4000 Euro Prämie für harte Jobcenter-Chefs

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hass4

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Die Chefs von Berliner Jobcentern kassieren am Ende des Jahres bis zu 4000 Euro Prämie, wenn sie streng mit Hartz-IV-Empfängern sind : Herz oder Bonus? - B.Z. Berlin

Chefs von Berliner Jobcentern kassieren bis zu 4000 Euro Prämie, wenn sie streng mit Hartz-IV-Empfängern sind.

Nirgendwo sonst in Deutschland sind die Jobcenter so streng zu Hartz-IV-Empfängern wie in Berlin: 19.042 Sanktionen haben die Behörden aktuell gegen Langzeitarbeitslose verhängt, doppelt so viele wie vor sechs Jahren. Damit ist jeder 15. Arbeitslose betroffen.

Pikant: Während bei Hartz-IV-Empfängern der Regelsatz (382 Euro) auch bei kleinsten Verstößen knallhart gestrichen wird, kassieren die Jobcenter-Bosse bis zu 4000 Euro Prämie. Herz oder Bonus?

So funktionieren die Prämienzahlungen: Alle Jobcenter-Chefs schließen mit der Bundesagentur für Arbeit oder dem jeweiligen Bezirksamt Zielvereinbarungen ab. Interne Kennzahlen zeigen Ende des Jahres an, ob die Ziele erfüllt sind.

Laut einer vertraulichen Anweisung des Bundesarbeitsministeriums (liegt der B.Z. vor) für das Jahr 2013 soll hierbei auch die Sanktionsquote berücksichtigt werden. Heißt: Je mehr Verstöße geahndet werden, desto geringer die Ausgaben für Hartz-IV-Empfänger – und damit gibt es statistisch weniger hilfebedürftige Menschen.

Außerdem sind Jobcenter-Chefs (Monatsgehalt: mindestens 5916,24 Euro) laut einer Zielvereinbarung angehalten, jede Überschreitung von Mietobergrenzen konsequent zu ahnden – theoretisch auch dann, wenn diese nur einige wenige Euro beträgt. Erst im August war ein Jobcenter aus Thüringen wegen 15 Cent vor das Bundessozialgericht gezogen – wegen 15 Cent.

Werden die Ziele zu mindestens 98 Prozent erreicht, bekommen die Chefs der Jobcenter am Ende des Jahres 2088,38 Euro Prämie, sind es mehr als 100 Prozent, sogar bis zu 4000 Euro. Insgesamt kamen so in Berlin von 2007 bis 2011 mehr als 100.000 Euro zusammen.
 

jimmy

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Um so weniger Verständlich finde ich das Mitleid für (Ex-)Angestellte Sachbearbeiter aller JC´s.
 
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Kuhle Wampe

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Um so weniger Verständlich finde ich das Mitleid für (Ex-)Angestellte Sachbearbeiter aller JC´s.
Ich habe mich letzte Woche , als das Wetter noch sommerlich war, draussen mit einer jüngeren Frau unterhalten, die derzeit selber ELO ist. Die sollte sich als Jobvermittlerin bewerben und hatte dort auch ein Praktikum gemacht, im JC.

Sie war derart angewidert davon, wie man dort mit Menschen umgeht, dass sie aufgehört hat -- und eine Sanktion bekam.

Widerspruch läuft.
 
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Es ist immer das gleiche Schema in der Wirtschaft/Politik.

Die Großen werden nach dem Belohnungsprinzip geführt.
Hier sind die Schnipsel und nun sei mal schön ein A.....
Und die Kleineren, die SB`s, die werden geführt mit Angst.
Wenn Du nicht sanktionierst, dann wechselst Du die
Schreibtischseite.

Kennen wir doch alle. Die Großen mit den Geldkoffern, die
kleinen mit Druck. Wieso soll es im JC anders sein?

Das die Bundesagentur das allerdings so zugibt, das hätte
ich nicht gedacht. Bedeutet aber, das da noch mehr hinter
steckt. Weil niemand gibt alles zu.
 
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hass4

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nach dem artikel sollte man wirklich mal in einer polit-sendung ex-mitarbeiter zu wort kommen lassen. vielleicht bei hart aber fair.

ich werde das thema mal an eine redaktion senden!
 

KARLderWEHRER

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Ja, ja da sollte ein jeder Elo ebenfalls den Umgang mit dem JC als Wettbewerb sehen. Nämlich dahingehend, dem GF und seinen Untertanen die schönsten Zielvereinbarungen zu zerstören.

Einmal ganz davon abgesehen, wie asozial das ist.
 

Old Way

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jockel

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Um so weniger Verständlich finde ich das Mitleid für (Ex-)Angestellte Sachbearbeiter aller JC´s.
Es betrifft lediglich ca. 6.000 Leitungskader in dem Mammutbürokratenmonstrum, die diese Prämienaussichten realisieren dürfen.

Das Bürokratenfußvolk hat die dreckige Sanktionierungen auszuführen, damit das Leitungspersonal abkassieren kann. Deren Privileg ist der Tarif TVöD und das war's dann.
 

Old Way

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#Kuhle Wampe war 1 Minute schneller

#KARLderWEHRER
Ja, ja da sollte ein jeder Elo ebenfalls den Umgang mit dem JC als Wettbewerb sehen. Nämlich dahingehend, dem GF und seinen Untertanen die schönsten Zielvereinbarungen zu zerstören.
Sehr sozial gedacht von dir, bravo.

Die Prämie hingegen ist zutiefst a-sozial.

Ermunterung zu gelebtem Sadismus.

Boss in Trance, flackeräugig: Ich hol mir die Quäälpräämie
 

Old Way

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Der prämieneinstreichende JC-Chef an seinen devoten SB: Los Büttel, knechte die Kunden, sonst gehörst du morgen auch dazu.
Der französische Staatstheoretiker Jean Bodin beschrieb in seiner Konzeption der absolutistischen Herrschaft die Unterwürfigkeit als ein notwendiges Attribut der Souveränität des Königs.
Unterwürfigkeit
in Zedlers Universallexikon (1732–1754) wird „Scherge“ als ein Wort bezeichnet, „worunter man heut zu Tage insgemein einen Stadt-Knecht, Büttel, Häscher, Folterer etc. zu verstehen pfleget“.
Scherge
 

edelweiß

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4000 € sind doch nur ein "Trinkgeld",
dazu kommt noch reichlich "Bakshish" der sogenannten Bildungsträger für das zuführen von entrechteten Jobcenter-Sklaven.

Die Pressesprecherin der BA ist ein Kandidat für den Pinocchio-Award des Jahres.
mein Gott Mädel! öffentlich und bewusst lügen für die paar Kröten ist schlecht für`s Karma...such dir doch nen anständigen Job :icon_twisted:
 

Old Way

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Quälprämie.

Eine ärgerliche Entsprechung zur Unsitte von finanziell honorierter "Exzellenz" (neuerdings, Hochschulen) oder, schon länger, "Erfolgsprämie" (Handel usw.).

Milde oder Prämie, "Herz oder Bonus" fördert ein Klima der Aggressivität, Denunziation, Mobberei. Einer ordentlichen Verwaltungsarbeit abträglich und unwürdig.

Das "Druck machen" darf zum Selbstzweck werden. Verlässlichkeit des Handelns, Nachvollziehbarkeit der Entscheidung bleibt auf der Strecke.

Schlimm, dass so etwas politisch gewollt ist. Andererseits bezeichnend.

Mit Prämien den Rechtsstaat ironisieren und erodieren.
 

dersichdenwolfärgert

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JC Chefs kassieren Prämien für Sanktionen!

10. September 2013

Pikant: Während bei Hartz-IV-Empfängern der Regelsatz (382 Euro) auch bei kleinsten Verstößen knallhart gestrichen wird, kassieren die Jobcenter-Bosse bis zu 4000 Euro Prämie. Herz oder Bonus?So funktionieren die Prämienzahlungen: Alle Jobcenter-Chefs schließen mit der Bundesagentur für Arbeit oder dem jeweiligen Bezirksamt Zielvereinbarungen ab. Interne Kennzahlen zeigen Ende des Jahres an, ob die Ziele erfüllt sind.Laut einer vertraulichen Anweisung des Bundesarbeitsministeriums (liegt der B.Z. vor) für das Jahr 2013 soll hierbei auch die Sanktionsquote berücksichtigt werden. Heißt: Je mehr Verstöße geahndet werden, desto geringer die Ausgaben für Hartz-IV-Empfänger - und damit gibt es statistisch weniger hilfebedürftige Menschen.Außerdem sind Jobcenter-Chefs (Monatsgehalt: mindestens 5916,24 Euro) laut einer Zielvereinbarung angehalten, jede Überschreitung von Mietobergrenzen konsequent zu ahnden - theoretisch auch dann, wenn diese nur einige wenige Euro beträgt. Erst im August war ein Jobcenter aus Thüringen wegen 15 Cent vor das Bundessozialgericht gezogen - wegen 15 Cent.Werden die Ziele zu mindestens 98 Prozent erreicht, bekommen die Chefs der Jobcenter am Ende des Jahres 2088,38 Euro Prämie, sind es mehr als 100 Prozent, sogar bis zu 4000 Euro. Insgesamt kamen so in Berlin von 2007 bis 2011 mehr als 100 000 Euro zusammen. 2012 wurden die Ziele verfehlt.Die Bundesagentur für Arbeit bestätigte auf B.Z.-Nachfrage die Prämienzahlungen. Sprecherin Anja Huth: "Wir sind davon überzeugt, dass die Verbindung der Zielerreichung mit der Leistungsbezahlung ein zusätzliches Motivationssignal für die erfassten Beschäftigten bedeutet."Angeblich werde laut der Sprecherin die Sanktionsquote seit 2012 nicht mehr bei den Zielvereinbarungen berücksichtigt. Dem widerspricht ein Ex-Mitarbeiter eines Jobcenters: "Die Quote hat auch weiterhin einen Einfluss auf die Erreichung der Ziele."
Quelle:Die Chefs von Berliner Jobcentern kassieren am Ende des Jahres bis zu 4000 Euro Prämie, wenn sie streng mit Hartz-IV-Empfängern sind : Herz oder Bonus? - B.Z. Berlin
Passend dazu:
Jobcenter ahnden Hartz-IV-Verstöße wieder strenger

BA verweist auf bessere Beratung ....
Quelle:Strafen : Jobcenter ahnden Hartz-IV-Verstöße wieder strenger - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT
dsdwä
 

50GdB23

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Wo sitzen diese Teamleiter eigentlich?? Also, sie scheinen ja mächtig geschützt zu sein wegen Amokläufern und so. Ich hab das Büro bei uns noch nicht ausfindig machen können ;)
 
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ExitUser

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AW: JC Chefs kassieren Prämien für Sanktionen!

Man hat es ja schon immer geahnt. Mir stellt sich allerdings die Frage, ob die Sanktionen, die später vom SG aufgehoben werden, auch in die Statistik einfließen? Falls ja, ist dieses Bonussystem ein schlechter Witz. Man sollte diese Frage vielleicht der BA stellen. Im Übrigen, wäre es nicht sinnvoller Boni für die dauerhafte Vermittlung von Arbeitslosen in nichtprekäre Arbeitsverhältnisse oder eine möglichst geringe Anzahl an erfolgreichen Widersprüchen oder durch das JC nicht gewonnener Klagen vor dem SG zu vergeben?
 
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Nuckel

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AW: JC Chefs kassieren Prämien für Sanktionen!

Habe gerade geschaut, aber der Artikel ist in der Online-Ausgabe verschwunden ???

Man kann se ja kaufen. :cool:

Alles nur wieder Schwindel und Propaganda, wie Erwerbslose gejagt werden.

Auch wird in Berlin nicht in jedem Fall auf angemessene KdU geschaut.
Im Gegenteil. Man bewilligt nach Gutdünken nach oben, was sich keine andere Kommune leisten kann.

Das die Berliner Jobcenter die schlimmsten sind, das stimmt allerdings.
Nicht umsonst läuft das Berliner SG mit Klagen über.
 

Hartzarus

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AW: JC Chefs kassieren Prämien für Sanktionen!

Man hat es ja schon immer geahnt. Mir stellt sich allerdings die Frage, ob die Sanktionen, die später vom SG aufgehoben werden, auch in die Statistik einfließen? Falls ja, ist dieses Bonussystem ein schlechter Witz. Man sollte diese Frage vielleicht der BA stellen.
Bonus??? Wenn das stimmt, dann wäre das allein ein Grund das Hartz System zu verbieten. Menschen dürfen keine Ware sein.

Es sollte rechtliche Möglichkeiten geben, diejenigen, die solche Verordnungen am Grundgesetz vorbei an 'Job' Center bringen zur Verantwortung zu ziehen.
 
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