100%ige Sanktion - was machen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Diamant

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Hallo,
erstmal eine Erklärung meiner Situation:
Mein Mann war in einer absolut sinnlosen Maßnahme und ist nicht hingegangen. Er hatte mit seiner Bearbeiterin geredet das er keinen Sinn darin sieht und die ganze Zeit nur dumm rumsitzten muss. Sie war der Meinung er muss da trotzdem hin.
Ich hatte vor meiner Ausbildung die selbe Bearbeiterin, zu mir war sie allerdings anders. Ich konnte mit ihr reden und musste nicht jeden Scheiß machen. Ich bin der Meinung das sie meinen Mann nicht mag und ihn deshalb "eins reinwürgen will".
Jetzt wurde die Maßnahme meines Mannes beendet und er soll eine Erklärung einrechen warum er nicht da war etc. und sie meinte das er aber mit einer 100%igen Sanktion rechnen muss.
Habt ihr eventuell Tipps was wir in diese Erklärung reinschreiben könnten was weiterhilft?
Oder ob wir etwas dagegen unternehmen können?

Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Diamant
 

Charlot

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Eine 100%ige Sanktion ist nur möglich, wenn be Deinemn Mann so etwas schon mehrfach vorgekommen ist.
Ansonsten sind es 30 Prozent.
 

Lilastern

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Mein Mann war in einer absolut sinnlosen Maßnahme und ist nicht hingegangen.

Es ist bekannt dass man als Leistungsempfänger Sinnlos-Maßnahmen besuchen muss. Ob man da etwas lernt, das interessiert Niemanden.

Er hat seine Pflicht verletzt und man kann nicht so einfach von der Maßnahme fern bleiben. Die Folgen waren ihm sicherlich bekannt.

Ich denke da wird es schwierig die Sanktion abzuwenden.

Vor allem weil er ja wusste welche Konsequenzen das haben kann. Darauf wird vom Jobcenter/Maßnahmeträger hingewiesen.

Wie alt ist dein Mann?

Klar sollte dir dabei auch sein, dass sich dein Mann nicht richtig verhalten hat, und zu seinem Fehler stehen muss.
 

Diamant

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Eine 100%ige Sanktion ist nur möglich, wenn be Deinemn Mann so etwas schon mehrfach vorgekommen ist.
Ansonsten sind es 30 Prozent.
Nein mein Mann hatte vorher eine MAE und hat diese durchgezogen (Eine Holzwerkstatt die kein Holz zur Verfügung stellen konnte) direkt danach hat die Bearbeiterin ihn in diese Maßnahme gesteckt obwohl er auch zu seiner Bearbeiterin meinte, dass er psychische und private Probleme hat und eigentlich gerne Zeit hätte um das zu klären, wenigstens einen Monat. Die hat sie ihm nicht gegeben, also musste er sie sich nehmen.

Wie alt ist dein Mann?
Mein Mann ist 22 Jahre alt. Das er einen Fehler gemacht hat wissen wir beide, aber es war auch nicht die Zeit da immer in den Zeiten in denen man die privaten Probleme klären konnte Stundenlang beim Arzt zu warten um sich eine Krankschreibung zu holen.
 

Maxenmann

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Mein Mann ist 22 Jahre alt. Das er einen Fehler gemacht hat wissen wir beide, aber es war auch nicht die Zeit da immer in den Zeiten in denen man die privaten Probleme klären konnte Stundenlang beim Arzt zu warten um sich eine Krankschreibung zu holen
Dann ist die 100% Sanktion gerechtfertigt, da kommt er nicht wieder raus

Für gewisse Dinge muss man sich Zeit nehmen, wenn man eine Maßnahme nicht macht dann muss man sich eben krankschreiben lassen oder entsprechende Atteste bei bringen, und zwar ungefragt und unverzüglich

Das Kind ist im Brunnen, jetzt müsst ihr mit einem Regelsatz weniger auskommen für eine gewisse Zeit
 

Hakan

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Hej,

wenn Dein Mann mit 100% sanktioniert werden soll, dann müssen immer Pflichtverletzungen voraus gegangensein.


Vielleicht kann Dein Mann dem Jobcenter nachträglich erklären, dass er seiner Pflicht (hier, also die Maßnahme) nachkommen will. Denn kann das Jobcenter die Minderung auf 60 % begrenzen.


Wenn das nicht klappen sollte, dann sollte Dein Mann dringend Sachleistungen (bei Sanktionen über 30% ) beantragen, damit er weiter sozialversichert bleibt und die Wohnkosten vom Amt getragen werden. Er bekommt i. d. Regel einen Warengutschein und der Mietanteil wird vom Amt an dem Vermieter direkt überwiesen.

MfG
 

Hakan

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Dein Mann müsste laut Jobcenter schon eine Sanktion erhalten haben (beachte die Jahresfrist). Wenn nicht wären die 100% rechtsmissbräuchlich.

Beachtet § 31a Satz 3 SGB 2:

"Erklären sich erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nachträglich bereit, ihren Pflichten nachzukommen, kann der Träger unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles ab diesem Zeitpunkt wieder die für die Bedarfe nach § 22 zu erbringenden Leistungen gewähren."

Vielleicht wäre das eine Möglichkeit.


MfG
 

gelibeh

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Kann er nachweisen, dass er die SB auf die Sinnlosigkeit der Maßnahme hingewiesen hat? Kann er sich nachträglich eine Bescheinigung vom Arzt besorgen? Kann er nachweisen, dass er der SB das mit den gesundheitlichen Einschränkungen gesagt hat?
 

Maxenmann

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Kann er nachweisen, dass er die SB auf die Sinnlosigkeit der Maßnahme hingewiesen hat? Kann er sich nachträglich eine Bescheinigung vom Arzt besorgen? Kann er nachweisen, dass er der SB das mit den gesundheitlichen Einschränkungen gesagt hat?

Es gibt sicher kein Schriftstück das eine solche Aussage belegt, und dann muss man auch noch einen Beweis vorbringen das diese Maßnahme sinnlos war, aus der Nummer raus kommen ist so gut wie unmöglich

Wenn man sich schon drücken will, dann sollte man sich den Rücken frei halten damit einem sowas wie jetzt nicht passiert
 

michel73

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@Diamant

Wenn dein Mann tatsächlich psychische Probleme hat - gab es eine Feststellung zur Erwerbsfähigkeit oder ähnlich ? So weit ich weiß dürfte vorher keine EGV abgeschlossen werden.
 
H

hass4

Gast
@Diamant

Wenn dein Mann tatsächlich psychische Probleme hat - gab es eine Feststellung zur Erwerbsfähigkeit oder ähnlich ? So weit ich weiß dürfte vorher keine EGV abgeschlossen werden.
sehe ich auch so! er muss in der anhörung unbedingt angeben dass ihn gesundheitliche einschränkungen dazu bewogen hatten die maßnahme abzubrechen.

im anschluß muss das JC eine untersuchung beim ärztlichen dienst einleiten.

was danach kommt muss man abwarten!!
 

michel73

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Die Frage ist noch nicht beantwortet, betreffend der EGV.

MfG
Ich gehe mal davon aus das es eine EGV gibt wenn er schon zur einer Maßnahme zitiert wird.

Und von einer Sanktion würde ich auch erst mal nicht sprechen da er sich ja noch dazu äußern kann.

@hass4 sagt das schon ganz richtig "in der anhörung unbedingt angeben dass ihn gesundheitliche einschränkungen dazu bewogen hatten die maßnahme abzubrechen.
im anschluß muss das JC eine untersuchung beim ärztlichen dienst einleiten." um erst mal festzustellen ob es psychische Probleme gibt. Sollte dem so sein ist es ein wichtiger Grund und die Sanktion ließe sich abwenden.

Da er das psychische Problem im vorfeld angesprochen hat verstehe ich so oder so nicht wie es dazu kommen konnte. Aber das spricht mal wieder für die Ignoranz der Sachbearbeiter.


Also erst mal nicht den Teufel an die Wand malen.
 
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Es steckt hier im Thread unheimlich Subjektivität und Interpretationsmöglichkeiten. Ich fasse das mal zusammen:

Der Sinn einer Maßnahme, wenn keine Sinnigkeit zu sehen ist, ist die Veränderung der Statistiken. Die persönliche Meinung dazu ist sekundär.

Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es bislang? Nichts?
Was eine SB mündlich sagt ist nichts wert.
Was kam bislang tatsächlich an Papier? Und mit wieviel % und welcher Begründung?

Selbst wenn Dinge, wie z.B. das auswischen gegenüber dem Mann stimmt, bleibt der Kern. Die Beweisbarkeit! Ist es nicht beweisbar, ist es in dem Moment "egal".

Also, erstmal entspannen! :popcorn:
100% bedeutet 3x Fehlverhalten und auch dann kann man eine Erklärung unterschreiben, wonach man sich zukünftig an alles hält und kriegt wieder was.

Viel schlimmer als 100% ist der §34. Also, gelassen abwarten.
30% macht ca. 105 Euro aus. Das ist noch gut zu überleben.
 

0zymandias

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Liebe Diamant, wir brauchen mehr Informationen.

Gibt es eine Eingliederungsvereinbarung oder einen entsprechenden Verwaltungsakt? Wurde beim Maßnahmeträger etwas unterschrieben? Gab es eine Zuweisung zur Maßnahme?

Was war das für eine Maßnahme und was wurde dort gemacht.

Die Sache ist nicht aussichtslos. In Frage kommen könnte neben der Gesundheitssituation z.B.:


Eine Maßnahme, die sich darin erschöpft den Anschein aufrechtzuerhalten, dass Kenntnisse vermittelt werden, ist offensichtlich nicht zumutbar und kann ohne Eintritt von Sanktionen abgebrochen werden.
L 14 B 568/08 AS ER LSG Berlin-Brandenburg, 15.07.2008


Die Eingliederungsmaßnahme muss geeignet sein, die Eingliederung
des Leistungsberechtigten zu befördern; sie muss ihm Kenntnisse
vermitteln, deren Erwerb für Arbeitsuchende in ihrer konkreten Si-
tuation sinnvoll ist (LSG Berlin-Brandenburg vom 25 7.2008 – L 14 B
568/08 AS ER; ähnlich SG Dresden vom 3.6.2008 – S 10 AS 2252/08
ER für einen Leistungsberechtigten, der sich selbstständig machen
will).
 

Lilastern

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Das interessiert die SB vom Jobcenter relativ wenig.

In einem normalen Arbeitsverhältnis kannst du ja auch nicht einfach so unentschuldigt fehlen.

Wenn man krank ist, braucht man eben eine AU-Bescheinigung.

Auf Ausreden sind die nicht gut zu sprechen.
 
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