19% Mwst. ja oder nein? (1 Betrachter)

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Ainex

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Hallo,
mein Partner hat sich nun selbstständig gemacht. Er ist seit 1.12. voll dabei.
Wollte mal fragen, ob er als Jungunternehmer die 19 % Mwst. abführen muss oder nicht. Jeder erzählt mir etwas anderes, bin völlig irretiert. Und wieviel darf er da im Jahr verdienen?
Danke im voraus für Eure Antworten. Dringend!!!
LG Ainex
 

Borgi

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Für jede gewerbliche Dienstleistung sind in der Rechnung 19% MwSt. aufzuführen.
Mach mal Guck hier
 

Borgi

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Und wieviel darf er da im Jahr verdienen?
Da werden keine Grenzen gesetzt. Theoretisch darf er dann 2 Milliarden im Jahr verdienen. Das Finanzamt und der Arbeitsmarkt freuen sich.
Wenn man allerdings bei Hartz IV bleiben will, dann sollten die “Gewinne“ nicht über dem Satz liegen den er von der ARGE bekommt.
 

Ainex

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Und wenn er vom Arbeitsamt den Zuschuss erhält, dann auch?
 

Martin Behrsing

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Es gibt für Kleinunternehmer die Möglichkeit von der Mehrwertsteuer befreien zu lassen. Man kann dann allerdings auch keine Vorsteuer geltend machen und kann keine Rechnungen mit Mehrwertsteuer auststellen. Bei Existenzgründern ist das oft sinnvoll, da man somit 19% höhere Gewinne machen kann, weil man keine Mehrwertsteuer abführen muss.
 

Richardsch

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Es gibt für Kleinunternehmer die Möglichkeit von der Mehrwertsteuer befreien zu lassen. Man kann dann allerdings auch keine Vorsteuer geltend machen und kann keine Rechnungen mit Mehrwertsteuer auststellen. Bei Existenzgründern ist das oft sinnvoll, da man somit 19% höhere Gewinne machen kann, weil man keine Mehrwertsteuer abführen muss.
Vollkommen richtig. Wenn er aber in der ersten Zeit viele größere Anschaffungen hat, würde ich über eine Istversteuerung nachdenken. Vielleicht auch mal den Steuerberater fragen, was sinnvoller ist.

Gruß Richard
 
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Rounddancer

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So nicht richtig

Für jede gewerbliche Dienstleistung sind in der Rechnung 19% MwSt. aufzuführen.
Mach mal Guck hier
Tut mir leid, aber dies gilt NICHT für umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmer,-
die dürfen keine Umsatzsteuer ausweisen, da sie ja keine Umsatzsteuer abführen.

Erst kürzlich hatten wir in der Schule ein Seminar zum Thema Existenzgründung,- und da wurde klar gesagt, daß Kleinunternehmer (=umsatzsteuerbefreite) keine Umsatzsteuer berechnen, bzw. ausweisen dürfen, da sie ja keine abführen.

Siehe auch hier:

Internetrecht - kleinunternehmer-steuern
 

Koelschejong

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Vollkommen richtig. Wenn er aber in der ersten Zeit viele größere Anschaffungen hat, würde ich über eine Istversteuerung nachdenken. Vielleicht auch mal den Steuerberater fragen, was sinnvoller ist.

Gruß Richard
Wobei die Istversteuerung (§20 UStG) ein völlig anderes Paar Schuhe ist und mit dieser Frage nichts zu tun hat. Hier geht's um Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ja oder nein.
 

Richardsch

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Wobei die Istversteuerung (§20 UStG) ein völlig anderes Paar Schuhe ist und mit dieser Frage nichts zu tun hat. Hier geht's um Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ja oder nein.
Du hast völlig Recht, da habe ich gepatzt, sorry. Hatte nur schnell auf meinen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung geguckt und natürlich falsch :)

Also unter Punkt 7.2 (wenn das überall gleich ist) gibt es die Möglichkeit unter "Annehmen der Kleinunternehmer-Regelung". Dann zahlt man weder UST noch erhält sie zurück. Oder man verzichtet auf die Kleinunternehmer-Regelung. Dann muss man die UST zahlen und kann seine VST auch geltend machen.

Ich musste anfangs einiges investieren, daher habe ich auf die Regelung verzichtet um die VST-Erstattung wieder zu reinvestieren. Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit der ARGE, die mir z.B. VST-Erstattungen als Einkommen anrechnen wollten und so gar nicht einsehen wollten, dass man nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben hat.

Gruß Richard
 

Ainex

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Es gibt für Kleinunternehmer die Möglichkeit von der Mehrwertsteuer befreien zu lassen.

Ist das der Freistellungsantrag?
 

Koelschejong

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Ergoogle Dir einfach mal einige Beiträge zur Kleinunternehmerregelung, dann wird es vermutlich ganz klar.
 

Koelschejong

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Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit der ARGE, die mir z.B. VST-Erstattungen als Einkommen anrechnen wollten und so gar nicht einsehen wollten, dass man nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben hat.
Gruß Richard
Nun dieses muntere Spielchen wird sich in 2008 mit größter Wahrscheinlichkeit potenzieren, dank neuer ALG II-VO. Da kann man jajetzt trefflich drüber streiten ob VSt. nun eine Einnahme ist oder ob es sich um eine "steuerliche Regelung" im Sinne der DA zum § 11 SGB II handelt
Betriebseinnahmen sind alle aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft erzielten Einnahmen, die im Bewilligungszeitraum tatsächlich zufließen. Steuerrechtliche Regelungen finden keine Anwendung mehr. (Randziffer 11.21 der DA zum § 11 SGB II )
 
E

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...

Ich musste anfangs einiges investieren, daher habe ich auf die Regelung verzichtet um die VST-Erstattung wieder zu reinvestieren. Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit der ARGE, die mir z.B. VST-Erstattungen als Einkommen anrechnen wollten und so gar nicht einsehen wollten, dass man nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben hat.

Gruß Richard
Das, Anrechnung von "Einnahmen" aus der MwSt. hatte man bei mir auch versucht.
Ich erklärte meinem SB schriftlich, dass die MwSt. nur ein Durchlaufposten ist und keine als "Gewinn" anrechenbare Einnahme. Seit dem gab ich alle Ausgaben und Einnahmen aus selbstständiger Arbeit nur noch ohne diese Steuerart an.

Zudem habe ich dem ArGeleiter schriftlich mitgeteilt, dass eine Anrechnung von "Gewinnen" erst dann erfolgen kann, wenn man neben den Ausgaben dann auch die erwartbar zu bezahlende Einkommensteuer berücksichtigt, denn wenn die ArGe mich zwingt meine Rücklagen zur Bezahlung meiner Steuerschuld zu verleben, macht sie sich einer Art erzwungener Steuerhinterziehung schuldig.

Der SB muss also quasi, wenn er monatliche Berechnung durchführen will, auch monatlich eine Art Steuerbescheid erlassen und diesen im nächsten Monat berücksichtigen. :icon_mrgreen: :icon_idee:

Auch insofern kann der bezügliche neue "Paragraph" (keine Anwendung Steuerrecht) vor Gericht keinen Bestand haben! Ebenso laufen die neuen Anweisung teilweise dem Zuwider, was das SGBII und die Gesetzgebung bei der Generierung dieser Gesetze tenorieren, insbesondere da, wo der "Spar- und Wirtschaftlichkeitsgedanke" sich so auswirkt, dass er ruiniert und Vollerwerbslosigkeit erzeugt, anstatt aufbaut

Da ich seit Ende 11.2007 nicht mehr verharzt bin spart sich meine Rechtschutzversicherung eine Menge Geld. :tongue:

Ich rate: Klagen, Klagen und nochmals Klagen!

Gruß, Anselm
 

Richardsch

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Das, Anrechnung von "Einnahmen" aus der MwSt. hatte man bei mir auch versucht.
Ich erklärte meinem SB schriftlich, dass die MwSt. nur ein Durchlaufposten ist und keine als "Gewinn" anrechenbare Einnahme. Seit dem gab ich alle Ausgaben und Einnahmen aus selbstständiger Arbeit nur noch ohne diese Steuerart an.
Guten Morgen,

ich musste jeden Monat eine GUV abgeben, in die ich dann ordnungsgemäß alle Posten eintrug. Kontoauszüge, Rechnungen etc. brauchte ich nicht vorlegen. Nachdem ich meine VST-Erstattung (05 bis 07/2007) angegeben hatte, bekam ich dann einen Brief "Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) Hier: Anhörung gemäß § 24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X). In diesem Schreiben wurde mir mitgeteilt:
"Nach meinen Erkenntnissen haben Sie in der Zeit vom 01.08.2007 bis 30.09.2007 Arbeitslosengeld II in Höhe von 273,95 EUR zu Unrecht bezogen.
Anrechnung des Einkommens aus Selbständigkeit für den Zeitraum 01.08.07 bis 30.09.07 und Anrechnung der Steuererstattung v. 30.08.07.
Aufgrund der oben genannten Tatsachen errechnet sich ein geringerer Leistungsanspruch."
usw. usw.
Dem Schreiben war ein 3-seitiger Fragebogen beigefügt, in dem ich dann "angehört" wurde.

Wie du, habe ich dann auch erst einmal erklären müssen, was die UST überhaupt ist. Und habe mal kräftig auf den Tisch gehauen. Daraufhin bekam ich dann von der Teamleiterin (alte Zicke :) ein Schreiben in dem mir mitgeteilt wurde: "Von der Rückforderung der Leistungen für die Zeit vom 01.08.067 bis 30.09.07 wird zunächst abgesehen." (Ist doch großzügig, oder? :) Nun kommts aber: "Das Einkommen aus Ihrer selbständigen Tätigkeit wird zunächst in vorläufiger Höhe auf Ihr Arbeitslosengeld II angerechnet (§40 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1a SGB II i.V.m. § 328 SGB). Die Zahlungen sind insoweit vorläufig." Die GUV bräuchte ich nun auch nicht mehr vorzulegen.

Ich zur Teamleiterin. Denn immerhin ging es bei mir um rund 60 Euro/mtl. und von Gewinn konnte nicht die Rede sein. Auf meine Erklärungen und Einwände bezüglich der Einkommensanrechnung, sagt mir die Teamleiterin doch glatt: "Wenn Sie keine oder nur unzureichende Gewinne erwirtschaften, sollten wir einmal darüber nachdenken, ob Sie das Gewerbe nicht abmelden und lieber einen 1-Euro-Job annehmen." Hallo?

Ich habe dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde gemacht und Kopien der Schreiben sowie einer aktuellen GUV beigelegt. Meine Beschwerde wurde nicht beantwortet, allerdings erhielt ich einen Änderungsbescheid, in der meine Einkommensanpassung geändert wurde. Der Differenzbetrag wurde mir dann nachgezahlt.

Klagen würde ich auch immer empfehlen. Bei uns dauert es allerdings 2 bis 3 Jahre bis ein Verfahren aufgenommen wird. Was macht man in der Zwischenzeit?

Ich habe am 28.12. meine letzten 45 Euro von der ARGE bekommen und stehe nun auf eigenen Beinen. Sollte es mal nicht mehr mit meiner Selbständigkeit klappen, weiß ich wirklich nicht was besser ist: bei der ARGE zu betteln und die Schikanen mit in Kauf nehmen oder auf der Straße und sich nur dumm angucken zu lassen.

Huch, so viel wollte ich gar nicht schreiben. Na ja, ist vielleicht mal ganz interessant für den Themenautor :)

Gruß Richard
 
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Guten Morgen,

ich musste jeden Monat eine GUV abgeben, in die ich dann ordnungsgemäß alle Posten eintrug. Kontoauszüge, Rechnungen etc. brauchte ich nicht vorlegen.
Nun, nachdem ich für solche Zeiten einen Gewinnausfall zu berechnen anfing erließ man das auch mir und schwenkte auf 6 monatigen Turnus um. ;)
Da ich aber für diese ganzen Sachen keine Zeit aufwenden konnte um meinen Pflichten aus SGB II § 2 / 1 (..alles zu tun um ihre...) nach zu kommen, machte das der Steuerberater, was dann leider meinen Gewinn schmälert.

Nachdem ich meine VST-Erstattung (05 bis 07/2007) angegeben hatte, bekam ich dann einen Brief "Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) Hier: Anhörung gemäß § 24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X). In diesem Schreiben wurde mir mitgeteilt:
"Nach meinen Erkenntnissen haben Sie in der Zeit vom 01.08.2007 bis 30.09.2007 Arbeitslosengeld II in Höhe von 273,95 EUR zu Unrecht bezogen.
Anrechnung des Einkommens aus Selbständigkeit für den Zeitraum 01.08.07 bis 30.09.07 und Anrechnung der Steuererstattung v. 30.08.07.
Aufgrund der oben genannten Tatsachen errechnet sich ein geringerer Leistungsanspruch."
usw. usw.
Dem Schreiben war ein 3-seitiger Fragebogen beigefügt, in dem ich dann "angehört" wurde.
Die üblichen Versuche Unwissende zu schocken, leider zu oft mit "Erfolg".
Der zweifelhafte "Erfolg" solcher Methoden endet nämlich zuallermeist damit, dass der selbstständige Aufstocker quasi ausgeblutet wird und ihm der damit einhergehende "Misserfolg" auch noch als selbst verschuldet vorgeworfen wird.

Wie du, habe ich dann auch erst einmal erklären müssen, was die UST überhaupt ist. Und habe mal kräftig auf den Tisch gehauen. Daraufhin bekam ich dann von der Teamleiterin (alte Zicke :) ein Schreiben in dem mir mitgeteilt wurde: "Von der Rückforderung der Leistungen für die Zeit vom 01.08.067 bis 30.09.07 wird zunächst abgesehen." (Ist doch großzügig, oder? :) Nun kommts aber: "Das Einkommen aus Ihrer selbständigen Tätigkeit wird zunächst in vorläufiger Höhe auf Ihr Arbeitslosengeld II angerechnet (§40 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1a SGB II i.V.m. § 328 SGB). Die Zahlungen sind insoweit vorläufig." Die GUV bräuchte ich nun auch nicht mehr vorzulegen.
Hast Du ihr anhand der vorhergehenden Zahlungen belegt dass eine Rückzahlung von Vorsteuer nicht so oft anfällt, dass sie für die Zukunft vorhersehbar und somit vom Bedarf abzusetzen wäre? Das wäre mir eine Eilanordnung (Wegen zu erwartender Geschäftschädigung und Bedarfsunterdeckeung) vom SG Wert gewesen.

Ich zur Teamleiterin. Denn immerhin ging es bei mir um rund 60 Euro/mtl. und von Gewinn konnte nicht die Rede sein. Auf meine Erklärungen und Einwände bezüglich der Einkommensanrechnung, sagt mir die Teamleiterin doch glatt: "Wenn Sie keine oder nur unzureichende Gewinne erwirtschaften, sollten wir einmal darüber nachdenken, ob Sie das Gewerbe nicht abmelden und lieber einen 1-Euro-Job annehmen." Hallo?
Dazu muss es irgendwo im Teamleiterbereich ein allgemeine Anweisung geben, das gleiche unhaltbare "Kinderschreckreden" durfte ich mir auch anhören. :icon_lol:

Einmal ganz davon abgesehen dass ein 1€-Job das letzte aller Mittel ist um einem sichtlich Eingegliederten aufgedrückt werden zu können, sind "unzureichende Gewinne" kein Grund eine Selbstständigkeit zu untersagen oder Existenz sichernde Mittel zu versagen. Der Gesetzgeber wollte laut SGB II § 1 sichtlich NICHT das einkommensgeminderte Selbstständige zur Aufgabe gezwungen werden.

Solange man nicht Jahrelang (imho u. U. >3) die schwarze Null bringt:
SGB II § 1 meinte:
1.
durch eine Erwerbstätigkeit Hilfebedürftigkeit vermieden oder beseitigt, die Dauer der Hilfebedürftigkeit verkürzt oder der Umfang der Hilfebedürftigkeit verringert wird,
2.
die Erwerbsfähigkeit des Hilfebedürftigen erhalten, verbessert oder wieder hergestellt wird,
Auch die VO zu Einkommen aus selbstständiger Arbeit unterstreicht den Willen des Gesetzgebers dahingehend, dass es durchaus gewollt ist Selbstständigkeit zu erhalten UND aufzubauen!

Ich habe dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde gemacht und Kopien der Schreiben sowie einer aktuellen GUV beigelegt. Meine Beschwerde wurde nicht beantwortet, allerdings erhielt ich einen Änderungsbescheid, in der meine Einkommensanpassung geändert wurde. Der Differenzbetrag wurde mir dann nachgezahlt.
:icon_daumen:
Man muss nur am Ball bleiben. Vielleicht könnte man diese Dozentenarbeit zur Weiterbildung von ArGemitarbeitern ja in Rechnung stellen? Zeit ist Geld! :icon_wink:

Klagen würde ich auch immer empfehlen. Bei uns dauert es allerdings 2 bis 3 Jahre bis ein Verfahren aufgenommen wird. Was macht man in der Zwischenzeit?
Hier geht es ja wie oben bereits bemerkt um Deine berufliche sowie private Existenz, da sind entsprechend zu begründende Eilanordnungen immer nützlich. Sehr viele Richter sind -- verglichen mit ihrer Auffassung von Menschenwürde und -recht -- oft seeehr einsichtig und "hilfsbereit", wenn ihnen nackte Zahlen begründen können, warum die begehrte Anordnung dem Staat letztlich mehr nützt als schadet und das selbst dann, wenn der erste Blick scheinbare Mehrausgaben auf Staatsseite erfordern könnte.

Ich habe am 28.12. meine letzten 45 Euro von der ARGE bekommen und stehe nun auf eigenen Beinen.
Meine Bewilligung lief bis Dez.07, das Geld hat man einfach und ohne jeden Bescheid nicht mehr ausgezahlt. Telefonisches Nachfragen ergab dann dass mein Leistungsgewährer der Meinung ist dass mir aufgrund seiner Schätzungen im Hinblick auf meinen Umsatz kein ALGII mehr zustünde.

Im Normalfall hätte ich hiergegen leicht vorgehen können und eventuell sogar müssen, doch es geht hier "nur" um einmalig rund €200.-.
Durch die Arbeit meines "Lebenspatches" und einem weiteren umsatzsteigernden Kunden meinerseits, habe ich aber davon abgesehen und bin nun auch entharzt.

Sollte es mal nicht mehr mit meiner Selbständigkeit klappen, weiß ich wirklich nicht was besser ist: bei der ARGE zu betteln und die Schikanen mit in Kauf nehmen oder auf der Straße und sich nur dumm angucken zu lassen.
Zeitweise liebäugelte ich auch mit einer Karriere in der die allseits bekannten Freunde Smith&Wesson eine Rolle spielen, mein Ehrgeiz und die allzu dümmlichen Vorgehensweisen dieser ArGE-Mitarbeiter ließen mir keine Wahl, hier war der leichtere Weg zu gehen. ;)

Der Mangel an Einkommen oder Erwerbsmöglichkeiten ist seit dieser ausufernden Globalisierung, die von Politik und Gesetzgeber auch noch gestützt wird, für mich kein Makel mehr und kämpfen muss ich als Selbstständiger so oder so.

Dass mir "der Steuerzahler" in diesen einkommensgeminderten Zeiten zur Seite stand werde ich natürlich an die Gesellschaft zurückgeben. Dazu werde ich zukünftig in diesem Bereich vermehrt Spenden und das oberhalb der 100€-Grenze wo immer möglich. :icon_mrgreen:

Huch, so viel wollte ich gar nicht schreiben. Na ja, ist vielleicht mal ganz interessant für den Themenautor :)

Gruß Richard
Dito.

Gruß, Anselm
 

Richardsch

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Nun, nachdem ich für solche Zeiten einen Gewinnausfall zu berechnen anfing erließ man das auch mir und schwenkte auf 6 monatigen Turnus um. ;)
Nur so geht das :biggrin:

Die üblichen Versuche Unwissende zu schocken, leider zu oft mit "Erfolg".
Der zweifelhafte "Erfolg" solcher Methoden endet nämlich zuallermeist damit, dass der selbstständige Aufstocker quasi ausgeblutet wird und ihm der damit einhergehende "Misserfolg" auch noch als selbst verschuldet vorgeworfen wird.
Leider, ja. Du wirst in keinster Weise positiv gefördert und bei einem der sich selbständig machen möchte, ist es noch schlimmer. Nur mal ein Beispiel, was der ARGE nicht viel Geld gekostet hätte. Ich wollte Handzettel verteilen, hatte 1.000 Blatt farbiges Papier gekauft und von meinem Regelsatz bezahlt. Den Entwurf hatte ich fertig und 4 Handzettel passten auf einen DIN A4-Bogen. Da ich zu dieser Zeit nicht auch noch die Kopien aus meinem Regelsatz bezahlen konnte, bat ich meine SB die Kopien in der ARGE machen zu dürfen. Sie hätte mir das gerne genehmigt, konnte das aber nicht entscheiden und verwies mich an die Teamleiterin. Die erklärte mir natürlich, dass das bei Selbständigen nicht möglich ist. Ich hatte noch nicht einmal gesagt, das ich nur 200 Zettel kopieren wollte. Ich habe dann auch gar nicht mehr mit ihr diskutiert und bin zum BIZ. Die Mitarbeiter dort kannten mich und der Chef hat mir dann erlaubt zu kopieren.

Hast Du ihr anhand der vorhergehenden Zahlungen belegt dass eine Rückzahlung von Vorsteuer nicht so oft anfällt, dass sie für die Zukunft vorhersehbar und somit vom Bedarf abzusetzen wäre? Das wäre mir eine Eilanordnung (Wegen zu erwartender Geschäftschädigung und Bedarfsunterdeckeung) vom SG Wert gewesen.
Ja, das hatte ich gemacht. Die Frage ergab sich schon deshalb, weil ich einen neuen Antrag stellen musste. Dort trug ich dann die zu erwartenden Einnahmen (natürlich geringer) und die zu erwartenden Betriebskosten (natürlich höher :) ein. Das endete dann damit, dass ich beim Neuantrag alle Rechnungen, auch die von mir geschriebenen, vorlegen musste. Meine Rechnungen habe ich dann noch einmal ausgedruckt und den Empfänger ausgelassen. Was geht die ARGE meine Kunden an :) Die Teamleiterin wollte sich dann Kopien von den Rechnungen machen, was ich ihr allerdings nicht gestattet habe. Einsicht ja, Datenspeicher nein. sie kam mir dann wieder mit fehlender Mitwirkungspflicht und ich sagte nur, soll sie mir schreiben. Ist nichts nachgekommen.

Solange man nicht Jahrelang (imho u. U. >3) die schwarze Null bringt:
So isses.

Man muss nur am Ball bleiben. Vielleicht könnte man diese Dozentenarbeit zur Weiterbildung von ArGemitarbeitern ja in Rechnung stellen? Zeit ist Geld!
Ist ja gerade In :)

Hier geht es ja wie oben bereits bemerkt um Deine berufliche sowie private Existenz, da sind entsprechend zu begründende Eilanordnungen immer nützlich. Sehr viele Richter sind -- verglichen mit ihrer Auffassung von Menschenwürde und -recht -- oft seeehr einsichtig und "hilfsbereit", wenn ihnen nackte Zahlen begründen können, warum die begehrte Anordnung dem Staat letztlich mehr nützt als schadet und das selbst dann, wenn der erste Blick scheinbare Mehrausgaben auf Staatsseite erfordern könnte.
Da magst du richtig liegen. Mit Eilverfahren habe ich keine Erfahrung und zum Glück ging es bei mir auch so.

Meine Bewilligung lief bis Dez.07, das Geld hat man einfach und ohne jeden Bescheid nicht mehr ausgezahlt. Telefonisches Nachfragen ergab dann dass mein Leistungsgewährer der Meinung ist dass mir aufgrund seiner Schätzungen im Hinblick auf meinen Umsatz kein ALGII mehr zustünde.
Haben sie dich auch auf den Einkommensteuerbescheid verwiesen? Ich bekam mitgeteilt:
"Grundlage für die endgültige Entscheidung bildet der vom Finanzamt für das Berechnungsjahr festestellte Gewinn (Einkommensteuerbescheid). Sie sind daher verpflichtet, beim zuständigen Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid für 2007 zu erwirken und mir diesen nach Erhalt umgehend vorzulegen."

Zeitweise liebäugelte ich auch mit einer Karriere in der die allseits bekannten Freunde Smith&Wesson eine Rolle spielen, mein Ehrgeiz und die allzu dümmlichen Vorgehensweisen dieser ArGE-Mitarbeiter ließen mir keine Wahl, hier war der leichtere Weg zu gehen. ;)
Zumindest bräuchtest du dir dann über Miete, Strom, Heizung usw. keine Gedanken mehr machen und Arbeit hättest du auch :icon_lol:
Dass mir "der Steuerzahler" in diesen einkommensgeminderten Zeiten zur Seite stand werde ich natürlich an die Gesellschaft zurückgeben. Dazu werde ich zukünftig in diesem Bereich vermehrt Spenden und das oberhalb der 100€-Grenze wo immer möglich.
Nun, das gibst du ja schon allein mit deiner Steuerzahlung wieder zurück. Von Spenden halte ich nicht viel, allerdings greife ich ein paar Hartzies in meiner Nachbarschaft unter die Arme :)

Ach, man könnte ja noch so viel erzählen. Lass uns ein Buch schreiben :icon_wink:

Gruß Richard
 
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