1-Euro-Job versus selbstständige Nebentätigkeit (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Tony

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Oktober 2005
Beiträge
10
Bewertungen
0
Meine Eingliederungsvereinbarung (egv) endete zum 18.10.08, eine neue ist bisher nicht vereinbart worden, obwohl dies in § 15 Abs. 1 SGB II vorgesehen ist. Die bisher gewonnenen Erfahrungen sollen bei jeder neuen egv berücksichtigt werden. Vereinbart wurde, dass ich meine bisherige selbstständige Nebentätigkeit (Musiker) soweit ausbaue, dass ich als Freiberufler auf eigenen Füßen stehen kann. Mir werden übrigens € 60,- vom Lebensunterhalt abgezogen. Und nun zum Problem: Am Donnerstag habe ich eine Aufforderung von der ARGE für einen Zusatzjob nach § 16 Abs. 3 SGB II erhalten. Ich soll 25 Std. wöchentlich in einer Möbelbörse arbeiten. Mit An- und Abfahrt wäre ich mindestens mehr als 6 Std. außer Haus. Diese Maßnahme ist mit meinem Ziel der Freiberuflichkeit nicht vereinbar. Gerade habe ich mich noch stärker als Musiklehrer etabliert - die Musikschüler kommen in der Regel tagsüber - und nun wird mir durch das Angebot "Zusatzjob" wieder alles Aufgebaute sozusagen "zerstört". Ist das von der ARGE überhaupt rechtens???
 
E

ExitUser

Gast
In dem Kopf eines SBs steckst du nicht drin. Sei froh, dass noch keine anschließende EGV abgeschlossen wurde. Man kann hier nur den Job ablehnen. Dazu müsste man die Zuweisung aber einmal sehen. Kannst du die bitte eintippen?
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Wenn es eine AGH ist, dann dient die ja normalerweise dazu, die Leute zu beschäftigen und/oder an den ersten Arbeitsmarkt ranzuführen. Da dürftest du als freiberuflich tätiger Mensch aber schon längst angekommen sein. Dennoch: Das "Angebot" mal anonymisiert abtippen/einscannen.

Mario Nette
 

Tony

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Oktober 2005
Beiträge
10
Bewertungen
0
Klar, dass ich in dem Kopf eines SBs nicht stecke. Doch sollen doch Maßnahmen mit dem Gesetz vereinbar sein. Was meinst Du mit "Sei froh, dass noch keine anschließende EGV abgeschlossen wurde"? In meinem Fall fände ich das nämlich gar nicht so verkehrt, denn dann müsste meine Musikertätigkeit, weil Erfolge da sind, weiter berücksichtigt werden. Die Tendenz, von der ARGE wegzukommen ist meines Erachtens gegeben.

Das Angebot lautet:
Hilfsarbeiter ohne nähere Tätigkeitsangabe. Mitarbeit in einer Maßnahme mit Mehraufwandsentschädigung zur Unterstützung der Arbeiten in einer Möbelbörse.
Gehalt: 1,30 Euro/Stunde
zeitlicher Umfang: 25 wöchentlich, Teilzeit, flexibel

Das ist es - nähere Angaben liegen nicht vor (bis auf Adressen und Vorstellungstermin)
 
E

ExitUser

Gast
Gut, also eine Eingliederugnsvereinbarung ist immer mit nicht möglicher "Verhandlung" verbunden und deshalb recht schwierig. Es sei denn man fügt sich voll.

Eigentlich hast du hier 2 Möglichkeiten, diesen Job problemlos abzulehnen:

1. Diese Jobs sind nur für Leute vorgesehen, "die keine Arbeit finden können" (§ 16 SGB II). Du hast ja Arbeit als Musiker.

2. Der Job ist nicht bestimmt. Er nennt sich "Hilfsarbeiter ohne Tätigkeitsangabe" und die Tätigkeit wird auch nicht beschrieben. Dazu gibt es Urteile.

Ich schlage dir folgendes vor: Lehne ihn doch mit der 1. Variante ab. Die dürfte gründlicher sein und lässt sich immer wieder (falls nochmal so etwas kommt) mit diesem Argument ablehnen. Die 2. erwähne bitte nicht. Die könnte dir nämlich irgendwann mal nützlich sein.

Ich würde an deiner Stelle ein Schreiben abgeben:

Ablehnung Ihres Angebotes als Hilfsarbeiter ohne Tätigkeitsangabe

Am..... boten Sie mir eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung bei...... ab. Diese Art Jobs sollen aber nur an Leute vergeben werden, "die keine Arbeit finden können" (§ 16 SGB II). Es ist Ihnen bekannt, dass ich eine selbständige Tätigkeit habe, durch die ich von der Agentur für Arbeit abhängig werden kann.


Ich wette, du hörst nichts mehr von denen.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Am..... boten Sie mir eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung bei...... ab. Diese Art Jobs sollen aber nur an Leute vergeben werden, "die keine Arbeit finden können" (§ 16 SGB II). Es ist Ihnen bekannt, dass ich eine selbständige Tätigkeit habe, durch die ich von der Agentur für Arbeit unabhängig werden kann.
Oder?

Mario Nette
 

Tony

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Oktober 2005
Beiträge
10
Bewertungen
0
Vielen Dank, für Deine Einschätzung. Zu dem Ergebnis, weil es dem gesetzlichen Gedanken Rechnung trägt, bin ich auch gekommen. Fakt ist doch, dass viele SB nur ihr Ding durchziehen. Wie ich es in den Kommentierungen zum SGB II entnommen habe, ist das Gegenteil das Ziel. Gemeinsam Strategien für einen Weg aus der Arbeitslosigkeit erarbeiten!!! Durch solche Aktionen von der ARGE biste mal wieder einen ganzen Tag beschäftigt, leider nicht in meine vorrangige Richtung.
 

münchnerkindl

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
5 November 2006
Beiträge
1.730
Bewertungen
106
Also wenn du Schüler hast die dir auch regelmässige Einkünfte bringen dann verringert das deine Bedürftigkeit. Und das hat Vorrang vor Massnahmen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten