16c-Förderung und Mehrwertsteuer

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annomania1404

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Ich habe folgendes Problem:

Ich habe im September eine 16c-Förderung, also Zuschuß zur Existenzgründung erhalten. Dieser Zuschuß basierte auf Produkten und Dienstleistungen, die ich für die Durchführung meiner Tätigkeiten benötige. Heute nun war ich wegen der Nachweise der getätigten Investitionen dort. Die Sachbearbeiterin wollte erst einmal die Original-Rechnungen einbehalten, das war schon der erste Knaller. Das habe ich verweigert. Sie meinte, ich könne die getätigten Investitionen nicht als Ausgaben der Firma geltend machen, immerhin wären die Sachen ja vom Jobcenter bezahlt worden und nicht von mir. Außerdem könne ich dazu auch nicht die Mehrwertsteuer ziehen, denn das stände mir nicht zu. Ehrlich gesagt habe ich so einen Blödsinn noch nie gehört. Immerhin habe ich die Fördergelder und auch ein Darlehen, das ich von denen bekommen habe, als Einnahmen verbucht und damit doch m.E. dem Willen genüge getan.

Weiß jemand, wie sich das wirklich verhält? Hat das Jobcenter überhaupt das Recht, Rechnungen im Original einzubehahlten? Stimmt es, dass ich diese "geförderten" Investitionen nicht beim Finanzamt gelten machen darf? Meine Steuerberaterin meinte auch das wäre Blödsinn, konnte aber die rechtliche Grundlage dafür auch nicht sofort benennen und muß sich erst schlau machen. Vielleicht kennt sich ja hier jemand damit aus.

Danke schon mal und ne schöne Woche euch.
 

warpcorebreach

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ich würde auch sagen das ist blödsinn. warum sollte es eine rolle spielen woher das geld kommt ?
ich denke deine sachbearbeiterin unterliegt hier dem trugschluss das es keine betriebsausgabe sei da das ursprüngliche geld nicht deins war.
das die arge sich allerdings nicht an die regeln des finanzamt hält ist bekannt. quittungen würde ich auf jedenfall im orginal behalten und einreichen beim finanzamt. gegen irgendwelchen mist von der arge würde ich persönlich allerdings immer versuchen vorzugehen.

unabhängig davon hoffe ich du hast das geld steuerfrei verbucht.
 

noiram

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Ich habe folgendes Problem:

Ich habe im September eine 16c-Förderung, also Zuschuß zur Existenzgründung erhalten. Dieser Zuschuß basierte auf Produkten und Dienstleistungen, die ich für die Durchführung meiner Tätigkeiten benötige. Heute nun war ich wegen der Nachweise der getätigten Investitionen dort. Die Sachbearbeiterin wollte erst einmal die Original-Rechnungen einbehalten, das war schon der erste Knaller. Das habe ich verweigert. Sie meinte, ich könne die getätigten Investitionen nicht als Ausgaben der Firma geltend machen, immerhin wären die Sachen ja vom Jobcenter bezahlt worden und nicht von mir. Außerdem könne ich dazu auch nicht die Mehrwertsteuer ziehen, denn das stände mir nicht zu. Ehrlich gesagt habe ich so einen Blödsinn noch nie gehört. Immerhin habe ich die Fördergelder und auch ein Darlehen, das ich von denen bekommen habe, als Einnahmen verbucht und damit doch m.E. dem Willen genüge getan.

Weiß jemand, wie sich das wirklich verhält? Hat das Jobcenter überhaupt das Recht, Rechnungen im Original einzubehahlten? Stimmt es, dass ich diese "geförderten" Investitionen nicht beim Finanzamt gelten machen darf? Meine Steuerberaterin meinte auch das wäre Blödsinn, konnte aber die rechtliche Grundlage dafür auch nicht sofort benennen und muß sich erst schlau machen. Vielleicht kennt sich ja hier jemand damit aus.

Danke schon mal und ne schöne Woche euch.
Sicher bist Du einer Sachbearbeiterin in die Hände gefallen, die selbst nicht weiss wie alles zu händeln ist. Unabhänig davon wie die ARGE die einzelnen Posten der Buchhaltung bewertet, gilt für Dich trotzdem das Steuerrecht und das kann die ARGe nicht aushebeln(auch wenn die SBs das glauben). Das heisst, Du bist verpflichtet Deine Gewinnermittung nach dem Steuerrecht zu erstellen und musst persönlich dafür grade stehen.
Außerdem, bei der Erstattung von Umsatzsteuer würde sich Dein anzurechnendes Einkommen zu Gunsten der ARGE erhöhen, wenn der SB das ableht, beweisst er wieviel Ahnung der von den Thema hat und dann stellt sich mir die Frage:
Wem ist man da eigendlich ausgeliefert, der entscheidet schließlich ob man einen vollen oder leeren Bauch hat ?
 

Feind=Bild

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Leider kann ich keinen Tipp geben, aber bedanken kann ich mich.
Denn hier bestätigte sich meine langsam reifende Erkenntnis, für den Fall, daß ich mich doch noch mal selbständig machen sollte:

Da man nicht weiß, an was für Leute man im Fall der Selbständigkeit aus H4 heraus bei der Arge gerät, verzichte ich lieber auf die zunächst höchstens 180€ für 6 Monate mit ungewisser Fortgewährung und hab dafür Ruhe vor denen, zumindest in Bezug auf die selbständige Tätigkeit.
Wenn ich es ohne die nicht schaffe, lass ich es lieber ganz. Denn mit solchen Experten schaffe ich es (schon rein nervlich) ganz sicher nicht!
 

noiram

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Leider kann ich keinen Tipp geben, aber bedanken kann ich mich.
Denn hier bestätigte sich meine langsam reifende Erkenntnis, für den Fall, daß ich mich doch noch mal selbständig machen sollte:

Da man nicht weiß, an was für Leute man im Fall der Selbständigkeit aus H4 heraus bei der Arge gerät, verzichte ich lieber auf die zunächst höchstens 180€ für 6 Monate mit ungewisser Fortgewährung und hab dafür Ruhe vor denen, zumindest in Bezug auf die selbständige Tätigkeit.
Wenn ich es ohne die nicht schaffe, lass ich es lieber ganz. Denn mit solchen Experten schaffe ich es (schon rein nervlich) ganz sicher nicht!
Ein bischen kämpfen muss man schon um sein Recht durchsetzen zu können, übrigens nicht nur bei der ARGE, die sind Gott sei Dank, oft fachlich ihren Aufgaben nicht gewachsen, spätestens vor Gericht müssen sie den Schwanz ein ziehen.
Aber wenn man sich von deren Machenschaften abschrecken lässt haben sie eigendlich schon gewonnen. Ich gehe schon davon aus, dass der einzelne SB belohnt wird wenn er erfolgreich Gelder abschmettert.
Letztendlich muss man doch für sich entscheiden was besser ist, ehwig an deren Tropf zu hängen oder alle Möglichkeiten für sich zu nutzen um seine finanzielle Lage zu verbessern.
Wer von seiner Sache(Existenzgründung) überzeugt ist wird sich nicht abschrecken lassen und geltenden Gesetzen muss sich auch die ARGE und deren Mitarbeiter unterordnen, ob freiwillig oder gezwungener Maßen ist unwichtig.
 

annomania1404

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Also nachdem ich mittlerweile auch mit Steuerberatern gesprochen habe, kann ich also getrost sagen, dass die ARGE sowas von falsch liegt. Ich bin ja schon aus den Pflichten der ordnungsgemäßen Buchführung heraus verpflichtet, alle Investitionskosten als Ausgaben geltend zu machen. Abgesehen davon muss die Förderung als Einnahme verbucht werden, da es sich um einen reinen Betriebsmittelzuschuss handelt. Insoweit ist es für mich ein durchlaufender Posten und gar nicht tragisch, im Gegenteil: Ich genieße den anfänglichen Vorteil, die Mehrwertsteuer geltend machen zu können. Anfänglich deshalb, weil ich später von der Geschichte kaum mehr profitiere. Ich war bereits 10 Jahre selbständig und daher kann ich nur sagen, wer es schafft, als Kleinunternehmer durchzugehen, sollte die Chance so lange nutzen wie er kann. Denn danach wird es kompliziert und arbeitsreich. Vor allem dann niemals ohne Steuerberater. Den Fehler hab ich einmal gemacht, 2 Jahre ohne Steuerberater zu arbeiten, der Schaden daraus waren fast 7000 EURO.
 

annomania1404

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Leider kann ich keinen Tipp geben, aber bedanken kann ich mich.
Denn hier bestätigte sich meine langsam reifende Erkenntnis, für den Fall, daß ich mich doch noch mal selbständig machen sollte:

Da man nicht weiß, an was für Leute man im Fall der Selbständigkeit aus H4 heraus bei der Arge gerät, verzichte ich lieber auf die zunächst höchstens 180€ für 6 Monate mit ungewisser Fortgewährung und hab dafür Ruhe vor denen, zumindest in Bezug auf die selbständige Tätigkeit.
Wenn ich es ohne die nicht schaffe, lass ich es lieber ganz. Denn mit solchen Experten schaffe ich es (schon rein nervlich) ganz sicher nicht!
Ich finds ja toll, dass es Leute gibt, die der Meinung sind, dass die ARGE zu nichts zu gebrauchen ist. Und dass man nicht selbständig werden sollte, wenn man es sich nicht leisten kann. Wenn es solche Leute in Deutschland nicht gäbe, hätten wir auch nichts mehr worüber wir meckern könnten. Dann hätten wir einfach mal 3 Mio Arbeitslose mehr und die Welt würde sich genauso weiterdrehen wie bisher. Wenn Sie schon nichts konstruktives beizutragen haben, lassen Sie es doch am besten. Im übrigen bin ich inzwischen nach 2 Monaten frei von der ARGE, ich beziehe für 18 Monate meinen Zuschuss, habe insgesamt 10000 EURO Förderung erhalten und meine Firma ist sowas von im Plus, dass ich wieder einmal nur sagen kann: Toll, dass es Leute gibt, die der Meinung sind, die ARGE ist zu nichts zu gebrauchen. Haben Sie ja mal wieder einer Person in Deutschland keine Perspektive gegeben.

Danke ARGE, auch wenn der Weg bis zur Förderung lang war.
 
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