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Alt 06.02.2007, 10:05   #1
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Standard Wirtschaftskriminalität

Zitat:
Zwischen Ausbeutung und organisierter Kriminalität
Scheinselbständigkeit nimmt zu

Arbeit für einen Hungerlohn

Scheinselbständigkeit entsteht, wenn jemand unter Missachtung steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Pflichten als Unternehmer auftritt, aber eigentlich Arbeitnehmer ist. Doch die anhaltend hohe Dauerarbeitslosigkeit, durch "Arbeitsmarktreformen" und "Deregulierungen" der rot-grünen Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder mit "Ich-AG" und "Gründungszuschuss", durch den "Praktikantenstaat" und den Zwang der Arbeitsagenturen, sich zu jedem "Preis" verkaufen zu müssen, hat die Zahl der Klein- und Kleinstunternehmen enorm steigen lassen. Der existenzielle Druck ist derart hoch, dass in Interviews oft zu hören ist: "Ich mache alles und arbeite zu jedem Preis, Hauptsache nicht Hartz IV". Bald jedoch eröffnet sich Selbständigkeit für viele als sehr fragwürdige Freiheit. Die meisten der regulär gegründeten Unternehmen gehen innerhalb weniger Jahre wieder zu Grunde. Allzu oft folgt Scheinselbständigkeit - entstanden aus purer Not.


Razzien treffen die Ausgebeuteten

In Zusammenarbeit mit Oberfinanzdirektionen, Handwerkskammern, Zoll und Arbeitsagenturen ist in den letzten Jahren die Zahl der Razzien stark forciert worden. Bundesweit sind dafür über 6.800 Beamte auf Achse, in Nordrhein-Westfalen über 1.100. Im Jahr 2005 wurde mit ihrer Hilfe ein Schaden von 21 Milliarden Euro aufgedeckt. Die Nachforschungen führten auch in Köln und Umgebung zum Ergebnis. Nach längerer Fahndungsarbeit präsentierte man am Freitag 100 Fälle von Scheinselbständigkeit, gegen drei Firmeninhaber wurde Strafantrag gestellt. Insgesamt handelt es sich um schätzungsweise 200.000 Euro, die den Sozialkassen vorenthalten wurden. Hinzu kommen entsprechende Einkommensteuer und vorenthaltene Löhne, die deutsche "Unternehmer" in die eigene Tasche gewirtschaftet hatten.



Schwarzarbeit politisch gewollt?

Sowohl die rot-grüne Vorgängerregierung als auch die schwarz-rote Regierung unter Angela Merkel haben zwei wesentliche Aspekte für ihre Regierungsarbeit im Auge: Die Deregulierung des Arbeitsmarktes und die nachhaltige Zerschlagung der sozialen Sicherungssysteme - auf Druck der Unternehmen und ihrer Verbände. Die Entwicklung führt nun genau zu den Ergebnissen, die im Bereich von Schwarzarbeit sichtbar werden. Man kann deshalb davon ausgehen, dass sie nur vordergründig bekämpft wird. Nachhaltig hilft Schwarzarbeit genau bei der gewollten Deregulierung des Arbeitsmarktes und der Zerschlagung der Tarifgehälter mit, und zwar so, wie es die Unternehmensverbände gern haben. Dass Kanzlerin Merkel sich weigert, gesetzliche Mindestlöhne einzuführen, um den Verfall der Löhne und Gehälter aufzuhalten, ist ebenso ein Indiz, wie die Diskussion in der Regierung um die Senkung des Arbeitslosengeldes II um 30 % auf 242 Euro im Monat.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10402
redwitch ist offline  
Alt 07.02.2007, 09:33   #2
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Zitat:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft kritisiert Personalabbau und Sozialdumping bei der Deutschen Bank, die gestern ein neues Rekordergebnis veröffentlicht hat. Danach wurden Gewinne deutlich über 8 Milliarden Euro erzielt. Die Dividende wird um 60 Prozent angehoben. "Das ist ein stolzes Ergebnis, aber es hat krasse Fehler", betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong. Die Ertragsentwicklung sei auf Kosten der Beschäftigten erzielt worden, da in den letzten Jahren weltweit über 30.000 Arbeitsplätze abgebaut worden seien. Daran ändere auch ein leichter Personalzuwachs in 2006 nichts. Foullong kritisierte insbesondere die soziale Schieflage dieser Entwicklung. Die enorme Steigerung der Dividende für die Aktionäre und die exorbitant hohen Vorstandsgehälter seien sozial nicht zu rechtfertigen, wenn die Bank gleichzeitig Tarifflucht und Sozialdumping betreibe. "Vor dem Hintergrund der Gewinnentwicklung ist es ein Skandal, wenn die Bank in einzelnen ausgegliederten Töchtern des Konzerns bis zu 30 Prozent unter dem Tarifniveau der Banken bezahlt, Beschäftigte drei Stunden pro Woche mehr arbeiten lässt als andere und viele mit Zeitverträgen abspeist," erklärte Foullong und forderte eine Abkehr von dieser Unternehmenspolitik.
http://www.nrhz.de/flyer/suche.php?r...sort_menu=News
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Alt 07.02.2007, 09:54   #3
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CeWe Color in Nöten: US-Hedge-Fonds versuchen, mittelständischen Fotolaborkonzern aus Oldenburg in Umstrukturierungsphase zu Millionenausschüttung zu zwingen

Zitat:
CeWe Color ist Marktführer eines aussterbenden Geschäftszweiges: der Entwicklung von Farbfotos. In seinen besten Zeiten betrieb das Oldenburger Unternehmen europaweit 29 Großlabore, beschäftigte 3700 Mitarbeiter. Jetzt ist das Unternehmen in den Wirbel zweier neuzeitlicher Entwicklungen geraden: die analoge Farbfotografie geht dramatisch zurück – und zwei Hedge-Fonds haben sich als Großaktionäre ins Unternehmen eingekauft.

Die beiden US-Fonds aus New York und Boston schritten offenbar forsch zur Tat. CeWe Color sei unterbewertet, so die Amis. Das Management schlecht. Unmißverständlich teilten die Herren der Fonds der Geschäftsleitung mit, daß sie eine außerordentliche Hauptversammlung wünschten. Dort solle dann einem Großteil des derzeitigen Managements das Mißtrauen ausgesprochen sowie der Aufsichtsrat umbesetzt werden. Als Lohn ihrer Mühen reklamierten sie eine Sonderausschüttung – also eine außerordentliche Dividendenzahlung – an die Aktionäre.

Dem Vorstand von CeWe Color muß das den Jahreswechsel ziemlich vermiest haben. Befindet sich das Unternehmen doch mitten in einer Umstrukturierung – man könnte es auch Überlebenskampf nennen. 700 Mitarbeitern wurde 2006 gekündigt, mehrere Großlabore geschlossen. Die Umstellung von der Analog- auf die Digitalfotografie hält das Unternehmen in Atem. »Wir meinen, daß wir uns keine kreditfinanzierte Sonderausschüttung leisten können, wenn zugleich Mitarbeiter entlassen und Sozialplanverhandlungen geführt werden«, schrieb Vorstandschef Rolf Hollander Ende Januar an die Aktionäre. Vor allem die Höhe der geforderten Sonderausschüttung erbost das Management offenbar: »Schon seit einiger Zeit wurden in mehreren Briefen und Gesprächen von Hedge-Fonds immer wieder kreditfinanzierte Sonderausschüttungen in Höhe von 37 bis 120 Millionen Euro gefordert – bei 113 Millionen Euro Eigenkapital«, so Hollander.

Das Vorgehen der Fondsmanager bei CeWe Color – sie nennen sich M2 Capital Management und K Capital Partners, ist nicht ganz neu. Beim Sanitäranlagenhersteller Grohe hatte sich ein solcher Fonds bereits als hungriger Parasit erwiesen und das Unternehmen ausgeplündert. Doch keiner schreibt vor, das Kapitalismus nachhaltig sein muß. Im Gegenteil. Seit irgend ein cleverer Vorstadtzocker das Prinzip der Hedge-Fonds erfunden hat, gilt als sicher: Mit solcherart Geschäften ist in kürzester Zeit eine weitaus höhere Rendite zu erwirtschaften als auf die alte kapitalistische Ochsentour. Und renditehungriges Kapital gibt es weltweit im Übermaß. Viele sprechen gar von einem Kapital-Overkill, der die sogenannten Finanzmärkte präge. Legalistiert wurde diese Form der blitzschnellen Bereicherung durch die jeweiligen Regierungen. Willfähig hatte auch die Regierung aus SPD und Grünen gegen Ende ihrer Amtszeit den Hedge-Fonds das Tor zur BRD geöffnet. Die »Heuschrecken«-Sprüche von Franz Müntefering klingen da noch heute makaber.

Das Prinzip ist einfach: Man lege einen Fonds auf, sammle etwas Geld mit dem Versprechen auf einen schnellen Dollar oder Euro ein und nehme einen Bankkredit auf. Dann kauft man Aktien eines Unternehmens, übernimmt dort das Kommando und setzt auf einer Hauptversammlung eine saftige Sonderdividende durch. Nebensache ist, wie es dem Unternehmen wirtschaftlich geht. Nebensache ist auch, ob der Laden dadurch in seiner Existenz gefährdet wird. Hauptsache, es gibt richtig Geld. Das wird sofort in die Taschen der Fondszeichner geleitet. Der Kredit, mit dem das Unternehmen gekauft wurde, wird gern diesem selbst zugeschlagen und in den Bilanzen als Verbindlichkeit gebucht. Alles klar? Die Parasiten in Nadelstreifen –von den kapitaltreuen Medien euphemistisch auch als Finanzinvestoren bezeichnet – können zu neuen Ufern aufbrechen.
http://www.jungewelt.de/2007/02-07/010.php
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Alt 07.02.2007, 14:26   #4
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Standard Ausbeutung statt Ausbildung

Ausbeutung statt Ausbildung

Erste empirische Daten zur "Generation Praktikum"

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24571/1.html
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Alt 08.02.2007, 09:22   #5
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Standard Warnungen vor globaler Finanzkrise werden lauter

Zitat:
Claus Vogt, Leiter der Researchabteilung der Berliner Effektenbank, will den Verweis der Optimisten auf die stabilere Konjunktur, die sich auch auf dem Börsenparkett niederschlagen werde, nicht gelten lassen. Nach dem starken Anstieg der Unternehmensgewinne seien für die Zukunft sinkende Gewinne zu erwarten. Und auch die positiven Konjunkturmeldungen könnten alsbald ein Ende finden. Die Wahrscheinlichkeit einer von den USA ausgehenden Weltwirtschaftskrise noch in diesem Jahr beziffert der Volkswirt auf 80 bis 90 Prozent. Besonders beunruhigend sei die inverse Zinsstruktur in den USA, bei der langfristige Anleihen geringere Renditen erbringen als kurzfristige. Diese Anomalie zeigt, dass die Investoren die kurzfristigen Risiken höher veranschlagen als die langfristigen.
Viele Experten beobachten zudem den Immobilienmarkt mit wachsender Sorge. Sinkende Preise könnten das vor allem durch Immobilien gesicherte Gerüst aus Konsumentenkrediten, auf dem die US-Binnenkonjunktur beruht, ins Wanken bringen. Dies wiederum könnte sich zu einer handfesten Kreditkrise auswachsen, bei der Experten verhängnisvolle Parallelen zum Börsen- und Bankencrash von 1929 ziehen.
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104769&IDC=3
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Alt 08.02.2007, 09:49   #6
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Zitat:
Mindestens zwei US-Präsidentschaftskandidaten für 2008 haben einflussreiche Hedge-Fonds-Manager als Förderer. Die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Rudy Giuliani pflegen laut »New York Times« enge Bindungen. Schon 2006 investierten Hedge-Fonds-Manager etwa drei Millionen Dollar in die Wahlkampfkassen beider Parteien. Dazu gewähren sie den unterstützten Kandidaten Zugang zu vermögenden Investorenkreisen, wo weitere Wahlkampfspenden locken.
Die Unterstützung der US-Politiker-Klasse ist nicht die einzige Methode der Einflussnahme durch die in der Finanzwelt mächtig gewordenen Hedge-Fonds. Eine in der »Southern California Law Review« veröffentlichte aktuelle Studie stellt fest, dass diese im großen Stil Aktien börsennotierter Unternehmen »ausleihen« und auf fallende Kurse spekulieren. Dann benutzen die Fonds-Manager ihre geliehenen Stimmrechte im Aufsichtsrat, um das Wachstum der betroffenen Unternehmen durch bewusste Fehlentscheidungen zu behindern. Außerdem gibt es Hinweise, dass die Fonds bei Streitigkeiten über die Kontrolle von Unternehmen mitmischen – etwa bei dem gescheiterten Versuch der Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse AG. Die Autoren der Studie, Jura-Professoren Henry Hu und Bernard Black von der University of Texas, sehen diese Entwicklung als ein »weltweites Problem«.
Indes wird das Ausmaß der Beteiligung von US-Pensionskassen, die die Altersvorsorge von Beschäftigten absichern sollen, deutlich. 40 Prozent aller öffentlichen Pensionskassen haben größere Summen in die hochspekulativen Hedge-Fonds gesteckt – in der Hoffnung, eigene Finanzlöcher stopfen zu können. Zuletzt investierte das nur zu 60 Prozent gedeckte Lehrerpensionssystem im Bundesstaat Illinois eine Milliarde Dollar. Allerdings hat unter den Pensionskassen eine Kontroverse über solche Beteiligungen begonnen. In Illinois stellte der Direktor des Universitätspensionssystems, Dan Stack, klar, dass bei ihm Hedge-Fonds nicht ins Portfolio kommen. So was mache einen »zu nervös«.
Auch einige Hedge-Fonds sind abweisend. Anders als die geschädigten Unternehmen können sie sich ihre Investoren aussuchen: Anlage suchendes Kapital gibt's schließlich genug. Die fehlende Transparenz ihrer Geschäfte erleichtert ihre riskanten Strategien. Öffentliche Kassen aber unterliegen einer gesetzlichen Berichtspflicht, womit Informationen über die Praktiken und auch spektakuläre Verluste der Hedge-Fonds in die Öffentlichkeit gelangen. Es droht zudem ein PR-Desaster, wenn die Anleger – etwa pensionierte Lehrer – nicht länger anonym sind.
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104768&IDC=3
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Alt 08.02.2007, 10:25   #7
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Standard Hintergrund Hedgefonds

Grundwissen zu Hedgefonds

Zitat:
Was ist ein Hedgefonds?~
Üblicherweise werden mit dem Begriff private Finanztöpfe bezeichnet, deren Verwalter das Geld der Kunden in alle möglichen Wertpapiere oder andere Vermögensgegenstände investieren, wie etwa Währungen, Optionen, Terminkontrakte oder Rohstoffe. Ziel ist es, eine permanent hohe Rendite zu erwirtschaften, unabhängig vom Auf und Ab an den Kapitalmärkten.

...

Wer profitiert von Hedgefonds? In erster Linie deren Manager. Sie sind üblicherweise mit eigenem Geld beteiligt und kassieren von ihren Kunden für die Verwaltung jährlich rund zwei Prozent des Vermögens plus eine Gewinnbeteiligung von durchschnittlich 20 Prozent. Bei sehr erfolgreichen Fonds, denen die Anleger die Bude einrennen, verlangt das Management schon einmal ein Drittel des Gewinns.
http://www.fr-online.de/in_und_ausla...em_cnt=1068721


Woher kommt das Geld?

Zitat:
Der Boom der Hedgefonds ist ungebrochen. Im vergangenen Jahr flossen der Branche weltweit mehr als 126 Milliarden Dollar zu, schätzt der US-Marktbeobachter Hedge Fund Research (HFR). Damit dürften die fast 10 000 Fonds, die sich in dem Geschäft tummeln, ein Vermögen von mehr als 1400 Milliarden Dollar verwalten. Sie sollen 2006 laut HFR eine durchschnittliche Rendite von knapp 13 Prozent abgeworfen haben. Die knapp 50 deutschen Hedgefonds konnten 2006 ihr Vermögen auf 2,8 Milliarden Euro verdoppeln.

Hedgefonds ähnelten ursprünglich privaten Clubs für Super-Reiche. Inzwischen stehen aber auch institutionelle Anleger wie etwa US-Pensionsfonds Schlange. Branchenbeobachter schätzen, dass mittlerweile mehr als jeder zweite Dollar aus der Kasse eines institutionellen Großinvestors stammt.

Der Anteil der "high networth people", also der vermögenden Privatpersonen, ist gleichzeitig leicht geschrumpft. Auf die nicht ganz so Wohlhabenden soll eine Quote von rund drei Prozent entfallen. Eine Reihe von Hedgefonds plant inzwischen den Gang an die Börse.
http://www.fr-online.de/in_und_ausla...em_cnt=1068640


Ex-Politiker als Türöffner

Zitat:
Joschka Fischer als Manager eines Hedgefonds? Falls er sich mit einem solchen Gedanken trüge, wüsste er, wen er um Rat angehen könnte: Madeleine Albright. Die erste Außenministerin der USA, von 1997 bis 2001 im Amt, hat sich selbstständig gemacht, mit einem eigenen Hedgefonds: Albright Capital Management. Der erste Kunde ist ein niederländischer Pensionsfonds, der Albright umgerechnet 250 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Investiert werden soll das Geld vor allem in Entwicklungsländern.

Albright hat zwar keine Ahnung vom Geschäft, wie US-Kommentatoren witzeln. Das gelte aber auch für die meisten anderen Politiker, die in die Hedgefonds-Branche wechseln wie die ehemaligen US-Finanzminister John Snow oder Larry Summers.

Die Frage, ob dies Anleger als sicheres Zeichen nehmen sollten, ihr Geld schleunigst abzuziehen, möchte die Internet-Publikation Slate nach eigenem Bekunden nicht aufwerfen. Slate erklärt das Wechselspiel vor allem mit den exzellenten Verdienstmöglichkeite, die das lukrative Geschäft bietet. Umgekehrt setzten die Eigner von Hedgefonds darauf, dass ihnen ehemalige Politiker die Türen öffnen können.
http://www.fr-online.de/in_und_ausla...em_cnt=1068638
redwitch ist offline  
Alt 09.02.2007, 19:03   #8
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Zitat:
Kaufen, restrukturieren, weiterverkaufen

Vor Gericht werden die Eigentümer von trans-o-flex nie erwähnt: die Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie. Sie hat trans-o-flex im März 2005 von der Deutschen Post AG und der BayernFinanz GmbH gekauft und nach verrichteter Arbeit zum 1. Januar 2007 an die Österreichische Post weiterverkauft. Mit niedrigeren Kosten und ohne Gesamtbetriebsrat und ohne Mitbestimmung ist der Unternehmenswert offensichtlich gestiegen. Trans-o-flex - 1970 gegründet - war und ist ein profitables Unternehmen. Es ist spezialisiert auf Business-to-Business-Transporte, rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag. Transportiert werden europaweit Medikamente, elektronische und Gefahrengüter sowie temperaturintensive Spezialprodukte.

Odewald & Compagnie kann man als christlich-deutsche Heuschrecke bezeichnen. Das Ziel lautet: "Überdurchschnittliche Rendite durch kontinuierliche Auszahlung von Dividenden und vor allem Wertsteigerung durch einen strukturierten Verkaufsprozess oder Börsengang". Seit zehn Jahren kauft und verkauft Odewald & Compagnie in aller Stille florierende mittelständische Unternehmen.

Deren Geschäftsführer legen sich um so eifriger ins Zeug, wenn sie - wie bei trans-o-flex geschehen - zu Miteigentümern gemacht werden. Nach wenigen Jahren wird dann das Unternehmen mit möglichst hohem Gewinn weiterverkauft. Über den Kauf- und Verkaufspreis wird Stillschweigen vereinbart. Andere Unternehmen, die Odewald aufgekauft hat, sind etwa die Zeitarbeitsagentur Tuja, die Firmen Süddekor (Holzdekorationen), Dakor (ein Druckerhersteller), Flexible Solutions Group (ein Auto- und Raumfahrtzulieferer), Westfalia Automotive (Fahrzeugteile) und Zehnacker (Facility Management).

..

Jens Odewald, ein Duzfreund von Helmut Kohl und führend im CDU-Wirtschaftsrat, wurde 1990 Vorsitzender des Treuhand-Verwaltungsrats. Dort hat er gelernt, wie man Unternehmen kauft, "restrukturiert" und weiterverkauft. Nach dem Ende der Treuhand 1995 gründet er seine private Treuhand-Nachfolge. Deutsche Bank, Gerling und die Privatbank Finck beteiligen sich am Fondskapital von damals 220 Millionen Mark. Heute verfügen Odewald & Compagnie über etwa 500 Millionen Euro. Partner ist unter anderem Professor Ernst-Moritz Lipp, ehemals Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. Inzwischen hat das Unternehmen ein standesgemäßes Standbein in den USA: die Odewald Private Equity Partners LP mit Sitz in der US-Finanzoase Delaware.

Um Helmut Kohl seinerzeit ein Gerichtsverfahren und unangenehme Forderungen wegen schwarzer Kassen zu ersparen, spendet Jens Odewald ihm immerhin 650.000 Mark. Im Kuratorium der Fazit-Stiftung sorgt er außerdem mit für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, vergibt Stipendien an Journalistikstudenten und finanziert Journalistenschulen. Er gründete den Verein Wir für Deutschland, leitet den Tschibo-Aufsichtsrat ebenso wie den Wirtschaftsbeirat der Konrad-Adenauer-Stiftung und vergibt dort den Preis "Soziale Marktwirtschaft". Odewald habe sich mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel getroffen und das Thesenpapier zur "Stärkung niedrig qualifizierter Beschäftigung in Deutschland" diskutiert, berichtet die Stiftung. Ich frage an, ob ich das Papier haben kann. Nein, es sei vertraulich.

Aber die Redakteure von Bild haben Zutritt zu dieser geschlossenen Gesellschaft. So erzählt uns das Massenblatt, das stets die Selbstbereicherung der Politiker und Manager anprangert, dass Jens Odewald jährlich am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit in Berlin zum "Einheitsessen" lädt. Im vergangenen Oktober seien im Edelrestaurant Palmenhof seine hundert besten Freunde zusammengekommen, darunter Ex-Kanzler Kohl, Sabine Christiansen, Bundespräsident Horst Köhler, die Verlegerin Friede Springer, der BDI-Geschäftsführer Ludolf von Wartenberg. Die Stimmung sei ganz ausgezeichnet gewesen.
http://www.freitag.de/2007/06/07060301.php
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Alt 13.02.2007, 09:48   #9
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Zitat:
In der Chefetage des IWF wächst die Nervosität. Und manche Banker halten den Ausbruch der nächsten Finanzkrise für vorprogrammiert. Der Geldüberhang auf den globalen Finanzmärkten gibt risikofreudigen Tradern bei den Hedgefonds viel Spielkapital in die Finger.
Die Vertreter der klassischen ökonomischen Lehre gingen davon aus, dass eine liberalisierte und von allen staatlichen Hemmnissen befreite Weltwirtschaft ein sich selbst stabilisierendes System darstellt. Heute jedoch sind selbst die leidenschaftlichen Anhänger eines privatwirtschaftlich organisierten Kapitalismus immer weniger davon überzeugt, dass ökonomische Krisen vermieden werden können. Sie sind nicht einmal mehr in der Lage zu durchschauen, wie das Ganze funktioniert. Das heutige Weltfinanzsystem ist aufgrund seines Umfangs wie seiner Komplexität weit intransparenter und anfälliger als noch vor zwanzig Jahren.

Ein Beispiel: Noch vor wenigen Jahrzehnten entsprach das Volumen der täglichen Devisentransaktionen dem Kapital einer US-amerikanischen Großbank; heute ist dieses Volumen so groß wie der Kapitalwert von hundert US-Banken. Die Freibeuter der Finanzmärkte erfinden immer neue "Finanzprodukte", die das internationale Bankensystem und die Nationalstaaten vor immer neue Probleme stellen.

....

Die BIZ ist also stark beunruhigt. Die Hyänen der Investmentbanken und -gesellschaften verstehen derlei Pessimismus als Aufforderung, weitere Finanzinstrumente zu erfinden, um von der unmittelbar bevorstehenden Wirtschaftskatastrophe profitieren zu können - eine Krise, die in ihren Augen sicher kommen wird, unklar sei nur, wann. Denn die Analysten der Finanzmärkte sind sich zunehmend einig, dass es in naher Zukunft deutlich mehr zahlungsunfähige Unternehmen geben wird. Doch weil man genau damit Geld machen kann, herrscht an der Wall Street derzeit eine große Nachfrage nach Experten, die sich auf angeschlagene Firmen und die Umstrukturierung bankrotter oder insolventer Unternehmen spezialisiert haben.
http://www.taz.de/pt/2006/10/13.1/mo...el,a0006.idx,0
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Alt 15.02.2007, 10:00   #10
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Zitat:
Zur Durchsetzung ihrer weltweiten Expansionsinteressen verstärken deutsche Wirtschaftsunternehmen die Kooperation mit den staatlichen Repressionsapparaten und Geheimdiensten. Um die deutsche Spitzenposition auf dem Weltmarkt gegen die aufstrebenden asiatischen Staaten, insbesondere gegen die Volksrepublik China zu verteidigen, sei die "zielgerichtete Unterstützung durch die deutschen Sicherheitsbehörden" erforderlich, heißt es. Die staatlichen Stellen folgen diesem Verlangen. Zur Stärkung der "Allianzen der Sicherheitsbehörden mit der Wirtschaft" hat das Bundeskriminalamt (BKA) in den vergangenen Monaten Kontaktstellen eingerichtet, über die die Zusammenarbeit "schnell, unbürokratisch und zielgerichtet" koordiniert wird. Als "Zentrale Koordinierungsstelle zur Weitergabe von Sicherheitsinformationen zwischen Staat und Wirtschaft" fungiert dabei die von den Spitzenverbänden der deutschen Unternehmen getragene Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW). Der bisher weitgehend informelle Austausch in juristischen Grauzonen müsse nun legalisiert und auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt werden, heißt es: Die staatlichen Behörden sollen verpflichtet werden, den privaten Unternehmen einen rechtlich abgesicherten Zugang zu allen Informationen zu garantieren.
http://www.german-foreign-policy.com...2a1t3km4bl9hu5

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Alt 12.07.2007, 15:22   #11
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Hallo,

ich bin gerade über den Artikel gestolpert.

Hat hier jemand zufällig Erfahrung wie Krankenkasse und Finanzamt reagieren, wenn sie Scheinselbständigkeit vermuten?

Nach allem, was ich im Netz gelesen habe, sollen Behörden und Krankenkassen da strikt hinterher sein.

Ich habe mich aus der Not heraus unmittelbar an Krankenkasse und Finanzamt gewandt. Das ist Monate her. Es ist, als würden die beide Augen zu machen, und sowas garnicht sehen wollen.

Oder ist das nun Bayern-special?

Viele Grüße
Ela
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