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Alt 03.04.2007, 11:29   #1
annette->Emailproblem
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Registriert seit: 21.12.2006
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annette
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Standard Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit

Was läuft in der Debatte um die Klimakatastrophe falsch? Die Antworten von Ulrich Beck (nicht zu verwechseln mit Kurt Beck) bringen es eigentlich auf den Punkt.

Zitat:
"Klimapolitik bringt neue Ungleichheit"

INTERVIEW HANNES KOCH

taz: Herr Beck, Politik und Öffentlichkeit in Deutschland sind sich weitgehend einig, dass wir trotz des Klimawandels unser bisheriges Lebensmodell fortführen können. Marktwirtschaft, Wachstum und der Anspruch auf größeren Wohlstand stehen nicht in Frage. Teilen Sie den Optimismus?

Ulrich Beck: Nur zum Teil. Die befürchtete Klimakatastrophe und ihre politischen Konsequenzen können natürlich auch zu Lasten bestimmter Bevölkerungsgruppen gehen. In Großbritannien diskutiert man jetzt darüber, einen privaten Emissionshandel einzuführen. Jeder Bürger dürfte nur noch einen begrenzten Ausstoß von klimaschädlichem CO2 verursachen. Wer mehr verbrauchen will, müsste extra bezahlen. Arme Leute und solche, die ein knapp kalkuliertes Mittelschichtdasein führen, wären davon am meisten betroffen. Die könnten dann mit dem Auto nicht mehr hinfahren, wo sie wollen.
...

Lässt sich die Klimakrise bewältigen, wenn das alte Dogma des Wirtschaftswachstums bestehen bleibt?

Das Mengenwachstum der Produktion wird zunehmend problematisch. Die Spannung zwischen Klimaschutz und Wirtschaftswachstum ist nicht zu übersehen. In seinem Aufsehen erregenden Klima-Report bezeichnet der ehemalige Weltbank-Ökonom Nicholas Stern die globale Klimaveränderung als das größte Marktversagen in der Geschichte. Wenn wir weiter auf die Mechanismen des Marktes vertrauen, werden wir die Klimakrise nicht lösen. Dieser Punkt wird in der deutschen Diskussion noch viel zu wenig wahrgenommen. Auch die Grünen müssen ihr marktwirtschaftliches Kleindenken überprüfen und sich für die Perspektiven der großen Politik öffnen.

Wenn der Markt versagt hat - was kommt danach?

Mehr politische Regulierung, Gesetzgebung und Rahmensetzung durch die Staaten und internationalen Institutionen. Das fordern mittlerweile ja selbst die Konzerne. Weil die Unternehmen sich Sorgen um die künftige Stabilität ihrer Märkte machen, verlangen sie von den Regierungen eine wirksame Politik zum Schutz des Klimas. Das neoliberale Bündnis zwischen Konzernen und Regierungen, bei dem es um Deregulierung und die Schwächung des Staates ging, ist zerbrochen.
...

Quelle: http://www.taz.de/pt/2007/04/03/a0126.1/text.ges,1
__

Schönen Gruß
Annette

Ihrer wahren Wesensbestimmung nach ist die Wissenschaft das Studium der Schönheit der Welt.
Simone Weil (1909-43), frz. Philosophin
annette ist offline  
Alt 03.04.2007, 12:11   #2
Kaleika
Redaktion
 
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In der Debatte über Klimapolitik läuft sozusagen alles falsch!
Die Industrienationen verbrauchen die meisten Ressourcen und sorgen damit ausgerechnet bei den Allerärmsten für Umweltkatastrophen schlimmsten Ausmaßes. Wenn diese Menschen dann bei uns Schutz suchen, werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ abgewiesen oder in Lagern gefangen gehalten, obwohl der Wohlstand unserer Industriestaaten zu ihren persönlichen Lasten geht. Das kann kaum noch als gerecht bezeichnet werden! Damit wir heizen und Auto fahren können, geht durch die Klimakatastrophe in anderen Ländern das Licht aus und das Land unter!
Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 03.04.2007, 12:24   #3
Ludwigsburg
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Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
In der Debatte über Klimapolitik läuft sozusagen alles falsch!
Die Industrienationen verbrauchen die meisten Ressourcen und sorgen damit ausgerechnet bei den Allerärmsten für Umweltkatastrophen schlimmsten Ausmaßes. Wenn diese Menschen dann bei uns Schutz suchen, werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ abgewiesen oder in Lagern gefangen gehalten, obwohl der Wohlstand unserer Industriestaaten zu ihren persönlichen Lasten geht. Das kann kaum noch als gerecht bezeichnet werden! Damit wir heizen und Auto fahren können, geht durch die Klimakatastrophe in anderen Ländern das Licht aus und das Land unter!
Kaleika
So ist es.... aber da läuft noch viel mehr schief...
wenn man hört daß Amerikaner noch immer nicht mal Energiesparlampen nutzen....

wer interessiert sich denn wirklich für den Klimaschutz?
 
Alt 04.05.2007, 05:50   #4
Chefkoch->Emailproblem
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Chefkoch
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Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
In der Debatte über Klimapolitik läuft sozusagen alles falsch!
Die Industrienationen verbrauchen die meisten Ressourcen und sorgen damit ausgerechnet bei den Allerärmsten für Umweltkatastrophen schlimmsten Ausmaßes. Wenn diese Menschen dann bei uns Schutz suchen, werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ abgewiesen oder in Lagern gefangen gehalten, obwohl der Wohlstand unserer Industriestaaten zu ihren persönlichen Lasten geht. Das kann kaum noch als gerecht bezeichnet werden! Damit wir heizen und Auto fahren können, geht durch die Klimakatastrophe in anderen Ländern das Licht aus und das Land unter!
Kaleika
Sicher sind die Industriestaaten hauptverantwortlich für den Klimawandel. Ich würde aber nicht sagen das die armen Länder am meisten davon betroffen sind. Zwar sind dort am meisten Menschen betroffen und natürlich auch durch Armut den Katastrophen mehr ausgeliefert als wir, trotzdem denke ich das auch hier in Europa noch einiges auf uns zukommen wird und auch muss, den bisher hat sich leider nicht viel im Bewusstsein des einzelnen geändert. Und solange sich dort nix tut, passiert auch in der Politik nix. Jedes Land hat die Regierung die es verdient
Chefkoch ist offline  
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