1€Job bei der Tafel über einen Maßnahmeträger (1 Betrachter)

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ExitUser

Gast
Darf ich hier einmal fragen, wer schonmal einen 1-Euro-Job bei der Tafel über einen Maßnahmeträger (ich musste das mal über das BNW=Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft machen) gemacht hatte?

Und wie wurdet ihr behandelt?
 

Surfing

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"Du musstest das einmal machen" heißt konkret was?
 

Dagegen72

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huhu,

ich wollte keinen neuen Thread aufmachen - ich weiß auch gar nicht ob es den Tafelgarten noch gibt - wollte darüber informieren, aber das es Gärten gibt, die für den Tafel-Verkauf anbauen - ist ja einigen sicher schon bekannt ... vermutlich hübsche ein-Euro-park-jobs...*Daumen runter*

jedenfalls - in Singen am Bodensee gibt es einen solchen Tafelladen - soll mal vor dem Aus gestanden sein, laut Netz- Suchmaschine, gut was solls aber: - ja, ja, die liebe Arbeiterwohlfahrt *Daumen runter* - "danke" lieber Wohl (?) fahrtsverband für die Bereitstellung eines Tafelgartens in "schöner" Zusammenarbeit mit dem Jobcenter :icon_motz:

AWO - Kreisverband Konstanz e.V. ****

es sei das Gewächshaus der ehemaligen Stadtgärtnerei usw. usw. dass jenem PROJEKT Heimat böte usw. usw. bla bla bla - arbeitet doch selbst da drin - und ich setz mich bei der Wohlfahrt ins Büro :/ und kassier für meine "Arbeit" wenigstens ein Gehalt
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Das weisste doch - die Tafelverantwortlichen sahnen gut ab.

Immer dem Geld nachforschen und schon weisste warum das gemacht wird.
 
E

ExitUser

Gast
Ich hatte ja auch mal einen Euro-Job in der Tafel machen müssen. Da hab ich so einiges mitbekommen, was eklig war und falsch lief. Nämlich dass die Tafel-Chefin sogar bis nach Bremen fährt um bei Werksverkäufen abzusahnen. Z.B. Produkte die nicht mehr produziert werden und auch nicht mehr in den Verkauf kommen. Also sie geht jetzt nicht extra in den Werksladen.
Und damals, als sie noch mit einem PKW-und-Anhänger-Gespann durch die Gegend gefahren sind um Lebensmittel und Getränke zu besorgen, hatten sie extra für die Touren nach Bremen vom ortsansässigen Autohaus einen VW-Bus geliehen bekommen. Angeblich kostenlos, weil man sich untereinander so gut kennt. Aber dies bezweifle ich.

Ich durfte immer die Rattenköttel jeden Morgen wegputzen. weil es eine alte Schlachterei war.
 

Buchfan

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Zu März 2009 wurde ich als Langzeitarbeitslose und Fachkraft zum Aufbau eines Qualifizierungsprojektes mit hauptsächlich Alleinerziehenden, psychisch Erkrankten, Suchterkrankten eingestellt, 30 Std.. Es handelte sich um die Bewirtschaftung einer ehemaligen Gärtnerei mit dem Ziel, einen Obst- und Gemüsegarten anzulegen.

Die mir Vorgesetzte war Psychologin und lud mich zum VG ein. Sie, so stellte sich heraus, war erst vor kurzem aus Nepal zurückgekehrt, wo sie mehrere Jahre verbracht hatte. Ich hoffte auf Kommunikationsmöglichkeiten. Ich bekam die Stelle (war ja auch Gärtnerin und Pädagogin in ein eins) und begann, ohne den AV in Händen zu haben.

Nach ein paar Tagen wurde ich mißtrauisch und drängelte. Danach bekam ich einen AV zur Unterschrift vorgeleg(unterschreiben Sie doch schnell!), der nur die Eingruppierung als Erzieherin vorsah. Ich war platt, denn die Konditionen waren klar ausformuliert worden und bereits ein erhebliches Entgegenkommen meinerseits gewesen. Mehrfache Nachfragen und Bitte um Änderung blieben unbeantwortet. Erst nach ca. 4 Wochen und nochmaliger Intervention beim Träger der Maßnahme bekam ich endlich den ersehnten AV.

Derweil arbeitete ich, entwarf den Beetplan, die Randbepflanzung, legte die Struktur des Gartens an, brachte den Teilnehmern bei, wie man steril Tomaten ansät, säte mit ihnen andere Pflanzen in Anzuchtschalen vor. Es wurde umgegraben, gedüngt mußte bis auf etwas Gesteinsmehl und Hornspäne nicht werden. Ich ließ eine Bodenanalyse machen. Ich fuhr los Werkzeuge und Zubehör kaufen, gab Fortbildungen zu Bio-Landbau, Mondkalender und alles, was mir brauchbar schien.

Die Psychologin kam ab und zu einmal vorbei, um zu kontrollieren und Druck zu machen. Es stellte sich heraus, dass mit ihr keine wirkliche Kommunikation möglich war. Sie behandelte die Teilnehmer wie lichtscheues Gesindel, hielt sich aber weitgehend bedeckt - also, blieb zuhause. Dort hatte ich sie aufzusuchen und Bericht zu erstatten. Klar, dass ich hauptsächlich darüber schwärmte, dass die Tomaten so schön wuchsen. Ja, und sonst ging auch alles gut, ja.

Die Teilnehmer machten soweit mehr oder weniger mit, wenn es jemandem nicht gut ging, konnte er nachhause gehen. Es entstanden so langsam Beziehungsgeflechte. Einige wollten kleine private Beete anlegen, auch das war möglich.

Es kam dann zu einigen unangenehmen Zwischenfällen zwischen der Vorgesetzten und mir. Es folgte spät nachmittags eine Einladung vom Träger zum nächsten Morgen. Ich bin dann noch während der Arbeitszeit die nicht gesicherte Treppe vom Bauwagen "heruntergefallen", habe mich noch nachts dem diensthabenden Arzt im KH vorgestellt. Der wollte mich gern röntgen, aber ich verstehe unter röntgen etwas anderes. Hab ihm dann gesagt, dass meine Ärztin darüber entscheiden sollte. Er sollte bitte mal den Bericht dahin faxen. Nächsten Morgen um 8 Uhr beim Arzt auf der Matte, entschied der, dass ich erstmal 4 Wochen AU bin.

War noch so freundlich, zum Gesprächszeitpunkt anzurufen und allen gleichzeitig mitzuteilen, dass ich gerade zum Arzt hätte gehen müssen. Die sagten dann am Telefon schon, dass ich die fristlose Kündigung erhalten würde. Das widerum hatte ich mir doch irgendwie schon gedacht. Die fristlose Kündigung konnten sie dann doch nicht so leicht durchsetzen, sorry aber auch.

Den Verein gibt es heute noch, es arbeiten immer noch 1€-Kräfte dort, und die Trägergesellschaft hat sich seitdem kontinuierlich erweitert. Die zwei Chefs von damals waren Managertypen, kalt, gestresst und unsympathisch. Alle dort angebotenen Qualifizierungsprojekte sind 1€-Jobs.

Neue Arbeit Lüneburg gGmbH


Hier noch der mittlerweile Tafelgarten von damals.

https://www.awo-lüneburg.de/index.php/awocado-berufshilfe/24-tafelgaerten
 
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