§ 145 SGB II Nahtlosigkeitsregelung - Aussteuerung Krankenkasse

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Pupsi

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Hallo,

ich bin seit März 2018 arbeitsunfähig erkrankt. Mein befristetes Arbeitsverhältnis endete im Januar 2019. Aufgrund des Krankengeldbezuges und meines gesundheitlichen Zustandes habe ich lediglich die Arbeitssuchendmeldung online vorgenommen. In dem Schreiben meiner Krankenkasse werde ich auf die Nahtlosigkeitsregelung hingewiesen, weshalb ich umgehend einen ALG 1 Antrag eingereicht habe. Eine persönliche Meldung soll ich am Ende des Krankengeldbezuges vornehmen. Nun erhielt ich einen Ablehnungsbescheid, weil ich mich nicht persönlich am 01.02.19 arbeitslos gemeldet habe. Das kann ich während meiner Krankheit (nachgewiesen per AU) doch gar nicht?!

Aufforderungen zur Reha wurden aufgrund der weiteren Diagnostiken die weiterhin andauern, per Widerspruch meiner Ärzte abgewiesen. Ich bin weiterhin AU und habe noch weitere Eingriffe vor mir.

Stelle ich jetzt am Ende des KK Bezuges erneut den Antrag (persönlich oder durch eine Vertrauensperson) mit Hinweis auf §145 SGB II, oder widerspreche ich dem Ablehnungsbescheid?

Großen Dank vorab (y)
 

Kerstin_K

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Okay, das ist ja nicht mehr lange hin.

Wenn Du 1-2 wocen vorher zur Af A gehst, reicht das locker. Dann enfach einen neuen Antrag stellen ab Aussteuerungsdatum.

Du bekommst nach der Aussteuerung sowieso noch ein Schreiben von der KK über den Krakengeldbezug. Das barauch die AfA, um deinen Anrag zu bearbeiten.

Ich habe mal veranlasst, dass der Faden in den passenden Bereich verschoben wird. Hier findest Du alle Infos, die Du brauchst. es gibt auch einen Musterantrag von @Dopeloma.

wenn noch Fragen offen sind, einfach melden.
 

Pupsi

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Super vielen Dank. Schaue mir gleich den Musterantrag an.

Wer könnte mir bei der Prüfung ob dass Aussteuerungsdatum korrekt ist, helfen?


Moderationshinweis...

2 Beiträge zusammengeführt. Bitte nicht mehrere Beiträge in kurzer Zeit posten. Man kann das eigene Posting innerhalb der Editierzeit (60 Minuten) jederzeit ändern oder erweitern. Des Weiteren lassen sich auch mehrere und auch verschiedene Zitate in einen Beitrag einfügen. Bitte in Zukunft beachten :) LG @HermineL



 

saurbier

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Hallo Pupsi,

genau da stellt sich für mich schon die Frage ob hier bereits das Aussteuerungsdatum stimmt.

Du schreibst, daß du seit März 2018 dauerhaft AU bist. Dazu wäre dann mal zu klären, ab wann du mit deiner jetzigen Krankheit (Diagnoseschlüssel) erstmals vom Arzt eine AUB erhalten hast und vor allem gab es davor vielleicht schon einmal eine AUB wegen genau dieser Krankheit.

Wenn ich vom 01. März 2018 bis 30.07. rechne, kommen so keine 78 Wochen zusammen. Da müßte die KK also noch etwas hinzu gerechnet haben - wie gesagt ggf. eine frühere AUB -. Das müßte abgeklärt werden.

Hier wäre jetzt hilfreich genaue Daten zu erhalten.

Ansonsten gilt was Kerstin_K geschrieben hat, sobald dir das Aussteuerungsschreiben der KK vorliegt, nimmst du dieses und begibst dich persönlich zu deine örtlich zuständigen AfA und meldest dich persönlich Arbeitslos, am besten mit einem Beistand (Zeugen sind in der heutigen Zeit immer von Vorteil bei Behörden).

Dort sagst du dann das du von der KK ausgesteuert wurdest (legst dazu das Schreiben der KK vor) und forderst einen ALG-I Antrag gemäß § 145 SGB III (Nathlosigkeitsregelung). Dann nämlich muß des SB bei der Antragsstellung zur Abeitslosigkeit nämlich gleich neben dem ALG-I Antrag auch einen Gesundheitsfragebogen incl. Schweigepflichtendbindungen mit ausdrucken.

Achte bei ALG-I Antrag unbedingt darauf, daß der SB dort neben dem Tag der Meldung auch das Datum für die Wirksamkeit (also ab wann du ALG-I beantragst) mit einträgt.

Wie du dann den ALG-I Antrag ausfüllen solltest (als Nathlosigkeitsfall) kannst du dem Muster von Doppeloma nachfolgend entnehmen.

Musterantrag ALG-I nach KK-Aussteuerung (Nathlosigkeitsfall)

Ganz wichtig ist dabei, daß du deine Arbeitszeit auf keinen Fall freiwillig kürzt, denn damit würde auch dein ALG-I gekürzt und vor allem das du dich unbedingt mit deinem Restleistungsvermögen entsprechend dem äD-Gutachten der Vermittlung zur Verfügung stellst. Ohne besagtes Restleistungsvermögen gibt es ansonsten kein ALG-I - eben mangels Vermittelbarkeit in eine möglicherweise neue Arbeit.

Unterschreibe nichts sofort, du hast das Recht alles in Ruhe zuhause zu lesen. lass dich zu nichts drängen - egal was die SB´s behaupten.

Bei Fragen kannst du hier jederzeit entsprechende Unterlagen Anonym einstellen.



Grüße saurbier
 

Pupsi

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Hallo Zusammen,

anbei die AUD Belege der letzten 5 Jahre zur Prüfung der Blockzeiten und ob das Aussteuerungsdatum korrekt berechnet ist. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Danke und Grüße
 

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Bertolino

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Hallo, Pupsi,

nach der Berechnungsmethode der KK und den vorliegenden Informationen ist der Aussteuerungstermin korrekt.
27.11.2017/15.12.2017 19 Tage
25.01.2018/07.03.2018 42 Tage
20.03.2018/29.03.2018 10 Tage
11.04.2018/29.07.2019 475 Tage

gesamt 546 Tage/78 Wochen
Aussteuerung 29.07.2019

Ob es sich bei der AU vom 20.03.2018 auch um "dieselbe" Krankheit handelt, sei mal dahingestellt, aber das führt zu weit.
Prüfe nochmal, ob du nicht versehentlich eine weitere "M79" Diagnose anonymisiert hast, denn das würde das Ergebnis verändern.
Mit dem Antrag geht die letzte AU vor der Aussteuerung an die AfA. Nach der Aussteuerung gibst du dort bitte keine AU mehr ab, sonst bekommst du nach sechs Wochen kein ALG mehr. Die AU schickst du weiterhin an die KK, die AUB für den Patienten kommt in dein Archiv.

Gruß
Bertolino
 

Pupsi

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Hallo, Pupsi,

nach der Berechnungsmethode der KK und den vorliegenden Informationen ist der Aussteuerungstermin korrekt.
27.11.2017/15.12.2017 19 Tage
25.01.2018/07.03.2018 42 Tage
20.03.2018/29.03.2018 10 Tage
11.04.2018/29.07.2019 475 Tage

gesamt 546 Tage/78 Wochen
Aussteuerung 29.07.2019

Ob es sich bei der AU vom 20.03.2018 auch um "dieselbe" Krankheit handelt, sei mal dahingestellt, aber das führt zu weit.
Prüfe nochmal, ob du nicht versehentlich eine weitere "M79" Diagnose anonymisiert hast, denn das würde das Ergebnis verändern.
Mit dem Antrag geht die letzte AU vor der Aussteuerung an die AfA. Nach der Aussteuerung gibst du dort bitte keine AU mehr ab, sonst bekommst du nach sechs Wochen kein ALG mehr. Die AU schickst du weiterhin an die KK, die AUB für den Patienten kommt in dein Archiv.

Gruß
Bertolino


Vielen Dank. Ich habe soeben mal nachgeschaut, es wurden einfach Diagnosen nicht ausgedruckt. Die seit 11.04.18 bestehende AU fing mit M54.5G M54.99G M99.82G an und wurde mit fortlaufender Diagnostik zu:
M79.70G
R52.2G
M51.1G
G55.1G

Interessanterweise, wird die M79 Diagnose von Verdacht auf Gesichert geändert, dabei ist diese überhaupt nicht gesichert, diese kann erst gesichert sein, wenn alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen worden sind. Es sind dann auch noch viele Erkrankungen gefunden wurden, die M79.70G nun aufheben. Die Diagnostik ist zudem noch immer nicht abgeschlossen.
 

Bertolino

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es wurden einfach Diagnosen nicht ausgedruckt.
M79.70G
R52.2G
M51.1G
G55.1G

Interessanterweise, wird die M79 Diagnose von Verdacht auf Gesichert geändert,
Hallo, Pupsi,

wenn ich mir das näher anschaue, fallen mir zwei Dinge auf:
"Diagnosen wurden nicht ausgedruckt": Bedeutet das, dass der AUD Beleg falsch ist? Weil wenn ja, solltest du unbedingt eine Korrektur veranlassen.

Und "von Verdacht auf gesichert" schau mal hier, dort kannst du auch die anderen Diagnosen eingeben:

Bedeutet das nun, dass dein Arzt seit mindestens 2017 die tatsächliche Ursache nicht findet? Die Angaben deines Arztes klingen ein wenig nach: Ich weiß auch nicht genau. Deine Diagnosen kenne ich allzu gut.
Auf Röntgenbildern und MRT sollte doch was zu sehen sein? Meine Neurologin hat letztlich den Beweis erbracht, dass und in welchem Maß ein bestimmter Nerv zwischen zwei Wirbeln zerquetscht wurde...
Die Auswirkung auf den Alltag kennst du.


Gruß
Bertolino
 
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Pupsi

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Hallo Zusammen,

ich möchte euch nun ein erstes Feedback geben und ein großes Dankeschön aussprechen.

Wie von euch empfohlen, habe ich mich einen Tag vor Aussteuerungsdatum (29.07) mit einem Beistand bei der AfA vorgestellt. Die Sachbearbeiterin hat mich bspw. gefragt ob ich mehr als 15 Stunden arbeiten könne, meine Antwort lautete, das dies der ärztliche Dienst und die Ärzte einschätzen müssen. Sie wählte in Ihrem System "nein" aus anstatt "keine Angabe". Als ich hierzu wiedersprach, teilte Sie nur mit, das das würde ja jetzt geprüft werden. Sie teilte mir dann mit das die Leistungsabteilung sich bei mir telefonisch melden würde um alles abzuklären, ich sagte Ihr das dies bitte schriftlich zu erfolgen hat. Wurde vermerkt :)

Am 09.08 ging mein Antrag mit einem großen Befundbericht ohne Entbindung der Schweigepflicht an die AfA. Am 16.08 habe ich meinen Leistungsbescheid mit der richtigen Berechnung im Briefkasten gehabt.

Also, es geht auch anders, kein Verweis auf das Ergebnis der ärztlichen Dienstes o.ä.

Der weitere Ablauf ist nun das Gutachten des äD abzuwarten, welche Ausgangsmöglichkeiten gibt es hier?

Vielen Dank an die Community (y):icon_party:
 

Pupsi

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Update: Hallo ihr Lieben,
ich habe nun einen Termin direkt bei der AfA zur ärztlichen Untersuchung. Mein Befundbericht war 5 seitenlang und es wurde darauf hingewiesen das ich im September einen Eingriff inkl. KH Aufenthalt vor mir habe.

Muss ich diesen Termin wahrnehmen? Und wenn ja, was gilt es zu beachten? Beistand mitnehmen?

Danke euch :)
 

Pupsi

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Hallo Zusammen,

ich habe nun den Termin beim äD hinter mir.

Kurz hierz:

Mein Termin war um 09:45 - Als ich dort aufschlug wurde mir nur mitgeteilt es könnte was dauern, um 10:20 habe ich am Empfang des äD nochmal nachgefragt und mitgeteilt das ich starke Schmerzmitteln einnehme und mir bei der Hitze eine Rückfahrt über 1:15 Stunde in der prallen Mittagszeit nicht zu Gute kommt. Daraufhin wurde die Ärztin nochmal angerufen, Sie sei nun da und würde in den nächsten 5 Minuten erscheinen. Um 10:40 dann war es soweit, sie entschuldigte sich für die Verspätung, sie dachte der Termin wäre für 10:15 angesetzt, was bedeuten würde Sie wäre dennoch 25 Minuten später gekommen.

Der Termin war dann natürlich zeitlich unter Druck, weil weitere danach auf Ihren Termin gewartet haben. Nach 25 Minuten war er beendet.

Nun wurde mir danach ohne Erklärung 3 mal ein Änderungsbescheid gesendet, insgesamt 170 Euro weniger ALG 1. Zwischenzeitlich wurde bei meinem ehemaligen AG eine erneute Ausstellung der Arbeitsbescheinigung angefordert, weil die erste unvollständig war. Hierzu habe ich vom AG eine Kopie angefordert, ggf. sind falsche Angaben der Grund für die Korrektur des Bescheides. Es ist nicht ersichtlich wie die auf den neuen Betrag kommen.

Zu guter Letzt, soll ich nun zu meinem SB er möchte das Ergebnis des äD besprechen. Hab gelesen, das dies kein Einladungsgrund ist, und mit Ihm über meine Erwerbsfähigkeit gar nicht gesprochen werden darf?

Mein Ziel, hingehen, Gutachten und neue Bescheinigung in Kopie mitgeben lassen, und dann prüfen und ggf. Widerspruch einlegen, wenn die Berechnung falsch ist, wovon ich sicher ausgehe.

Habt ihr noch Tipps für mich? Es eilt ein wenig :-(

Vielen Dank an Euch, für all die Hilfe.
 

Pupsi

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Liebe Forengemeinde,

nun habe ich das komplette Gutachten erhalten und den Termin beim SB hinter mir.

Punkt 1
Mir wurde mit meinem Beistand mitgeteilt das dass Gutachten ja im Schnelldurchlauf gemacht wurde, weil man keine Zeit hätte und soviele andere Kunden ebenfalls begutachtet werden müssen.
Im Gutachten stehen Untersuchungen die nicht statt gefunden haben. Diagnosen wurden überlesen. Fazit vollzeit arbeitsfähig. Erstmal als Pförtner ich soll nach Eingriffen zu einem weiteren Gutachten.

Punkt 2
Erklärung Restleistungsvermögen - Siehe Anhang

Kann ich dies so unterschreiben? Oder soll ich selber etwas einreichen?

Punkt 3
Man habe sicherlich im Bescheid eine Berechnungsgrundlage im unteren Drittel verwendet, bis das Gutachten durch sei, damit Geld gespart werden würde.
Mein Einkommen vor KG Bezug lag bei 6 Monaten durchschnittlich bei 2550 Euro. Angeblich seien aber keine 150 Tage in den letzten 2 Jahren zusammen gekommen - stimmt nicht. Fiktives Einkommen rangezogen.
Widerspruch schreiben? Könnt ihr mir hierfür Tipps geben?

Ich danke euch vom ganzen Herzen für eure Mühe.

Grüße
Pupsi
 

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Doppeloma

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Hallo Pupsi,

nun habe ich das komplette Gutachten erhalten und den Termin beim SB hinter mir.

Das komplette Gutachten besteht aus Teil A ( medizinische Informationen = verbleibt beim ÄD, kannst du NUR dort bekommen) und Teil B = Leistungseinschätzung für den Arbeitsvermittler = "Restleistungsvermögen"
Die "Auswertung" ist übrigens ein durchaus zulässiger Einladungsgrund ... allerdings brauchst du trotzdem KEINE Auskünfte zu deinem Gesundheits-Zustand geben, der ÄD soll ja (für den Vermittler) im Teil B die konkreten Einschränkungen festlegen ... nur darüber wäre zu sprechen, was du damit am umliegenden Arbeitsmarkt (bei den ansässigen AG) noch anfangen könntest.

Punkt 1
Mir wurde mit meinem Beistand mitgeteilt das dass Gutachten ja im Schnelldurchlauf gemacht wurde, weil man keine Zeit hätte und soviele andere Kunden ebenfalls begutachtet werden müssen.
Im Gutachten stehen Untersuchungen die nicht statt gefunden haben. Diagnosen wurden überlesen. Fazit vollzeit arbeitsfähig. Erstmal als Pförtner ich soll nach Eingriffen zu einem weiteren Gutachten.

Na-Ja, "voll arbeitsfähig" (darüber entscheiden nur deine behandelnden Ärzte) kann nicht sein, nur "voll leistungsfähig" und die Einschränkungen dabei müssen im Teil B auch konkret benannt sein ... denn Niemand ist uneingeschränkt Leistungsfähig, nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld.

Darum wird man ja zum ÄD geschickt, der die konkreten Einschränkungen für den Vermittler festlegen soll ... ob der das "im Schnelldurchlauf" gemacht hat kann dir egal sein und darf keine Entschuldigung für schlampige Arbeit des ÄD sein. :icon_evil:

Es geht also darum in welchen Körper-Haltungen (gehen /stehen / sitzen), unter welchen Belastungen (auch psychisch) du arbeiten darfst und in welchen nicht, ob du schwer heben darfst oder nicht, ob du in Schichten arbeiten darfst oder nicht usw. das hat NICHTS damit zu tun, dass man meint du kannst Vollzeit arbeiten, gewisse Einschränkumgen gibt es ja trotzdem.

"Erst mal als Pförtner" ist wohl der Tagtraum ALLER AfA-SB wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt ... das dürfte schon kaum mit der Zumutbarkeit nach § 140 SGB III in Einklang zu bringen sein wenn ich oben lese welches Einkommen deinem ALGI zu Grunde liegt ...
"Pförtner" verdienen in der Regel nicht mal 50 % davon ... und das ist auch kein "Entspannungs-Job" mehr, die heutigen "Pförtner" sind "Mädchen für ALLES", das ist schwere körperliche Arbeit und in der Regel in 12- Stunden-Schichten Tag und Nacht.

Vielleicht sollten sich die SB bei dieser Vorstellung mal mit dem AfA-eigenen BerufeNet befassen, da ist beschrieben was ein "Pförtner" heutzutage zu tun hat ... auch bei deiner AfA sitzen (vermutlich) Mitarbeiter einer Wachschutz-Firma an der Pforte, weil die (deutlich) "preiswerter" sind, als eigene Mitarbeiter dafür zu bezahlen. o_O


Punkt 2
Erklärung Restleistungsvermögen - Siehe Anhang
Kann ich dies so unterschreiben? Oder soll ich selber etwas einreichen?

Im Prinzip muss man diesen "Wisch" gar nicht unterschreiben, ich sehe auch keinerlei Rechtsgrundlagen dafür, dass du dich mit dem (vom ÄD festgestellten) "Restleistungsvermögen" der Vermittlung zur Verfügung stellst, hast du bereits auf dem ALGI - Antrag unterschrieben. :icon_daumen:
Ich würde das jedenfalls noch ergänzen wollen, um den deutlichen Hinweis, dass du dich für die Vermittlung in zumutbare Arbeit nach § 140 SGB III Vollzeit zur Verfügung stellst und diese "allgemein" gehaltene Bemerkung, dass deine Einschränkungen dabei beachtet werden, hätte ich gerne konkreter ... lt. ÄD gibt es ja dazu offenbar gar keine konkreten Hinweise, worauf der SB zu achten hat (im Bezug auf deine gesundheitlichen Grenzen) bei deiner Vermittlung ... :icon_kinn:


§ 140 SGB III gilt auch nach einer Aussteuerung, du musst dich noch keineswegs "auf Alles" bewerben was man sich so ausdenken könnte, du beziehst ALGI und NICHT Hartz 4. :icon_evil:
Was du sonst dazu selber einreichen möchtest, verstehe ich gerade nicht, deine SB erwartet deine Unterschrift auf diesem Formular, für das es (eigentlich) weder einen echten Grund, noch Rechtsgrundlagen gibt.

Punkt 3
Man habe sicherlich im Bescheid eine Berechnungsgrundlage im unteren Drittel verwendet, bis das Gutachten durch sei, damit Geld gespart werden würde.

Dein ALGI ist gemäß der Vorschriften im SGB III zu berechnen und nicht danach, dass die AfA dabei "sparen" könnte ...

Mein Einkommen vor KG Bezug lag bei 6 Monaten durchschnittlich bei 2550 Euro. Angeblich seien aber keine 150 Tage in den letzten 2 Jahren zusammen gekommen - stimmt nicht. Fiktives Einkommen rangezogen.
Widerspruch schreiben? Könnt ihr mir hierfür Tipps geben?

Dein Einkommen gilt (rückwirkend) ab Beginn deiner AU (Erstbescheinigung) und nicht erst ab der Zahlung von Krankengeld von der KK, du bist ja vorher auch schon krank gewesen und hast nicht mehr aktiv gearbeitet.
In der Regel kommen aber die erforderlichen 150 Tage mit regulärem Arbeits-Einkommen gerade noch zusammen nach der Aussteuerung, eine fiktive Berechnung ist dann gar nicht zulässig (schon gar nicht damit die AfA sparen kann), die Begründung ist schon sehr fragwürdig ...

Hast du denn die Arbeitsbescheinigung vom AG vorliegen und wurde die korrekt ausgefüllt ???
Ab wann warst du AU geschrieben (Tag 1) und wie lange genau bis jetzt zur Aussteuerung ... ???

Magst du den Bescheid mal anonymisiert einstellen, noch hast du ja Zeit für den Widerspruch und vom ÄD darf weder dein Bescheid zum ALGI und noch weniger der Betrag abhängig sein ... die haben immer neue Ideen für die Ausgesteuerten.

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo Pupsi,

herzlich willkommen im Irrsinnskabinet der AfA.

Offenbar will man bei dir ähnliche Spielchen treiben wie bei mir.

Es scheint das die AfA irgend einen neuen Weg bei der Kostenreduzierung mit Ausgesteuerten einschlagen will.

Ich kann mich da Doppeloma nur voll und ganz anschließen.

Unterschreibe diesen Wisch auf gar keinen Fall und sollte dir der AfA SB mit Leistungseinstellung drohen, dann verlange von ihm schriftlich die Rechtsgrundgrundlage nach der du verpflichtet bist diese selbst entworfene Erklärung zu unterschreiben.

Der angebliche Vermittlungsvorschlag "Pförtner" scheint immer noch der beliebteste bei der AfA für Ausgesteuerte zu sein, mir kam man damit bereits 2012 als Lösung, nur leider gab mir gegenüber die AfA SB damals schon zu, daß es derartige Stellen überhaupt nicht mehr gibt. Wie Doppeloma zurecht anmerkt gibt es sowas nun noch in größeren Betrieben und die greifen dann grundsätzlich auf eigene Mitarbeiter zurück bevor man an Betriebsfremde denkt. Selbst wenn eine Firma wirklich einen Pförtner suchen mag, werden dafür inzwischen Subunternehmer ran gezogen und die wiederum verlangen eine entsprechende Ausbildung mit Sicherheitsnachweis. Hast du sowas - wohl kaum.

Das man deinen ALG-I Anspruch herunter schraubt ist wohl auch nichts neues.

Genau das versuchte bei mir die SB ebenfalls bereits 2012 als sie damit kam ich könne doch wegen meinem Gesndheitszustand nur noch 15 Wochenstunden arbeiten, dazu legte sie mir dann gleich mal ebenfalls ein selbst entworfenes Blatt vor (ist hier bei anderen auch bereits geschehen), das ich bitte unterschreiben möchte (ah toll ich soll freiwillig meine Arbeitzeit auf 15 Wochenstunden reduzieren). Wer hier nicht aufpasst - meist ja a) weil er die wahren Hintergründe nicht kennt und b) sich ja selbst meist wegen seiner Gesundheit auch nicht voll arbeitsfähig sieht, läßt sich leider leicht dazu verführen dem zuzustimmen. Genau für sowas werden die Herrschaften ja in der Gesprächsrhetorik ausgiebig geschult. Dabei muß es unsereins nicht verwundern das man auf die Informations- und Aufklärungspflicht wie in §§ 13,14 und 15 SGB I gefordert und vom BGH im Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16 ausdrückliich angemahnt natürlich keinerlei gebrauch macht.

Schau dir dazu mal vielleicht auch das nachfolgende an, vielleicht erhellend.


Nein, du hast einen gesetzlichen Leistungsanspruch auf Arbeitslosengeld der in §§ 149 - 154 SGB III geregelt ist, dafür ist lediglich Voraussetzung das du dich mit deinem Restleistungsvermögen (hier eben dem festgestellten des äD Ergebnisses) der Vermittlung auch zur Verfügung zu stellen hast und eben zuvor ausreichend lange genug in Arbeit warst. Einzige Ausnahme wäre nur dann, wenn die DRV z.B. bereits eine Feststellung dazu getroffen hätte (hier z.B. im Falle einer Teil-EMR), denn dann wäre dein Leistungsvermögen auf max. 6 Sd./tägl. begrenzt, anderenfalls könntest du ja den Rentenanspruch verlieren (bei mehr Arbeitszeit) - logisch. Nur bei dir liegt sowas ja nicht vor, bestenfalls ist es eine Einschätzung des äD anhand seines jetzigen Gutachtens. Eine Einschätzung braucht man aber nicht folgen, da kann man mit seiner Meinung durchaus etwas ganz anderes vertreten.

Schaue ich mir den Schrieb näher an, dann bleibt mir nichts anderes übrig als zu lachen, sorry.

Ab heute
... ich muß den Arbeitsgeber gegebenenfalls darauf hinweisen, daß ärztlich festgestellt wurde, das ich die angetrebte Beschäftigung trotz meiner Krankheit ausüben kann.
... muß ich eine nach amtsärztlicher Feststellung mögliche zumutbare Beschäftigung/Maßnahme auch tatsächlich aufnehmen/antreten.

Vielleicht solltest du das Blatt mal ganz schnell mit deinem Arzt besprechen, was der denn davon hält, daß der Amtsarzt der AfA (lt. SB) sich über seine Behandlung hinweg setzen will. Sowas geht gar nicht, denn nur dein behandelnder Arzt entscheidet was du kannst oder nicht, denn auch nur er trägt auch das Risiko einer fehlerhaften/falschen Behandlung - nicht der Amtsarzt der AfA. Wenn die AfA mit der Entscheidung deines behandelnden Arztes nicht einverstanden ist, dann steht es ihr frei den MdK der KK einzuschalten, denn nur diesem steht es vom Gesetz zu eine Entscheidung deines Arztes zu revidieren.

Und noch eins kommt bei dem Schrieb dazu, wenn du trotz bestehender Erkrankung eine Arbeit aufnimmst, was sagt wohl die BG des zukünftigen Arbeitgebers wenn es dadurch zu einem Arbeitsunfall kommt/käme, eben weil du diesem deinen Gesundheitszustand und dessen Auswirkung auf die mögliche Arbeitsanforderung verschwiegen hast.

Als Beispiel dazu, mich wollte die AfA SB 2012 dazu verdonern meine bisherige Arbeit unverzüglich beim alten Arbeitgeber wieder aufzunehmen, logisch ich befand mich in einer ungekündigten Stellung und würde dann ja keinen ALG-I haben. Nach einem kurzem persönlichen Gespräch meinerseits mit diesem (ich hatte zu den Chefs ein seher sehr gutes Verhältnis, auch weil u.a. kleiner Familienbetrieb) schrieb meine Chefn einen schönen saftigen Brief an die AfA SB zurück. Unter anderem erwähnte sie dabei das ich aufgrund der derzeit aktuellen Medikamente alleine aus Haftungsgründen wegen der BG weder in der Lage bin mit dem Auto 30km tägl. zur Arbeit zu fahren, noch das ich an Maschinen entsprechend meinem Berufsbild arbeiten dürfe, es sei denn die AfA übernimmt die Kosten im Falle eines Unfalles. Plötzlich hat sich alles erledigt gehabt, komisch nicht wahr.

Also lass dich bitte nicht für dumm verkaufen, unsereins ist kein kleines Kind mehr, dem man alles erzählen kann.


Grüße saurbier
 

Pupsi

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Hallo ihr Lieben,

erstmal vielen Dank für eure umfassenden Antworten.

Es ist alles eine Frechheit. Man zahlt jahrelang in einer Versicherung und dann macht man so einen Mist durch, wenn man auf diese angewiesen ist. Alleine das man mich fast ne Stunde bei der Untersuchung warten lässt und dann im Express verfahren das Gutachten durchziehen muss, lächerlich. Ich darf mit meinen Medikamenten ebenfalls nicht am Straßenverkehr teilnehmen und meine gesamte Leistungsfähigkeit ist begrenzt.

. lt. ÄD gibt es ja dazu offenbar gar keine konkreten Hinweise, worauf der SB zu achten hat (im Bezug auf deine gesundheitlichen Grenzen) bei deiner Vermittlung ...

Genau, aus dem Grund soll nach der OP und nach Heilungsverlauf erneut begutachtet werden.

Ich werde diesen Wisch nicht unterschreiben und zurück senden und warte mal ab was die Afa nun macht, ich habe unter Zeugen nochmal betont das ich mit mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stelle, dies ist mit dem Haken bei Antragsabgabe nun 2x mal deutlich mitgeteilt worden. Dann kümmere ich mich jetzt nur darum einen Widerspruch bezüglich der Berechnung zu verfassen.

Ich möchte nun ungern die verschiedenen Bescheide hochladen, ich erarbeite am Wochenende den Widerspruch und versuche die Berechnungsgrundlage in diesem darzulegen mit dem entsprechendem Ergebnis.
Nun muss ich jedoch vom Tag der AU die 150 Tage zurück rechnen obwohl noch ein volles Gehalt nach 4 Wochen AU ausgezahlt wurde?

Die Arbeitsbescheinigung sowie das Gutachten A und B, habe ich mir aushändingen lassen. Die Bescheinigung wurde nun beim 2x korrekt ausgefüllt.

Ein angenehmes und sonniges Wochenende euch.

Grüße
Pupsi
 
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Pupsi

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Sehr geehrte Damen und Herren,


mit Bescheid vom XXX bewilligen Sie mir Arbeitslosengeld für den Zeitraum vom XXX. Mit der Höhe des Bemessungsentgeltes von XXX Euro tgl. bin ich jedoch nicht einverstanden. Dies entspricht einem monatlichen Brutto Einkommen von XXXX Euro. Mein durchschnittliches Bruttoeinkommen in den 150 Tagen vor Krankengeldbezug, welcher als Bemessungsgrundlage berücksichtigt werden muss, liegt bei XXX Euro. Siehe Arbeitsbescheinigung meines ehemaligen Arbeitgebers. Mein monatliches Bruttogehalt beträgt in den Monaten 06/18, 05/18, 04/18,03/18 = XXXX Euro sowie XXX Euro in 02/18 und 01/18.



Es liegt an mehr als 150 Tagen vor Krankengeldbezug im erweiterten Bemessungszeitraum von 24 Monaten ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen vor.


Eine spekulative Kürzung des Arbeitslosengeldes, um abzuwarten welches Ergebnis das Gutachten des ärztlichen Dienstes bringt, wie laut Ihrem Sachbearbeiter wohl bei Ihnen vorgegangen wird um Gelder einzusparen, ist gesetzeswidrig. Zudem ist Ihr Warten auf eine Unterschrift meinerseits, zu einer Erklärung zum Restleistungsvermögen ebenfalls eine Handlung ohne entsprechende Rechtsgrundlage. Die Erklärung, mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung zu stellen, habe ich bereits im Antragsverfahren abgegeben, sowie mündlich bestätigt bei meinem Sachbearbeiter.

Daher widerspreche ich Ihrem Bescheid vom XXX und bitte um eine Neuberechnung der Höhe meines Arbeitslosengeldes.



Mein Widerspruch

Viele Grüße
 
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