1% der Deutschen besitzt fast die Hälfte des Geldvermögens-Deutsche Reformen (1 Betrachter)

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wolliohne

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  1. Wer aber sind die 1%, wie groß sind ihre Geldschätze?
    Antwort darauf gibt u.a. der D.A.CH – Vermögensreport 2012 der Internationalen Investmentgesellschaft Valluga (Liechtenstein). Der alljährliche Report konzentriert sich auf die Millionärsvermögen der deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich, Schweiz (D.A.CH). Für Deutschland kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es 2011 hierzulande 826.000 Euro-Geld-Millionäre (mit mindestens eine Million Euro Finanzvermögen) gab, 4000 weniger als im Jahr davor (Capgemini/RBC Wealth Management kommen in ihrem World Wealth Report 2012
    zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Dollar-Millionäre 2011 in Deutschland um 27.000 auf 951.000 stieg). Diese 826.000 Euro-Millionäre machen genau ein Prozent der deutschen Bevölkerung aus.
    Nach VallugaAG verfügten sie insgesamt über ein Finanzvermögen von 2.176 Milliarden Euro (2,18 Billionen) (D.A.CH-Report,S. 15). Das sind knapp 45 Prozent des deutschen Geldvermögens.
    Quelle: isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. [PDF - 110 KB]
  2. Deutsche Reformen kein Vorbild für Europa
    Die Deutschen kennen die Zweiklassengesellschaft bereits: Auf der einen Seite diejenigen, die noch gut bezahlte Jobs und sichere Arbeitsplätze haben und auf der anderen Seite die prekär Beschäftigten, die sich in Niedriglohnkellern aufhalten, zum Aufstocken verdammt und vom Rest der Gesellschaft abgehängt sind. Es gibt mehr als acht Millionen Ein-Euro- und Mini-Jobber/-innen, Hunderttausende Leiharbeiter/-innen und Millionen unfreiwillige Teilzeitjobber/-innen. Zudem etliche Rentner/-innen, die trotz jahrzehntelanger Arbeit nicht über die Runden kommen. Und 6,6 Millionen Deutsche sitzen in der Schuldenfalle.
    Armut ist inzwischen aus Deutschland nicht mehr wegzudenken – egal, wie es mit der Konjunktur steht.
    Das hat Folgen für die ganze Gesellschaft: Armutslöhne ruinieren die Steuerbasis für die öffentliche Hand und verursachen Steuermindereinnahmen mit massiven Folgen für die öffentliche Daseinsvorsorge. Rund 50 % der deutschen Haushalte zahlen keine Einkommensteuer, weil sie zu wenig verdienen. Das Aufstocken der Niedriglöhne auf das Niveau von Hartz IV kostet den Staat sogar jährlich fünf Milliarden Euro.
    Die wachsende Armutszone spaltet auch den deutschen Einzelhandel. Die Gutverdiener können sich hochwertige Güter und Bio-Produkte leisten. Doch die Abgehängten sind meist auf Ein-Euro-Shops und Discounter für Textilien und Lebensmittel angewiesen. Allmählich entsteht ein Markt für minderwertige und billige Produkte, eine Ramschökonomie, die weder nachhaltig noch mit Prinzipien menschenwürdiger Arbeit zu vereinbaren ist. Die Ramschökonomie fordert auch die deutschen Unternehmen mit ihren hochwertigen, technologieintensiven, aber teuren Produkten heraus. Denn Innovationen, komplexe und nachhaltige Produkte werden immer weniger rentabel, wenn die Nachfrage schleichend schwindet. In der Vorkrisenzeit konnten deutsche Unternehmen dieser Entwicklung mit der Expansion ihrer Geschäfte im Ausland entgegenwirken. Die boomenden Euroländer und der stabile Euro machten den Außenhandel zum Motor für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Umgekehrt konnten immer mehr ausländische Billiganbieter, vor allem aus Schwellenländern, in Deutschland Fuß fassen und hiesige Niedriglöhner mit Billigprodukten versorgen.
    Quelle: DGB klartext [PDF - 100 KB]
 
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xyz345

Gast
:icon_klatsch: Danke für den Artikel, eine sehr gute Zusammenfassung des Ist-Zustandes. Hatte ihn gleich weitergeleitet an jemanden, dem die Realität nicht bewusst ist. Und - bevor ich mir den Mund fusselig rede - sende ich doch lieber den Artikel an ihn weiter. :biggrin:

:icon_daumen:
 

2010

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Das Aufstocken der Niedriglöhne auf das Niveau von Hartz IV kostet den Staat sogar jährlich fünf Milliarden Euro.
(Siehe #1)
Hier wird von weitaus mehr geschrieben.
Inzwischen gebe es 1,3 Millionen Aufstocker, deren Erwerbseinkommen das Existenzminimum nicht decke. Etwa 300 000 davon haben sogar einen Vollzeitjob. „Für den Steuerzahler ist das teuer“, so Janczyk, mit Kosten von 11,5 Milliarden Euro im Jahr
Wie Hartz IV das Normalarbeitsverhältnis zur Ausnahme machte - Reutlingen - Schwäbisches Tagblatt Tübingen
Eine Metzgersfrau sagte mal, daß sie niemals den Mist v. Fleisch essen würde, den es bei den Discountern abgepackt zu kaufen gibt. Na vielen Dank.
Wie soll denn ein Unterschichtler mit seinen Almosen v. Lohn und/oder Hartz IV bei einem Metzger einkaufen können.
So richtig los damit, daß Discounter auch Frischfleisch anbieten, ging es doch erst seid Hartz IV.
 
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xyz345

Gast
:icon_kinn: ....
Stimmt! Hast Recht.

Aber lieber Discounter-"Frisch"fleisch als Soylent Green. :cool:

---- Ich bitte um Entschuldigung, ab und zu geht mein makabrer Humor mit mir durch. ----

:biggrin:
 
E

ExitUser

Gast
:icon_kinn: ....
Stimmt! Hast Recht.

Aber lieber Discounter-"Frisch"fleisch als Soylent Green. :cool:

---- Ich bitte um Entschuldigung, ab und zu geht mein makabrer Humor mit mir durch. ----

:biggrin:
Soylent Green gibts dann bald aus Spanien und Griechenland, bevors ans eigen eingemachte geht.

(sooo makaber find ich das leider gar nicht btw.)
 
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