25 KG Schein vom Arzt bekommen

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Guten Abend Forengemeinde,

nachdem ich heute beim Orthopäden war sagte mir dieser, dass ich einen 25 KG Schein bekommen werde.
Also das ich nichts über 25 KG heben darf.

Arbeitsunfall vor einigen Jahren auf dem Bau, Wirbel Probleme - und Schmerzen.


Muss ich diesen nach meiner AU (läuft schon länger und wird aoch noch etwas weiter gehen) diesen Schein dann in Kopie beim nächsten SB Termin abgeben?

Oder wird sich die SB ein Ei darauf backen und mich trotzdessen weiterhin versuchen auf den Bau zu schieben?
(Bin ungelernt)

Solche Tätigkeiten wie auf dem Bau, in der Altenpflege etc kann ich somit wohl vergessen; da ich nach härterer körperlicher Arbeit immer starke Schmerztabletten nehmen und zum Arzt rennen musste...

Jetzt frage ich mich generell wie es weitergehen könnte, wenn ich so einen Schein habe? Jemand Erfahrungen?

Grüße
 

ShowCenterFulda

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Jetzt frage ich mich generell wie es weitergehen könnte, wenn ich so einen Schein habe? Jemand Erfahrungen?Grüße

Wie es weitergehen "könnte" hängt mitunter davon ab, ob und in welchem Maß die SB am Rad dreht. Ich muss vorwegschicken, dass mir wegen meines Wirbelsäulenschadens schweres Heben ebenfalls nicht möglich ist. Dies stellte aber für mein Berufsbild (Büro) bisher keine Einschränkung dar und wurde entsprechend ärztlich belegt. In meinem Fall hätte es also genügt festzuhalten, welchte Tätigkeiten gemäß §10 SGBII (Abs.1, S.1) für mich zumutbar ist.

... 25 KG Schein ... Muss ich diesen ... Schein dann in Kopie beim nächsten SB Termin abgeben?Grüße

Ja, solltest Du, um festzuhalten, welche Tätigkeiten für Dich überhaupt zumutbar sind. Deine Einschränkungen müssen bei der Vermittlung berücksichtigt werden.

Oder wird sich die SB ein Ei darauf backen und mich trotzdessen weiterhin versuchen auf den Bau zu schieben?

Kann durchaus passieren. Meine SB im Jobcenter Fulda versucht mutwillig und ganz bewusst, mich in körperlich schwere Tätigkeiten zu vermitteln. Auf meine Einwände hin erklärte sie, dass sie mich dann halt eben für nicht erwerbsfähig hält und ich deshalb angeblich keinerlei Anspruch auf Leistungen hätte. Sie verweigerte zeitweilig die Auszahlung komplett und behauptete, sie könne stattdessen ersatzweise "irgendwelche Gründe" herleiten, um mich in die Erwerbsunfähigkeitsrente zu pressen.


Erfahrungsbericht:

Teil 1: Die SB vereinbarte einen Termin beim Amtsarzt, allerdings mit der rechtswidrigen Begründung mir gegenüber, dass sie Befunde und Röntgenbilder sehen wolle, wozu sie angeblich befugt sei. Sie begehrt dabei Einsicht in die Diagnosen meines ganzen Lebens, auch solche, welche mit der Einschränkung gar nichts zu tun haben. Sie stellt dabei mir gegenüber die Behauptung auf, sie halte mich für nicht erwerbsfähig.

Teil 2: In der schriftlichen Erklärung gegenüber dem Amtsarzt hingegen stimmte sie mit mir völlig überein und erklärte gegenteilig, dass sie mich sehr wohl für voll erwerbsfähig hält. Aber weiter erklärt sie dann darin, dass eine Vermittlung in meinem Beruf wegen körperlicher Einschränkungen angeblich (Zitat) "kaum möglich sei". Obwohl meine SB weder die Kompenz hat noch dazu befugt ist, maßt sie sich obendrein an Gründe erkennen zu wollen, die (Zitat) "auf eine psychologische Krankheit hindeuten könnten."


Fazit:

Da Deine körperlichen Einschränkungen von einem Arbeitsunfall herrühren, könnte in Deinem Fall die Anberaumung eines amtsärztlichen Termins durchaus gerechtfertigt sein. Sollte es soweit sein, dann sei dabei vorsichtig und pass bloß auf, dass die SB einwandfrei handelt. Lass Dir alles in Fotokopie ausfertigen, insbesondere die Zielfragen, mit denen die SB einen möglichen Termin gegenüber dem Amtsarzt begründet. Siehe auch:

https://www.arbeitsagentur.de/zentr.../Gesetzestext-08-SGB-II-Erwerbsfaehigkeit.pdf

Achte auch darauf, dass die Richtlinien des Datenschutzes eingehalten werden. Diagnosen und Befunde sowie Einsicht in irgendwelche Röntgenbilder gehen einen Fallmanager einfach nichts an. :biggrin: Siehe auch:


Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit - FAQ zu Arbeit - Arbeitslosengeld II - Gesundheitsdaten - Muss ich Gesundheitsdaten im Jobcenter preisgeben?

Eventuell vorab eingereichte Unterlagen wie der Gesundheitsfragebogen und eigene Befundunterlagen dürfen nicht von dem persönlichen Ansprechpartner eingesehen werden. Entsprechende Unterlagen sollten im verschlossenen Umschlag zur direkten Weiterleitung an den Ärztlichen Dienst eingereicht oder zur Untersuchung mitgebracht werden. Sie sind ausschließlich für die Amtsärzte bestimmt, damit diese bei einer Beauftragung durch den persönlichen Ansprechpartner die schnellstmögliche und wirtschaftlichste Erledigungsform des Untersuchungsauftrags wählen können. Im Einzelfall lässt sich damit auch ohne eine Einladung zur Untersuchung ein Gutachten zur Leistungsfähigkeit an Hand der Befundunterlagen erstellen und eine Doppeluntersuchung vermeiden.

Nicht dass es Dir genauso ergeht wie mir, weil eine SB intrigant Tatsachen verdreht und dreist neue Sachverhalte geradezu herbei konstruieren will. :icon_eek:
 

Ratsuchend

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Hallo,

danke für Deine Antwort.

Das hat mir schon mal weitergeholfen :icon_daumen:


"Kann durchaus passieren. Meine SB versucht mutwillig und ganz bewusst, mich in körperlich schwere Tätigkeiten zu vermitteln. Auf meine Einwände hin erklärte sie, dass sie mich dann halt eben für nicht erwerbsfähig hält und ich deshalb angeblich keinerlei Anspruch auf Leistungen hätte. Sie verweigerte zeitweilig die Auszahlung komplett und behauptete, sie könne stattdessen ersatzweise "irgendwelche Gründe" herleiten, um mich in die Erwerbsunfähigkeitsrente zu pressen."


Ich weiß nicht, wie man zitiert....

aber vor genau DEM habe ich Angst....

Wie gesagt, durch den Arbeitsunfall habe ich meine Lehre damals nicht abgeschlossen..... nicht abschließen können und bin nun ungelernt...

Daher frage ich mich jetzt auch, was ich denn in Zukunft noch machen kann?
Vom Bau muss ich mich verabschieden....

Kann ich nun eine Umschulung oder dergleichen bekommen?

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, welche Jobs ich als Ungelernter jetzt machen kann.



Kann mir das nun auch passieren?

Das meine SB (eine Drache ohnegleichen) jetzt versuchen würde mich in Erwerbsfähigkeitsrente stopfen? Oder bedarf es dafür größere körperliche Einschränkungen?
 

gelibeh

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Das meine SB (eine Drache ohnegleichen) jetzt versuchen würde mich in Erwerbsfähigkeitsrente stopfen? Oder bedarf es dafür größere körperliche Einschränkungen?
Dafür braucht es mehr. Dann muss sich die SB mal etwas Mühe geben und überlegen, was sie mit Dir anstellen soll. Gegen Drachen helfen oft schon Beistände, die man mit nimmt.
 

ShowCenterFulda

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aber vor genau DEM habe ich Angst....

Brauchst Du nicht. Ich wollte Dir sicher auch keine Angst einjagen. Wenn ein "Vermittlungsvorschlag" gesundheitsbedingt nicht zumutbar ist, so muss das berücksichtigt werden. Dabei braucht die SB nur eins zu interessieren: Was geht und was geht nicht. Diagnosen und Röntgenbilder gehen die einen Dreck an!

Deshalb vor Ort am besten keine Schweigepflichtsentbindung gegenüber dem Jobcenter unterschreiben. Zum einen ist diese freiwillig, zum anderen muss die Freiwilligkeit ausdrücklich darin vermerkt sein. Du brauchst Deinen behandelnden Arzt bestenfalls gegenüber dem Amtsarzt von der Schweigepflicht zu entbinden - mehr nicht. Es sei denn, es ist Dir egal, dass Deine medizinischen Unterlagen von irgendwelchen SB gelesen werden...?

Wie gesagt, durch den Arbeitsunfall habe ich meine Lehre damals nicht abgeschlossen..... nicht abschließen können und bin nun ungelernt...Daher frage ich mich jetzt auch, was ich denn in Zukunft noch machen kann?...Kann ich nun eine Umschulung oder dergleichen bekommen? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, welche Jobs ich als Ungelernter jetzt machen kann.

Wenn Du wirklich den Berufsabschluss in einem anderen Bereich nachholen möchtest, müsste man zunächst gemeinsam mit Dir ein individuelles Profiling machen, um Deine Stärken, Interessen und Begabungen herauszufinden. Danach wäre eine für Dich passende Weiterbildung sicher machbar, besonders weil es ja die Erstausbildung wäre. Mit Weiterbildung meine ich übrigens einen vernünftigen Abschluß als Ziel und nicht diesen allgemein in den "Job-Schrott-Centern" üblichen "Sinnlos-Maßnahmen-Müll".

Beim Profiling könnte es schwierig werden: Zwar gibt es vereinzelt durchaus fähige Mitarbeiter in den JC. Viel zu oft zeigt man sich aber leider absolut inkompetent. Bei meinem Jobcenter (Amt für Arbeit und Soziales, weil Optionskommune) konnten die SB bis heute nicht mal meinen Lebenslauf korrekt in das System einpflegen...

Beim Arbeitsamt / Arbeitsagentur hingegen scheint man (hier in Fulda zumindest) einen wesentlich besseren Job zu machen. So gab es in meinem ehemaligen Betrieb einige Umschüler, bei denen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen eine betriebliche Ausbildung gefördert wurde. :smile:

Kann mir das nun auch passieren? Das meine SB (eine Drache ohnegleichen) jetzt versuchen würde mich in Erwerbsfähigkeitsrente stopfen? Oder bedarf es dafür größere körperliche Einschränkungen?

Das kann passieren, aber nochmal: Eine SB bzw. Fallmanagerin ist dazu NICHT befugt. Es kann höchstens sein, dass Du beim Amtsarzt vorstellig werden musst, damit dieser Deine Einschränkungen bestätigt. Sollte der Amstarzt hingegen von sich aus meinen, dass Du Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hättest, so wird er Dir das schon mitteilen. :biggrin:
 
K

Katzenfreak

Gast
25KG Schein?? Hätte den Arzt erstmal ausgelacht, wenn man wirklich Rückenprobleme hat , sind auch 10KG zu schwer......wechsel mal den Doc.....

Weil mit 25KG kann er dich doch noch fast überall unterbringen......
 
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