1 Jahr arbeiten ohne Lohn im Praktikum.

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melbourne

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Hallo allerseits,

meine Freundin hat im Moment sehr grosse Probleme in ihrem Praktikum (Dauer 1 Jahr, für die Fachhochschulreife nachdem sie das Gymnasium nach der 12. Klasse verlassen hat).

Sie wollte das Praktikum machen um damit am Ende Ernährungswissenschaften studieren zu können. Deshalb hat sie sich eine Mühle mit Cafe und Bioladen ausgesucht. Es hieß sie könne dort im Laden arbeiten und sich dabei mit den Inhaltsstoffen auseinander setzen sowie auch bei den Beratungen mitlaufen, die das Personal dort für besondere Kunden anbiete (im Falle von Allergien etc). Zu Begin hieß es sie würde natürlich auch etwas Geld bekommen, da sie ja vollzeit beschäftigt wäre (Zitat: "Umsonst muss hier niemand arbeiten"). Auch hieß es wenn sie ab und an mal einen Tag frei haben möchte könne sie das jederzeit tun, sie müsse es nur sagen.
Es klang also eigentlich recht perfekt.

Mittlerweile ist sie seit 6 Monaten dort, hat eine Einmalzahlung von 140 Euro erhalten und sonst nichts (und auch diese nur unter der Hand. Sie musste Rechnungen von sich einreichen, die ihr Chef dann als "seine" ausgegeben hat). Nichtmal das Fahrtgeld von über 60 Euro pro Monat wird übernommen. Andere Arbeitskräfte werden abbestellt, stattdessen soll sie als "billige" Praktikantin teilweise deren Arbeit erledigen (darunter fällt auch das Arbeiten an Sonntagen, vor allem als Bedienung im Cafe). Von dem "du kannst auch gerne ab und zu einfach einen Tag frei kriegen" ist am Ende auch nichts geblieben außer den regulären Urlaubstagen eines Vollzeit Arbeitnehmers.
Eine Ernährungsberatung im Sinne von "was kann mein Kind essen wenn es dies und das hat" hat es bis heute nicht gegeben. Stattdessen verbringt sie fast den gesamten Tag damit die Regale wieder aufzufüllen und Kunden im Cafe zu bedienen.

Da zu Anfang kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde (es musste leider innerhalb weniger Tage beschlossen werden), beruft sich ihr Chef quasi seit dem ersten Monat darauf, dass Sie als Praktikantin ja sowieso keine Rechte habe und was das Geld anginge solle sie doch einfach froh sein, dass er sie 1 Jahr umsonst bei ihr arbeiten "lasse" - sie hätte ja schließlich auch was davon (!)

Heute hat sie das Thema nochmal angesprochen und er hat nichts getan außer ihr Vorwürfe zu machen weil sie ja so demotiviert arbeite, während sie daneben saß und geweint hat, und ihr gesagt "wie schade es doch sei, dass sie sich nicht woanders kennen gelernt hätten, weil sie ja schon ne hübsche sei".

Mir platzt da so langsam echt der Kragen!

Allerdings ist mein großes Problem, dass es an und für sich ja scheinbar keine klaren Richtlinien für Praktikanten gibt. Bzw einem irgendwie jede "angeblich zuständige Stelle" was anderes erzählt als die vorherige (was ich am allerwenigstens nachvollziehen kann).

Meine Frage lautet deshalb in erster Linie was sie von dem ganzen halten, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt gegen diesen Zustand vor zu gehen und wenn ja, welche Anwälte für derartige Fälle zuständig sind.

Über eine Antwort ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

mfg,
melbourne
 

Anzi

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Da zu Anfang kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde (es musste leider innerhalb weniger Tage beschlossen werden), beruft sich ihr Chef quasi seit dem ersten Monat darauf, dass Sie als Praktikantin ja sowieso keine Rechte habe und was das Geld anginge solle sie doch einfach froh sein, dass er sie 1 Jahr umsonst bei ihr arbeiten "lasse" - sie hätte ja schließlich auch was davon (!)
Das ist rechtswidrig.
NachwG - Einzelnorm
§ 2 Nachweispflicht

(1) Der Arbeitgeber hat spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:
 

Fairina

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Na da würde ich doch glatt:

Krankenkasse
Deutsche Rentenversicherung
BA/JC
Finanzamt
Gewerbeaufsichtsamt
IHK/HWK
Ordnungsamt
Zoll
Berufsgenossenschaft

usw. mobil machen. Und den Lohn nachfordern.

Magst du die Stadt oder den Landstrich sagen?
 

melbourne

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Ich habe genau diesbezüglich auch schon beim Arbeitsamt angerufen, als er sich weigerte ihr nachträglich einen schriftlichen Vertrag zu geben.

Dort hieß es: entweder sei sie "nur" Praktikantin, dürfe deshalb nicht gewinn-bringend eingesetzt werden und rein rechtlich gesehen kommen und gehen wann sie wolle. Oder aber sie wird gewinnbringend eingesetzt und muss dementsprechend auch bezahlt werden - was dann aber keinem Praktikum entspräche.

Auf meine 3-fache Nachfrage, was man denn tun könne, wenn es nur einen mündlichen Arbeitsvertrag gebe meinte sie schon leicht genervt, dass Praktikanten einfach keinen bekommen. Es gebe "nur" einen Nachweis für die Schule. Sonst nichts.
Einen Vertrag über Arbeitsbedingungen gebe es nur für Arbeitnehmer, zu denen sie als Praktikant nicht gehöre.

Ich konnte das fast nicht glauben, habe es dann aber wie gesagt nach dem dritten nachhaken akzeptiert. Das Telefonat habe ich sogar noch auf Band.

Eines meiner Hauptprobleme ist in meinen Augen jetzt auch die einmalige Bezahlung unter der Hand (sprich Schwarzarbeit). Könnte meine Freundin dafür in diesem Sachverhalt auch rechtlich belangt werden, weil sie die besagte Einmal-Zahlung angenommen hat?

Zudem scheint das Regierungspräsidium ihrem Chef recht zu geben, weil jeder Betrieb selbst bestimmen könne ob und wieviel ein Praktikant bei ihnen verdiene. Das macht es mir (uns) natürlich noch schwerer dagegen vorzugehen.

Den Betrieb und die Gegend möchte ich zumindest vorerst lieber für mich behalten.

Aber auf jeden Fall schonmal danke an euch für die schnellen und hilfreichen Antworten

gruss
 

Anzi

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Müsste aktuell sein:

Rechtliche Stellung freiwilliger Praktika

Grundsätzlich sind Praktikumsverhältnisse in § 26 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) geregelt. Er betrifft "andere Vertragsverhältnisse" für "Personen, die eingestellt werden, um berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrungen zu erwerben", ohne dass sie eine reguläre Ausbildungsverhältnis oder ein Studium an einer Hochschule absolvieren. In diesem Paragraphen wird festgelegt, welche Regelungen für Ausbildungsverhältnisse auch für (freiwillige) Praktika gelten:

Es muss ein (schriftlicher) Praktikumsvertrag abgeschlossen werden, der mindestens Beginn, Dauer, Wochenarbeitszeit, Urlaubsansprüche und Ziel des Praktikums festschreibt sowie die
Vergütung: Zu der wird das einstellende Unternehmen verpflichtet. Allerdings muss die Bezahlung laut Gesetz lediglich "angemessen" ausfallen - das lässt einigen Interpretationsspielraum. Dementsprechend richtet sich der Praktikumslohn oft nach Branche und Marktverhältnissen: Während Praktikanten in internationalen Beratungen oder Kanzleien über 1000 Euro verdienen können, erhalten Studenten in Werbeagenturen oder Redaktionen oft nur 200 bis 300 Euro.
Überstunden müssen extra bezahlt werden. Auch darüber sollte man sich bereits vor der Unterzeichnung des Vertrags einigen. Sonst wird aus der 38-Stunden-Woche schnell ein 50-Stunden-Job mit einem effektiven Stundenlohn von ein bis zwei Euro. Außerdem besteht regulär Anspruch auf bezahlten Urlaub und die üblichen Ruhepausen. Letztere müssen nach spätestens sechs Stunden möglich sein und mindestens 30 Minuten dauern.
Nichtig dagegen sind Vereinbarungen, nach denen der Praktikant für die "Ausbildung" selbst oder für einen vorzeitigen Abbruch derselben eine Entschädigung zahlen muss oder in denen sich der Praktikant bereit erklärt, auf Schadenersatzansprüche zu verzichten.
Nicht zuletzt hat der Praktikant hat Anrecht auf umfassendes, seine Aufgaben und Leistungen realistisch darstellendes Praktikumszeugnis.
Praktikum und Recht - Deine Rechte als Praktikant

Sie muss ja auch unfallversichert sein. Allein deswegen würde ich nie ein Praktikum ohne Vertrag machen.

meine Freundin hat im Moment sehr grosse Probleme in ihrem Praktikum (Dauer 1 Jahr, für die Fachhochschulreife nachdem sie das Gymnasium nach der 12. Klasse verlassen hat).
das zählt meiner Ansicht nach auch in die Kategorie "freiwilliges Praktikum". Ich frage mich nur, ob es wirklich ein Jahr sein muss - soweit ich weiß, ist es hier nur ein halbes Jahr (müsste man aber nachsehen!). Und wenn sie das Praktikum nicht nachweisen kann, wie will sie dann die vollwertige Fachhochschulreife bekommen?
 

Roter Bock

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So sind sie unsere Pseudogrünen Bioladen - Freaks. Die haben schnell Kapitalismus gelernt.

Ein Praktikum dauert kein Jahr. Der Besitzer hat Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen - und Rechnungen hat die Praktikantin für die paar Eurofuffzig auch nicht auszustellen. Das tun nur Freiberufler oder Selbständige. Steht da auch die Steuernummer drauf (muss seit einiger Zeit bei der Rechnung)

Was passiert wenn Sie krank ist? Die Zeiten in der Rentenversicherung entgehen ihr auch. Sofort damit aufhören mit dem Blödsinnn, noch dazu ohne Vertrag. Wovon lebt sie überhaupt?

Wie sieht es denn aus wenn Sie dort nen Arbeitsunfall hat - womit belegt sie überhaupt das sie dort war.

ich würde noch einen Hinweis bei der IHK liegen lassen - falls der Typ glaubt das er es mal mit billigen Lehrlingen versuchen kann.

Roter Bock
 

melbourne

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Das Praktikum nachweisen kann sie schon, aber mehr eben auch nicht.
Dafür brauchte sie nur eine Bescheinigung, die so aussieht:

Max Mustermann wird ab "Datum" bis "Datum" ein Praktikum hier im "Betrieb" im Bereich "xxx" absolvieren.

Stempel des Betriebs und Unterschrift des Geschäftsleiters drunter und fertig.
Aber keine genauen Angaben über Tätigkeiten, Urlaubsanspruch, Vergütung, etc.

Es wurde sogar schon vor Ort wörtlich gesagt, dass sie eben keinen Vertrag von ihm bekomme, weil er eben ab diesem Zeitpunkt für sie bezahlen müsse (Abgaben, Versicherungen...) und sich die Sache dann für ihn nicht mehr lohne, weil er ja schon "extra für sie die Stelle eingerichtet hätte".

Leider steht auch in dem von dir zitierten Artikel eben wieder die "angemessene" Bezahlung. Mir persönlich ist klar, dass damit bei Vollzeitbeschäftigung schon mehr als 100 Euro im Monat die Regel sein sollten. Aber vor Gericht steht da eben immer noch "angemessen", schwarz auf weiss. Sprich wieso sollte er da nicht einfach 0,- draus machen, wenn es seiner Meinung nach angemessen ist?
Worauf ich mit der Frage hinaus will ist einfach inwiefern er sich damit vor Gericht heraus winden kann.

Das mit dem halben Jahr stimmt meines Erachtens leider nicht. Allerdings werde ich diese Woche noch einmal nachhaken gehen. Auch weil die normale 13. Klasse ja auch kein volles Jahr mehr geht.

Der einzige Punkt, der mich im Moment daran hindert mit der Sache zu einem Anwalt zu gehen, ist der, dass ich nicht weiß wie es mit der angenommenen Einmal-Zahlung aussieht (in meinen Augen fällt das ja unter Schwarzarbeit, oder nicht?),
Was ich natürlich am wenigsten will ist ihr dadurch gerichtlich mehr Probleme zu machen, als sie ja sowieso schon hat.
 

sammy

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Hallo Leute,

das ist ein Praktikum im Rahmen der Fachoberschule. Ansprechpartner ist zunächst der Betreuungslehrer, wenn das Praktikum nicht funktioniert.

Fachoberschule

Und im übrigen ist das kein Jahr - mal in der entsprechenden Schulordnung nachschauen; wer auf die FOS geht, hat nunmal entsprechend seinem gewählten Zweig zwingend ein Fachpraktikum.
 

Anzi

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Das Praktikum nachweisen kann sie schon, aber mehr eben auch nicht.
Dafür brauchte sie nur eine Bescheinigung, die so aussieht:

Max Mustermann wird ab "Datum" bis "Datum" ein Praktikum hier im "Betrieb" im Bereich "xxx" absolvieren.

Stempel des Betriebs und Unterschrift des Geschäftsleiters drunter und fertig.
Aber keine genauen Angaben über Tätigkeiten, Urlaubsanspruch, Vergütung, etc.
Das ist mir schon klar, ich halte es nur für zweifelhaft, dass der AG das bei dieser Lage auch macht, deswegen wollte ich darauf hinweisen.

wer auf die FOS geht
Verlassen des Gymnasiums nach der 12. Klasse, keine FOS.
 

Rafael40

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Der einzige Punkt, der mich im Moment daran hindert mit der Sache zu einem Anwalt zu gehen, ist der, dass ich nicht weiß wie es mit der angenommenen Einmal-Zahlung aussieht (in meinen Augen fällt das ja unter Schwarzarbeit, oder nicht?),
Was ich natürlich am wenigsten will ist ihr dadurch gerichtlich mehr Probleme zu machen, als sie ja sowieso schon hat.
Der einzige Punkt der Dich daran hindert einen Anwalt zu konsultieren, ist für die meisten der Hauptgrund sich an einen Anwalt zu wenden.
Das jemand darauf verzichtet sich von einem Anwalt beraten zu lassen, nur weil er/sie selbst keine Ahnung hat, hab ich auch noch nicht gehört.

Eine anwaltliche Beratung führt in aller Regel auch nicht zu Problemen, sondern verschafft Sicherheit.
 
E

ExitUser

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Der einzige Punkt der Dich daran hindert einen Anwalt zu konsultieren, ist für die meisten der Hauptgrund sich an einen Anwalt zu wenden.
Das jemand darauf verzichtet sich von einem Anwalt beraten zu lassen, nur weil er/sie selbst keine Ahnung hat, hab ich auch noch nicht gehört.

Eine anwaltliche Beratung führt in aller Regel auch nicht zu Problemen, sondern verschafft Sicherheit.
Nein, das ist keine Schwarzarbeit, weil es während einer Ausbildung üblich und vorgeschrieben ist, ein solches Praktikum zu absolvieren. Die Praktikanten sind sogar in der BG versichert.
 

Rafael40

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Nein, das ist keine Schwarzarbeit, weil es während einer Ausbildung üblich und vorgeschrieben ist, ein solches Praktikum zu absolvieren. Die Praktikanten sind sogar in der BG versichert.
Zum Thema Schwarzarbeit habe ich mich nicht geäußert.
 

Fairina

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Oh mann. Na dann will ich mal.

1. Auch Praktikanten müßen beim Sozialversicherungsträger angemeldet sein.

2. Bekommt der Praktikant noch Kindergeld muss für den Bezug desselben ein schriftlicher Praktikumsvertrag mit Angaben über Ziel, Dauer usw. bei der Kindergeldkasse eingereicht werden. Eine solch lange Praktikumsdauer ist nicht ganz die Regel.

3. Die Vergütung - vor allem wenn sie einmalig ist - ist keine Schwarzarbeit wenn ein Praktikum besteht.

4. Der PA (Praktikumsanbieter) scheint hier anders zu fahren. Er betreibt Schwarzarbeit. Ich stütze das auf die Aussage:

Es wurde sogar schon vor Ort wörtlich gesagt, dass sie eben keinen Vertrag von ihm bekomme, weil er eben ab diesem Zeitpunkt für sie bezahlen müsse (Abgaben, Versicherungen...) und sich die Sache dann für ihn nicht mehr lohne, weil er ja schon "extra für sie die Stelle eingerichtet hätte".
Auch alles andere deutet auf massive Ausbeutung hin.

Ab zum Rechtsanwalt. Alles andere ist müßig. Der BA jedenfalls hat die berühmte K... am Dampfen. Versucht woanders einen Platz zu bekommen wenn sie ein Praktikum braucht. Es gibt auch ehrliche Anbieter.

Und ab sofort keine Rechnungen mehr schreiben und darüber das Finanzamt informieren uidn sich beraten lassen. Das stinkt nach Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Und da muß deine Tochter dringend raus aus dem Verdacht. Das kann wirklich übelst werden sonst.

Also: DRINGEND ZU EINEM RECHTSANWALT!!! Und dann die zuständigen Stellen entweder von euch oder durch den RA informieren lassen.
 

Konstabler

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Bin auch der Meinung, dass hier Schwarzarbeit vorliegt.

Wenn die Krankenkasse davon Wind kriegt, ist der Teufel los.

Aber egal, meiner Ansicht nach ist die wichtigste Frage, ob dieses Praktikum:icon_eek: überhaupt als das notwendige Fachpraktikum anerkannt wird und ob der Unternehmer überhaupt willens ist, einen Praktikumsnachweis zu erbringen und ein Praktikumszeugnis zu schreiben.

Ich befürchte nämlich, dass er einen fürchterlichen Gedächnisverlust erleiden wird und nach dem Praktikum nicht mal mehr den Namen seiner nie dagewesenen Praktikantin kennt.

Ich würde das mal testen und ein Zwischenzeugnis erbitten.

Wetten, dass der Unternehmer auf einmal nicht mehr lesen und schreiben kann?
 
G

gast_

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Bin auch der Meinung, dass hier Schwarzarbeit vorliegt.
Ich bin eher der meinung, daß hier Betrug vorliegen könnte... denn sie mußte ja irgendwelche Belege einreichen, die er als seine ausgeben will, wenn ich das richtig verstanden habe.

hat eine Einmalzahlung von 140 Euro erhalten und sonst nichts (und auch diese nur unter der Hand. Sie musste Rechnungen von sich einreichen, die ihr Chef dann als "seine" ausgegeben hat).
Was waren das für Belege?

Schwarzarbeit, wenn man ein Praktikum macht? Das Geld hätte ich als Fahrtkostenerstattung verstanden...
 
G

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Gast
Ich sehe hier keine Ausbildung.
Was für einen Bildungsabschluß bietet der Wirt hier an?
Nach welcher Bildungsordnung wird ausgebildet?
Allein schon, dass der Wirt auf die "Rechtlosigkeit" sowie die Möglichkeit der orderntlichen fristlosen Künduigung hinweist, zeigt, dass dieser über die Rechtslage bestens informiert ist.

Die Antwort vom Amt lässt grausen.
Ein Azubi darf also keine Einkünfte fürd en Ausbildungsbetrieb generieren? Was ist das fürn Quatsch.
 

Fairina

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Jap, da sprach mal wieder die Ahnungslosigkeit der BA/JC. Manchmal frage ich mich, wieso die überhaupt auf Menschen los gelassen werden.
 

Konstabler

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Egal, was und wie: wenn der Zoll aufkreuzt, ist die Kaxxe am dampfen ...
 

kaiserqualle

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Na da würde ich doch glatt:

Krankenkasse
Deutsche Rentenversicherung
BA/JC
Finanzamt
Gewerbeaufsichtsamt
IHK/HWK
Ordnungsamt
Zoll
Berufsgenossenschaft

usw. mobil machen. Und den Lohn nachfordern.
@Fairina
Würde ich genauso wie du machen und zwar sofort.

@melbourne
Auf die "Bescheinigung eines Praktikums" würde ich dabei gerne verzichten und die obigen genannten Stellen informieren.

gruss
kaiserqualle
 

melbourne

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Danke euch für die zahlreichen Antworten.

Den Beratungshilfeschein habe ich eben mal ausgedruckt, danke auch für die Info hierfür. Ich wusste bis gestern nicht, dass es eine Möglichkeit gibt sich "umsonst" Rechtsbeistand zu holen, wenn das Einkommen zu gering ist. Bzw hielt es für weitaus komplizierter.

Da es allerdings bei manchen Antworten anscheinend zu Missverständnissen kam:
Es handelt sich um ein Praktikum zum Erwerb der Fachhochschulreife nach der 12. Klasse am Gymnasium. Nicht um eine Ausbildung im eigentlichen Sinne oder um eine Fachoberschule und auch nicht um ein Pflichtpraktikum in einem bestimmten Studiengang.

Ich habe mich jetzt auch nochmal informiert und dieses Praktikum muss wirklich zwingend ein volles Jahr gehen. Über Rechten und Pflichten für diese Art "besonderes" Praktikum wird im Netz scheinbar immer noch nur spekuliert (es ist immer von "angemessen" die Rede, oder "richtet sich nach den Regeln des Betriebs" etc).
Das für mich hilfreichste Dokument stammt von landesrecht-bw, datiert auf März 2011 und besagt folgendes:

...
3.

Arbeitszeit, Vergütung, Urlaub, Krankheit

Das Praktikum ist grundsätzlich als Vollzeitpraktikum durchzuführen. Die Arbeitszeit, die Vergütung und der Urlaub richten sich nach den für den Betrieb, an dem das Praktikum durchgeführt wird, geltenden Regeln; es handelt sich nicht um ein schulisches Praktikum. Eine Durchführung als Teilzeitpraktikum ist möglich; hierbei verändert sich die Mindestdauer des Praktikums entsprechend.

...

Hier der direkte Link: https://www.landesrecht-bw.de/jportal/docs/anlage/bw/pdf/VerkBl/KuU/KuU-2011+106.pdf

Aber auch hier natürlich wieder keine stichfesten Regelungen was die Vergütung und das Fahrtgeld angeht.

Sie hat auf jeden Fall das Thema nochmal angesprochen und da hieß es auf einmal doch, dass er "angeblich" diverse Sozialabgaben für sie zahle. Gibt es da vielleicht eine Möglichkeit selbst nachzuhaken, ob dem so ist? Wen müsste man da kontaktieren?

Zudem ist das Personal dort seit heute der Meinung ihre Krankmeldungen nicht akzeptieren zu müssen, solange dort nicht explizit schriftlich benannt wird, welche Krankheit sie denn genau habe. (Was in meinen Augen völliger Quatsch ist. Das geht doch niemanden etwas an?).
Ihr Arzt sei wohl scheinbar einfach zu faul ihr eine ordentliche Krankmeldung auszustellen, so deren Aussage.

Sie hat eine Krankheit, die es ihr im Winter an manchen Tagen (alle Paar Wochen mal) schwer macht überhaupt aufzustehen, geschweigedenn sich schmerzfrei zu bewegen. Als sie ihrem Betrieb davon berichtete hat man ihr nur ins Gesicht gesagt "dass sie das vielleicht hätte früher sagen sollen. Er hätte doch keine Behinderte eingestellt".
Allein für diese Aussage wollte ich schon damals rechtlichen Beistand suchen, aber wir haben es dann einfach geschluckt.

Allerdings finde ich auch immer mehr Indizien, dass ihr Praktikum so vielleicht gar nicht anerkannt wird. Es sollte in Richtung Ernährungswissenschaften gehen und sie verbringt den Tag eigentlich nur damit Regale einzuräumen, Mehl abzufüllen und die Bedienung im Cafe zu spielen.
Sie hat zwar Anfangs ihre Schule gefragt, ob ein Praktikum in diesem Betrieb später für ihr besagtes Studium anerkannt wird, aber damals wurde der Ablauf des Praktikums ja auch völlig anders dargestellt, als es jetzt der Fall ist.

Reicht es, wenn die Schule zu Beginn ihre Bestätigung gegeben hat? Oder kann sie diese Bestätigung auch für nichtig erklären, wenn das Praktikum sich im Nachhinein doch als völlig anders heraus stellt. Die Leid Tragende in diesem Fall wäre natürlich wieder einzig und allein meine Freundin.


edit: Die eingereichten Belege waren Rechnungen von Tankstellen (sie hat noch nicht einmal den Führerschein). Diese hat sie dann allerdings tatsächlich ausgezahlt bekommen, allerdings mit einer Verspätung von ~6 Wochen. Das war die Besagte Einmalzahlung von 140 Euro. Ob er das bei seinen Ausgaben jetzt als "seine" Ausgaben oder wirklich als "ihr Fahrtgeld" dotiert hat, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall musste sie ihm erst irgendwelche Rechnungen bringen, damit sie überhaupt etwas bekam. Und auch das wie gesagt nur 1x. Und auch nur in einem Monat, in dem es für den Betrieb gut gelaufen ist, damit es nicht so ins Gewicht fällt - den genauen Wortlaut seiner Aussage weiß ich leider nicht mehr, das ist jetzt 2-3 Monate her.
 

gelibeh

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Denke mal, Krankenkasse wäre da der Ansprechpartner für Sozialabgaben.
 

Fairina

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melbourne:

die Krankheit in der Krankschreibung deiner Tochter geht den Typen gar nichts an. Wäre es anders, würde auf den Mitteilungen für AG der Erkrankungsgrund stehen. Das ist nur eine Schikane oder Bullshit den die da labern.

Für die Zahlung der SV-Beiträge wären die KK die Ansprechpartner. Von dort kann auch ein Betriebsprüfungsverfahren in Gang gesetzt werden. Eine Anmeldung zur Sozialversicherung hätte deine Tochter bekommen müssen. Wenn sie ein entsprechendes Formular nicht erhalten hat, dann ist sie sehr wahrscheinlich nicht angemeldet.

Was die Tankquittungen angeht, so bestätigt sich mein Verdacht der Steuerhinterziehung, Sozialversichungshinterziehung, ArbeitsEntgelthinterziehung (weil das ja kein Praktikum ist) usw.

Deine Tochter soll sich um einen anderen Praktikumsplatz bemühen wie z. B. in einem Krankenhaus.

Zu meiner Liste kannst du noch hinzufügen: den Behindertenbeauftragten. Nicht nur wegen der Aussage sondern weil jeder Betrieb ab einer bestimmten Größe da eh was machen müßte. Und es wird ein weiterer Negativpunkt für diesen sauberen Herrn sein.

So und nun nichts mehr dort sagen. Deine Tochter soll sich krank schreiben lassen unter diesen Umständen und dann legt los. Nehmt keine Rücksicht mehr, ihr habt schon viel zu lange gewartet und zuviel geschluckt. Solche Typen muss man das Handwerk legen. Und deine Tochter soll nichts mehr unterschreiben, ganz wichtig. Egal wie sehr er sie versucht zu erpressen, zu drohen oder zu betteln. Auch daher ist es wichtig, daß sie ab sofort aus seinem Dunstkreis verschwindet. Und sagt ihm nichts über RA oder sonstiges. Die Behörden und Organisationen brauchen ein wenig Zeit und wenn ihr ihn durch eure Aussagen oder Zurufe warnt, dann kann er Belastendes beiseite schaffen oder ändern. Und das soll doch wohl nicht sein.

Wegen dem Stichwort Steuerhinterziehung will ich aber nicht verschweigen, das es hier auch gegen die Tochter zu einem Verfahren kommen kann. Doch durch die Selbstanzeige (das wäre die Info ans FA nämlich) und dadurch das evtl. hier dem Herrn das Handwerk gelegt wird und weil es eine geringen Summe ist, könnte das Verfahren glimpflich oder wegen geringer Schuld eingestellt werden. Evt. fragt ihr da mal bei einem Fachanwalt für Steuerrecht nach.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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Und vielleicht - das ist jetzt einfach mal ins Blaue geraten, das handhabt eh jedes Bundesland unterschiedlich und man kann sich fast nicht auskennen - ist es auch durchaus möglich, das Praktikum in einem anderen Betrieb fortzusetzen, ohne die bisherige Praktikumszeit zu verlieren.
Das sollte auch auf jeden Fall abgeklärt werden. Ansprechpartner ist da wahrscheinlich das Kultusministerium bzw. die Stelle, die das Fachabi dann ausstellt.

Muss das Praktikum auch als Vorpraktikum für den Studiengang gelten oder "nur" für ein Fachabi?
Wenn Letzteres der Fall ist, wie gesagt, dafür ist die das Fachabi erteilende Stelle zuständig.
Bei Ersterem wäre die Studienberatung der Wunsch-Uni der geeignete Ansprechpartner.
Evtl. kann der AStA der Wunsch-Uni (besonders wenn sie am Ort ist) auch schon jetzt bei der Klärung, was wegen dem Praktikum zu unternehmen ist, helfen. Auch haben die meisten Fakultäten oder - je nach Größe des Studiengangs - auch die einzelnen Studiengänge einen Beauftragten, der sich um Praktika, Praxissemester usw. kümmert. Hier kann man sicher nicht nur die Rahmenrichtlinien für ein Vorpraktikum erfragen, sondern evtl. auch Tipps und Hinweise zum weiteren Vorgehen erhalten.
 
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