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1-Euro-Job im Kindergarten

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Waldknoblauch

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#1
Hatte gestern mal wieder ein Gespräch mit meinem Fallmanager. Habe dann interessehalber nach 1-Euro-Jobs nachgefragt, die sich wirklich im gemeinnützigen Bereich abspielen. Da ich ja schon einen 1-Euro-Job abgelehnt habe (30% Regelsatzkürzung) "durfte" ich mir nun aus dem vorhandenen Angebot aussuchen. Zwei Stellen bei der gleichen Kommune standen zur Disposition: Eine Stelle als "Hausmeisterhelfer" und eine als "Kinderaufpasser" im Kindergarten.

Bei dem Hausmeisterhelfer ging es darum, beim Schneeräumen mitzuarbeiten. Offensichtlch war der Hausmeister jedoch gar nicht davon begeistert, einen 1-Euro-Jobber beigestellt zu bekommen. Begründung O-Ton: "Wenn er beim Schneeräumen beschäftigt wäre, hätte er keine Zeit mehr, sich um mich zu kümmern".

Im Kindergarten wiederum wäre ich offenbar tatsächlich dazu eingesetzt worden, mich mit den Kindern zu beschäftigen. Hätte also mehr oder weniger die Aufgabe eines Kindergärtners wahrgenommen. (Bin männlich, gelernter Elektroinstallateur) Nicht, das mir das keinen Spass gemacht hätte, jedoch frage ich mich, warum man nicht eine Kindergärterin in ihrem Traumberuf auf 400-Euro Basis einstellt?

Mein Verdacht, dass sich die Kommunen durch Schaffung künstlicher "Zusätzlichkeiten" Geld in die leeren Kassen spülen möchten, hat sich durch die Erfahrung vor Ort nur verhärtet. Und ich denke, dass jeder 1-Euro-Jobber sich zumindest potentiell als Arbeitsplatzvernichter betätigt...

Die Mail an meinen Fallmanager:

Guten Morgen Herr X,

ich war gestern bei der Gemeinde in Runding. Der "Hausmeisterhelfer" ist scheinbar doch nicht erforderlich. Warum der fest angestellte Hausmeister abwiegelt und damit begründet, dass er "nicht genügend Arbeit für mich hätte", kann ich mir eigentlich nur dadurch erklären, dass er aus begründeten Verdacht um seinen eigenen Arbeitsplatz fürchtet... Denn würde sich herausstellen, dass ein 1-Euro-Jobber die Arbeit genauso gut erledigen würde, wäre der gute Mann ja entbehrlich...

Also habe ich mir noch den Kindergarten angesehen.

Es scheinen dort vier Frauen fest angestellt zu sein für ca. 50 Kinder pro Vormittag. Die Gruppe ist aufgeteilt zu jeweils ca. 25 Kindern, wofür dann wohl immer zwei Frauen eingeteilt sind.

Ich denke, es ist besser, wenn dieser 1-Euro-Platz mit einer arbeitslosen Erzieherin oder einer arbeitslosen Kindergärtnerin besetzt wird. Oder wird das nur deshalb nicht gemacht, weil das dann in direkter Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt stehen würde? Gegen die Stadt Weida in Thüringen wird ja derzeit geklagt, weil sie 1-Euro-Jobber als Erzieher im Kindergarten eingesetzt haben soll.

Durch den Stellenabbau und Finanzkürzungen bei der öffentlichen Hand ist man natürlich bestrebt, an die Fallpauschalen zu kommen, wenn scheinbar "zusätzliche" Arbeiten erledigt werden müssen.

Ich bin gerne bereit, mir auf freiwilliger Basis noch andere Stellen anzugucken. Zumindest hier kann ich jedoch sagen, dass hier reguläre Arbeitsplätze verdrängt, bzw. eingespart werden sollen.

mfg

K.H.
 
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