100% Hartz IV Sanktion bei Eigenkündigung (1 Betrachter)

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|Nachteule|

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Hallo liebe Community,

beim Googeln von diversen ALG II-Empfänger-Anliegen bin ich schon öfter auf dieses Forum gestoßen, jetzt erst habe ich mich angemeldet, weil ich mich über ein paar Dinge genauer informieren möchte.

Ich habe im Dezember 2017 spontan bei einer Zeitarbeitsfirma angefangen und bereue die schnelle Zusage, vor allem, weil das Überbrückungsdarlehnen noch nicht da ist, das hätte ich mal lieber vorher abgeklärt, ein schlechter Start, aber das dürfte sich hoffentlich in den nächsten Tagen klären.

Mein Problem ist, dass die Arbeit in der Produktion dort so monoton ist, dass ich quasi die ganze Zeit "mit meinen Gedanken alleine bin", das macht mich auf eine Art und Weise wahnsinnig. Dazu arbeiten im Ausleihbetrieb viele ausländische Mitarbeiter (Ja, jetzt weiß ich, wo die ganzen Asylanten landen), mit denen es öfter Verständigungsprobleme gibt. Bei der Arbeit habe ich mir außerdem durch eine bestimmte mehrstündige Tätigkeit eine schmerzhafte Stelle zugezogen, aufgrund der ich auch momentan ein paar wenige Tage krankgeschrieben bin. Ich gehe nicht näher darauf ein, weil man ja nie weiß, wer das liest. Ich habe gehofft, dass die Leihbude mir daraufhin fristgerecht kündigt, aber sie haben mir leider bisher nur einen Arbeitsplatzwechsel angeboten. Ich habe aber Angst, dass es mich in einem anderen Leihbetrieb schlimmer erwischt, da ich die jetzige Tätigkeit, bis auf die für mich schwer erträgliche Langeweile, akzeptabel finde. Kündigen aus gesundheitlichen Gründen wegen der Beschwerden wird wohl trotz Attest nicht durchgehen, da ich ja hätte versetzt werden können.

So, genug der Vorgeschichte, nun zu meinen Fragen:

1. Ich bin unter 25, habe bisher nur Anspruch auf Hartz IV, wenn ich arbeitslos bin. Hatte noch nie eine Vollsanktion (100%), mir drohte zwar mal eine wegen Nichtbesuch einer Maßnahme, aber die wurde dann abgewendet. Heißt das also, wenn ich selbst kündige, dass ich beim 1. Mal nur eine Sperre des Regelsatzes bekomme und die Kosten für Miete und Unterkunft direkt an den Vermieter überwiesen werden?

2. Wenn ich jetzt irgendwann im Januar kündige und mich direkt wieder arbeitslos melde, beginnt dann der Sanktionszeitraum direkt ab dem Tag oder erst zum Folgemonat? Und bekomme ich dann noch nachträglich das Überbrückungsdarlehnen ausgezahlt? Mein Konto ist aufgrund des fehlenden Darlehnens derzeit im Minus, weil die Miete abging.

3. Wenn ich den Lohn von Dezember und Januar bekomme, während ich arbeitslos gemeldet bin, wird dieser dann mit dem gesperrten Regelsatz verrechnet? Wenn ich als Beispiel 500€ Lohn pro Monat raushabe, dann darf ich diese komplett behalten, weil sie ja dem Regelsatz + 100€ Freibetrag entsprechen?

Ich möchte mich aufgrund der Kündigungsfrist heute entscheiden, ob ich die Sperre durch Eigenkündigung verursache oder mit Musik auf einem Ohr versuche es erträglicher zu gestalten. Das Problem ist, dass ich mir dafür komplett kabellose Kopfhörer kaufen müsste und diese Investition nicht unbedingt tätigen will, wenn es dadurch eh nicht besser wird. Auch habe ich allgemein Angst, dass was danach an Jobs folgt, noch schlimmer ist als der momentane.

Danke schon mal für hilfreiche Antworten!

Nachdenklich
Nachteule
 

traumtaenzer

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Selber kuendigen ist die schlechteste Option.
Das ist korrekt. Ebenfalls musst du bedenken, dass der Kunde deiner Zeitarbeitsfirma dich für die Produktion gebucht hat und wenn du nicht mehr hingehst, oder dich nicht an die gesetzlichen Kündigungsfristen hältst Regresspflichtig machst !

D.h. Firma XY kann deine Zeitarbeitsfirma in Regress nehmen, da Sie ja z.B. an einem Band weniger Produzieren konnte. Und die nehmen dich dann dafür in Regress, außer es liegt z.B. eine Krankmeldung vor.

Erkundige dich in deinem Vertrag nach einer Probezeit und den festgelegten gesetzlichen Kündigungsfristen.

Wenn dich die Arbeit so unglücklich und krank evtl sogar depri macht , ab zum Arzt und erstmal gelben Schein holen, damit dir keiner was kann.

Die Zeitarbeitsfirma muss deinen Lohn ja erstmal weiter zahlen(Haben die bestimmt total Lust zu).

Ich würde dann nach 14 Tagen eine weitere AU holen und erst DANN telefonisch anfragen,(da nicht nachweisbar) ob sie dich schriftlich kündigen können(Bei einer Kündigung bedarf es immer der schriftlichen Form, ganz wichtig §623 BGB) , da dich diese Arbeit krank macht und du immer noch Schmerzen hast und wenn Sie dir wa anderes anbieten freundlichen sagen, dass dies auch nicht in Frage kommt.

Ich schätze die schicken dir schnell eine Kündigung.
§622 BGB Abs 3:
" Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnisen:Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden
 

#HIV#

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In 99% aller Leihbetriebe wirst du doch gekündigt wenn du länger als eine Woche am Stück krankgeschrieben bist. Wieso holst du dir die nächsten 1-2 Wochen keine Krankmeldung und wartest die Kündigung ab? Du bist ja noch nicht mal über die Probezeit hinaus. :icon_pause:
 

traumtaenzer

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Hallo liebe Community,
Ich möchte mich aufgrund der Kündigungsfrist heute entscheiden, ob ich die Sperre durch Eigenkündigung verursache oder mit Musik auf einem Ohr versuche es erträglicher zu gestalten. Das Problem ist, dass ich mir dafür komplett kabellose Kopfhörer kaufen müsste und diese Investition nicht unbedingt tätigen will, wenn es dadurch eh nicht besser wird. Auch habe ich allgemein Angst, dass was danach an Jobs folgt, noch schlimmer ist als der momentane.
Nachteule
Du hast Schmerzen und dir gehts nicht gut. Lass dich da nicht verheizen bist du voll am Ende bist.
Sich kaputt machen(seelisch und körperlich),damit der Verleiher sich schön die Taschen voll macht ?:icon_evil:

Kopfhörer brauchst du nicht. Hol dir eine AU für 7-14Tage, nutze das Geld für was schönes :popcorn: und erhole dich erstmal und werd wieder gesund.
 

|Nachteule|

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Ich hätte mich natürlich an die Kündigungsfrist gehalten, um keine Vertragsstrafe zu bekommen, die beträgt aber in den ersten 4 Wochen nur zwei Tage.

Dass sie schnell kündigen, wenn man länger ausfällt, weil sie dann dafür zahlen müssen, habe ich auch schon gelesen und deswegen auf eine Kündigung gehofft, aber sie haben wohl nicht gekündigt, weil in den ersten 4 Wochen nicht der Arbeitgeber zahlt, sondern man Krankengeld von der Krankenkasse beantragen muss.

Dann werde ich mich weiter krankschreiben lassen und hoffen, dass dann schnell die Kündigung kommt. Ab der 5. Woche eine Woche Kündigungsfrist.

Gerade eben habe ich gelesen, dass die ZAF ja erst nach 4 Wochen ununterbrochener Beschäftigungsdauer den Lohn fortzahlen müsste. Die werde ich ja mit Krankschreibung nicht erreichen, also keine Hoffnung auf eine schnelle Kündigung...

Müsste ja eigentlich einen Tag, nachdem meine Krankschreibung endet, wieder zur Arbeit beim Ausleihbetrieb, aber mir wurde inzwischen mitgeteilt, dass diese ihre Sklavenanzahl reduziert hätten und ich deswegen nicht erscheinen muss und mich nächsten Tag im Büro melden soll und wir dann sehen, wie es dann aussieht.
Was meint ihr, Zufall oder geht es Richtung Kündigung?
 

Kerstin_K

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4 Monate ist falsch, die Lohnfortzahlung greift nach 4 Wochen.
 

|Nachteule|

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Oh, da habe ich mich verschrieben, meinte natürlich auch 4 Wochen :doh:
 

RoxyMusic

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Hast du denn Krankengeld beantragt? Das würde sicher auch das JC fragen, wenn du dich dort wieder melden und den Zufluss deines letzten Einkommens nachweisen bzw. ausstehende Zahlungen angeben musst.
 
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