30 Jahre, kaum gearbeitet, psychisch am "Boden", besteht Aussicht auf Zeit-EM-Rente ?

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zero88

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Hallo in die Runde,

ich habe eine Frage bezüglich Rente auf Zeit. In meinem Leben ist bisher viel schief gelaufen. Ich wurde über Jahre von meinem Stiefvater missbraucht. War auch einige Male in Therapie. Angst und Panikattacken sind auch vorhanden. Ausbildungen habe ich alle abgebrochen da ich nicht belastbar war. Arbeitsplätze für Hilfstätigkeiten werden aufgrund Erschöpfung auch nur kurz durchgehalten. Nun habe ich auch noch seit 2 Jahren massive Darmprobleme. Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit. Das Problem dabei ist das ich bei vielen Ärzten war und trotz vieler Untersuchungen nie eine Diagnose gestellt wurde. Es war bei allen Untersuchungen immer alles ok. Dabei geht es mir sehr schlecht. Ich muss mich viel ausruhen und komme finanziell überhaupt nicht auf die Beine da ich nicht arbeiten kann. Nun überlege ich mit 30 Jahren einen Antrag auf EU Rente auf Zeit zu stellen. Nur habe ich ja keine wirkliche Diagnose und kann mir nicht vorstellen das dass Ganze dann durchgeht?! Kann mir jemand einen Rat geben? Danke im voraus
 

Julian

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Natürlich kannst Du einen Antrag auf eine EU-Rente, bzw. meinst Du wahrscheinlich eine Erwerbsminderungsrente, stellen.
Bei psychischen Problemen muss nicht eine körperliche Diagnose vorliegen, in Deinem Fall ist es ja eine psychosomatische.
Das wird dann ein psychiatrischer Gutachter beurteilen.
Bist Du denn in Psychotherapie oder gab es Klinikaufenthalte?
Eine Vorgeschichte wäre hilfreich.
Noch eine Ergänzung: es ist die Frage ob in Deinem jungen Alter da viel an Rente rauskommt und ob Du überhaupt die voraussetzungen erfüllst (mindestens fünf Jahre versichert, in den letzten fünf Jahren drei Jahre Beiträge bezahlt, so weit ich weiss). Informiere Dich da im Zweifelsfall vorher.
 

Doppeloma

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Hallo zero88, :welcome:

ich habe eine Frage bezüglich Rente auf Zeit. In meinem Leben ist bisher viel schief gelaufen. Ich wurde über Jahre von meinem Stiefvater missbraucht. War auch einige Male in Therapie. Angst und Panikattacken sind auch vorhanden. Ausbildungen habe ich alle abgebrochen da ich nicht belastbar war.

Ob du Aussichten auf eine EM-Rente haben könntest hängt von vielen Faktoren ab, besonders auch davon, ob deine bisherigen Beiträge bei der DRV dafür reichen werden.

So wie es mein Vorschreiber schon richtig erwähnt hat ist dann noch offen ob du auch eine auskönmmliche EM-Rente bekommen würdest.
Wichtig wäre auch eine (langfristige) Fachärztliche Behandlung nachweisen zu können, die bisher leider keine wesentliche Besserung bringen konnte.

Arbeitsplätze für Hilfstätigkeiten werden aufgrund Erschöpfung auch nur kurz durchgehalten. Nun habe ich auch noch seit 2 Jahren massive Darmprobleme. Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit. Das Problem dabei ist das ich bei vielen Ärzten war und trotz vieler Untersuchungen nie eine Diagnose gestellt wurde.

Genau dafür dürfte wohl ein Psychiater der geeignete Fachmann sein, denn deine ganzen körperlichen Reaktionen werden wohl eher damit zusammenhängen.
Darum finden auch die anderen Ärzte nichts oder nicht viel, mit einigen dieser Zustände kenne ich mich (leider) auch etwas aus und das war / ist meist rein psychisch bedingt.

Sobald der auslösende Druck weg war ging es mir wieder besser ... bis die nächste (für mich scheinbar unlösbare) Anforderung an mich gestellt wurde ... das sind typische Anzeichen für vorrangig psychische Probleme.

Es war bei allen Untersuchungen immer alles ok. Dabei geht es mir sehr schlecht. Ich muss mich viel ausruhen und komme finanziell überhaupt nicht auf die Beine da ich nicht arbeiten kann.

Nach Allem was du erleben musstest ist das nachvollziehbar, dass dein Körper damit auch nicht gut klar kommt, denn eine ernsthafte "Aufarbeitung" hat ja scheinbar auch noch nicht (erfolgreich) stattgefunden.

Man kann solche Dinge sicher nicht wirklich komplett "vergessen" aber man kann (meist) lernen damit soweit "abzuschließen", dass der Rest des Lebens dadurch nicht mehr so extrem belastet wird.

Nun überlege ich mit 30 Jahren einen Antrag auf EU Rente auf Zeit zu stellen.

Eine Berentung auf Zeit wird das auch nicht lösen können wenn du keine medizinischen Fachleute an deiner Seite hast, die das dann (in dieser Zeit) mit dir auch weiter intensiv "bearbeiten" wollen und können.

Nur habe ich ja keine wirkliche Diagnose und kann mir nicht vorstellen das dass Ganze dann durchgeht?!

Vor der EM-Rente steht auch bei der DRV zunächst die Behandlung von gesundheitlichen Problemen und die Diagnosen dürfte ein Psychiater ziemlich schnell und sicher für dich parat haben.
Du schreibst oben, dass du schon in Therapie gewesen bist, die bekommt man ja von der KK auch nicht ohne Diagnosen so einfach bewilligt, also muss es ja schon Feststellungen dazu gegeben haben.

Für Ansprüche auch auf Reha-Maßnahmen wäre wichtig zu wissen wie viele Arbeitsjahre / Beitragsjahre du überhaupt zusammen bekommen hast bei der DRV ... wovon lebst du denn aktuell wenn du nicht arbeiten kannst ?

Mit 30 eine EM-Rente zu bekommen ist zwar theoretisch (in Einzelfällen) möglich aber das kann ja letztlich nicht dein Lebensziel sein mit "30 in Rente" zu gehen, es wird auch nicht leichter nach einer EM-Rente auf Zeit wieder in das normale Berufsleben zurück zu kehren. :icon_evil:

So wird man zunächst alles daran setzen, dich wieder stabiler und fitter für eine Arbeits-Aufnahme zu machen ... die EM-Rente soll ja das letzte Mittel sein wenn sonst gar nichts mehr geht ...

Für direktere Ratschläge an wen du dich wenden könntest, fehlen leider noch zu viele Informationen, was du außer Therapien und Arztbesuchen schon selber unternommen hast und welche beruflichen Vorstellungen du denn selber hättest wenn es dir besser ginge.

MfG Doppeloma
 

zero88

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Erstmal vielen Dank für eure Antworten!!

Ich war bisher bei einigen ambulanten Psychologen. Wenn ich soweit wieder stabil war und die bewilligten Stunden aufgebraucht wurden, war natürlich Schicht im Schacht.
Auch war ich mal für 1 Nacht stationär. Da dass aber gar nichts für mich ist, bin ich auf Selbstentlassung da raus. In einer Tagesklinik wurde ich irgendwann vor die Tür gesetzt da ich morgens häufig zu spät kam. Diese war halt einige Kilometer entfernt und musste mit Bus und Bahn erreicht werden sodass ein frühes aufstehen vorrausgesetzt wurde. Medikamente hatte ich ebenfalls genommen. Diese haben aber meine Lebertransaminasen erhöht. Also abgesetzt da ich keine geschädigte Leber haben möchte.

Rente wegen voller Erwerbsminderung würde ich wohl bekommen. Habe erst kürzlich ein Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung erhalten das dies aktuell um die 700 Euro wären. Auch bin ich verheiratet. Nur fehlt ja ein ganzes Einkommen da ich nicht bzw. kaum arbeiten kann. Es erzeugt ja auch eine ganze Menge an Druck sich immer eine Anstellung zu suchen nur um Geld zu verdienen. Diese dann wieder aus Erschöpfung nicht lange durchzuhalten. Ich komme ursprünglich aus der Pflege. Die aktuelle Situation dort hat mir natürlich den Rest gegeben. Ich habe ja Hoffnung das wenn es Rente für mich auf Zeit gibt, ich mich erholen kann. Ohne Druck und fianzielle Ängste zu haben.
Kuraufenthalte und stationäre Einrichtungen kämen allerdings nicht in Frage. Da hätte ich noch mehr Stress und Ängste wenn ich aus meiner häuslichen Situation raus müsste. Auch würde ich keine Pillen mehr nehmen da ich froh bin, das die Leber sich erholt hat.

Wie man sieht kämen grundsätzliche Dinge für mich nicht mehr in Frage.
Bin aktuell auch nicht in Behandlung. Weder psychologisch noch neurologisch.
 

Gemcitabine

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Ich wurde über Jahre von meinem Stiefvater missbraucht.
War auch einige Male in Therapie. Angst und Panikattacken sind auch vorhanden.
Erschöpfung
massive Darmprobleme. Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit.

Das Problem dabei ist das ich bei vielen Ärzten war und trotz vieler Untersuchungen nie eine Diagnose gestellt wurde. Es war bei allen Untersuchungen immer alles ok. Dabei geht es mir sehr schlecht.

Ich habe mal alles stehenlassen, was sich bei dir an diverser Symptomatik angesammelt hat.

Mir ist es völlig unklar, bei dieser Beschreibung, dass da niemals eine Diagnose gestellt wurde.
Insbesondere Punkt 1 in Zusammenhang mit Punkt 2 und 3.

Hast du irgendeine Psychotherapie gemacht oder eine spezielle Traumatherapie bei diesem Hintergrund?
Therapeuten müssen ja auch abrechnen und belegen und es ist schwer vorstellbar, dass du mehrfach bei Therapeuten (unterschiedlichen?) warst und niemals etwas diagnostiziert wurde.
Bist du dir da überhaupt sicher?
Normalerweise erhält man ja keinen Einblick in Patientendokumentationen.
Da muss man schon gezielt nachhaken manchmal, aber irgendwas steht dort mit Sicherheit drin.
Zumindest deine Arztbesuche und auch die Therapiestunden wurden ja dokumentiert, daher sind genaue Diagnosen vielleicht auch erstmal gar nicht so entscheidend. Im Bereich psychische Störungen überschneiden die sich eh oft oder sind gar nicht klar definierbar.

Ich würde mal Einsicht in diese Unterlagen ersuchen, damit du überhaupt mal einen Überblick erhältst, was da alles dokumentiert wurde und was nicht.
Ärzt ansprechen, wäre auch eine Idee. Mir ist es bisher noch nicht passiert, dass ich in diesem Fall keine Auskunft erhielt, auch wenn sie nicht immer ganz zufriedenstellend war.

Ich wünsche dir, dass du da weiterkommst und vor allem fände ich es in deinem Fall wirklich sinnvoll, eine spzielle Therapieform anzustreben, denn mit der Thematik sexueller Missbrauch kennt sich längst nicht jeder Therapeut genug aus und dort kann ein unkundiger Therapeut allen möglichen Schaden anrichten.
 

zero88

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Hey Gemcitabine,

mit keine Diagnose meine ich die körperlichen Symptome. Diese starken Verdauungsstörungen etc. da gibt es trotz umfangreicher Diagnostik (z.B. MRT, Endoskopien..) keine Diagnose.

Bei den Psychologen hieß es meistens Depression, Angst- und Panikstörung. Diese körperlichen Symptome hatte ich aber zu Therapiezeiten noch nicht. Bis auf die Symptome die während Panikattacken auftreten. Wenn also die bewilligten Therapiestunden ausgeschöpft wurden und auch eine 2. Verlängerung ausgeschöpft wurde, ging es da nicht weiter. Heißt: Ich gehe phasenweise immer wieder kurz arbeiten damit Geld reinkommt. Dann bin ich wieder total fertig, kündige und sitze mit Existenzängsten zuhause. Mein Körper und meine Seele brauchen aber mal Ruhe. Ich kann mit dem Stress die die Arbeitswelt abverlangt nicht umgehen. Auch das zur Verfügung zu stehen überfordert mich. Denn Menschen mit psychischen Auffälligkeiten sind ja nicht jeden Tag gleich drauf. Aber für eine Beständigkeit die beim arbeiten wichtig wäre, reicht es derzeit einfach nicht.


Durch Umzüge wurde auch häufig der Arzt gewechselt. Ich saß häufig bei verschiedenen Ärzten die mir ein Schreiben fertig machten, das der jetzige Job nicht gut ist. Sämtliche Unterlagen müsste ja auch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter haben. Auch habe ich zuhause ein Schreiben vom Jugendamt über die missbräuchlichen Vorfälle in der Familie. Bloß reicht das alles? Oder werden mir doch wieder nur Medikamente untergejubelt ?!
 

Bitas

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Es gibt einen Grundsatz bei der DRV, der da heißt, Reha vor Rente.
Es gibt wie immer Ausnahmen aber die meisten kommen an einer Reha nicht vorbei.
 

Buchfan

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Hallo zero88!
Mit solchen Erfahrungen wie Deiner fertig zu werden ist oft ein lebenslanger Prozess. Je nach sozialem Umfeld, Kontakten und Lebensführung gestaltet der sich unterschiedlich (lang).
In Anbetracht Deiner kostbaren Lebenszeit würde ich Dir raten, Deine Gesundung in den Mittelpunkt Deines derzeitigen Lebens zu stellen. Schließlich muss das Leben noch hoffentlich viele Jahre wieder lebenswert werden.
Aus diesen Gründen versuche ruhig, eine EMR zu bekommen! Mit viel Glück bekommst Du Sie nach Aktenlage bewilligt, mit weniger Glück sollst Du eine Reha machen. Zu verlieren hast Du nichts. Denn selbst wenn die Reha mit Medi-Einnahme verknüpft würde oder Dir Zu viel wird, könntest Du Dich vor Beginn reha-untauglich schreiben lassen.
Also bleib einfach dran und schreib uns bitte wie es weitergeht.
[>Posted via Mobile Device<]
 
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