1€-job und egv - wie ist das zu verstehen?

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groucho marx

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Hallo,

bin mir nicht sicher, ob ich hier im richtigen unterforum poste - wenn nein, dann bitte ich um entschuldigung und man möge ihn bitte verschieben.

Ich hatte vorgestern einen termin bei meinem SB, im verlauf des termins ewähnte er beiläufig, daß er einen 1€-job für mich hätte und druckt einen zettel aus, schreibt den namen und die telefonnunmer der ansprechpartnerin auf den zettel, überreicht ihn mir und meint ich solle mich dort melden. Kein wort um welche tätigkeit es sich handelt, kein wort wer der träger ist, kein wort wo die tätigkeit ausgeübt werden soll, wie lange und in welchem umfang. Auf dem zettel mit dem titel "Kurzübersicht" stehen meine persönlichen daten, sonst nichts weiter, keine rechtsfolgenbelehrung oä.
Wie ist dies zu werten? Ist das ein angebot oder ein scherz?
Muß ich darauf reagieren?

Im weiteren verlauf druckte er mir noch eine EGV aus, meine erste.
Unter Ziel(e) ist "Arbeitsaufnahme und Antritt Ein Euro Job" zu finden ansonsten ist es eine 08/15-EGV, wie ich hier erlesen habe. Nach dreimaligem drängen diese doch sofort zu unterschreiben, hat er es aufgegeben und ich hab sie mit nach hause genommen.
Ist es zulässig so allgemein einen 1€job in der EGV anzuordnen?
Ist der ausdruck im zusammenhang mit der EGV zu sehen? Wenn ja, brauch ich mich bis zum zustandekommen der EGV nicht um den 1€-job kümmern, da ich die EGV bisher nicht unterschrieben habe?

Ich bin mir unsicher wie ich am besten vorgehe und bin für vorschläge, anregungen, kritik und kommentare dankbar!
 
E

ExitUser

Gast
Wie ist dies zu werten? Ist das ein angebot oder ein scherz?
Weder/noch. Das war ganz einfach unproffessionell

Muß ich darauf reagieren?
Nein, "denn den Zettel hat er dir doch gar nicht gegeben!". In der EGV steht zwar "Antritt eines Ein-Euro-Jobs". Da steht aber nicht drin welcher und du hast ja keine korrekte Zuweisung erhalten (nur einen Zettel ohne Rechtsbelehrung).

Im weiteren verlauf druckte er mir noch eine EGV aus, meine erste.
Unter Ziel(e) ist "Arbeitsaufnahme und Antritt Ein Euro Job" zu finden ansonsten ist es eine 08/15-EGV, wie ich hier erlesen habe. Nach dreimaligem drängen diese doch sofort zu unterschreiben, hat er es aufgegeben und ich hab sie mit nach hause genommen.
Prima! Dann müsstest du einen Gegenvorschlag ausarbeiten. In diesem Gegenvorschlag würde ich den nicht bestimmten Ein-Euro-Job durch eine Maßnahme deiner Wahl reinsetzen, weil du dir dein Integration nämlich anders vorgestellt hast (so z.B. "Lohnbuchhalterkurs bei der VHS vom ... bis..... Kosten:...."). Setze einen sinnvollen Kurs zumindest Proforma rein, damit keiner sagen kann, dass du nur die Leistung kassieren will.


Ist es zulässig so allgemein einen 1€job in der EGV anzuordnen?
Nein, der Ein-Euro-Job muss Teil einer Integrationsstrategie sein. Dazu muss er richtig bestimmt sein. Ist er es nicht (d.h., steht da weder Name des Trägers, noch Tätigkeit , noch die Beschreibung), ist die Integrationsstrategie nicht ersichtlich und die EGV ist wegen fehlender Bestimmtheit des Ein-Euro-Job rechtswidrig (Verstoß gegen § 15 SGB II)

Ist der ausdruck im zusammenhang mit der EGV zu sehen? Wenn ja, brauch ich mich bis zum zustandekommen der EGV nicht um den 1€-job kümmern, da ich die EGV bisher nicht unterschrieben habe?
Ja, der Ausdruck (der eigentlich eine Zuweisung mit Rechtsfolgebelehrung sein sollte) ist mit der EGV gemeinsam zu betrachten. Auch bei Zustandekommen einer EGV würde ich mich um den EEJ nicht kümmern, denn schließlich hast du keine Zuweisung mit Rechtsbelehrung bekommen und in der EGV steht auch nichts genaues.





Der SB wird dich danach machtlos sein. Er wird dich aber hassen. Dies bedeutet, dass er dir im Anschluss eine korrekte Zuweisung geben wird. Mit Beschreibung des Jobs und Rechtsfolgebelehrung. Deshalb sollltest du unbedingt einen Gegenvorschlag ausarbeiten, die EGV so nicht unterschreiben und nicht zum EEJ gehen (weil ja keine korrekte Zuweisung vorliegt).
 

groucho marx

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Hallo Mobydick,

vielen Dank für Deine Antwort!
Sie hat mich in meiner entscheidung bezüglich des 1€jobs nichts zu unternehmen bestärkt. :icon_daumen:

Weder/noch. Das war ganz einfach unproffessionell
Das erstemal hatte der trick ja bei mir schon geklappt ... :icon_neutral:
Die geschichte hierzu hier: https://www.elo-forum.org/euro-job-...gen-rechtswidrige-euro-jobs-2.html#post302830


Prima! Dann müsstest du einen Gegenvorschlag ausarbeiten. In diesem Gegenvorschlag würde ich den nicht bestimmten Ein-Euro-Job durch eine Maßnahme deiner Wahl reinsetzen, weil du dir dein Integration nämlich anders vorgestellt hast (so z.B. "Lohnbuchhalterkurs bei der VHS vom ... bis..... Kosten:...."). Setze einen sinnvollen Kurs zumindest Proforma rein, damit keiner sagen kann, dass du nur die Leistung kassieren will.
Das ist die frage ob ein gegenvorschlag sinnvoll ist, den es wurden ja nicht einmal, wie ich hier gelesen habe (https://www.elo-forum.org/eingliede...n-eingliederungsvereinbarungen.html#post63288) die mindestvoraussetzungen erfüllt, dh.

  • kein profiling
  • keine chancen- und risikenabschätzung
  • keine berufliche standortbestimmung
Von so her erwäge ich einen antrag auf akteneinsicht um den stand der aktenlage zu sichern für die weiteren schritte. Ich schwanke hier eben zwischen Deinen vorschlag einen gegenvorschlag zu machen und das ganze prinzipiell zu kippen, da hier imo ja mehr als gravierende verfahrensfehler vorliegen. Ich frage mich auch, ob angesichts dessen nicht auch noch eine dienstaufsichtsbeschwerde sinnvoll sein kann.

Nein, der Ein-Euro-Job muss Teil einer Integrationsstrategie sein. Dazu muss er richtig bestimmt sein. Ist er es nicht (d.h., steht da weder Name des Trägers, noch Tätigkeit , noch die Beschreibung), ist die Integrationsstrategie nicht ersichtlich und die EGV ist wegen fehlender Bestimmtheit des Ein-Euro-Job rechtswidrig (Verstoß gegen § 15 SGB II)
Wie ganz oben schon verlinkt, war ich schon nach dieser methode in einen 1€job geschickt worden - inzwischen übernehmen die arbeit dort 3 (in worten: drei) angestellte kräfte - ergo kann es damals mit der zusätzlichkeit nicht gestimmt haben. Aus diesem grund erwäge ich auch eine feststellungsklage und ebenfalls eine dienstaufsichtsbeschwerde. Da gibt es bestimmt noch einiges, was ichmachen kann, von dem ich aber bisher noch nichts weiß.

Der SB wird dich danach machtlos sein. Er wird dich aber hassen. Dies bedeutet, dass er dir im Anschluss eine korrekte Zuweisung geben wird. Mit Beschreibung des Jobs und Rechtsfolgebelehrung. Deshalb sollltest du unbedingt einen Gegenvorschlag ausarbeiten, die EGV so nicht unterschreiben und nicht zum Ein-Euro-Job gehen (weil ja keine korrekte Zuweisung vorliegt).
Sicher wird er mich dann hassen und er wird mich noch mehr hassen lernen! :icon_twisted:
Ich bin gezwungen mich an unwürdige vorgaben, bestimmungen und gesetze zu halten und der SB will sich unter vorsätzlicher umgehung der gesetze und vorschriften (wenn das nicht mal ein dienstvergehen ist) zu meinen lasten einfach und bequem eine schöne saubere statistik basteln - und ich bin mir sicher bei diesem SB diesbezüglich kein einzelfall zu sein.
 
E

ExitUser

Gast
Lass das mit der Dienstaufsichtsbeschwerde. Die erstellt man meistens bei Nötigung oder Unverschämtheit. Das war ja hier gar nicht der FAll.

Auch eine Fachaufsichtsbeschwerde (schlechte Arbeitsqualität) erscheint mir hier zu wenig, nur weil er dir den EEJ auf einem unverbindlichen Zettel aufschrieb. Das war ja nur zu deinem Vorteil.

Welche Beschwerde auch immer: Sie muss immer sehr gut verfasst sein und gut dokumentiert oder attestiert sein, damit sie ernst genommen wird. Ansonsten landet sie im Papierkorb.

Ich rate dir mal den Gegenvorschlag zu erstellen und ein Anschreiben dazu, indem das Profiling und alle Voraussetzungen zum Abschluss einer EGV angemahnt werden.
 
E

ExitUser

Gast
Als Basis die Muster-EGV des Forums verwenden.

Auf Profiling sollte man nicht so unbedingt bestehen. Oft schadet es mehr, als das es nützt.
 
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