2008: Kombilohn und Öffentlich geförderte "Arbeitsplätze" (1 Betrachter)

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Hartzbeat

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Nicht als Aprilscherz vorgesehen - ab April bezahlen wir selbst für unsere Arbeit ...

Arbeitsmarktboom: ÖBS – Kommunalkombi und die neuen Hartz Gesetze
Noch bevor die Hartz Gesetze geboren waren hieß es am 15.12.2000 in einer Meldung der FAZ: "Vor mehr als einem Jahr haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag zu einer Reform des Niedriglohnsektors verpflichtet". Der Weg dahin war lang aber gründlich. Am 01.10.2007 war es nun soweit.
Mit dem Programm JobPerspektive wurde der Startschuss gegeben. Dem folgt ab 01.01.2008 der Kommunal-Kombi und danach wird der öffentliche Beschäftigungssektor (ÖBS) am 01.04.2008 zur Nutzung der freien Wirtschaft geöffnet.
Nach offiziellen Angaben sind die neuen Gesetze zur Eingliederung von
insg. ca. 250.000 schwervermittelbaren Menschen geschaffen worden. Dafür stehen die Programme „JobPerspektive = 100.000 öffentlich geförderte Stellen“ und der „Kommunalkombi-Lohn = 100.000-150.000 Stellen“.
Allerdings stellt sich die Frage, warum für eine Randgruppe von 5%
Erwerbslosen eine Milliardenförderung anläuft; die Gesetze aber für alle
-und dies sind bekanntlich Millionen von Erwerbslosen gelten?

Ebenso: Weshalb öffnet man für nur 250.000 öffentlich geförderte Stellen ab dem ab 01.04.2008 die Zuweisungspraxis von Maßnahmeteilnehmern in die freie Wirtschaft?

Die neuen Gesetze bringen für die vielen Erwerbslosen noch
weitere Schärfen
. Durch die Programme sind aber nicht nur Millionen
Erwerbslose betroffen, vielmehr werden sie einen enormen Einfluss auf die
Beschäftigten in Mittel- bis Niedriglohngruppen ausüben.
https://www.labournet.de/news/2007/dienstag1311.html

:icon_arrow: Informationen zu den am 1.10.2007 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen von Anna Fleischer vom 11/2007 (pdf)
https://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/amarkt/amarkt3.pdf

:icon_arrow: Leistungen zur Beschäftigungsförderung nach § 16a SGB II - JobPerspektive - Arbeitshilfe der BA zum Sozialen Arbeitsmarkt der Öffentlich geförderten Beschäftigung (pdf)
https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/HEGA-Internet/A06-Schaffung/Publikation/Arbeitshilfe-zu-P16a-SGB-II.pdf
 
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Nicht als Aprilscherz vorgesehen - ab April bezahlen wir selbst für unsere Arbeit ...
steht bitte wo genau?


Noch bevor die Hartz Gesetze geboren waren hieß es am 15.12.2000 in einer Meldung der FAZ: "Vor mehr als einem Jahr haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag zu einer Reform des Niedriglohnsektors verpflichtet"
wie geht das, wenn Rot-Grün zu der Zeit dran war und es erst seit der letzten Bundestagswahl eine Rot-Schwarze Regierung gibt?


:icon_question:
 

Hartzbeat

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Kombilohn for Dummies

Hey Sancho, Du ...
... aber weil Du's bist... erste und letzte Bemerkung meinerseits zu solchen Anfragen...

Hier steht's!

Was glaubst Du denn, von welchen Geldern Kombilöhne mitfinanziert werden? Woraus wird's denn sonst gezahlt, wenn nicht aus EU- und anderen Steuerngeldern, wer zahlt dann, wenn nicht teils die arbeitende, teils die von der Arbeit ausgeschlossenen Bevölkerung?

Für den Artikel - den ich lediglich zitiert, nicht aber editiert - habe - zeichne ich mich nicht gänzlich verantwortlich. Das allein müsstest Du daran erkennen, dass er zitiert ist - und zwar richtig zitiert! Mir geht es um die Grundaussage dabei. Picke Du Dir nur die (Un)Sachlichkeiten raus. Dazu findest Du im Original sicherlich einiges unter:
https://www.labournet.de/news/2007/dienstag1311.html ... und schreibe an den Verursacher Deine Leserbriefe.

Fast ebens:icon_mued: gelangweilt ...
grüßt Hartzbeat
 
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Zu beachten sei, dass der Begriff „3. Arbeitsmarkt“
oder wie vom DGB als „Ehrlicher Arbeitsmarkt“ tituliert, in den Ausführungen der Bundes-
agentur für Arbeit als „sozialer Arbeitsmarkt“ bezeichnet wird. Dieser solle in einen allge-
meinen Arbeitsmarkt münden. Demnach scheint es den regulären Arbeitsmarkt in naher
Zukunft nicht mehr zu geben. An dem Punkt lässt sich vielleicht schon erahnen, dass die
milliardenschweren Förderungen bei Erwerbslosen eigentlich Lohnkostenzuschüsse und
einen Ausbau des Niedriglohnbereichs der freien Wirtschaft darstellen.
Na wenigstens haben die hier zugegeben, dass es in naher Zukunft nur noch freie Wirtschaft geben wird.
 
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steht bitte wo genau?
- Berücksichtigungsfähiges Arbeitsentgelt: Berücksichtigungsfähig ist das zu zahlende
tarifliche Arbeitsentgelt oder, wenn eine tarifliche Regelung keine Anwendung findet, das
für vergleichbare Tätigkeiten ortsübliche zu zahlende Arbeitsentgelt einschließlich mögli-
cher Einmalzahlungen. Erstattungen an den Arbeitgeber auf Grund eines Ausgleichssys-
tems mindern den Beschäftigungszuschuss entsprechend.
Wie reizend. :icon_tonne:
 
E

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@Hartzbeat

was hat jetzt der Ostalbkreis damit zu tun?

Was glaubst Du denn, von welchen Geldern Kombilöhne mitfinanziert werden? Woraus wird's denn sonst gezahlt, wenn nicht aus EU- und anderen Steuerngeldern, wer zahlt dann, wenn nicht teils die arbeitende, teils die von der Arbeit ausgeschlossenen Bevölkerung?
und von was werden die Angestellten im öffentlichen Dienst, Politiker und Beamte bezahlt? kleiner Tipp: auch die Steuerzahler (inkl. ALG2er).

Im Übrigen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) werden auch so bezahlt, also nichts neues, nur das Alte mit neuem Namen.

@andine

(2) Die Höhe des Beschäftigungszuschusses richtet sich nach der Leistungsfähigkeit des erwerbs-fähigen Hilfebedürftigen und kann bis zu 75 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts betragen. Berücksichtigungsfähig sind
1. das zu zahlende tarifliche Arbeitsentgelt oder, wenn eine tarifliche Regelung keine Anwendung findet, das für vergleichbare Tätigkeiten ortsübliche zu zahlende Arbeitsentgelt und
2. der pauschalierte Anteil des Arbeitgebers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag abzüglich des Beitrags zur Arbeitsförderung.
Wird dem Arbeitgeber auf Grund eines Ausgleichssystems Arbeitsentgelt erstattet, ist für den Zeit-raum der Erstattung der Beschäftigungszuschuss entsprechend zu mindern.
kann heißen, wer nicht voll arbeiten kann, bekommt auch weniger Geld, oder irre ich mich da?
 
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@andine



kann heißen, wer nicht voll arbeiten kann, bekommt auch weniger Geld, oder irre ich mich da?
Wer weniger arbeitet, hat schon immer weniger verdient. Aber das ist doch normal. Aber der letzte Satz macht mir Sorgen!
Ich verstehe es selbst nicht 100%-ig. :icon_kratz:
Ich hatte nur den letzten Satz verstanden oder habe ich mich geirrt?
Vielleicht kann es jemand genauer erklären, denn ich habe den letzten Satz so verstanden, dass derjenige wegen Erstattungen an den Arbeitgeber (wenn es welche gibt) weniger verdient.
Somit wäre einem Job unterhalb der Armutsgrenze in der freien Wirtschaft "endlich" Tür und Tor geöffnet, nichts mehr mit gemeinnützig und so.
 

Arania

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es betrifft in jedem Fall den Arbeitgeber der diesen Zuschuss bekommt
 
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Sinnlos

Unverständlich. Wenn derjenige, dessen Arbeitgeber einen Zuschuss erhält, deshalb diesen vom Lohn abgezogen bekommt und weniger verdient, dann ist er unter Umständen wieder auf einen Lohnzuschuss in Form von Hartz4 abhängig.
Ich krieg mich nicht mehr ein ...:icon_hihi::frown:

Wann werden die, die sich so etwas ausdenken in die Irrenanstalt überwiesen?
 
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Gast
Unverständlich. Wenn derjenige, dessen Arbeitgeber einen Zuschuss erhält, deshalb diesen vom Lohn abgezogen bekommt und weniger verdient, dann ist er unter Umständen wieder auf einen Lohnzuschuss in Form von Hartz4 abhängig.
Ich krieg mich nicht mehr ein ...:icon_hihi::frown:

Da kann man vorerst auch nur spekulieren, aber es kann auch die Möglichkeit bestehen, das man mindest 75% "Einsatzfähigkeit" besitzen muss, um in diese Jobs zu kommen. (wie geschrieben, Spekulation) und da gibt es eben nur 75% des Tariflohnes.

Ich bin mal gespannt, wann das genauer Erklärt wird.(wenn überhaupt)


Wann werden die, die sich so etwas ausdenken in die Irrenanstalt überwiesen?
Ist diese "Irrenanstalt" nicht in B mit einer Glaskuppel oben drauf? :wink: :icon_hihi:
 

Jenie

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ok dann machen sich am besten alle Arbeiter Selbstständig...

egal in welchem job auch.... notfalls über HGB 84 --- freier Handelsvertreter...

Handelt leute !

sodann stellt einen 1 euro jobber ein von mir aus die oma oder sonstewen und beantragt förder geld und kombilohn...

natürlich beantragen wir dann auch alle steuergeschenke die man bekommen kann damit wir endlich das kriegen was arbeiter zusteht...

tss wenns mal so einfach wäre mit der freien marktwirtschaft
 

gelibeh

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ich versteh das anders.
Der Arbeitgeber zahlt Dir den vollen Tariflohn, oder eben den ortsüblichen Lohn und bekommt bis zu 75% vom Staat erstattet.
 
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ich versteh das anders.
Der Arbeitgeber zahlt Dir den vollen Tariflohn, oder eben den ortsüblichen Lohn und bekommt bis zu 75% vom Staat erstattet.
Wäre doch dann das Gleiche wie vorher die ABM oder nicht?

Mal schauen, wer dann die "Erfordernisse" erfüllt und dann so einen Job machen darf/muss. :icon_smile: :icon_wink:
 
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ich versteh das anders.
Der Arbeitgeber zahlt Dir den vollen Tariflohn, oder eben den ortsüblichen Lohn und bekommt bis zu 75% vom Staat erstattet.
Oh ja natürlich. :wink: Wie peinlich. Nachdem ich heute mal ausgeschlafen habe, verstehe ich es auch. :icon_redface:
Ich habe die ganze Zeit zwei Begriffe verwechselt.
 
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Mal schauen, wer dann die "Erfordernisse" erfüllt und dann so einen Job machen darf/muss. :icon_smile: :icon_wink:
Du musst mindestens 3 Vermittlungshemmnisse aufweisen und schwupps bin ich draußen. :smile:

und...

Festlegung der Betreuungsstufen: In Frage kommende erwerbsfähige Hilfebedürftige
sollten in der Regel bereits den Betreuungsstufen IF (Integrationsfern: Betreuungs- und
Hilfebedarf) und in Ausnahmefällen IG (Stabilisierungsbedarf) zugeordnet sein.
 
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