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40 Prozent der Alleinerziehenden brauchen Hartz IV

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wolliohne

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#1

Mario Nette

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#2
Hoffentlich werden Kinder bei einer Trennung deswegen nicht zum Streitthema, wie man das ja bis jetzt kennt ("Du kriegst das Kind nicht!"). Jedenfalls ist es entsprechend ein Armutszeugnis für diese unsere Gesellschaft, wenn Kinder bedeuten, dass eine erhöhtes Armutsrisiko besteht; Kinder bedeuten Armut ... unfassbar.

Mario Nette
 

Kaleika

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#3
Hoffentlich werden Kinder bei einer Trennung deswegen nicht zum Streitthema, wie man das ja bis jetzt kennt ("Du kriegst das Kind nicht!"). Jedenfalls ist es entsprechend ein Armutszeugnis für diese unsere Gesellschaft, wenn Kinder bedeuten, dass eine erhöhtes Armutsrisiko besteht; Kinder bedeuten Armut ... unfassbar.

Mario Nette
Ja, Kinder sollten Reichtum bedeuten, als Zukunft des Landes, dass wir in ihnen weiter leben!
Für mich sind sie auch mein Reichtum, wenngleich auch nicht gerade finanziell!

Wir brauchen endlich genügend gute Kinderbetreuung und zwar umsonst!

Kaleika
 

isabel

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#4
Ja, Kinder sollten Reichtum bedeuten, als Zukunft des Landes, dass wir in ihnen weiter leben!
Für mich sind sie auch mein Reichtum, wenngleich auch nicht gerade finanziell!

Wir brauchen endlich genügend gute Kinderbetreuung und zwar umsonst!

Kaleika
Du hast alles richtig beschrieben. Manchmal aber hilft die Betreuung nicht. Man muss andere Wege suchen.

Als meine Tochter 6 Monate alt war, hatte ich für sie einen Platz in Kindertagesstädte und für mich ein Arbeitsplatz in Anerkennungjahr. Leider, musste ich auf das alles zeitlich verzichten: mein Kind war sehr Krankheitauffällig.
Ich musste zu Hause bleiben.
Nach 3 Jahren Pause wollte mich keiner mehr einstellen - zu lange aus dem Beruf. Mit Berufserlaubnis und Kosten auch zu kompliziert (für den Arbeitgeber).
Ich möchte hier für vernünftige Programme und Möglichkeiten für Berufsrückkehrerinnen plädieren.
Es kann nicht sein, dass eine Mutter mit Ausbildung keine Chance mehr bekommt, eben, weil sie eine Mutter geworden ist.

Es muss sich die Mentalität ändern. Genau in diese Richtung: Kinder sind unsere Zukunft und unserer Reichtum. Es ist positives Denken gegenüber Kindern und Eltern angesagt

Nicht, dass eine Frau vor der Entscheidung stehen muss: abtreiben - oder Armut für das Kind und für sich selbst.

In dieser Konstellation begibt sich die Frau (wenn nicht Alleinerziehend) in eine Abhängigkeit-Beziehung. Mit dem feudalen Bild von einer Familie, was in diesem Land so sehr propagiert ist (Ernährens-Modell), hilft langsam einer Mutter die beste Ausbildung nicht mehr. (Es sei dem, sie hat connection.). So entsteht auch Familiengewalt.:icon_neutral:

MfG
Isabell
 

Kaleika

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#5
Du hast alles richtig beschrieben. Manchmal aber hilft die Betreuung nicht. Man muss andere Wege suchen.

Als meine Tochter 6 Monate alt war, hatte ich für sie einen Platz in Kindertagesstädte und für mich ein Arbeitsplatz in Anerkennungjahr. Leider, musste ich auf das alles zeitlich verzichten: mein Kind war sehr Krankheitauffällig.
Ich musste zu Hause bleiben.
Nach 3 Jahren Pause wollte mich keiner mehr einstellen - zu lange aus dem Beruf. Mit Berufserlaubnis und Kosten auch zu kompliziert (für den Arbeitgeber).
Ich möchte hier für vernünftige Programme und Möglichkeiten für Berufsrückkehrerinnen plädieren.
Es kann nicht sein, dass eine Mutter mit Ausbildung keine Chance mehr bekommt, eben, weil sie eine Mutter geworden ist.

Es muss sich die Mentalität ändern. Genau in diese Richtung: Kinder sind unsere Zukunft und unserer Reichtum. Es ist positives Denken gegenüber Kindern und Eltern angesagt

Nicht, dass eine Frau vor der Entscheidung stehen muss: abtreiben - oder Armut für das Kind und für sich selbst.


In dieser Konstellation begibt sich die Frau (wenn nicht Alleinerziehend) in eine Abhängigkeit-Beziehung. Mit dem feudalen Bild von einer Familie, was in diesem Land so sehr propagiert ist (Ernährens-Modell), hilft langsam einer Mutter die beste Ausbildung nicht mehr. (Es sei dem, sie hat connection.). So entsteht auch Familiengewalt.:icon_neutral:

MfG
Isabell
Ja genau, dieser Blickwinkel muss zwingend verändert werden!!!

Außerdem fand ich diese unterstützenswerte Forderung der Linkspartei, auch wenn sie leider noch nicht Isabels berechtigten Einwand berücksichtigt:

Klaus Ernst: Alleinerziehende brauchen gebührenfreie Ganztags-Kinderbetreuung statt Propaganda

Berlin (ots) - "Alleinerziehende werden von der Bundesregierung hängen gelassen", kritisiert Klaus Ernst und verweist auf aktuelle Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), denen zufolge 40 Prozent aller Alleinerzeihenden in Deutschland auf Hartz IV angewiesen sind. Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE fordert vor diesem Hintergrund eine gebührenfreie Ganztagsbetreuung:
"Jenseits der wohlfeilen Beteuerungen der Familienministerin ist die öffentliche Kinderbetreuung absolut unzureichend. Das grenzt gerade Alleinerziehende vom Arbeitsmarkt aus. Die Bundesregierung unterlässt den dringend benötigten Aufbau einer flächendeckenden gebührenfreien ganztägigen Kinderbetreuung. Ihr Programm lautet: Allein mit Kind, arm fürs Leben. (...)
http://www.presseportal.de/wahlen2009/index.htx?nr=1411058

Kaleika
 
E

ExitUser

Gast
#6
95 Prozent der auf Hilfe angewiesenen Alleinerziehenden sind Frauen.
Und der Rest sind alleinerziehende Männer?
Nun, wenn Männer alleinerziehend sind, dann sind sie Helden, werden als die Armen von der Rabenmutter im Stich gelassenen Geschöpfe gesehen, ebenso die Kinder. Sie bekommen alle möglichen Unterstützungen, sei es Betreuung vom Staat, von der eigenen Verwandschaft oder von sonst wem. Die Frau darf zusehne. Familie sagt, wolltest du Kind, jetzt hast du. Geh doch zu deinem Mann zurück, und Ähnliches. Die staatliche Betreuung wird verwehrt, weil man als Mutter doch sich um die Kinder kümmern soll, man darf zu Hause bleiben.

"Haushalte mit Kindern und nur einem Elternteil haben in Deutschland ein erhöhtes Armutsrisiko", heißt es in der Studie. Sie seien öfter und länger auf staatliche Hilfe angewiesen als andere Haushalte.
Ist diese Erkenntnis so neu?
Es wird nicht mehr lange dauern, dann geht es nicht nur Haushalten mit Kindern und nur einem Elternteil so, sondern vielen anderen Haushalten auch.

Arbeiten wollen all diese Frauen?
Wer es glaubt wird seelig.
Wenn ich die Wahl hätte würde ich mich mittlerweile für Kind und Haushalt entscheiden. Ich denke, dass ich damit nicht allein bin.
Grad, wenn die Kinder klein sind. Täglich kann man die Entwicklung der Kinder beobachten. Ich möchte nicht die Feststellung machen müssen (mach ich auch nicht), dass mein Kind bei der Tagesmutter den ersten Schritt gemacht hat. Das möchte ich selber erleben.
Arbeiten kann man immer noch, wenn die Kinder entsprechend älter sind. Nur dann will man die Mütter nicht mehr. Angeblich, weil sie zu lange aus dem Beruf raus sind. Weil das Kind krank werden könnte. Es kotzt mich an.

Haben denn alle Arbeitgeber vergessen, dass sie auch mal Kind waren? Wäre es ihnen lieber gewesen, dass die Tagesmutter bei ihnen ist, wenn sie krank sind?
Ein krankes Kind braucht die Mutter/ wahlweise den Vater, und nicht die/ den vom Feierabend gestresste/ n heimkehrende/ n Mutter/ Vater. Vielleicht noch mit schlechtem Gewissen, weil man nicht beim kranken Kind geblieben ist.
Und die Möglichkeit sich bei Krankheit des Kindes 10/ 20 Arbeitstage frei nehmen zu können sind ein Witz. Mein Sohn, du darfst im Jahr nur 10/ 20 Tage krank werden, länger lässt mein Chef nicht zu. Was denkt das Kind, wenn man ihm erklären muss, dass man nicht länger zu Hause bleiben kann, wenn das Kind krank ist, aber die freien Tage aufgebraucht sind?

Ich hör jetzt auf, sonst regt es mich zu sehr auf.

Nachtrag:
"Alleinerziehende werden von der Bundesregierung hängen gelassen", kritisiert Klaus Ernst und verweist auf aktuelle Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), denen zufolge 40 Prozent aller Alleinerzeihenden in Deutschland auf Hartz IV angewiesen sind.
Würde mich nicht weiter stören, wenn die Repressalien wegfallen würden.
 

Mario Nette

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#7
Man muss also sehen, dass sich die Frage nach "Was ist eine 100-prozentige Arbeitskraft" entsprechend negativ entwickelt hat - und zwar hinsichtlich der - ich nenne es mal: - Lebensarbeitsmenge. Dann stellt man auch fest, dass die Anforderungen der Wirtschaft an die Arbeitnehmer derart gesellschaftszerstörend gestiegen sind, dass die 100 % kaum noch erreicht werden können, ohne dass aus dem Einzelschicksal heraus die Gesellschaft Schaden nimmt. Es hat sich nicht etabliert, dass der Mensch mit seiner Arbeit in der Wirtschaft für die Gesellschaft schafft, sondern er schafft für den Profit einzelner. Daran lässt sich sicherlich etwas ändern - man muss nur erstmal damit anfangen.

Beispielsweise waren die - wie hießen sie gleich? - Behindertenregelungen zwar ein erster Schritt, allerdings ein wenig durchdachter. Es ging ja darum, Behinderte in normale Arbeitsverhältnisse zu bringen und sie darin zu schützen. Wer keinen Behinderten aufnimmt, muss "Strafe" zahlen. Nur wird dies gar nicht flächendeckend durchgesetzt und selbst wenn, dann ist die Strafe so gering, dass sich die Unternehmen ins Fäustchen lachen. Schlimmer noch: Mittlerweile kriegen sie Geld, wenn sie Behinderte aufnehmen. Begründung: Behinderte seien Minderleister und für den Arbeitsausfall (entspricht der negativen Abweichung von den 100 %) müsse dann eben die Gesellschaft aufkommen. Den Profit allerdings streicht der Arbeitgeber ein.

Wenn also irgendwann die Politik auf den Trichter kommt, dass auch Alleinerziehende ähnlich den Behinderten zu behandeln seien, dann gute Nacht. Zu begreifen ist, dass auch Unternehmen eine wesentlichen Anteil an der Gesellschaft haben - mit allen Konsequenzen. Ein Unternehmen befindet sich nicht in einer Art Mine, in der es Menschenarbeitskraft abbauen kann, sondern das Unternehmen selbst hat, um fortbestehen zu können, dafür zu sorgen, dass die Arbeitskraft fortbestehen kann. Damit nicht genug: Es hat dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft "komplett" bleibt mit all ihren Macken und "Unzulänglichkeiten" Bei Vorstellungsgesprächen habe ich beispielsweise immer nach dem gesellschaftlichen Auftrag respektive Ziel des Unternehmens gefragt. Die Antworten waren ernüchternd und meist gar nicht ausgerichtet auf die Gesellschaft, sondern auf die eigene Legitimation.

Wenn Kinder dann also Armut bedeuten, weil sie der Wirtschaft nichts wert sind und die Gesellschaft sich sie nicht leisten kann (oder will, weil ihr die Wirtschaft lieber ist), dann muss ich ehrlich sagen, ist mir diese Wirtschaft auch nichts wert und ich werde keine 100 % geben (mache ich auch nicht, ganz ehrlich), um mich nicht auch noch einzureihen in diese speichelnde, pavlovsche Arbeitsmasse.

Mario Nette
 
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