1€-Job bei der AWO (1 Betrachter)

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MysticLiz

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Hallo,

meine Mutter hat letzte Woche eine Einladung für eine Maßnahme bei der AWO bekommen.

Heute waren wir dann zusammen bei der AWO. Es waren noch 2 andere Leute da, die ebenfalls dazu eingeladen worden waren. Wir wurden dann von 2 Männern in einen Raum geleitet. Meine Mutter fragte, ob ich dabeibleiben könnte. Der eine Mann meinte aber, dass ich draußen lieber einen Kaffee trinken gehen sollte...also bitte gehen Sie...

Bin ich dann eben gegangen....kurze Zeit später kam meine Mutter dann den Tränen nahe wieder da raus. Ihr wurde wohl erklärt, dass es sich um eine Maßnahme zur Eingliederung ins Berufsleben handle die 1 Jahr dauert. Die Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden die Woche. Und es handelt sich um einen 1€-Job. Und dann hat wohl einer gefragt wann das denn anfängt...MORGEN!!! Dann wurde direkt jeder der 3 gefragt, ob sie denn teilnehmen möchten. Einer hat direkt nein gesagt und ist gegangen, der eine musste wohl ja sagen und meine Mutter sagte erst, dass sie noch überlege. Da packte der Mann schon direkt die Verträge aus und legte einen meiner Mutter vor die Nase und sagte: Bitte hier unterschreiben.

Meine Mutter fiel aus allen Wolken...als sie dann nochmal sagte, dass sie überlege wurden die wohl was unfreundlicher bis meine Mutter da beinahe einen totalen Nervenzusammenbruch hatte und nur meinte, dass sie ja auch noch einen 400 € Job habe und dass ihr diese Maßnahme ja weniger bringe als der 400 € Job. Außerdem hat sie vor einigen Jahren schonmal eine ABM-Stelle gehabt und wurde nach dem Jahr direkt gefeuert.

Meine Mutter ist dann auch direkt ohne unterschreiben aus dem Raum raus und das wars jetzt erstmal. Sind dann noch zum Arzt und jetzt ist sie die Woche krank geschrieben, da sie sehr starke MAgenbeschwerden bekommen hat und schon länger hat durch diesen ganzen Stress den ihr die ARGE macht.

Jetzt wissen wir nicht was als nächstes passieren wird? Kann man sich da irgendwie gegen wehren gegen diese Maßnahme? Weil meine Mutter möchte einen richtigen Job und nicht ein Jahr ihre Zeit bei dieser Maßnahme verschwenden, die letztendlich sicher eh nix bringt. Kann die ARGE ihr jetzt das Geld streichen?

Bin für jeden Rat sehr dankbar, denn meiner Mutter geht es sehr schlecht deswegen.

Liebe Grüße

*mysticliz*
 

Hartzbeat

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Bei 400€-Job einen 1-Euro-Job annehmen?

Hallo MysticLiz und willkommen in diesem Forum,
erstmal Deiner Mutti recht gute Besserung.
Sehr gut jedoch war: Deine Mutti hat nicht unterschrieben!!!

Soweit ich weiß, gilt ein Mini-Job bzw. 400€-Job als Erwerbstätigkeit und damit als Arbeit. Daher ist er vorrangig gegenüber einer Vermittlung in einen 1-Euro-Job. Deshalb solltet ihr euch zunächst beruhigen.

Hier die Infos dazu:
https://www.elo-forum.org/archive/mini-job-und-1-euro-job-t169.html
Für die rechtliche Argumentation schaue hier:
https://www.elo-forum.org/einladung-t17701.html

Allerdings rate ich euch, zu einer Beratungsstelle für Arbeitslose vor Ort zu gehen, wenn ihr den Papierkram nicht so gut allein bewältigen könnt, der bei einer Ablehnung auf zu kommen kann, denn die ARGEn probieren es immer wieder bei einer Ablehnung generell mal die Leistungen zu kürzen.

Die Beratungsstellen erledigen meist das Ganze ein wenig nervensparender - was Deiner Mutti recht gut tun würde - und haben darin Routine. Telefonisch einen Termin vereinbaren!

RECHT viel Erfolg
wünscht euch beiden
Hartzbeat
 

Kochi

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Der 400er geht vor. Das ist ein reguläres Arbeitsverhältnis.
Den 1€ Job gibt es eigentlich nur als Bildungsmaßnahme. Zum Antrainieren der Arbeitnehmertugenden zum Beispiel. (Pünktlichkeit gehört dazu)
 

münchnerkindl

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Ein Ein Euro Job darf höchstens 30 Stunden die Woche sein... Die 38,5 können sich diese Pappenheimer sowas von knicken..

Ausserdem, je nachdem was man dort machen soll, ein EEJ muss gemeinnützig und ZUSÄTZLICH sein. Also falls man dort dann Putzen oder in der Kantine Gemüse schnippeln soll, das sind keine zusätzlichen Arbeiten.Weil die müssen so oder so getan werden sonst läuft der Laden nicht. Das sollte man dann abwimmeln können.

Aber das was mein Vorposter schon gesagt hat, nämlich daa ein 400 Euro Job die Bedürftigkeit verringert ist er vorrangig gegenüber einen Ein Euro Job.

Kannste ablehnen mit dem Argument daß Du ja dann den regulär bezahlten Job auf dem ersten Arbeitsmarkt kündigen müsstest.
 

Hexe45

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ich glaube es wird langsam Zeit daß der Awo die Gemeinnützigkeit entzogen wird. Und vor allem, daß es sich nicht mehr Arbeiterwohlfahrt nennen darf, das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Werktätigen, das ein Syndikat so einen Namen führen darf.
Lieber Gruß
Hexe
 

Atlantis

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Noch nie gehört.
Das Bundesarbeitsgericht hat mit zwei Urteilen den umstrittenen rechtlichen Status von Arbeitslosen mit Ein-Euro-Job genauer gefasst. Arbeitslose mit einer Arbeitsgelegenheit sind demnach keine Arbeitnehmer. Damit gilt das Arbeitsrecht für sie nicht, insbesondere besteht kein Anspruch auf reguläre Vergütung und eine Weiterbeschäftigung im Anschluss an die Arbeitsgelegenheit (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26. September 2007, AZ: 5 AZR 857/06). Das gilt auch dann, wenn Ein-Euro-Kräfte vom Arbeitgeber rechtswidrig als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden.


Damit gilt das Arbeitsrecht für sie nicht, insbesondere besteht kein Anspruch auf reguläre Vergütung und eine Weiterbeschäftigung im Anschluss an die Arbeitsgelegenheit (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26. September 2007, AZ: 5 AZR 857/06). Das gilt auch dann, wenn Ein-Euro-Kräfte vom Arbeitgeber rechtswidrig als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden. Andererseits können Arbeitgeber eine Ein-Euro-Kraft nicht nach Gutdünken einstellen und beschäftigen, sondern müssen den Betriebs- beziehungsweise Personalrat mitbestimmen lassen (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 2. Oktober 2007, AZ: 1 ABR 60/06). Die Beteiligung der Personalvertretung soll sicherstellen, dass Arbeitslose tatsächlich nur zusätzliche Aufgaben im öffentlichen Interesse erledigen und nicht genau die gleiche Arbeit wie ihre voll bezahlten Kollegen. Ein Kriterium für die Unterscheidung von zusätzlichen und regulären Tätigkeiten ist die verlangte Arbeitszeit. So darf eine Arbeitsgelegenheit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen, wie das Sozialgericht Ulm entschied (Beschluss vom 24. April 2007, AZ: S 11 AS 1219/07 ER). Bei längeren Arbeitszeiten liege der Verdacht nahe, dass es sich bei der Arbeitsgelegenheit tatsächlich um einen Vollzeitjob zu schlechteren Bedingungen handele. Zudem bleibe einem Arbeitslosen kaum noch Raum für die Jobsuche auf dem regulären Arbeitsmarkt, argumentierten die Richter. Arbeitslose mit Ein-Euro-Job sind zwar keine Arbeitnehmer, aber dennoch nicht rechtlos. Denn zu ihrem «Arbeitgeber» besteht ein Dienstverhältnis mit bestimmten Rechten und Pflichten. So haben Arbeitslose nach Beendigung ihres Arbeitseinsatzes gemäß Paragraf 630 BGB Anspruch auf ein Zeugnis. Elementare Ansprüche von Ein-Euro-Kräften regelt zudem Paragraf 16 SGB II. So gelten beim Einsatz in Arbeitsgelegenheiten die gleichen Arbeitsschutzbestimmungen wie für reguläre Arbeitnehmer. Außerdem haben Arbeitslose mit Ein-Euro-Job Anspruch auf den gesetzlichen Jahresurlaub von 24 Werktagen beziehungsweise anteiligen Urlaub, sofern die Arbeitsgelegenheit kein volles Jahr besteht. Ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung während des Urlaubs besteht jedoch nicht. Die Arbeitsagentur zahlt nur für die Stunden eine Mehraufwandsentschädigung, in denen tatsächlich gearbeitet wurde. Das gilt auch im Krankheitsfall.
Quelle ddp.djn/rog/mbr.
 

Kaulquappe

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@ Atlantis
Danke ! Kannst du diese Quelle spezifizieren, also am Besten einen link geben?
 

dolphin46

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Mafiamethoden

Hallo MysticLiz,

das sind ja schon Mafiamethoden, was die da bringen.
Wiederlich :icon_kotz2:!!!
Das kann ja wohl nicht wahr sein!!!

Mann sollte den Europäischen Gerichtshof für Menscherechte einschalten. Die Bundeskanzlerin predigt weltweit die Menschenrechte einzuhalten und hier in unserem Land werden Bedürftige mit Füssen getreten.
Damit muss schluss sein :icon_evil:.

Deine Mutter sollte sich auch beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales darüber informieren und denen sagen was bei der AWO abgegangen ist.
Es ist eine Bürgerhilfe.

Hier ist die Telefonnummer.

01805-676712

Liebe Grüße

dolphin46 :icon_smile:
 

Sally38

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ihr vergesst,das dieses urteil kein einheitliches urteil ist,sondern nur der jeweiligen stadt in der das urteil gefällt wurde zugeteilt werden kann.
demnach werden auch die argen aus anderen städten sich herzlich wenige drum kümmern,ob nürnberg nun ein urteil gefällt hat oder nicht.
wenn mehrere ee jobber klagen würden,dann würde dieses urteil wohl auch bald für alle argen gelten.
 

Borgi

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Dennoch hat sich die AWO auf ganzer Linie rechtswidrig verhalten!

• Der Beistand (Tochter) wurde nicht zugelassen. Dieser ist aber laut SGB X § 13 zulässig.
•Die AWO erfüllte mit der versuchten Erzwingung einer Unterschrift den Tatbesatand der Nötigung
• 38,5 Stunden für einen Ein-Euro-Job sind eindeutig zu viel und sind gegen die aktuelle Rechtslage
• Die Zusätzlichkeit des Ein-Euro-Job ist mehr als fragwürdig. Eine Prüfung seitens der Mutter hätte zugestanden werden müssen.


Eine Schriftliche Beschwerde bei der ARGE, Bundesagentur für Arbeit, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Oberbürgermeister/Landrat und beim Bund der Steuerzahler ist mehr als begründet!
 

Rechtsverdreher

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Heute waren wir dann zusammen bei der AWO. Es waren noch 2 andere Leute da, die ebenfalls dazu eingeladen worden waren. Wir wurden dann von 2 Männern in einen Raum geleitet. Meine Mutter fragte, ob ich dabeibleiben könnte. Der eine Mann meinte aber, dass ich draußen lieber einen Kaffee trinken gehen sollte...also bitte gehen Sie...

Bin ich dann eben gegangen....kurze Zeit später kam meine Mutter dann den Tränen nahe wieder da raus. Ihr wurde wohl erklärt, dass es sich um eine Maßnahme zur Eingliederung ins Berufsleben handle die 1 Jahr dauert. Die Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden die Woche. Und es handelt sich um einen 1€-Job. Und dann hat wohl einer gefragt wann das denn anfängt...MORGEN!!! Dann wurde direkt jeder der 3 gefragt, ob sie denn teilnehmen möchten. Einer hat direkt nein gesagt und ist gegangen, der eine musste wohl ja sagen und meine Mutter sagte erst, dass sie noch überlege. Da packte der Mann schon direkt die Verträge aus und legte einen meiner Mutter vor die Nase und sagte: Bitte hier unterschreiben.

Meine Mutter fiel aus allen Wolken...als sie dann nochmal sagte, dass sie überlege wurden die wohl was unfreundlicher bis meine Mutter da beinahe einen totalen Nervenzusammenbruch hatte und nur meinte, dass sie ja auch noch einen 400 € Job habe und dass ihr diese Maßnahme ja weniger bringe als der 400 € Job. Außerdem hat sie vor einigen Jahren schonmal eine ABM-Stelle gehabt und wurde nach dem Jahr direkt gefeuert.

Meine Mutter ist dann auch direkt ohne unterschreiben aus dem Raum raus und das wars jetzt erstmal. Sind dann noch zum Arzt und jetzt ist sie die Woche krank geschrieben, da sie sehr starke MAgenbeschwerden bekommen hat und schon länger hat durch diesen ganzen Stress den ihr die ARGE macht.

Jetzt wissen wir nicht was als nächstes passieren wird? Kann man sich da irgendwie gegen wehren gegen diese Maßnahme? Weil meine Mutter möchte einen richtigen Job und nicht ein Jahr ihre Zeit bei dieser Maßnahme verschwenden, die letztendlich sicher eh nix bringt. Kann die ARGE ihr jetzt das Geld streichen?

Bin für jeden Rat sehr dankbar, denn meiner Mutter geht es sehr schlecht deswegen.

Soll das jetzt eine Witzgeschichte sein oder was, ansonsten kann ich da wirklich nur noch lachen.

Deine Mutter muss so einen Dreck gar nicht unterschreiben und auch gar keine 1Euro Stelle annehmen.

1. Hat sie einen 400 Euro Job.
2. Sind 15-20 Stunden max. zulässig.
3. Ist max. 1/2 Jahr erlaubt.
4. Liegt weder ein Eingliederungskonzept, noch ein Profiling vor.
5. Ganz zu schweigen von der Zusätzlichkeit und Gemeinnützigkeit. Die vom Arbeitsamt vor Antritt der Stelle zu überprüfen ist.
Dazu gehört auch das sämtliche Arbeitsinhalte vom Arbeitgeber schriftlich anzugeben und vom Arbeitsamt zu genehmigen sind.
Abweichungen davon sind unzulässig und müssen auch nicht befolgt werden.

Sollte das Arbeitsamt nochmal sowas vorlegen einfach auf deren Kosten zum Anwalt gehen:
https://www.tacheles-sozialhilfe.de/adressen/default.aspx

Wenn die nochmal verlangen das Du rausgehen sollst, dann sagst Du: NEIN!!!

Das hier auch mal lesen:
https://www.harald-thome.de/media/files/Arbeitsmaterialien/SGB_II_Folien_27-09-2007.pdf
 
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