19-Jährige Bekannte - Auszug wegen Psychoterror

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Missuki

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
20 November 2015
Beiträge
16
Bewertungen
1
Hallo alle miteinander.

Hab ein Anliegen.
Es geht um eine Bekannte, welche seit Jahren massivst Probleme mit ihren Eltern hat.

Zur allgemeinen Situation:
Sie (19) lebt zusammen mit dem Vater und seiner Lebensgefährtin getrennt von der leiblichen Mutter in der Nähe von Mannheim.
Ihr Vater schreit sie regelmäßig an, wenn sie nicht springt, wenn er was verlangt.
Sie muss Putzen etc und die Schwester regelmäßig zur Mutter zurückfahren.
Außerdem muss sie sich um das leibliche Wohl der Großeltern kümmern (Zwangsverpflichtung seitens des Vaters).

Vom Kindergeld erhält sie 40-50 Euro, die sie für Gemüse (ihr Vater kauft kein Gemüse), Schulsachen, Kleidung etc nutzen muss, "Taschengeld" selbst erhält sie nicht.
Den Rest behält ihr Vater ein mit dem Kommentar "ist für die Miete".

Sie hatte geplant als kleine Feier zum Abschluss der Schule nach Hamburg zu uns zu fahren. Hatten das auch schon soweit durchorganisiert.
Dann kam ihr Vater - wieder ein handfester Streit - sie am Boden zerstört, denn er meinte nur "Laut Gesetz kann ich bestimmen, wohin du fährst, solange du nicht selber arbeitest - also fährst du nicht nach Hamburg! Und Ausziehen kannste auch vergessen, du bleibst hier wohnen und kümmerst dich um deine Großeltern!" -
Dachte ich hör nicht richtig, als ich das von ihr erfuhr. Mir ist kein solches Gesetz bekannt.



Jetzt haben wir als Gemeinschaft (mehrere Freunde) vor, sie nach Hamburg zu holen, denn das ist wahrlich nur noch Psychoterror, den sie dort erleiden muss.
Sie hätte auch bereits eine Unterkunft (bei einer Freundin, ebenfalls lebend in Hamburg - Mietfrei).

Da sie frisch aus der Schule raus wäre, keine Rücklagen hat (wovon auch), müsste sie ALG2 beantragen in Hamburg - ist das korrekt? Und kann sie überhaupt so einfach von nähe Mannheim nach Hamburg geholt werden?
Wir wollen das ganze Vernünftig durchbringen ohne gegen 50 Wände zu laufen und sind daher für Hilfe sehr dankbar.
 
G

Gast1

Gast
Hi Missuki,

das Gesetz sagt in diesem Fall in § 22 SGB II:

(5) Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden Bedarfe für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur anerkannt, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn

1. die oder der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,

2. der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder

3. ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.
Das bedeutet:

1. Bei einem Facharzt (Psychiater) ein Attest einholen, das besagt, dass es der Bekannten nicht zumutbar ist, sowohl bei ihrem Vater weiter zu wohnen als auch zu der leiblichen Mutter zu ziehen. Vielleicht wohnt ihre Mutter ja so beengt, dass sie keine weitere Person in ihren Haushalt aufnehmen kann?

2. Das Attest bei dem in Hamburg zuständigen Jobcenter einreichen und die Zustimmung des Jobcenters zum Umzug der Bekannten nach Hamburg beantragen.

3. Nach Erteilung der Zustimmung kann Deine Bekannte nach Hamburg umziehen.

Dies sollte auch dann gemacht werden, auch wenn sie eine mietfreie Unterkunft in Hamburg in Aussicht hat, sicherheitshalber.

Zur Not ginge aber auch der Umzug in die mietfreie Unterkunft nach Hamburg, dann bekommt sie vom Jobcenter nur den Regelsatz plus eventuelle Mehrbedarfe. Falls sie dann aber dort wieder ausziehen muss, weiß ich nicht, ob das Jobcenter, egal wo in Deutschland, ihre Mietkosten übernehmen würde, bis sie 25 ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Missuki

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
20 November 2015
Beiträge
16
Bewertungen
1
Hallo Schlaraffenland.

Danke für die schnelle Antwort.

Die Beziehung zur Mutter ist durch einen mir nicht näher bekannten Vorfall bereits extrem zerrüttet gewesen, weshalb sie bei ihrem Vater wohnt. Diesbezüglich hat sie sich nur ihrer besten Freundin anvertraut und mag auch mit niemand anderem wirklich darüber reden.

Muss sie bei sich zum nächsten Psychater gehen oder kann sie das in Hamburg machen bevor sie offiziel umgemeldet wird?
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
25.246
Bewertungen
18.654
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten