§ 53a SGB II Arbeitslose-wie funktioniert das ?

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atlan4255

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hallo zusammen

wie funktioniert dieser


§ 53a SGB II (2) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos

in der Praxis kann man seinen Kundenberater darauf ansprechen und lässt er einen dann in Ruhe ?

hat jemand Erfahrungen?

danke im voraus
 

gila

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Aufschlussreich sind da die Kommentare zu den Gesetzen, wie hier:

Sauer, SGB*II §*53a Arbeitslose / 1 Allgemeines | TVöD Office Professional | Öffentlicher Dienst | Haufe

Besonders nett:

Für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 58. Lebensjahr vollendet haben und danach innerhalb der letzten 12 Monate in Arbeitslosigkeit und im Bezug von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende kein Arbeitsangebot erhalten hätten, müsse aber angenommen werden, dass deren Integrationschancen am Arbeitsmarkt eingeschränkt blieben und sie nicht mehr alle Möglichkeiten nutzen könnten, ihre Beschäftigungslosigkeit zu beenden. Sie stünden damit zwar nicht erklärtermaßen, aber faktisch der Arbeitsvermittlung nur begrenzt zur Verfügung und sollten daher nicht mehr zur Zahl der registrierten Arbeitslosen gezählt werden. Dies schließe nicht aus, dass – wie in § 3 Abs. 2a vorgesehen – der Leistungsträger erwerbsfähige Leistungsberechtigte unverzüglich in Arbeit oder eine Arbeitsgelegenheit vermitteln solle. Rentenrechtlich entstünden für diesen Personenkreis keine Nachteile.

= schwurbel schwurbel ... hin und her ... blablablubb ... man ist dann vieles, aber nicht mehr alles - aber man kann und soll doch ... oder lieber nicht?
:icon_eek::icon_laber::icon_neutral:

einer von vielen eher sinnfreien §§ ..

dieses hier: müsse aber angenommen werden, dass deren Integrationschancen am Arbeitsmarkt eingeschränkt blieben und sie nicht mehr alle Möglichkeiten nutzen könnten, ihre Beschäftigungslosigkeit zu beenden. versuche man mal mit einem SB, der da anderer Meinung ist, zu diskutieren ...
 

Merkur

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hallo zusammen

wie funktioniert dieser


§ 53a SGB II (2) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos

in der Praxis kann man seinen Kundenberater darauf ansprechen und lässt er einen dann in Ruhe ?

hat jemand Erfahrungen?

danke im voraus
Das kann Deine SB halten wie sie will. Sie kann Dich in Ruhe lassen muss aber nicht.
Bewerben musst Du Dich trotzdem auf VV.
§ 53a SGB II ist nur eine Lachnumer wie alles im JC.Heute so und morgen so.
 

0zymandias

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Ich erlaube mir ausnahmsweise ein Fullquote:
Meiner Erfahrung nach bedarf es überhaupt keiner Gründe. Die Jobcenter sind seitens der Regionaldirektionen sogar explizit via Anweisung angehalten, jeden Leistungsempfänger, der das Formalkriterium des einen Jahres ohne Vermittlungsangebot erfüllt und der älter als 59 Jahre ist, in VerBIS auf die Kennung 53a zu setzen. Das ist kaum verwunderlich, denn das BMAS hat ein ureigenes Interesse daran!

Das hat nicht nur den positiven Effekt, dass diese Person in der ALO-Statistik nicht mehr auftaucht, es hat darüber hinaus den Effekt, dass auch Controlling-Daten wie etwa die Einhaltung der Kundenkontaktdichte und der EGV-Abschluss für diese Person nicht mehr greifen. Man hat im Klartext viel weniger Arbeit!

Die BA schreibt zwar offiziell (etwa in den FH zum § 16 SGB II; Nr. 16.57), der § 53a SGB II sei ein reiner Statistik-Paragraph. Das wird aber inoffizell ganz anders gehandhabt. Die meisten Teamleiter weisen ihre Untergebenen pAps regelmäßig darauf hin, wenn die vergessen haben, einen "Kunden" auf § 53a zu setzen!

Es gibt in manchen Jobcentern auch die - natürlich nur inoffizielle - Order, ja keine VVs an 53a-"Kunden" zu versenden, denn ein einziger VV ruiniert für 1 ganzes Jahr den Hier-musst-du-nix-tun-Status und versaut die Statistik. Es finden sich aber in der Tat auch Jobcenter-Mitarbeiter, die sich einfach nicht daran halten, die also auch noch 59-Jährige und Ältere mit diversen VVS beglücken.

Das fördern und fordern ja auch die diversen Top50-Initiativen, die es landesweit in den JCs gibt. Gleichwohl gilt: Die allermeisten über 59-jährigen, die ein Jahr lang keinen VV erhalten haben, sind reine "Karteileichen". Und die meisten von ihnen sind vermutlich ganz froh darüber, denn wir alles wissen ja, was für Müll meistens als VV kommt.

Und im selben Thread:
[...]Grundsätzlich JEDER arbeitslose "Kunden", ohne Ausnahme, der 59 Jahre und älter ist und der seit mindestens einem Jahr keinen VV erhalten hat, soll auf die interne Kennung § 53a in VerBIS gesetzt werden, damit er - egal was er treibt oder nicht treibt - offiziell als nicht länger arbeitslos gelten.
[...]
Gleichwohl sage ich dir: Das ist empirisch nicht haltbar. Es widerspricht den statistischen Befunden (Maßnahme-Statistiken). Die BA-Statistiken und IAB-Berichte zeigen, dass den 53a-Kunden deutlich weniger Maßnahme-"Angebote" gemacht werden als den jüngeren. Sie werden auch kaum je sanktioniert.

Es ist aus Statistik-Gründen ja auch unsinnig, einen 53a-"Kunden" einer Maßnahme zuzuweisen, denn oftmals dient die Maßnahmezuweisung (inoffiziell) ja dem Ziel, den "Kunden" für eine gewisse Zeit aus der Alo-Statistik zu bekommen. Der 53a-"Kunde" taucht in dieser Statistik aber ja gar nicht auf! Maßnahmen werden fast nie mit 53a-Kunden bestückt, da schickt man eher die im jüngeren und mittleren Alter rein.

VVs erhalten 53a-Kunden zudem fast nie, weil sie mit Ergehen des VV in der Statistik wieder als Arbeitslose auftauchten. Das will man vermeiden. Kurz gesagt gilt zumeist: Im Altern von 50 bis 58 versucht man (in den Top50-Teams) oftmals nochmal ordentlich zu aktivieren. Meistens gelingt das aber nicht, denn der Arbeitsmarkt nimmt viele Ältere einfach nicht auf. Ab 59 wird es mit der 53a-Kennung dann in der Regel ganz still.
[...]

(Klick auf das blaue Kästchen mit demweißen Pfeil nach rechts, das sich rechts neben dem Namen desZitierten befindet, führt zum damaligen Thread.)
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

wie dieses Land mit seinen Menschen umgeht, der Abgang in die Armutsfalle. - Im Namen des Volkes - .
Etikettenschwindel und Tricksereien, was hat sich seit Bernhard Jagoda geändert? https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Jagoda
Fast alle (Langzeit)Erwerbslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik.

01.01.2008
58er-Regel - § 428 SGB III
(Rentenversicherung - rente)

31.12.2014
Die BRD hat beschlossen, ältere Arbeitslose gelten nicht mehr als arbeitslos | politik.bergisch-digital.de

21.08.2015
LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Zwangsverrentung
  • Einerseits eine massive Kritik an der abschlagsfreien “Rente ab 63″ und andererseits eine höchstrichterlich bestätigte Zwangsverrentung ab 63, die dazu führt, dass die zumeist armen Schlucker lebenslang noch ärmer bleiben werden
    “… Vor diesem Hintergrund mag es mehr als irritieren, wenn man gleichzeitig damit konfrontiert wird, dass bei der Gruppe der Hartz IV-Bezieher eine gänzlich andere Welt zu herrschen scheint, denn dort geht es nicht um eine Kritik an einer “zu frühen” Verrentung, sondern ganz im Gegenteil um eine “Zwangsverrentung” im Alter von 63, egal, ob die betroffenen Menschen das wollen oder nicht...” Artikel von und bei Stefan Sell vom 19. August 2015
Jeder muss sich doch die Frage stellen, wollen wir in diesem Entsolidarisierungs-System alt werden? Wann hat das endlich eine Ende?

Der Mensch hat ein Verdrängungsmechanismus.
 

Flodder

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Ich gehöre zum Kreis § 53a SGB II.

Mein Vermittler lässt mich seit dem in Ruhe, ich werde nicht mehr eingeladen, EGV werden mir zugeschickt mit Verweis auf
§ 53a SGB II.

Die EGV sind harmlos, außer Meldung AU und Rentenantritt keine weiteren Verpflichtungen, Vv erhalte ich auch nicht.





 

Merkur

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Bei uns bekommen noch Alte von 60 -63 oder wenn sie bis 65 gehen müssen genau so noch VV und Ein-Euro-Job sowie Maßhahmen ! Da kann man jeden Alten fragen. Nur müssen wir zusetzlich jedes Jahr zur Rentenversicherung tackeln und fragen ab wann wir in Rente können. Den 53a gibt es hier nicht. Genauso werden wir angehalten uns Arbeit zu suchen. Mein M. hat noch 14 Tage vor der Rente VV bekommen vom JC.
 

Doppeloma

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Hallo gila,

Rentenrechtlich entstünden für diesen Personenkreis keine
Nachteile.

das stimmt aber auch nicht (ich weiß, das ist nicht deine persönliche Ansicht), denn wenn man (spätestens) ab 58 /59 "abgeschrieben" wird für den Arbeitsmarkt, dann fehlen ja letztlich fast 10 Jahre (oder mehr je nachdem, wie lange man schon arbeitslos ist bis dahin) an Beitragszeiten aus Erwerbseinkommen für die spätere Rente ...

Eigentlich müsste man den Gesetzgeber verklagen wegen Altersdiskriminierung, denn welchen sonstigen Grund gibt es für eine solche Regelung als das Erreichen eines bestimmten (willkürlich festgelegten) Lebensalters ... UND die Tatsache der Arbeitslosigkeit und kompletten Unfähigkeit der zuständigen Behörden (AfA und JC) ihren eigentlichen Aufgaben (Vermittlung in ARBEIT) nachzukommen ... :icon_dampf:

Schon heftig wenn "Eingeweihte" beschreiben, dass man den Tag X förmlich herbeisehnt, um den "Kunden" ab 58 damit aus der Statistik zu kicken ...
Und in politischen Sonntagsreden wird davon gesprochen wie begehrt doch die Lebens- und Berufserfahrenen "Alten" so sind und wie dringend man sie (angeblich zumindest sehr bald :icon_kinn:) doch brauchen wird weil mit massivem Arbeitskräftemangel zu rechnen ist ...

Dann werden die Statistiken bemüht, die nach § 53a und sonstigen diversen Tricks gefälschten, geschönten Zahlen als Erfolge bei der Vermittlung von Arbeitslosen ab Ü 50/ Ü 55 /Ü 60 gefeiert, denn es sind ja wieder "deutlich weniger geworden" ... dank der erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik der BRD und der brav umgesetzten gesetzlichen Regelungen des SGB II in fast jedem JC ... icon_klatsch:

NaJa, die Statistiken zu Maßnahmen der sinnfreien aber kostenintensiven Sonderbetreuung (von INGA bis Perspektiven 50 +) werden dabei natürlich nicht erwähnt, zu Dauerkranken die auf eine EM-Rente warten (müssen) im Bezug von Hartz 4 gibt es erst gar keine "Zahlen", es sei eine "unbedeutende Größe", das weiß man bereits ohne Statistik ... vermutlich trifft das auch auf Zahlen zur Zwangsverrentung zu, das will KEINER "da oben" wirklich so genau wissen (müssen) ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

karpfen

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Bei uns bekommen noch Alte von 60 -63 oder wenn sie bis 65 gehen müssen genau so noch VV und Ein-Euro-Job sowie Maßhahmen ! Da kann man jeden Alten fragen. Nur müssen wir zusetzlich jedes Jahr zur Rentenversicherung tackeln und fragen ab wann wir in Rente können. Den 53a gibt es hier nicht. Genauso werden wir angehalten uns Arbeit zu suchen. Mein M. hat noch 14 Tage vor der Rente VV bekommen vom JC.

der § 53a gilt auch in deiner stadt/deinem landkreis ... mit sicherheit, denn das sgb 2 ist ein bundesgesetz! auch wenn dir im jobcenter was anderes erzählt wird ...
 
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