2. Ausbildung - Zuschuss vom Jobcenter möglich? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Patricia221

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Hallo,

Ich habe schon viel im Internet geschaut und doch nicht wirklich was gefunden. Ich möchte gern eine zweite Ausbildung zur Friseurin beginnen und wie jeder weiß verdient man in der Ausbildung nicht alles zu viel.

Anspruch auf BAB habe ich keinen, weil es ja wie schon geschrieben meine 2. Ausbau wäre. Kindergeld würde ich nur bis September 2018 bekommen, wenn ich das beantragen würde da ich dann mein 25. Lebensjahr erreicht habe.

Gibt es sonst Möglichkeiten oder Unterstützung wie ich mein Lebensunterhalt bestreiten kann? Ich wohne in einer Wohngemeinschaft und zahle für mein zimmer inkl Strom 300€. Ich wäre dankbar für jede Antwort :smile:
 

arbeitsloskr

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Hallo Patricia221,

du kannst versuchen, deine 2. Ausbildung als "Umschulung" beim JC anzumelden, so dass du während dieser 2. Ausbildung aufstocken kannst.

Allerdings geht das nur, wenn du für eine 2. Ausbildung einen triftigen Grund hast, weswegen du in deinem 1. erlernten Beruf nicht arbeiten möchtest und du in deinem neuen "Wunschberuf" mehr Chancen auf langfristige Beschäftigung siehst. Bedenke aber auch, dass in ALG 2 jede legale Erwerbstätigkeit (unter Berücksichtigung deiner Kenntnisse und Pendelzeit) zumutbar wäre.

Was ist deine 1. Ausbildung und warum möchtest oder kannst du nicht in diesem Beruf arbeiten?
Warum möchtest du unbedingt zur Friseurin umschulen? Ist dieser Bereich nicht auch hoffnungslos überlaufen?
 

Patricia221

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Hallo arbeitsloskr, ich hab 2014 meine Ausbildung zur Fachangestellten für bürokommunikation beendet. Den Ausbildungsberuf gibt es jetzt nicht mehr. Nur noch kauffrau für büromanagement. Ich bin nur auf die interne software der firma ausgebildet worden und habe keine Kenntnisse über zum beispiel sap oder was es alles gibt.

Nach meiner Ausbildung habe ich einen bbefristeten Vertrag bekommen wurde daraufhin aber krank. Nach meiner Krankheit und dem ausgelaufenen vertrag wurde ich arbeitslos und bekam alg1 und nach einem Jahr dann rutschte ich ins hartz4. Ich begann mir dann Arbeit im Verkauf zu suchen und habe auch einen Arbeitsplatz gefunden. Jedoch wurde ich während der probezeit gekündigt.

Die chance in meinen erlernten beruf zurückzukehren ist sehr gering. Ich habe ja keine berufserfahrung und bin schon 3 jahre aus dem beruf draußen. Damals wurde auch ein ärztliches Gutachten erstellt in dem drin steht das nichts dagegen sprechen würde im büro zu arbeiten. Ich habe mich auch auf jobangebote beworben die als bürokauffrau ausgeschrieben wurden bekam aber nur absagen.

Ich habe ein schülerpraktikum als Friseurin gemacht und es hat mir auch gut gefallen aber ich hab mir damals zu viel von meinen Eltern reinreden lassen und mich dann doch für etwas komplett anderes entschieden.

Friseurin würde mir auch gefallen, da ich Bewegung habe und mit menschen kontakt haben werde. Ich würde sehen was ich an arbeit geleistet habe und lob für meine arbeit bekomme. Im büro würde ich nur sitzen und akten bearbeiten und am ende nicht merken was ich gearbeitet habe. Ich habe auch Probleme mit dem Rücken und die Abwechslung würde mir gut tun.
 

arbeitsloskr

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Hallo Patricia221,

da bist du leider nicht die Einzige, die das Schicksal teilt, dass man in der Ausbildung oder in der Arbeit nur mit betriebsspezifischer Software gearbeitet hat und nicht mit sogenannten "Standard"-Lösungen wie SAP und Co. Gleiches gilt für die reihenweisen Absagen, da man längere Zeit nicht mehr in dem gelerntern Beruf gearbeitet hat.

Vielleicht solltest du auch über eine entsprechende Weiterbildung in SAP, MS Dynamics, Navision und Co nachdenken und dies entsprechend mit SB besprechen.

Was deine Rückenprobleme angeht, nun generell ist der AG gefordert, ergonomische Arbeitsplätze anzubieten. Sollte es für dich notwendig sein, bspw. eine zeitlang (bspw. alle 1-2 h für eine Stunde) im Stehen zu arbeiten, dann kann man dir auch ein sogenanntes Stehpult zur Verfügung stellen (was AG bei entsprechender ärztlicher Bescheinigung auch bei der Krankenkasse abrechnen kann).

Die Frage ist nun, ob das JC deinen Umschulungswunsch nachkommen wird.

Ich tippe eher auf nein, denn hast du einen erlernten Beruf (und damit entsprechende Fähigkeiten und Kenntnisse) mit denen du "irgendeinen" Bürojob (ggfs. nach entsprechender benötigter Einarbeitung) nachgehen könntest (zur Not würde man dir bspw. Callcenter vorschlagen) und den du aus gesundheitlichen Gründen (Stand jetzt) auch ausführen kannst. Sollte es an bestimmten Softwarekenntnissen liegen, dann wird dir JC eher diese genehmigen (entweder als Schulung oder Einkommenszuschuss für den AG während der Probezeit).

Kurz gesagt, ich persönlich sehe keine Chance, dass dir eine Umschulung zur Friseurin vom JC bezahlt wird (Aufstockung).

Vielleicht sehen andere User/innen hier, mögliche Gründe, die doch für eine solche Umschulung sprechen und dir die Chancen dafür beim JC erhöhen.
 

Patricia221

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Ich danke schon mal für die schnelle Rückmeldung. Irgendwie ist es doch ungerecht, dass man keine "hilfe" bekommt. Ich würde es gerechter finden, wenn man zum Beispiel einführen könnte, dass jemand auch bei einer zweiten Ausbildung Berufsausbildungsbeihilfe beantragen könnte. Es gibt bestimmt mehrere Menschen die während ihrer ersten Ausbildung keine Berufsausbildungsbeihilfe beantragt haben. Und die Möglichkeit nachzuprüfen ob jemand schon mal bab bekommen hat kann man ja...

Mal abwarten ob jemand noch Vorschläge hat für mich.
 

arbeitsloskr

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Irgendwie ist es doch ungerecht, dass man keine "hilfe" bekommt. Ich würde es gerechter finden, wenn man zum Beispiel einführen könnte, dass jemand auch bei einer zweiten Ausbildung Berufsausbildungsbeihilfe beantragen könnte.
Hallo Patricia221,

so ist die Realität, abseits von Sonntagsreden.

Auch wenn wir hier alle auf der "falschen" Seite des Schreibtisches der SB sitzen, sollten wir uns dennoch in deren Gedankengänge versetzen können. In deinem Fall bspw. gibt es keinen "wichtigen" Grund, dass du in deinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kannst oder es dir unzumutbar wäre, in diesem Beruf zu arbeiten.

Unabhängig davon, welche Begründung hast du dir bisher für deinen Wunsch nach einer Umschulung von der Kauffrau Bürokommunikation zur Friseurin bereit gelegt? Wie möchtest du diesen drastischen Wechsel, was das Berufsbild betrifft, begründen? Was sind deine Argumente?

Es gibt bestimmt mehrere Menschen die während ihrer ersten Ausbildung keine Berufsausbildungsbeihilfe beantragt haben. Und die Möglichkeit nachzuprüfen ob jemand schon mal bab bekommen hat kann man ja...
Das spielt leider keine Rolle, denn mit der 1. Ausbildung bist du in der Regel fit gemacht worden, um in diesem oder typgleichen Berufen, bzw. Berufsbildern arbeiten zu können. Allgemein ist mir aufgefallen, dass ein großer Anteil an Stellenausschreibungen weniger berufsbezogen, sondern eher kenntnisbezogen ist. Es zählt also nicht, welchen Beruf du gelernt hast, sondern was du kannst. Dies dürfte auch dem JC nicht entgangen sein.
 

Agent

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Hallo Patricia,

hast du denn einen Antrag auf BAB gestellt?

Auch eine Zweitausbildung ist über BAB unter gewissen Voraussetzungen förderfähig. Dazu hat ein Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit Stellung zu nehmen.
Bei uns in der Region ist der Arbeitsmarkt für Büromenschen nicht besonders gut. Mit ein bisschen good will ließe sich in deinem Fall eine Begründung generieren, aufgrund derer du BAB beziehen könntest... Plus: Friseure sind bei uns händeringend gesucht, sodass eine langfristige Beschäftigung somit wahrscheinlich wäre.

Viele Grüße
Agent
 

Gaestin

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hier werden Friseure auch gesucht. Man kann von Mindestlohn ausgehen,
lange Arbeitsstunden und meistens Probleme mit Allergien (Färben etc.)
deshalb ist es sehr schwer für Betriebe, Azubis zu finden. Du würdest
vermutlich einen Platz als Azubi finden, aber normalerweise wird
kein Amt diesen Wunsch unterstützen. Wenn Du die Ausbildung selbst
finanzieren kannst, dann mach sie.
Es wäre aber sehr viel sinnvoller, beim Amt zu fragen, ob sie Dir aufbauend
auf den gelernten Beruf einen SAP Kurs finanzieren. Das halte ich
für aussichtsreich.
 

Birgit63

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Ich denke auch, dass dir mit einer Weiterbildung in deinem erlernten Beruf mehr geholfen ist. Als Friseurin bleibst du immer vom JC abhängig. Es gibt genug Ketten, die nur 450 Eurokräfte einstellen. Meine Friseurin arbeitet zwar nicht bei einer Kette aber auch ihr Chef stellt nur 450 Eurokräfte ein. Als der Mindestlohn kam, hat sie nicht mehr Geld bekommen, sondern ihr wurden die Stunden gekürzt. Sie hat sich schon oft woanders beworben. Aber mehr als ein 450 Eurojob war nicht drin. Sie bekommt zwar kein Hartz IV, weil sie einen Mann hat, der besser verdient. Trotzdem ist es sehr unbefriedigend.
 

Gaestin

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wenn Du Rückenprobleme hast, ist Friseuse das Verkehrteste, was Du machen kannst!
 

Patricia221

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Hallo, erstmal danke für die ganzen Rückmeldungen.

Ich hab in meinem erlernten Beruf doch überhaupt keine Berufserfahrungen. Ich habe lediglich meine Ausbildung mit mühe und not zu ende gebracht und wurde im Anschluss wie ich schon geschrieben habe krank. Nicht nur allein wegen meinen Rückenproblemen sonder auch wegen psychischen Probleme wegen Mobbing. Die Agentur für Arbeit hat mir gar nicht geholfen. Weiterbildungskurse die für meinem Ausbildungsberuf "zuständig" oder sinnvoll wären wurden mir nicht angeboten, genauso wenig wie vom Jobcenter.
Damals das ärztliche Gutachten das durch das Jobcenter veranlasst wurde hat reingeschrieben, dass ich in meinem erlernten Beruf weiterhin arbeiten könnte, aber es nicht sinnvoll wäre weil mir dann ein Rückfall drohen könnte wegen den psychischen Probleme.

@ Agent: BAB kann ich noch gar nicht beantragen, weil ich noch keinen Ausbildungsplatz oder einen Ausbildungsvertrag habe. Ich weiß lediglich, was eine Bekannte von mir für das 1., 2., und 3. Lehrjahr zahlen würde.

Die Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden stehen hier sehr gut und es werden auch Friseurinnen gesucht.

Mein Wunsche oder meine Vorstellungen wären, das ich die Ausbildung zur Friseurin absolviere und anschließend eine Weiterbildung zur Kosmetikerin.

Ich weiß, das wenn ich wieder zurück ins Büro gehe ich nicht glücklich werde und ich wieder in alte Muster zurückfallen würde. D.h. arbeiten gehen, mich zurückziehen und keine Kraft mehr habe für irgendwas. Das wäre alles sinnlos.

Das Jobcenter hat mir seit ich arbeitslos bin keine Aufbaukurse oder Weiterbildungskurse angeboten. Auch auf Nachfragen bekam ich keine Antwort. Jedesmal wenn ich ein Termin habe, geht es um meine Bewerbungsunterlagen und jedesmal kommt die Rückmeldung das meine Anschreiben gut sind.

Meine Begründung beruht darauf, dass ich einen Beruf erlerne in dem ich glücklich bin, nicht mehr ständig zum arzt rennen muss aufgrund der Probleme. Auch hat dieser Beruf zukunft. Durch die Ausbildung ist mir eine erfolgreiche und langfristige Eingliederung in den Arbeitsmarkt sicher. Auch habe ich viel bessere Weiterbildungsmöglichkeiten und ich kann mich auf etwas spezialisieren. Die Möglichkeit habe ich bei meinem erlernten Beruf nicht. Alle potenziellen Arbeitgeber werden mich als ungelernte Kraft ansehen.
 

Gaestin

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kein Problem, sofern Du diesen Beruf lernen möchtest musst Du es
ohne staatliche Unterstützung durchziehen, dann kann Dich überhaupt
niemand daran hindern. Ich halte es nur für sehr unwahrscheinlich,
dass das Amt irgendwas dazugibt. Du musst es alleine schaffen.
Ich würde trotzdem einen Antrag stellen.
 

Patricia221

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Wenn es halt wirklich nicht anders geht muss ich es alleine schaffen.da hast du Recht. Aber den Antrag kann ich doch erst stellen, wenn ich einen Ausbildungsvertrag habe oder nicht?

Und was hat es mit diesem Zuschuss zur Ausbildung zu den ungedeckten angemessenen Kosten der Unterkunft und Heizung auf sich? Für wen gilt das? Könnte mir jemand das erklären?
 
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