1 euro job?

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benz

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:confused:hallo ich bin selbstständig und arbeite halt nur im Sommer (ca6 Monate lang) jetzt bin ich mein Geschäft wieder die neue zeit am fertig machen .

jetzt soll ich einen 1 Euro Job machen und meine Sommer Geschäft wäre ja nicht denen ihre Sachen .

geht das so einefach bei denen,kann ich den Job verweigern?

mfg benz
 

Mario Nette

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Habe noch keine Lösung, nenne dir aber mal eine mögliche Argumentation der ARGE: "Ihre selbständige Tätigkeit scheint Sie nicht dauerhaft aus dem Bezug von Leistungen nach dem SGB II zu bringen."

Mario Nette
 

sun2007

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Ob Du einen Ein-Euro-Job annehmen musst, hat überhaupt nichts mit Deiner Selbständigkeit im Sommer zu tun.

Es hängt von der Art des Ein-Euro-Jobs ab.

Du musst prüfen, ob er geeignet ist, Dich wieder dauerhaft in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen und ob er wirklich ZUSÄTZLICH ist. Was das mit der Zusätzlichkeit auf sich hat, kannst Du hier vielfach nachlesen. Eins kann ich Dir schon mal sagen: die meisten Ein-Euro-Jobs sind nicht zusätzlich.

Falls Du zum Träger hingehst: Nichts, aber auch gar ncihts dort unterschreiben - ganz egal, wie viel Druck die ausüben und was die versuchen, Dir zu erzählen. Unterschreibe dort BLOß NICHTS!!!!!!!

Allerdings würde ich ein Schreiben in doppelter Ausführung mitnehmen, auf dem Du DEN TRÄGER unterschreiben lässt, mit Datum und Stempel, dass Du da warst.

Falls Du überhaupt hingehst. Ob Du das musst, hängt von vielen Faktoren ab, da bräuchte ich mehr Informationen. Wieviel Zeit hast Du, bis Du den Ein-Euro-Job antreten musst? Bis dahin solltest Du zur Gewerkschaft gehen und zu einem Anwalt. Bei ersterer bist Du hoffentlich Mitglied, dann bist Du auch rechtschutzversichert (die greift aber ewrst drei Monate nach Beginn der Mitgliedschaft also wenn noch nicht, dann lohnt es sich jetzt, da einzutreten).

Unterschreib bloß keine EGV, in der ein Ein-Euro-Job steht. BLOß NICHT!!!! Unterschreib am besten gar keine EGV, sondern schicke denen einen Gegenvorschlag von Deiner Seite.

Gruß

Sun
 
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Hast du denn evtl schon einen EGV unterschrieben?

jetzt soll ich einen 1 Euro Job machen
Hat man dir diesen zugewiesen? Kannst du die Zuweisung bitte hier eintippen? Vom dem Betreff bis hin zu den Rechtsbelehrungen (ohne Rechtsbelehrungen).

Eigentlich sollen die EEJobs "in Arbeit bringen". Du hast ja eine, aber in bestimmten Monaten hast du keine.
 

sun2007

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Eigentlich sollen die Ein-Euro-Jobobs "in Arbeit bringen". Du hast ja eine, aber in bestimmten Monaten hast du keine.
Darauf nehmen die keine Rücksicht. Die Arge hat das Recht, eine Selbstständigkeit zu beenden, wenn sie nicht dauerhaft trägt - und wenn sie nur 6 Monate trägt, ist sie nicht dauerhaft tragfähig.

Kurzarbeiterregelungen greifen bei Hartz IV nicht, sorry.

Also besser auf den Inhalt der EGV (falls es eine gibt) konzentrieren und den Inhalt der Zuweisung und nachsehen, ob der Ein-Euro-Job zusätzlich und ausreichend bestimmt ist.
 
E

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Gast
Darauf nehmen die keine Rücksicht. Die Arge hat das Recht, eine Selbstständigkeit zu beenden, wenn sie nicht dauerhaft trägt - und wenn sie nur 6 Monate trägt, ist sie nicht dauerhaft tragfähig.
Das bedeutet aber keineswegs, dass man ihn zu Zeiten, in denen er keine Arbeit hat, sofort einem Ein-Euro-Job zuweisen. Der Ein-Euro-Job ist ja nur die "letzte Möglichkeit um in Arbeit zu kommen".

Für den EEJ ist ein anderer Kreis Leistungsempfänger vorgesehen, nämlich Leute, die schon lange arbeitslos sind und auf der Parkbank sitzen. Dass das in der Praxis etwas anders zugeht, dass wissen wir hier alle. Aber bei der Abwehr eines EEJ kannst du da ansetzen.
 

sun2007

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Das bedeutet aber keineswegs, dass man ihn zu Zeiten, in denen er keine Arbeit hat, sofort einem Ein-Euro-Job zuweisen. Der Ein-Euro-Job ist ja nur die "letzte Möglichkeit um in Arbeit zu kommen".
Nope, die Selbständigkeit ist die letzte Möglichkeit - so daneben es ist in Bezug auf gesunden Menschenverstand (aber der interessiert die Jobcenter ja sowieso nicht): EEJ geht vor Selbständigkeit. Diese ist die allerletzte Möglichkeit.

Finde ich auch nicht schön aber so ist es. Vor allem dann, wenn die Selbständigkeit erwiesenermaßen nicht tragfähig ist. Und wenn das jedes Jahr für sechs Monate der Fall ist, ist das regelmäßig so und somit erwiesen.

Finde ich auch nicht gut. Aber so wurde es mir von einem Teamleiter gesagt und mein Anwalt hat das bestätigt (genau genommen zwei verwschiedene Anwälte).

Die wissen natürlich auch, dass ein EEJ nicht für die dauerhafte Eingliederung taugt. Aber damit ist man aus der Statistik raus und die haben viiiiiel weniger Arbeit damit. Und DARUM geht es denen - nicht etwa darum, ernsthaft jemanden in Arbeit zu bringen. Das ist denen Sch***egal.

Raus aus der Statistik und möglichst wenig Arbeit: Das ist die Devise der SBs.

Also würde ich benz nochmal vorschlagen, die Hintergrundinfos zu bringen, damit wir hier mehr dazu sagen können.

Denn es kann hier nur darum gehen, was mit dem EEJ los ist. Mit der Selbständigkeit hast das nicht das Geringste zu tun. Die trägt nicht dauerhaft und er kann froh sein, wenn der SB sie ihm nicht sowieso schließt. Denn die Kriterien für eine Beendigung derselben sind nach den Maßstäben der Argen längst gegeben. Finde ich persönlich auch nicht schön, ist aber so. Und ich habe mich gezwungenermaßen sehr eindringlich damit befasst, von allen Seiten mit Infos von allen möglichen Stellen.
 

Mario Nette

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@sun
Wechsle deine Anwälte. Erwerbsarbeit hat jedenfalls Vorrang vor Arbeitslosigkeit (und damit verbundener Maßnahmen). Ein Grenzfall kommt in Betracht, wenn die Erwerbsarbeit nicht dauerhaft dazu in der Lage ist, den Anspruch auf Sozialleistungen auszuräumen. Aber auch dann ist ein Ein-Euro-Job ultima ratio der Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit. Ihr gehen diverse andere Maßnahmen voran, beispielsweise auch solche, die den Leistungsempfänger befähigen sollen, seine Selbständigkeit (= Erwerbsarbeit) auszubauen und damit den Leistungsanspruch auszuräumen.

Die ARGE selbst kann die Selbständigkeit auch nicht anordnen - sie kann nur die Gegebenheiten schaffen, dass diese erschwert wird. Und das kann sie leider sehr nachdrücklich.


@Mobydick
Es gibt eine Ausnahme bei den Zielpersonen der Ein-Euro-Jobs: Im Falle eines Sofortangebots und damit des Ziels zum Prüfen der Arbeitswilligkeit kann die Dauer der Erwerbslosigkeit keine Rolle spielen.


Mario Nette
 

sun2007

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@sun
Wechsle deine Anwälte. Erwerbsarbeit hat jedenfalls Vorrang vor Arbeitslosigkeit (und damit verbundener Maßnahmen). Ein Grenzfall kommt in Betracht, wenn die Erwerbsarbeit nicht dauerhaft dazu in der Lage ist, den Anspruch auf Sozialleistungen auszuräumen.
So traurig es ist, hier liegst Du falsch. Es entscheidet sich alles an der dauerhaften Tragfähigkeit der Selbständigkeit und wenn die 50% des Jahres gar nichts einbringt, kann die Arge das beenden. Ich habe bei allen einschlägigen Stellen nachgefragt, auch zusätzlich bei den Gewerkschaften, auch noch mal bei deren Anwälten, die übrigens sehr kompetent waren: Immer dasselbe Ergebnis: Sie können das beenden, wenn es deren Meinung nach nicht tragfähig ist.

Die ARGE selbst kann die Selbständigkeit auch nicht anordnen - sie kann nur die Gegebenheiten schaffen, dass diese erschwert wird. Und das kann sie leider sehr nachdrücklich.
Sie darf sie auch beenden. Leider.

Die Arge sieht sich darüber hinaus in erster Linie zuständig für sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten, das ist auch meist gemeint, wenn sie von Erwerbsarbeit spricht (und kommt auch meist als dieser Kombi-Ausruck vor: Die schreiben selten was von "Erwerbsarbeit" sondern meist von "sozialversicherungspflichtiger Erwerbsarbeit."

Sollte benz Anwälte finden, die das Gegenteil von dem behaupten, was mir von sehr vielen verschiedenen Stellen zugesichert wurde und sollten die Anwälte von benz damit sogar vor Gericht Recht bekommen, wäre ich die erste, die sich darüber freut.

Mir gefällt die derzeitige Rechtslage überhaupt nicht aber sie ist leider so, dass Selbständigkeit sogar einem Ein-Euro-Job nachgeordnet ist (was auch damit zu tun hat, dass Selbständigkeit keine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ist). Das ist nicht unbedingt logisch und hat auch nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun aber es ist derzeit Fakt. Leider.

Gruß

Sun
 
E

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@ Sun

Hast du eine Quelle dafür, dass der EEJ Vorrang bei Selbständigkeit hat? Ich kenne nämlich nur den § 3 SGB II ("Vorrangig sollen Maßnahmen eingesetzt werden, die die unmittelbare Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ermöglichen. Bei der Leistungserbringung sind die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten.")

und: § 16 Abs. d SGB II (Der EEJ soll nur für Leute geschaffen werden, "die keine Arbeit finden").

Dadurch schließe ich, dass jede Arbeit dem EEJ vorzuziehen ist und benz auch nicht zum Kreis gehört, der EEJ machen muss.
 

sun2007

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@ Sun

Hast du eine Quelle dafür, dass der Ein-Euro-Job Vorrang bei Selbständigkeit hat? Ich kenne nämlich nur den § 3 SGB II ("Vorrangig sollen Maßnahmen eingesetzt werden, die die unmittelbare Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ermöglichen. Bei der Leistungserbringung sind die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten.")

und: § 16 Abs. d SGB II (Der Ein-Euro-Job soll nur für Leute geschaffen werden, "die keine Arbeit finden").

Dadurch schließe ich, dass jede Arbeit dem Ein-Euro-Job vorzuziehen ist und benz auch nicht zum Kreis gehört, der Ein-Euro-Job machen muss.
Hervorhebungen von Sun

Jede Arbeit, die einen dauerhaft ernährt. Ohne Aufstocken durch Arge. Der obige Paragraph wird dann eben so ausgelegt, dass die Selbständigkeit das offenbar nicht tut also solle der HE es mal mit Ein-Euro-Job versuchen (obwohl hier auch jeder weiß, dass das nichts bringt aber wenn die das erst mal zugeben, müssten sie ja ganz damit aufhören). Das "unmittelbar" ist bei benz ja auch nicht gegeben, denn er will ja noch bis Sommer warten, bis seine Selbständigkeit ihn wieder vollkommen ernährt.

Ich bin damals wirklich von Pontius zu Pilatus gelaufen, weil ich das so sehen wollte wie Du jetzt. UNd wenn ich eine Antwort nicht akzeptieren kann, bin ich wirklich sehr hartnäckig, das kannst Du mir wirklich glauben. Die haben das aber immer an der dauerhaften Tragfähigkeit, oben in §3 auch Wirtschaftlichkeit genannt, festgemacht und das ist der Knackpunkt. Wenn benz zum Beispiel mal ein, zwei Monate überbrücken müsste, würde wohl keiner was sagen. Aber 50 % Nicht-Tragfähigkeit werden die nicht durchgehen lassen, weil das der Wirtschaftlichkeit widerspricht. Daran hängt alles. Es muss tragfähig sein und zwar dauerhaft. Das ist letztlich eine Ermessensentscheidung aber 50 % reichen wohl eher nicht.

Ich denke, dass benz den Ein-Euro-Job dann abbrechen könnte, wenn er die Selbständigkeit im Sommer wieder aufnimmt. Dann könnte er sich einfach bei der Arge abmelden und dann kann er sowieso machen, was er will.

benz sollte mal mit Infos zum Ein-Euro-Job rausrücken, da muss er ansetzen, nicht an der Selbständigkeit.

Ist der Ein-Euro-Job ausreichend bestimmt und zusätzlich? Hat er eine EGV unterschrieben? Wie sieht das Schreiben mit dem Ein-Euro-Job aus?

Das sind die Fragen, die er hier klären muss.

Gruß

Sun
 
E

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Gast
Ich glaube es dir ja gerne, dass die benz einen EEJ zuweisen wollen und es nicht genau geklärt ist, ob sie es dürfen. Trotzdem kannst du dich dagegen wehren.

Wir müssen abwarten, was er über EGV und Zuweisung schreibt.
 
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