450€-Job (ich) und Studienkredit (Freundin) = Anrecht auf ALG2? (1 Betrachter)

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GeraltOfRiva

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Hallo Leute!

Erstmal entschuldige ich mich dafür, falls der Topic hier im falschen Forum gelandet ist. Falls dem so ist, würde ich darum bitten mich darauf hinzuweisen und mir den adqäuaten Bereich zu nennen, danke! :)

So, kommen wir doch zum nervigen Teil:

Ich wohne gemeinsam mit meiner Freundin in einer ca. 55qm großen Wohnung zusammen, bei dir warm (inkl. sämtlicher Nebenkosten, also Wasser, Heizkosten, Strom) 657,20 € zahlen (was 328,50 € pro Person ist).

Meine Freundin ist offiziell Studentin, erhält allerdings kein Bafög mehr sondern hat einen Studienkredit (500) und bekommt noch etwas "Hilfe" von ihren Eltern wodurch sie auf ca. 900€ kommt.

Ich halte mich mit ein einem 400€ Job als Aushilfskraft über Wasser. Da ich i.d.R. nur 1x die Woche eingesetzt werde komme ich bei diesem Job auf einen Durchschnittswert von ca. 280 €


Darüber hinaus habe ich mein eigenes Gewerbe, das auf meinen Namen läuft, bei dem meine Freundin allerdings aktiv "mitarbeitet".
Wir entwickeln zusammen Apps und arbeiten jetzt seit mehreren Monaten an unseren ersten kostenpflichtigen App. Hier bekommen wir natürlich keinen müden Cent, bis die App veröffentlicht ist ;)

Unter diesem Gewerbe, dass auf mich läuft, habe die letzten Monate noch bei einem Unternehmen auf Honorarbasis gewerkelt. Sodurch konnte ich das müde Einkommen von ca. 280 € auf gute 600€ hieven.
Darüber hinaus erhalte ich auch noch etwas Geld von meinen Eltern/Großeltern um meine Krankenkasse bezahlen zu können, was je 100€ sind.

Das wären dann:

Mein Einkommen: 800€ (die zwei Jobs + Geld von Eltern/Großeltern)
Einkommen der Freundin: 900 € (Studentenkredit + Geld von Eltern)

Wir kamen relativ gut aus. Nun ist aber das Problem bei mir, dass ich meinen Honorarjob "verlieren" werde und es wohl einige Zeit dauern wird, bis ich was anderes in dieser Richtung gefunden habe.

Deswegen habe ich momentan leider keine andere Wahl als etwas Unterstützung zu erhalten.

Es stellen sich mir nur gewisse Fragen:

- habe ich überhaupt Anspruch auf ALG2?

- wie hoch wäre die Summe die ich erhalte?
Was spielt da genau mit? Wird für meine Hälfte der Miete (warm oder
kalt?) aufgekommen? Wird auch für die Krankenversicherung
aufgekommen?

- MUSS meine Freundin für mich aufkommen? Sie hat schließlich auch noch gewisse Dinge zu zahlen (Hälfte der Miete, Krankenkasse, Semesterbeiträge etc.)


Ich bedanke mich für jegliche Hilfestellungen! :)
 

biddy

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Berechnung ohne Gewähr:

Studentin:

Einkommen Studentin: 900 €.
Fiktiver Alg-II-Bedarf Studentin, wenn Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft, wovon ich ausgehe, wenn nicht gerade erst zusammengezogen:
353 € Regelbedarf + 328,60 € Unterkunftsanteil = 681,60 €

Ihr zu berücksichtigendes Einkommen:

900 €
- 119,40 € ausbildungsbedingter Absetzbetrag (20 % des bedarfsdeckenden BAföG-Satzes von 597 €)
- 30 € Versicherungspauschale
- 62 € Krankenversicherung circa (hab' mich am § 13a BAföG orientiert)
- 11 € Pflegeversicherung circa (wie oben)
---------------
= 677,60 € zu berücksichtigen

677,60 € Einkommen
- 681,60 € fktiver Alg-II-Bedarf
---------------
= - 4 € ungedeckter Bedarf

Also gibt es kein an Dich übertragbares Einkommen


GeraltOfRiva:

Dein Gesamtbedarf: 681,60 €
Einkommen: 400 € Minijob, kein sonstiges Einkommen

280 € Verdienst Minijob (gehe von brutto wie netto aus)
- 136 € Gesamtfreibetrag
-------------------------
= 144 € anrechenbar

681,60 € Dein Alg-II-Bedarf
- 144 € zu berücksichtigendes Einkommen
--------------
= 537,60 € Alg II für Dich und über den Alg-II-Bezug krankenversichert
(Wenn die 100 € von den Großeltern weiterhin kommen sollten, dann 100 € weniger)



*klick* Der Einfluss des BAföGs auf andere Sozialleistungen - Studis Online
 

GeraltOfRiva

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Wow, danke für die Berechnung!
Muss nur eine Sache anmerken: die Freundin erhält KEIN Bafög, sondern eben einen Studentenkredit. Ich weiß nicht, ob das Jobcenter da überhaupt einen Unterschied zieht...

Und eine Frage zu den 537,60 €:
Ist das Aufkommen für meine Hälfte der Miete bereits in der Rechnung enthalten oder wird die aus diesem Betrag bezahlt, sodass folgende Rechnung entsteht:

537,60 - 328,60 = 209 €

Sodass 209 € von meiner Seite aus für Essen, weitere anfallende Kosten (Ticket zur Arbeit, Handy, Internet etc.) + Freizeit zur Verfügung stehen?
 

biddy

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GeraltOfRiva meinte:
Muss nur eine Sache anmerken: die Freundin erhält KEIN Bafög, sondern eben einen Studentenkredit. I
In der Regel ist es so, dass, egal, ob nun wirklich BAföG zur Auszahlung kommt oder wegen Unterhaltspflicht der Eltern nun Unterhalt statt BAföG greift oder man selbst z. B. (Erwerbs-)-Einkommen hat, welches das BAföG ersetzt, der BAFöG-Bedarf nach § 13 für Studierende greift. Genau das nahm ich auch für den Studienkredit an. ABER:

Ich habe gerade eben in den fachlichen, für die Jobcenter verbindlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit zu § 11, 11a, 11b SGB II Folgendes entdeckt:
1.1 Zu berücksichtigendes Einkommen

(1) Bei der Berechnung der Einkünfte in Geld oder Geldeswert, die
nach § 11 zum Einkommen gehören, sind grundsätzlich alle Ein-
nahmen ohne Rücksicht auf ihre Herkunft und Rechtsnatur zugrun-
de zu legen. Unerheblich ist, ob sie zu den Einkunftsarten im Sinne
des Einkommensteuergesetzes gehören und ob sie der Steuer-
pflicht unterliegen.

(2) Auch zufließende Darlehensbeträge aus Sozialleistungen, die
dem Lebensunterhalt dienen, sind als Einkommen zu berücksichti-
gen.
Daraus folgt, dass anderweitige darlehensweise Einnahmen nicht
als Einkommen zu berücksichtigen sind. Hierzu zählen auch ein
Bildungskredit, der im Rahmen des Regierungsprogramms in Zu-
sammenarbeit mit der Deutschen Ausgleichsbank und dem Bun-
desverwaltungsamt gewährt wird, sowie ein Studienkredit, der von
der Kfw-Bank vergeben wird.
Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdk1/~edisp/l6019022dstbai377935.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377938

Das ändert aber jetzt aktuell nichts, da die vorherige Berechnung im anderen Posting ebenfalls davon ausging, dass Deine Freundin kein ihren eigenen, nur fiktiven Alg-II-Bedarf übersteigendes Einkommen hat, welches bei Dir dann angerechnet werden könnte. Sie behält also ihr Einkommen auch wie in der vorherigen Berechnung nach wie vor für sich und sie muss nichts davon für Dich aufwenden.



Und eine Frage zu den 537,60 €:
Ist das Aufkommen für meine Hälfte der Miete bereits in der Rechnung enthalten oder wird die aus diesem Betrag bezahlt, sodass folgende Rechnung entsteht:

537,60 - 328,60 = 209 €

Sodass 209 € von meiner Seite aus für Essen, weitere anfallende Kosten (Ticket zur Arbeit, Handy, Internet etc.) + Freizeit zur Verfügung stehen?
Nein. Bei genau 400 € Verdienst aus Minijob und ohne weiteres Einkommen hättest Du ja insgesamt zur Verfügung:

537,60 € Alg II + 400 € Minijobverdienst = 937,60 €

Davon ab gehen dann die Unterkunfts- und Heizkosten: Verbleiben 609 € für hälftigen Anteil an Haushaltsstrom, Ticket zur Arbeit, Handy, hälftiger Anteil an Telefon-/Internetkosten, Lebensmittel, Getränke, Haushaltskram, Drogerieartikel, die ihr euch teilt, Waschmittel, was weiß ich noch alles

Was die Kosten der Unterkunft und Heizung betrifft: Die 657,20 € warm müssen angemessen für 2 Personen sein, also angemessen nach den örtlichen KdU-Richtlinien für Leistungsbezieher nach dem SGB II in eurer Stadt/Gegend.
Ist das ein Pauschalmietvertrag? Ich frage, weil Du schreibst, dass Haushaltsstrom mit enthalten ist. Kosten für den Haushaltsstrom müssen aber aus dem Regelbedarf selbst gezahlt werden; dafür gibt es also nichts vom Jobcenter. Wenn Du den Strombetrag lediglich hier für's Forum zu eurer Miete und euren Heizkosten addiert hast, dann zieh' die Stromkosten wieder ab in der Bedarfsberechnung.
Bei Pauschalmietverträgen muss das Jobcenter es aber m. E. so akzeptieren; dürfen also nichts rausrechnen für Haushaltsstrom.
 

gelibeh

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Bei Pauschalmietverträgen muss das Jobcenter es aber m. E. so akzeptieren; dürfen also nichts rausrechnen für Haushaltsstrom.
Bin da auch Deiner Meinung
 
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