40 Jahre Gefängnis wegen einer Fehlgeburt

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Martin Behrsing

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[FONT=&quot]stellen Sie sich eine schwangere Frau vor, die sich auf die Geburt ihres Kindes freut. Eines Tages erleidet sie eine Fehlgeburt. Ein schlimmes, oft traumatisches Erlebnis. Doch es geht noch schlimmer: In El Salvador können Frauen nach einer Fehlgeburt für Jahrzehnte ins Gefängnis kommen.

María Teresa Rivera (Name geändert) ist das passiert. Sie ahnte nicht, dass sie schwanger war, bis sie auf der Toilette blutend zusammenbrach. Ihre Schwiegermutter fand sie und brachte sie in ein Krankenhaus.

Das medizinische Personal vermutete eine Abtreibung, was in El Salvador unter allen Umständen verboten ist – selbst nach einer Vergewaltigung oder wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. Frauen und Mädchen, die wegen eines Schwangerschaftsabbruchs verurteilt werden, erhalten Haftstrafen von bis zu acht Jahren. Besonders hart werden Frauen bestraft, die eine Fehlgeburt erlitten haben: Ihnen drohen Strafen von bis zu 50 Jahren – wegen „Mordes“.

Das Krankenhauspersonal alarmierte die Polizei. Maria Teresa Rivera wurde verhört, ohne dass sie einen Rechtsbeistand hinzuziehen konnte. Im Juli 2012 wurde sie wegen „Mordes“ angeklagt und trotz Mangels an Beweisen zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Amnesty International fordert im Rahmen der globalen Kampagne „My Body, My Rights“ die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbots in EI Salvador. Unterstützen Sie heute am Tag gegen Gewalt an Frauen unsere Forderung und beteiligen Sie sich an unserer Online-Aktion! Jetzt mitmachen: https://www.amnesty.de/elsalvador

Marías traurige Geschichte ist kein Einzelfall. Frauen und Mädchen stehen in El Salvador vor der Wahl, sich entweder einem illegalen, unsachgemäßen Schwangerschaftsabbruch zu unterziehen, oder eine gesundheitsgefährdende Schwangerschaft auszutragen. In der Folge sind schon Hunderte Frauen und Mädchen gestorben.

Gerade noch Glück hatte 2013 die 22-jährige Beatriz. Sie litt an verschiedenen Krankheiten, die ihre Schwangerschaft lebensbedrohlich machten. Zudem fehlten dem Fötus Teile des Gehirns und des Schädels. Er war nicht überlebensfähig. Dennoch gestatteten ihr die Behörden erst nach einem monatelangen Drama und einem weltweiten öffentlichen Aufschrei den lebensrettenden Kaiserschnitt.

Fälle wie die von María und Beatriz dürfen sich nicht mehr wiederholen. Frauen und Mädchen in El Salvador müssen Zugang zu sachgemäßen und legalen Schwangerschaftsabbrüchen haben, wenn ihr Leben oder die körperliche oder geistige Gesundheit ernsthaft gefährdet ist, wenn der Fötus nicht lebensfähig ist oder wenn die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung oder von Inzest ist.

Werden Sie aktiv! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Aktion und fordern Sie die Regierung von El Salvador auf, das absolute Abtreibungsverbot aufzuheben: https://www.amnesty.de/elsalvador

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kampagnen-Team von Amnesty International in Deutschland[/FONT]
 
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