50plus als soziale Experimentieräffchen

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klaus1233

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Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt auch mit 50plus
Ausgewählte Ergebnisse aus der Evaluation des Bundesprogramms "Perspektive 50plus" für ältere Langzeitarbeitslose
IAQ-Report
Wieder eine Studie.

18% der Teilnehmer seien in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden, einschließlich Selbstständigkeit, 83% von diesen mit einer Vollzeitstelle und 43% der Arbeitsverträge waren befristet. Die meisten neuen Arbeitsverhältnisse seien nicht weiter gefördert worden.

Die hohe Akzeptanz der Maßnahmen für 50plus resultiere aus der geringen Abbrecherquote von nur 12,5%, meint der Autor. Und die auch nur aus überwiegend gesundheitlichen Gründen. Dass ein Abbruch mit Sanktion bis zum Hungertod verhindert wird und dass es sich um Zwangsmaßnahmen gegen ältere Existenzminimumbezieher handelt, die vielfach ein langes Arbeitsleben hinter sich haben, wird nicht erwähnt.

Es wird erwähnt, dass die überwiegenden Teilnehmer teils sehr zufrieden und zufrieden gewesen seien, besonders die mit Job, aber auch die, die keinen Job bekommen hätten wären auch noch nicht unzufrieden gewesen. Telefonumfragen geben auch jede Menge Möglichkeiten zur Manipulation, allein aufgrund der Daten des Profiling picke kann man bestimmte Leute heraussuchen , um damit das Ergebnis der Stichprobe beliebig zu verfälschen. Und am letzten Tag bei Kaffee und Kuchen und wenn ich kräftig gelobt werde, dass ich die Strapazen von x Monaten nun durchgestanden habe, fällt mein Urteil auch milder aus beim Feedback.
Wie viel von den 18% auf den 1. Arbeitsmarkt Integrierten nun unabhängig von Hartz IV lebt und sein Leben aus eigener Kraft betreibt, bleibt unklar. Auch welche Löhne und in welche Branchen wer vermittelt wurde, ist unklar. Es sind hauptsächlich Kleinbetriebe.

Auch die Tätigkeitsprofile der neuen Jobs sind tabu. Gartenhilfsarbeiter? Hausmeister? Landschaftshilfsgärtner, Spargelstecher, Toilettenreiniger, Lagerarbeiter. Ist ja auch unwichtig, Hauptsache Arbeit, denkt vermutlich der Autor, denkt die Politik sowieso. Und die Qualifikation braucht ja nicht mehr geschützt werden. Dabei wäre das interessant gewesen, was wird aus dem arbeitlosen Ing, Facharbeiter, Verkäuferin, Sekretärin, Erzieherin? In welchen Feldern gibt es noch Arbeit für sie und als was?
Kosten im Durchschnitt in der ersten Förderphase ca 10.000 € je Teilnehmer zusätzlich. Neben den 18% auf dem 1. Arbeitsmarkt einschließlich Selbstständige und Minijobber, gibt es noch 12,5 % Abbrecher. Was ist mit dem Rest? 70% Aktivierte in ehrenamtlichen Tätigkeiten? So in der Art: 2 x Blumengießen in der Woche im Altenheim, 1 x 2 Stunden in Woche im Kindergarten Gerätschaften reparieren … Das sind ja keine Tätigkeiten, die einen erwachsenen leistungsfähigen und leistungswilligen Menschen fordern. Aber wenn keine Jobs da sind, was soll man machen.

Bei den Ergebnisse ist die Studie sehr zurückhaltend, dagegen werden die angeblichen Analysen, grafisch toll heraus gearbeitet. Ich meine 10.000 EUR pro Nase ist ganz schön viel Geld bei 20% Erfolgsquote, wobei noch unklar ist, wie viel und für wie lange die Integrierten in die Öffentlichen Kassen wieder einzahlen werden. Aber die Coaches, Dozenten, Vermittler und Vermittler dieser Projekte haben so ja auch Arbeit und gutes Einkommen und können Erfahrungen sammeln mit 50plus und zahlen Steuern und SV-Beiträge. Nicht zu vergessen die Wissenschaftler, die schöne Studien verfertigen können. Da werden 5,7 Mrd. hinaus geblasen, die man vorher bei uns durch Zusammenlegung mit der Sozialhilfe eingespart hat. Wenn man den Alten etwas mehr Geld gibt und sie in Ruhe lässt, kommen die schon allein klar, wie die Rentner auch.

Die Illusion, die Älteren 50plus in einen Arbeitsmarkt zu pressen, der sie nicht haben will, unter Einsatz aller Repressions- und Sanktionsmittel sie zu sozialen Expermentieräffchen, als soziale Labormäuse, zu reduzieren ist entwürdigend. Damit steigt die Unzufriedenheit und die wird nicht mehr lange von der Linkspartei sozialverträglich kanalisiert werden können. Aber der gute Wille, etwas tun zu wollen, will ich niemandem absprechen und 18% sind besser als nichts.Aber lest selber.
 

Merkur

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Es fehlt nur noch das wir Alten als Minensuchhunde nach Afghanistan kommen.Besser entsorgen können sie uns nicht.
 

Kalkulator

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Ich glaube in keinem anderen Bereich wurden die Zahlen so manipuliert wie bei Perspektive 50.

Da zählte sogar die auf 3 Monate befristete Beschäftigung (vollständig finanziert durch EU-Mittel, also nichts weiter als so ne Art Praktikum)) als erfolgreiche Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt.:icon_neutral:
 
S

Sissi54

Gast
Ich habe mich kürzlich mit einer Betroffenen unterhalten, die seit Nov. 2008 im Berliner ÖBS beschäftigt ist.

3 Jahre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, welch eine Ehre ! :icon_klatsch:

Das Geld ist so bemessen, dass es knapp über ALG II liegt.
Keinen Anspruch mehr auf das Berliner Sozial-Ticket.
GEZ-Befreiung, ade !
Sozialtarif Telekom, ade !
Keine Aussicht auf Weiterbeschäftigung, da ein Verein.

3 Jahre verlorene Zeit, denn man ist ja nach Beendigung nicht jünger geworden.

Und Förderung bleibt Förderung, egal in welcher Verpackung. Das wird von Arbeitgebern wie alle anderen Maßnahmen als hoffnungsloser Fall eingestuft bei Bewerbungen.

Das zu Berliner ÖBS 50+ !
 

wolliohne

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ich schliesse mich den o. Ausführungen an,alles nur eine Verschlimmbesserung ohne Perspektive.

Hauptsache Vollbeschäftigung und die Statistik geschönt
 

Satis

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Da kann ich mich nur anschließen.

Mich würde auch mal eine Studie interessieren, welche untersucht, wie lange die älteren Arbeitnehmer weiterhin beschäftigt waren, nach dem die Gehalts-Zuschüsse an den Arbeitgeber ausgelaufen waren.

Da wird geschummelt und getrickst, um qualifizierte gut ausgebildete Mitarbeiter für einen Appel und ein Ei auf zwei Jahre zu beschäftigen (dann läuft m,eistens der Zuschuss aus) und dann geht das große Mobbing los, damit man den nächsten Ü50 als Langzeitarbeitslosen mit einem Riesenzuschuß einstellen kann. Oder der Mutterschutzurlaub ist damit überbrückt worden, was natürlich vorher auch nicht sagt, sonst gäbe es ja keinen Zuschuß für befristete Arbeitsplätze.

Die Argen verschwenden hier Unsummen ohne auch nur die geringste Absicherung, das der vermittelte Arbeitnehmer mindestens vielleicht 5 Jahre beschäftigt werden muß, es sei denn die Firma ginge in Konkurs. So oder so ähnlich könnte eine Absicherung aussehen, stattdessen, werden diese Arbeitsplätze immer munter weiter durch die Argen finanziert.

Auch die beliebt gewordenen Aussagen vieler Politiker und Medien, "daß es doch auch ein großteil unqualifizierter Arbeitskräfte gibt, die eben nicht vermittelt werden können", glaube ich erst nach tatsächlich glaubhaftem Beweis. Unsere Erfahrung ist doch eher, das nach einem über 40jährigem Berufsleben die Löhne und Gehälter dementsprechend erarbeitet wurden. Aber genau diese Leistung will man nicht mehr bezahlen, wenn man doch die gleiche Leistung staatlich subventioniert erhalten kann.

LG Satis
 
F

FrankyBoy

Gast
Da kann ich mich nur anschließen.

Mich würde auch mal eine Studie interessieren, welche untersucht, wie lange die älteren Arbeitnehmer weiterhin beschäftigt waren, nach dem die Gehalts-Zuschüsse an den Arbeitgeber ausgelaufen waren.

Da wird geschummelt und getrickst, um qualifizierte gut ausgebildete Mitarbeiter für einen Appel und ein Ei auf zwei Jahre zu beschäftigen (dann läuft m,eistens der Zuschuss aus) und dann geht das große Mobbing los, damit man den nächsten Ü50 als Langzeitarbeitslosen mit einem Riesenzuschuß einstellen kann. Oder der Mutterschutzurlaub ist damit überbrückt worden, was natürlich vorher auch nicht sagt, sonst gäbe es ja keinen Zuschuß für befristete Arbeitsplätze.

Die Argen verschwenden hier Unsummen ohne auch nur die geringste Absicherung, das der vermittelte Arbeitnehmer mindestens vielleicht 5 Jahre beschäftigt werden muß, es sei denn die Firma ginge in Konkurs. So oder so ähnlich könnte eine Absicherung aussehen, stattdessen, werden diese Arbeitsplätze immer munter weiter durch die Argen finanziert.

Auch die beliebt gewordenen Aussagen vieler Politiker und Medien, "daß es doch auch ein großteil unqualifizierter Arbeitskräfte gibt, die eben nicht vermittelt werden können", glaube ich erst nach tatsächlich glaubhaftem Beweis. Unsere Erfahrung ist doch eher, das nach einem über 40jährigem Berufsleben die Löhne und Gehälter dementsprechend erarbeitet wurden. Aber genau diese Leistung will man nicht mehr bezahlen, wenn man doch die gleiche Leistung staatlich subventioniert erhalten kann.

LG Satis
Wir könnten die qualifiziertesten "Älteren" der Welt haben und hätten immer noch keine Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Menschen denn Industriearbeiter wurden durch vollautomatische Anlagen ersetzt, Banker durchs Internet und Computer und große Konzerne denken nicht einmal im Traum daran hier mehr einzustellen denn für Automaten zahlen Sie weder Löhne noch Sozialversicherungsabgaben - Staplerfahrer z. B. braucht man heute auch fast nicht mehr; habe letztens schon 2 Computerexemplare gesehen.

In diesem Zusammenhang gehört der amtierende Bundesarbeitsminister in eine Zwangsjacke gesteckt und nicht in den Bundestag - der Typ ist mehr als lächerlich! Der folgende Beitrag ist vom 22.11.08!
Arbeitsminister Scholz: „Vollbeschäftigung ist möglich“ - Inland - Politik - FAZ.NET
 

Satis

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"Arbeitsminister" werden ist nicht schwer, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten dagegen sehr!
----------------------

Ex-Arbeitsminister Clement hat einen weiteren Arbeitsplatz gefunden: Er wird Vorsitzender des neuen ‚‚Adecco Institute’’ zur Erforschung der Arbeit (Okt.2006)
NachDenkSeiten - Die kritische Website » Ex-Arbeitsminister Clement hat einen weiteren Arbeitsplatz gefunden: Er wird Vorsitzender des neuen ‚‚Adecco Institute’’ zur Erforschung der Arbeit

Dass der ehemalige Superminister Wolfgang Clement ein umtriebiger, ja geradezu ruheloser Mensch ist, hat er in seinen politischen Ämtern bewiesen. Dass er sich nicht auf seiner stattlichen Pension ausruhen würde, war zu erwarten. Seit seinem Ausscheiden aus der Politik hat er mindestens sechs neue Arbeitsplätze gefunden: Aufsichtsratsposten bei der Berliner Dussmann – Gruppe (einem Dienstleistungsunternehmen), bei der Landau-Media AG (einem Anbieter von Medienbeobachtung und Resonanz-Analysen), bei der RWE-Power in Essen (einem der größten Stromproduzenten Europas), bei der Zeitarbeitsfirma DIS. Er ist darüber hinaus „Senior Advisor“ beim Bankenriesen Citigroup und er wurde in den Vorstand Kölner Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg (u.a. Kölner-Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Express, Mitteldeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, die israelische Zeitung Ha’aretz) berufen.
Politisch neu aktiv wurde er im konservativen „BürgerKonvent“ von Roman Herzog.
Nach Auffassung von Adecco ist Zeitarbeit „der wesentliche und gesellschaftlich akzeptierte Faktor zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Steigerung der Flexibilität.“

Niemand sollte sich also darüber wundern, wenn Clement künftig als „wissenschaftlicher Experte“ und Lobbyist für Zeitarbeit, Oursourcing und kommerzielle Personalvermittlung auftritt. Man kann nur hoffen, dass er in seinem neuen Job genauso erfolglos sein wird, wie als „Arbeits“-Minister und hoffentlich mit weniger Folgen für Millionen von Menschen.
 

Merkur

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Wir könnten die qualifiziertesten "Älteren" der Welt haben und hätten immer noch keine Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Menschen denn Industriearbeiter wurden durch vollautomatische Anlagen ersetzt, Banker durchs Internet und Computer und große Konzerne denken nicht einmal im Traum daran hier mehr einzustellen denn für Automaten zahlen Sie weder Löhne noch Sozialversicherungsabgaben - Staplerfahrer z. B. braucht man heute auch fast nicht mehr; habe letztens schon 2 Computerexemplare gesehen.
Trifft voll ins schwarze :icon_daumen: . So sieht die Praxis aus. Sie basteln so gar schon an der Spargelerntemaschine . Durch die modere Technik ist ein drei viertel der Leute eingespart wurden und die Politik hat das verschlafen. Mit einer Maschinensteuer hätte viel verhindert werden können. Doch heute betreibt man Politik indem man die Fehler an den sozial Schwachen auslässt und auf diese einprügelt auf Teufel komm raus.Aber Schuld tragen die Arbeitslosen nicht ,die sind nur die Opfer dieser Politik .
 
E

ExitUser

Gast
In diesem Zusammenhang gehört der amtierende Bundesarbeitsminister in eine Zwangsjacke gesteckt und nicht in den Bundestag - der Typ ist mehr als lächerlich! Der folgende Beitrag ist vom 22.11.08!
Arbeitsminister Scholz: „Vollbeschäftigung ist möglich“ - Inland - Politik - FAZ.NET
Ich muss dir engergisch widersprechen, FrankyBoy, Olaf Scholz hat recht!
Vollbeschäftigung ist möglich!


  • - 20% der Hartzer werden ab sofort umgehend in Maßnahmen geparkt
  • - 30% werden in einem Kombilohnmodell versenkt
  • - 40% der Hartzer machen einen Ein-Euro-Job
  • - 5% der Hartzer werden aus der Statistik rausgeekelt
  • - 5% der Hartzer ist dauerhaft krankgeschrieben
Und wenn endlich auch das Alg I dahingehend geändert wird, dass die Statistikbereinigung mit Hilfe eines umfangreichen Maßnahmekatalogs und einer riesigen Beschäftigungsindustrie verbessert wird, dann haben wir schon unsere Vollbeschäftigung......
auf dem Papier! :biggrin:

LG
 

Satis

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Trifft voll ins schwarze :icon_daumen: . So sieht die Praxis aus. Sie basteln so gar schon an der Spargelerntemaschine . Durch die modere Technik ist ein drei viertel der Leute eingespart wurden und die Politik hat das verschlafen. Mit einer Maschinensteuer hätte viel verhindert werden können. Doch heute betreibt man Politik indem man die Fehler an den sozial Schwachen auslässt und auf diese einprügelt auf Teufel komm raus.Aber Schuld tragen die Arbeitslosen nicht ,die sind nur die Opfer dieser Politik .
... aber unabhängig von Maschinen und Technik gäbe es viele Möglichkeiten Menschen in der Arbeitswelt einzusetzen. Dazu gehört allerdings auch ein Umdenken bzw. Umlernen.

Die Dienstleistung z. B., die in unserem Land seit Jahrzehnten "verpönt" war, die zwar fast alle Berufszweige umfaßt, aber dennoch an dem sichtbaren und unsichtbaren Unterschied gemessen wurde.

Diese Zeiten sind heute vorbei und niemand ist sich mehr zu schade, für sein Einkommen eine Dienstleistung zu erbringen, die auch öffentlich sichtbar ist. Aber, diese ungeliebten Arbeitsplätze liegen brach. Sie werden nicht genutzt. Die Verkaufshäuser und Supermärkte agieren hier mit einer Arroganz gegenüber dem Kunden, der für viel Geld einkauft (zumindest bis jetzt noch), denn in Kürze wird es bald keiner mehr bezahlen können, auch nicht eine Mittelschicht. Die gibts dann nämlich nicht mehr und die paar Bürger im oberen Drittel lassen sich dann genügend hofieren, bei X oder Y einzukaufen. Was aber den bisher gewohnten Profit der Geschäfte nicht garantieren kann. Nur soweit denken die Geschäftsleute noch nicht. ... das Kind und der Brunnen ...

Also für etwas viel bezahlen - viel Geld ausgeben, sich etwas gönnen, als man es noch konnte, damals ... - hatte immer ein bißchen den Hauch von Luxus. Wenn ich mir als Konsument diesen Luxus leiste, möchte ich dementsprechend aufmerksam und zuvorkommend behandelt werden beim Einkauf. So hätte man früher gedacht ...

Das geschieht schon längst nicht mehr. Stattdessen stehen wir im Feinkostladen, im renomierten Supermarkt genauso in der Warte-Schlange wie bei Aldi oder Lidl. Nichts gegen die "Billigläden" damit das keiner falsch versteht, es geht einzig darum, anzuprangern, mit wie wenig Kundenfreundlichkeit, mit wie wenig "Verwöhnaroma" wir Kunden behandelt werden.

Ich denke da haben wir Verbraucher es auch in der Hand, dieses mal deutlich zu sagen. Grundsätzlich steht man zur Abgabe seines Leerguts vor einem nichtfunktionierendem Automaten. Wieso wird hier nicht eine Leergutannahme mit Personal zur Verfügung gestellt? Nein wir Bürger nehmen daß hin, daß unsere Zeit vom Supermarkt eingeteilt ja sogar mißbraucht wird, bei Millionen Arbeitslosen. Die Getränkekosten würde es nicht erhöhen, bei den Minilöhnen, daß wären Peanuts für die Geschäftsleitung.

Ähnliches passiert uns an der Kasse, aber die Krönung ist dann ein altes Mütterlein, daß vorne steht und nicht nachkommt, ihren Einkauf einzupacken. Wieso stellt man nicht wenigstens einen Lehrling oder eine Aushilfe dazu, die auch mal mit hilft und eventuell schwere Taschen zum Auto trägt.

So simpel wie sich das anhört, ist es eigentlich auch. Dienstleistung am Kunden. Dienstleistung für gutes Geld, welches die Geschäfte seit Jahren mit horrenden Profiten, gewohnt sind vom Kunden einzunehmen und nicht einen Penni an eben diese Kunden zurückgeben. Nichtmal gute Dienstleistung. Fragen Sie in den 50 Regalreihen mal einen Verkäufer, wenn Sie denn einen finden überhaupt, wo xy steht. Antwort: "Ja die dritte Reihe da vorn links". Da ist nix mit hingehen oder gar das Teil holen für Sie.

Nur wenn es nicht anders geht, wenn den Geschäftemachern keine Möglichkeit wegen Konkurrenzfähigkeit bleibt, dann wird in Form von Sonderangebot oder Preisssenkung geworben.

Wenn in der Vorweihnachtszeit die Drogerieabteilungen den größten Jahresumsatz überhaupt machen, warten Sie als Kunde über eine halbe Stunde, bis das Eau de Cologne hübsch verpackt worden ist. Wieso werden hier nicht Leute wenigstens saisonbedingt eingestellt? Für manch einen wäre es ein kleines Weihnachtsgeld.

Und so liesse sich der Gedanke an Möglichkeiten weiter und weiter fortsetzen, nur gehört dazu auch der Mut von uns Konsumenten zu sagen, mit mir nicht mehr.
Stattdessen zücken wir an der Kasse, auf Nachfrage der Kassiererin: haben Sie eine "XY..-Dusselkarte" ? für irgendeine Prämie, die dann noch zubezahlt werden muß. Damit geben wir auch noch unsere Daten und unser Verkaufsverhalten an Dritte umsonst weiter.

Stehen Sie beim Bäcker und erfragen den Preis eines simplen Rührkuchenstückchens mit 1,50 Euro (3 DM) dann kriegt man Tränen in die Augen und Sie sagen der Verkäuferin, daß ist zu teuer, dafür kann ich ja einen ganzen Kuchen selbst backen, dann hören Sie den meistgesagten Satz in diesen Zeiten:
DAFÜR KANN ICH DOCH NICHTS.

"Nee, habe ich auch nicht gesagt, aber geben Sie es bitte weiter an die Geschäftsleistung".

Wir Verbraucher sind es, die auch ihren Teil zum Umdenken beitragen müssen, statt uns gramgebeugt in jede Schlange einzureihen.

LG Satis
 

Seehase

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Hallo Satis,
danke für Dein strukturiertes Posting mit tiefem Gedanklichem Inhalt. Jedoch kann ich es nicht alle Detaills so stehen lassen, und möchte hier einige meiner Gedanken dazu in den Raum stellen:

... aber unabhängig von Maschinen und Technik gäbe es viele Möglichkeiten Menschen in der Arbeitswelt einzusetzen. Dazu gehört allerdings auch ein Umdenken bzw. Umlernen.
Das sehe ich ebenso, wird aber ohne wirtschaftliche Zwänge nicht zum Zuge kommen.

Die Dienstleistung z. B., die in unserem Land seit Jahrzehnten "verpönt" war, die zwar fast alle Berufszweige umfaßt, aber dennoch an dem sichtbaren und unsichtbaren Unterschied gemessen wurde.
Kann ich voll unterstreichen. Klassisches Beispiel die Abfallentsorgungswirtschaft (Die Leute von der Müllabfuhr)

Diese Zeiten sind heute vorbei und niemand ist sich mehr zu schade, für sein Einkommen eine Dienstleistung zu erbringen, die auch öffentlich sichtbar ist. Aber, diese ungeliebten Arbeitsplätze liegen brach. Sie werden nicht genutzt. Die Verkaufshäuser und Supermärkte agieren hier mit einer Arroganz gegenüber dem Kunden, der für viel Geld einkauft (zumindest bis jetzt noch), denn in Kürze wird es bald keiner mehr bezahlen können, auch nicht eine Mittelschicht. Die gibts dann nämlich nicht mehr und die paar Bürger im oberen Drittel lassen sich dann genügend hofieren, bei X oder Y einzukaufen. Was aber den bisher gewohnten Profit der Geschäfte nicht garantieren kann. Nur soweit denken die Geschäftsleute noch nicht. ... das Kind und der Brunnen ...
Das sehe ich nicht ganz so und habe auch andere Erfahrungen. Ich selbst seit 1966 im Dienstleistungsgewerbe mit einigen Unterbrechungen tätig höre oft in meinem Bekanntenkreis so einen Job wie Du würde ich niemals machen, Du hast ja nie mit Deiner Frau zusammen frei. Wenn der eine Arbeitet ist der andere oft im Job. Hier ist auch noch reichlich Potential für andere Denkensweise beim Arbeitnehmer gefragt, oder der finanzielle Druck noch nicht hoch genug.
Dem Bürger im oberen Drittel hat man bislang hinreichend hofiert und wird es auch in Zukunft angedeihen lassen. Die Frage ist nur ob die Masse derer ausreichen wird um die Geschäfte noch lukrativ zu betreiben?

Also für etwas viel bezahlen - viel Geld ausgeben, sich etwas gönnen, als man es noch konnte, damals ... - hatte immer ein bißchen den Hauch von Luxus. Wenn ich mir als Konsument diesen Luxus leiste, möchte ich dementsprechend aufmerksam und zuvorkommend behandelt werden beim Einkauf. So hätte man früher gedacht ...
So hätte man früher gedacht? Nein so denke ich heute auch noch. Leider kann ich mir dieses bisschen Luxus von früher heute immer weniger leisten.:icon_kotz:

Das geschieht schon längst nicht mehr. Stattdessen stehen wir im Feinkostladen, im renomierten Supermarkt genauso in der Warte-Schlange wie bei Aldi oder Lidl. Nichts gegen die "Billigläden" damit das keiner falsch versteht, es geht einzig darum, anzuprangern, mit wie wenig Kundenfreundlichkeit, mit wie wenig "Verwöhnaroma" wir Kunden behandelt werden.
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade bei diesem Punkt seitens der Geschäftsleitungen, Filialleitungen, Filialverantwortlichen stark gearbeitet wird. Zwar mit noch unterschiedlichem Erfolg, aber doch teilweise deutlich Sichtbar. Hier gibt es sowohl gut organisierte Filialen in einem Konzern wie auch noch Filialen mit großem Nachholbedarf.

Ich denke da haben wir Verbraucher es auch in der Hand, dieses mal deutlich zu sagen. Grundsätzlich steht man zur Abgabe seines Leerguts vor einem nicht funktionierendem Automaten. Wieso wird hier nicht eine Leergutannahme mit Personal zur Verfügung gestellt? Nein wir Bürger nehmen daß hin, daß unsere Zeit vom Supermarkt eingeteilt ja sogar mißbraucht wird, bei Millionen Arbeitslosen. Die Getränkekosten würde es nicht erhöhen, bei den Minilöhnen, daß wären Peanuts für die Geschäftsleitung.
Dein hier spezielles Beispiel sehe ich dann doch etwas anders: Ich stimme Dir zu, dass gerade diese Pfandautomaten in der Technik sehr sensibel sind aber unterm Strich gesehen besser im heutigem Pfandsystem einzusetzen sind als die von dir angedachten Arbeitslosen die es für einen Minilohn.
Der hier für einen Minilohn eingesetzten Mitarbeiter mit der notwendigen Qualifikation für diesen Job (u. a. Erkennung und auswerten der unterschiedlichen Pfandsysteme für das Rückgabegut, Grundrechenarten usw.) fehlt es oft an der notwendigen Motivation (verständlicher Weise bei Minientlohnung). Die Bearbeitung unseres Pfandsystems stellt sich keiner Geschäftsleitung als Peanuts dar, sondern immer problematisch und teuer!

Ähnliches passiert uns an der Kasse, aber die Krönung ist dann ein altes Mütterlein, daß vorne steht und nicht nachkommt, ihren Einkauf einzupacken. Wieso stellt man nicht wenigstens einen Lehrling oder eine Aushilfe dazu, die auch mal mit hilft und eventuell schwere Taschen zum Auto trägt.
Hier bietet sich in der Tat ein reichliches Potential an Entfaltungsspielraum mit personellen Einsatzmöglichkeiten zum Wohle des Betriebes und Kunden. Auszubildende sollten hier aber nur eine begrenzte Zeit eingesetzt werden um die von Dir angesprochene Problematik kennen zu lernen um hieraus gewonnenen Erkenntnisse im Nachhinein zu berücksichtigen.:icon_klatsch:

So simpel wie sich das anhört, ist es eigentlich auch. Dienstleistung am Kunden. Dienstleistung für gutes Geld, welches die Geschäfte seit Jahren mit horrenden Profiten, gewohnt sind vom Kunden einzunehmen und nicht einen Penni an eben diese Kunden zurückgeben. Nichtmal gute Dienstleistung. Fragen Sie in den 50 Regalreihen mal einen Verkäufer, wenn Sie denn einen finden überhaupt, wo xy steht. Antwort: "Ja die dritte Reihe da vorn links". Da ist nix mit hingehen oder gar das Teil holen für Sie.
Das von Dir hier geschilderte Beispiel ist nach meinen Erfahrungen doch wohl eher noch die Ausnahme als die Regel. Jedoch kann man dem Betrieb hier lediglich mangelnde Schulung oder die Duldung solcher Zustände zum Vorwurf machen. Im Qualitätsmanagment organisierter Betriebe ist diese Situation anders festgelegt. Von Mitarbeitern mit solch negativem Kundenverhalten müsste man sich auf Dauer auch trennen können.

Nur wenn es nicht anders geht, wenn den Geschäftemachern keine Möglichkeit wegen Konkurrenzfähigkeit bleibt, dann wird in Form von Sonderangebot oder Preisssenkung geworben.
Das ist legitim im Wettbewerb.

Wenn in der Vorweihnachtszeit die Drogerieabteilungen den größten Jahresumsatz überhaupt machen, warten Sie als Kunde über eine halbe Stunde, bis das Eau de Cologne hübsch verpackt worden ist. Wieso werden hier nicht Leute wenigstens saisonbedingt eingestellt? Für manch einen wäre es ein kleines Weihnachtsgeld.
Das wir auch so praktiziert, wenn auch nicht flächendeckend. Aber doch sehr verstärkt zu beobachten.

Und so liesse sich der Gedanke an Möglichkeiten weiter und weiter fortsetzen, nur gehört dazu auch der Mut von uns Konsumenten zu sagen, mit mir nicht mehr.
Stattdessen zücken wir an der Kasse, auf Nachfrage der Kassiererin: haben Sie eine "XY..-Dusselkarte" ? für irgendeine Prämie, die dann noch zubezahlt werden muß. Damit geben wir auch noch unsere Daten und unser Verkaufsverhalten an Dritte umsonst weiter.
Das bleibt doch jedem Kunden selbst überlassen ob er hier mitspielt. Ich finde man muss jedem Kunden die Freiräume der Selbstentscheidung lassen ob er an Kundenbindungssysteme teilnimmt oder nicht. Ein Angler hängt den Wurm auch nicht an den Haken um ihn ein angenehmes Bad im See zu bescheren sondern verfolgt doch andere Ziele die dem Fisch erst im Nachhinein begreiflich wird.

Stehen Sie beim Bäcker und erfragen den Preis eines simplen Rührkuchenstückchens mit 1,50 Euro (3 DM) dann kriegt man Tränen in die Augen und Sie sagen der Verkäuferin, daß ist zu teuer, dafür kann ich ja einen ganzen Kuchen selbst backen, dann hören Sie den meistgesagten Satz in diesen Zeiten:
DAFÜR KANN ICH DOCH NICHTS.

"Nee, habe ich auch nicht gesagt, aber geben Sie es bitte weiter an die Geschäftsleistung".

Wir Verbraucher sind es, die auch ihren Teil zum Umdenken beitragen müssen, statt uns gramgebeugt in jede Schlange einzureihen.
Dieses ist wohl war. Hier verkennt der Verbraucher seine Machtposition im Wirtschaftsgefüge oder kann sie auf Grund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse möglicherweise nicht nutzen. Das kann vielfältige Gründe haben.

Alle hier angesprochenen Punkte sehe ich persönlich aber auch nicht unbedingt als Hilfe für die Jobsuche von für 50+ jährige

Viele Grüße vom Seehasen
 

forward4you

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Ich 4 Kinder Ü50 40 Jahre selbsständig lasse mich nicht von der Politik verheizen.
Schon gar nicht von 65 falschen Bescheiden der Jobcenter unter Druck setzen.
Wie bei den Wasser Tisch- Volksentscheid/e initiakisieren und mitmachen.
Soll mir da mal einer kommen. Merkel-Von der "Laien" und Schwesterwelle abwählen.
Den Wahlzettel ganz durchstreichen 2 x diagonal ist keine Stimme für keinen!!!
 
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Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

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