2 Sozialversicherungspflichtige Jobs, verspätete Meldung, ...

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HansKlein20

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Hallo liebe ELO-Community,

Ich werde zum 1.4. zum ersten Mal in meinem Leben mit ALG1 in Kontakt kommen und habe einige Fragen an euch.
Momentan habe ich zwei sozialversicherungspflichtige Jobs: Mein Hauptjob hat 30h/Woche und nach 4 Jahren mit befristeten Verträgen (Öffentlicher Dienst...) geht er zum 1.4. zu Ende, der andere bringt 500€ pro Monat und sind etwa 5h pro Woche bei meist freier Zeiteinteilung und viel Heimarbeit. Da mein Chef mich ziemlich lange damit hingehalten hat ob ich eine weitere Vertragsverlängerung bekomme habe ich die Arbeitssuchend-Meldefrist schon verpasst.

1. Wie wird mein 2. Job auf ALG1 angerechnet? Muss ich etwas beachten bei der Arbeitslosmeldung, damit mir dieser Job nicht vom ALG1 abgezogen wird? Ich kann den Job auch kurzfristig kündigen wenn das hilfreich ist.

2. Macht es einen Unterschied ob ich mich jetzt sofort arbeitssuchend melde und zum 1.4. dann arbeitslos oder wenn ich beides gleichzeitig am 1.4. tue? Eine Woche Sperrfrist habe ich ja jetzt sowieso schon.

3. Ich möchte möglichst bald wieder eine Arbeit aufnehmen aber nicht sofort zum 1.4. . Ich bin Wissenschaftler und möchte noch eine Arbeit die ich fast fertig habe fertigstellen/veröffentlichen (erhöht meine Chance auf eine bessere neue Stelle) und mich zu einem Thema selbstständig fortbilden. Wie sollte ich damit umgehen? Wenn ich das an die große Glocke hänge könnten mir das Arbeitsamt unterstellen, dass ich mehr als 15h/Woche beschäftigt bin und damit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe? Wie kann ich erreichen, dass mich das Arbeitsamt möglichst wenig drangsaliert in den ersten Wochen?

Auf was soll ich prinzipiell achten wenn ich zum ersten Mal beim Arbeitsamt bin? Nichts sofort unterschreiben habe ich schon verstanden :)
Entschuldigt bitte die ganzen Fragen, aber die Vorstellung da in 2 Monaten hinzugehen ist mir jetzt schon unangenehm...

Viele Grüße und schon mal danke fürs lesen! :)
Hans
 
M

Mannus

Gast
1. Lass dich nur kündigen oder lass dir ein Attest geben, dass du diesen Midijob nicht mehr machen kannst, NICHT selber kündigen !

Der Midijob wird aufgerechnet, 100 € frei, alles was über 100€ ist, davon werden 80% einbehalten, weg damit, nur Ärger.

2. Sperrfrist von 1 Woche hast du, Bearbeitungszeit bis zum Geldfluss berücksichtigen

3. AU bei der AfA einreichen und deine "private Fortbildung" machen

Generell ist die AfA nicht vergleichbar mit dem Mobzementer, ich hatte genau zwei Termine in 12 Monaten bei der AfA, dazu 1 Stellenangebot.

Beim 1. "Tach" und beim 2 "Auf Wiedersehen", ich hatte auch eine Sperrfrist von 1 Woche und musste anfangs dann halt länger aufs Geld warten.

Diese Erfahrungen sind meine, die ich im wahren Leben gemacht habe, fängst du da mit Midi oder Minijobs an, ist der Briefkasten voll,

nach 8 Monaten ist noch eine Abrechnung, welche der Arbeitgeber nicht ausstellen musste, angefordert worden, ist aber eine andere Sache.

Mach dich frei und gehe arbeitslos zur AfA, da sparst du dir Kopfschmerzen, nichts selber kündigen, kein Aufhebungsvertrag,

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


Moderationshinweis...

Der Satz ist nicht zielführend und völlig daneben





g
 
E

ExUser 2606

Gast
Der Midijob wird aufgerechnet, 100 € frei, alles was über 100€ ist, davon werden 80% einbehalten, weg damit, nur Ärger.
Falsch. Bei ALG I wird alles ueber 165 EUR angerechnet.

3. AU bei der AfA einreichen und deine "private Fortbildung" machen
Vorsicht, nach 6 Wochen fliegt man aus dem Bezug.
Diese Erfahrungen sind meine, die ich im wahren Leben gemacht habe, fängst du da mit Midi oder Minijobs an, ist der Briefkasten voll,
Dafüer gibt es ein Formular, dass der ärbeitgeber monatlich ausfuellen muss, fertig.
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
verschreiben lassen und in den runden Ordner mit dem Rezept.
Sag mal, geht's noch?



Moderationshinweis...

Diesen unsinnigen Hinweis muß man nicht noch als Zitat setzten



 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
1.) Du teilst bei der Meldung mit das Du diesen Nebenjob hast. Wie richtig von Kerstin gesagt bleiben Dir vom Gehalt
165 €. Es sei denn Du machst ihn schon länger als 18 Monate. Dann erhöht sich dieser Betrag um den durchschnittlichen Verdienst der letzten 12 Monate. Wären das 500 € dann behälst Du diesen Verdienst anrechnungsfrei. Du must es unter Beifügung der Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Monate (formlos) beantragen. Stichwort. "Günstigerregelung".
Es gibt dann für die Zeit wo Du diesen Job während der Arbeitslosigkeit weitermachst ein Formular das dann dieser Arbeitgeber monatlich ausfüllen muss und Du einreichen musst.
Bin in diesbezüglich in einer vergleichbaren Situation.
2.) Arbeitslosigkeit spätestens 3 Monate vorher melden oder dann wann man es weiss innerhalb von drei Tagen. Falls verpeilt droht tatsächlich eine Sperrzeit. Hier wirst Du aber vorher angeschrieben und angehört. Wenn noch nicht passiert noch heute hingehen oder wenigstens anrufen.
3.) Diese Fortbildung nicht erwähnen. (Wie findet sie stattt? Selbsstudium? Oder Arbeit in einem Institut?) Ansonsten stehst Du bei >= 15 Stunden die Woche dem Arbeitsmarkt in deren Denke nicht mehr zur Verfügung. Dann kein ALG1.
4.) AU, die hat man wenn man AU ist. Sonst nicht.

Du wirst für ALG1 einen Antrag ausfüllen und abgeben. Dazu die Arbeitsbescheinigung von Deinem öffentlichen Arbeitgeber.
Da das dauern kann wäre es gut schon jetzt damit zu beginnen. Und harrst der Dinge.
Natürlich bist verpflichtet eine neue Stelle zu suchen. Du kannst damit schon jetzt beginnen und bei Bedarf muss Dich Dein aktueller Arbeitgeber auch freistellen. Hatte das genutzt Ausflüge zu befreundeten Unternehmern zu unternehmen.
War auch bezüglich des Endes einer befristeten Stelle in einer vergleichbaren Situation.
 
M

Mannus

Gast
Meine Aussage steht oben, der Minijob wird "Probleme" machen, so bin hier mal raus, für die Feinjustierungen gibts Leute die mehr Zeit hatten,
erst gibts einen Tag lang keine Antwort und jetzt sind die alle da, um Energie zu ziehen, bin hier mal raus, ihr solltet das Ihm erklären, nicht mehr mir, da ich zur Grusi kommen werde, etwas aufdringlich.
 

axellino

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Wie alles über 165 € wird angerechnet? Wo hast du das denn her.

Das kann man aus § 155 Abs.1 SGB III entnehmen.

(1) 1Übt die oder der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihr oder ihm Arbeitslosengeld zusteht, eine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 138 Absatz 3 aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrags in Höhe von 165 Euro in dem Kalendermonat der Ausübung anzurechnen. 2Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, eine Tätigkeit als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger, sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, die oder der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach.
 

HansKlein20

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Vielen Dank für die vielen Antworten! Ihr seid ja super schnell!
Der Job läuft in der Form schon weit über 18 Monate und alle Konstruktionen mit AU / Ärztlichem Attest würde ich gerne umgehen.

Zum Nebenjob: Dann nehme ich beim ersten Termin meine 12 letzten Gehaltsabrechnungen mit und beantrage diese "Günstigerregelung". Was wird denn auf diesem Formular abgefragt? Dann kann ich meinen 2. AG schon drauf ansprechen, haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.

Zum Suchend melden: Ich habe hier ein paar Mal von Menschen gelesen, die dann schon vor der Arbeitslosigkeit zu Vermittlungsangeboten geschickt wurden, das möchte ich wirklich nicht. Ist irgendein Nachteil (außer der einwöchigen Sperre die ich gerne hinnehme) zu erwarten wenn ich mich gleichzeitig Arbeitslos und Arbeitssuchend melde?

Zur Fortbildung: Werde ich einfach mit keinem Wort erwähnen, findet alles im Selbststudium statt.


Viele Grüße,
Hans
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Zur Arbeitslosigkeit gehört auch Stellen zu suchen. Eine Arbeitslosenmeldung beinhaltet dies.
Selbst und oder Stellenvorschläge vom Amt. Dies wirst Du nicht sinnvoll verhindern können.
Und wenn diese Vorschläge zumutbar sind (§ 140 SGB III) musst Du Dich auch bewerben.
Unabhängig davon ob sie mit Sanktionsdrohungen unterfüttert sind oder nicht.

Das Formular für die Bescheinigung für den Nebenjob findest Du hier:
 

Helga40

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Von seinem zweiten versicherungspflichtigen Job wird gar nichts angerechnet, weil er nämlich Anspruch auf Teilarbeitslosengeld nach
§ 162 SGB III hat. Das Arbeitslosengeld bezieht sich nur auf den Teiljob, der gekündigt wurde, der andere ist unbeachtlich.

Recht gut hier nachlesbar: Wenn Doppeljobber ihren Zweitjob verlieren: Teil-Arbeitslosengeld kann helfen

Zur Verfügung muss er sich natürlich stellen, mit "Ich will aber in Ruhe xxx machen." kommt nicht gut.
 

BerndB

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... und hier noch die Fachlichen Weisungen der AfA zum Teilarbeitslosengeld.

Nachtrag: Gebe zu, für mich recht kompliziert zu lesen. Insofern ist der Link von Helga40 besser.

Irgendwo steht, dass dieser Anspruch nur eine Dauer von 6 Monaten umfasst (§ 162 (2) Nr. 3 SGB III). Ist dann der Anspruch aus der 30-Stunden-Tätigkeit erledigt? Die Anspruchsdauer auf das normale Alg wäre ja vermutlich 12 Monate. Vielleicht kommt dazu noch ein Beitrag. Ansonsten würde ich eher eine Leistungsberatung bei der AfA vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

HansKlein20

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Hallo,
Danke für die weiteren Antworten.

Ich denke, dass für mich eher Vollarbeitslosengeld als Teilarbeitslosengeld in Frage komme, siehe:
(4) Umfasst die fortgeführte Beschäftigung mindestens 15 Stunden, liegt Teilarbeitslosigkeit vor. Umfasst die fortgeführte Beschäftigung weniger als 15 Stunden wöchentlich, liegt - Teilarbeitslosigkeit vor, wenn eine Beschäftigung unter 15 Stunden wöchentlich gesucht wird, - (Voll-) Arbeitslosigkeit vor, wenn eine Beschäftigung von mindestens 15 Stunden wöchentlich gesucht wird. Bei der Bewertung, ob eine Arbeitslos- oder Teilarbeitslosmeldung vorliegt, ist auf das Interesse des (Teil-)/Arbeitslosen abzustellen.

Viele Grüße,
Hansi
 
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