20% weniger Regelsatz, weil man im Haus der Eltern wohnt?

Meister Lampe

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
9 September 2014
Beiträge
1
Bewertungen
0
Guten Tag,

ich musste in die Grundsicherung und soll dort nur noch den reduzierten Regelsatz 3 von ca. 300 Euro im Monat bekommen. Ich wohne im Haus meiner Eltern und habe einen Mietvertrag mit ihnen. Beim Jobcenter habe ich ganz normal Miete und vollen Regelsatz bekommen. Das Sozialamt schreibt nun lapidar, ich würde ein Zimmer im Haushalt meiner Eltern bewohnen, also keinen eigenen Haushalt führen und daher stünde mir nur der reduzierte Satz zu. Die Miete haben sie allerdings voll anerkannt.

Das kann doch nicht rechtens sein? Ich bin ein eigenständiger Mensch, hatte vorher auch einige Jahre eine eigene Wohnung. Nur weil Bad und Küche geteilt werden, bin ich doch nicht Angehöriger des elterlichen Haushalts, oder?
Was muss denn alles vorliegen, damit es definitiv als eigenständiger Haushalt anzuerkennen ist? Kommt das Sozialamt zum Überprüfen, muss ich die meine Wäsche durchwühlen lassen?
Ich habe gelesen, dass nach aktueller Rechtsprechung selbst bei im Haus der Eltern lebenden pflegebedürftigen Behinderten (was auf mich nicht zutrifft), ein eigener Haushalt anzunehmen ist, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten daran mitwirken, und dass es eine Diskriminierung dieser traditionellen Lebensform, also dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen, wäre.

Habe ich dann nicht auch ein Recht auf den vollen Regelsatz? Was muss ich beachten? Ich kann dazu nicht so viele Infos finden.

Notfalls würde ich mir eben eine andere Wohnung nehmen, die ist dann aber sicherlich teurer als das, was meine Eltern an Miete verlangen. Das kann doch nicht im Sinne der Behörde sein?
Für mich ist das alles echte Schikane, denn dieser Satz liegt sogar noch unter dem, was Asylbewerber im Monat zur Verfügung haben, wenn man deren geldwerte Leistungen zusammenrechnet. Ich habe gar nicht gewusst, dass das möglich ist. Bitte helft mir!
 
Oben Unten