2,8 Milliarden Seiten Hartz IV-Akten straffen

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Die Arbeitsagenturen und Jobcenter können die Aktenberge von Hartz IV-Beziehern kaum noch bewältigen. Deshalb sollen die Unterlagen nun massiv ausgedünnt werden.

Aufgehoben werden sollen aber bis zu einer Frist von 13 Jahren nach Ende Hartz-IV-Zahlung ärztliche und psychologische Gutachten, Kontoauszüge und Tilgungspläne für Immobilien der Hartz-Bezieher.

Arbeitsagenturen sollen 2,8 Milliarden Seiten Hartz IV-Akten straffen – Epoch Times Deutschland

Alle 6 Monate Weiterbewillungsanträge.......mit immer wieder den gleichen Anlagen.
Anforderungen v. vollkommen unrelevanten Unterlagen.........
Protokolle v. Gesprächen der regelmäsigen Vorladungen.........
Massenweise EGV`s................
usw. usf.

Angefangen bei den Wba. Die könnten weg fallen, da ja sowieso jeder verpflichtet ist Veränderungen zu melden.

Wenn ich das richtig verstehe, soll es eine Aufbewahrungsfrist v. 13 Jahren geben, f. Kontoauszüge.......siehe Zitat.
Recht brisante Unterlagen die man vielleicht noch zu Nutze machen könnte (für was auch immer), auch wenn die Personen nicht mehr in Hartz IV Bezug gerät.
Wird da der Datenschutz nicht verletzt ?
Fällt ein Hartzer aus dem Bezug gehören eigentlich alle Akten vernichtet. Bei jeder Neuantragsstellung wird eh wieder alles komplett neu gefordert. Und je nach SB werden alte med. Gutachten angezweifelt, oder der Gesundheitsstund hat sich verändert.....
 

Paolo_Pinkel

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Wieso dürfen Kontoauszüge archiviert werden? Der § 60 SGB I spricht doch immer nur von vorlegen.
 

Anna B.

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die sollten erst mal all das, was sie sowieso nicht anfordern dürfen und nicht aufbewahren dürfen aussortieren.
dann die SB bzgl. Datenschutz schulen und zwingend darauf achten, dass nicht alles verchlampt wird, dann wären die Akten "schlanker"
 

jockel

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Alle 6 Monate Weiterbewillungsanträge.......mit immer wieder den gleichen Anlagen.
Anforderungen v. vollkommen unrelevanten Unterlagen.........
Protokolle v. Gesprächen der regelmäsigen Vorladungen.........
Massenweise EGV`s................
usw. usf.

Angefangen bei den Wba. Die könnten weg fallen, da ja sowieso jeder verpflichtet ist Veränderungen zu melden.

Wenn ich das richtig verstehe, soll es eine Aufbewahrungsfrist v. 13 Jahren geben, f. Kontoauszüge.......siehe Zitat.
Recht brisante Unterlagen die man vielleicht noch zu Nutze machen könnte (für was auch immer), auch wenn die Personen nicht mehr in Hartz IV Bezug gerät.
Wird da der Datenschutz nicht verletzt ?
Fällt ein Hartzer aus dem Bezug gehören eigentlich alle Akten vernichtet. Bei jeder Neuantragsstellung wird eh wieder alles komplett neu gefordert. Und je nach SB werden alte med. Gutachten angezweifelt, oder der Gesundheitsstund hat sich verändert.....

Nein, die Akten sind solange aufzubewahren wie rentenlevante Daten daraus entnommen werden können.

Wenn man Akten der Arbeitslosenbiographie eines Menschen frühzeitig vernichtet, dann kann man gleich us-amerikanische Obdachlosenbedingungen ohne Sozialabsicherung anwenden.

Dahin geht sowieso der neoliberal geprägte Hartzmist über früher oder später hin, weil man den Hartzmüll auch privatisiert verwertet.
 
E

ExitUser

Gast
...
dann die SB bzgl. Datenschutz schulen...

Die SB mal GRUNDSÄTZLICH, angefangen mit den einfachsten Basics ihres "Jobs" schulen, in Menschführung, im SGB und Strafen (wie sie für jeden selbstverständlich sein sollten in einem Rechtsstaat) für rechtswidriges Verhalten einführen... Dann wäre schon einiges erreicht.

Aber eher friert die sprichwörtliche Hölle zu. Schliesslich ist das alles so gewollt.
 

jockel

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...
dann die SB bzgl. Datenschutz schulen...

Die SB mal GRUNDSÄTZLICH, angefangen mit den einfachsten Basics ihres "Jobs" schulen, in Menschführung, im SGB und Strafen (wie sie für jeden selbstverständlich sein sollten in einem Rechtsstaat) für rechtswidriges Verhalten einführen... Dann wäre schon einiges erreicht.

Aber eher friert die sprichwörtliche Hölle zu. Schliesslich ist das alles so gewollt.

Mitarbeiter im Arbeitslosenverwahrlosungsamt schulen, was sie an seriöser Vertragsgestaltung (EGVs und VAs), Sanktionen usw. zu beachten und zu erfüllen haben - Igitt. Das kostet doch nur unnötig.

Mitarbeiter im Arbeitslosenverwahrlosungsamt sind wie Vertreter von Drückerkolonnen oder Call-Center-Schreibtischtäter oder wie unterster Bankmitarbeiter, die die Interessen und Vorgaben ihrer Dienstherren durchzupeitschen haben. Sie werden als Werkzeuge mißbraucht, immer in Androhung ihre Jobs selbst zu verlieren, wenn sie nicht spuren - eben Bütteldienst.
 

jimmy

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Auch interessant wäre die Zahl der verschickten DIN A4-Seiten pro Jahr! Oder anders, passt die im Jahr benötigte Papiermenge in einen 18Tonner?
 

Anna B.

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Zitat von Anna B.
...
dann die SB bzgl. Datenschutz schulen...

Die SB mal GRUNDSÄTZLICH, angefangen mit den einfachsten Basics ihres "Jobs" schulen, in Menschführung, im SGB und Strafen (wie sie für jeden selbstverständlich sein sollten in einem Rechtsstaat) für rechtswidriges Verhalten einführen... Dann wäre schon einiges erreicht.

Aber eher friert die sprichwörtliche Hölle zu. Schliesslich ist das alles so gewollt.


Das rot gekennzeichnete ist nicht von mir
..also fehlerhaftes Zitat...

Mitarbeiter im Arbeitslosenverwahrlosungsamt schulen, was sie an seriöser Vertragsgestaltung (EGVs und VAs), Sanktionen usw. zu beachten und zu erfüllen haben - Igitt. Das kostet doch nur unnötig.

Mitarbeiter im Arbeitslosenverwahrlosungsamt sind wie Vertreter von Drückerkolonnen oder Call-Center-Schreibtischtäter oder wie unterster Bankmitarbeiter, die die Interessen und Vorgaben ihrer Dienstherren durchzupeitschen haben. Sie werden als Werkzeuge mißbraucht, immer in Androhung ihre Jobs selbst zu verlieren, wenn sie nicht spuren - eben Bütteldienst.
 

jockel

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Auch interessant wäre die Zahl der verschickten DIN A4-Seiten pro Jahr! Oder anders, passt die im Jahr benötigte Papiermenge in einen 18Tonner?

Hatte man nicht mal rumgetönt: Mit der Einführung der EDV in die Verwaltung und Produktion sparen wir viel Holz und Papier ein.

Frage: Wo haben wir denn nun die papierlosen, vollelektronisierten, datenverlustlosen Büros, Geschäftsleitungen und Datenarchive?

Da waren die Völker des Altertums fortschrittlicher. Die meißelten alles für die Ewigkeit verlustarm in Stein ein und schufen sich vorausschauend, weil alte Sprachen mal auch nicht mehr angewendet werden könnten, sicherheitshalber Mehrfachübersetzungen - Stichwort: Der Stein von Rosetta.

Diese "Urkunden" kann man heute noch lesen!!!

Wie weit vorausschauend, ist da deutsche und europäische Verwaltungsbürokratie?

Auch eine Frage, was man für ein Menschenbild pflegt. Wenn man für seine untertänigen Mitmenschen keine Achtung und Würde übrig hat, braucht man auch deren Rechtsansprüche nicht dokumentieren, sondern läßt solche Nachweise möglichst schnell verschwinden. Und schön diese Untertanen in Bildungsnotstand züchten, damit sie nie ihr einfältiges, blindes Vertrauen zu ihren Machthabern verlieren, daß die es schon richtig machen werden.

Deshalb: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!!! (dürfte eine zitierte Zeile aus der Schrift von Wladimir Iljitsch Lenins sein zum Thema "Die große Initiative" - eine Abhandlung über die freiwilligen Wochenend-Arbeitseinsätze der Betriebsbelegschaften in den Produktionsbetrieben - den damaligen Subbotniks)

WDR-Sondersendung "Computernacht" 06.04.2013 (00:00 - 03.55)
 
F

FrankyBoy

Gast
Auch interessant wäre die Zahl der verschickten DIN A4-Seiten pro Jahr! Oder anders, passt die im Jahr benötigte Papiermenge in einen 18Tonner?
So einen 18 Tonner haben wir alleine mit den Altakten des Arbeitsamtes Gelsenkirchen voll bekommen - so in dieser Größenordnung war das etwa.
 

hemmi

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Ist halt eben so in Deutschland, von der Wiege bis zur Bahre Formulare - Formulare und dann alles in doppelter und dreifacher Ausführung.:icon_kotz:
 

rechtspfleger

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Ein selbstverschuldetes Problem, solange Behörden und Gerichte elektronische Kommunikation und Aktenführung mehr oder weniger als Satanswerk betrachten.

Wenn man will, geht das aber auch jetzt schon. Im Rahmen der Vorlage von Schuldnerunterlagen zu Einkommensverhältnissen sehe ich gelegentlich Bescheide/Schreiben eines nahegelegenen Jobcenters (Optionskommune, das scheint für das Archivierungsthema wohl ein erheblicher Unterschied zu sein), die mit dem Vermerk gekennzeichnet sind, dass die Akten digital geführt und Papierunterlagen nur acht Wochen aufbewahrt werden.

Die Papiermengen, die Behörden und Gerichte heraushauen, ist rekordverdächtig. Inso ist sowieso sehr papierträchtig, das bekommt man als Schuldner gar nicht mit: Ich habe kürzlich die Leistung meines Druckers und des Druckers einer unserer Schreibkräfte ausgelesen. Bei meinem waren es ca. 150 Seiten / Woche und bei der Schreibkraft ca. 700 Seiten / Woche.
 

jimmy

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Wenn man allein für die Hauptstadt die Anzahl der Blätter der Weiterbewilligungsanträge zusammen zählt, dann ist man bei mehr als 500 000 Blatt Papier. Vielleicht sogar Ü1000 000.
 
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