. ist Feiertag also am 02.01.2018 bei der AfA "auf der Matte stehen".

AU-Krank (mit Bescheinigung vom Arzt) sollte sie dann nicht sein, weil sie dann kein ALGI bekommen wird, man schickt sie zur KK und da bekommt sie auch NIX, weil sie nicht mehr versichert ist, schon gar nicht für Krankengeld.

Aus freiwilliger Versicherung oder Familienversicherung ergibt sich übrigens auch KEIN Krankengeld-Anspruch mehr.

Wenn sie das wirklich "so will", dann ist ihr nicht zu helfen. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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