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Alt 04.02.2007, 13:27   #1
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Standard Manipulation, PR, Meinungsmache

Zitat:
Meister der Verdrehung

PR ist eine wachsende Milliardenindustrie, die vor allem unsere Wahrnehmung der Welt manipuliert.Die Profis der Branche helfen inzwischen sogar, Kriege zu inszenieren
http://209.85.129.104/search?q=cache...lnk&cd=3&gl=de
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Alt 07.02.2007, 09:20   #2
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Standard

Sehr lesenswerte Studie über die Beeinflussung von Politik und Öffentlichkeit durch eine marktradikale Minderheit

Zitat:
Die Macher hinter den Kulissen - Wie INSM, Atlantik-Brücke, Aspen-Institute und ähnliche Netzwerke Deutschland heimlich regieren


Wer verstehen will, wie politische und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, ist zunächst auf die Spitze des Eisbergs verwiesen: Politiker, Verbandsfunktionäre oder Gewerkschaftsführer. Die eigentlichen Beeinflusser und Entscheider befinden sich jedoch hinter der schützenden Fassade der Tagespolitik. Hinter der Fassade befinden sich Netzwerke, die seit Jahrzehnten planmäßig die Eliten beeinflussen und steuern. Sie arbeiten daran, in der Wissenschaft das Paradigma durchzusetzen, zum Dogma des Marktradikalismus gäbe es keine Alternative. Marktradikalismus: so wenig Staat wie möglich, so viel Markt wie möglich. Die Massenbeeinflussung durch Medien wird zentral in diesem Sinne orchestriert.

Was Deutschland betrifft, gibt es zwei Haupt-Stoßrichtungen: 1. die Enteignung des Gemeineigentums, flankiert vom Marktradikalismus. 2. die Anbindung Deutschlands und Europas an die USA.

Deutschland ist für diese Attacken eine besonders harte Nuß. Hier gilt es, gigantisches genossenschaftliches, öffentlich-rechtliches, kommunales und staatliches Eigentum zu enteignen und dem Risikokapital zuzuführen.

Und das ist noch nicht alles: das Zusammenwirken aus Marktradikalismus und US-Lobbyismus stößt auf eine sich exponentiell entfaltende weltweite Risikokapitalszene, die durch die Fahrzeuge: Clearingstellen, Steueroasen und Internet auf die Dauer jede staatliche Gestaltung zunichte macht. Hedge Fonds, die sog. „Heuschrecken" sind besonders gefährliche Parasiten.
http://www.linkezeitung.de/cms/content/view/2077/39/
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Alt 07.02.2007, 10:00   #3
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Standard ABC des Neoliberalismus

Zitat:
In der letzten Zeit haben wir uns öfters mit der Umdeutung, ja der Korruption unserer Sprache und damit auch des Denkens befasst. Wir haben dabei unter Hinweis auf Victor Klemperers „Lingua Tertii Imperii“, einem Tagebuch über die Sprache des Dritten Reiches, oder unter Bezug auf George Orwells Jahrhundertroman „1984“ auf historische und literarische Parallelen zum heutigen „Neusprech“ verwiesen. Einer unserer Leser hat uns sein ABC des Neoliberalismus zugeschickt – ein Falschwörterbuch aus Wörtern, die absichtlich zu politischen Zwecken umgedeutet wurden.
„Die Dinge falsch benennen, heißt das Unglück der Welt zu vergrößern“, hat Albert Camus einmal gesagt
beispiele

Zitat:
Arbeit


„Sozial ist, was Arbeit schafft“ und „Vorfahrt für Arbeit“ sind zentrale Thesen der N. Gemeint ist: Löhne sollen gesenkt, Arbeitszeiten verlängert und Arbeitsschutzgesetze abgebaut werden. Denn Tarifverträge, Arbeitsschutzgesetze, zu hohe Löhne und zu kurze Arbeitszeiten führten zu nicht marktgerechten Einkommen und seien die Ursache für Massenarbeitslosigkeit. Die Lohnfindung solle den Marktkräften überlassen und der Niedriglohnsektor ausgebaut werden. (Markt)
Zitat:
Elite


Für N. die tragende Säule der Gesellschaft. Zur Elite könne naturgegeben nur eine Minderheit gehören: „Der schlimmste aller Irrtümer ist, dass die Natur jedem Menschen gewisse Rechte verliehen habe…Die Natur ist nicht freigiebig, sondern geizig. Die biologische Ausstattung des Menschen beschränkt starr das Feld, in dem er dienen kann. Die Klasse derjenigen, die die Gabe haben, ihre eigenen Gedanken zu denken, ist durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt von derjenigen Klasse, die dies nicht können.“ (Ludwig von Mises/neoliberaler Ideologe) (Unternehmer)
Zitat:
Gewerkschaften


Für die N. gegnerische Organisationen, die durch ihre sozialistische Politik der Kollektivverträge („Tarifmonopole“) die Freiheit des Einzelnen einschränken und durch Streik - „wenn es ihnen beliebt, Städte und Länder durch Hunger und Durst, durch Kälte und Dunkelheit zur Gefügigkeit zwingen“ (Ludwig von Mises). Für N. sind Gewerkschaften ein Relikt der Vergangenheit, Dinosaurier, die als Bremser und Blockierer großen Schaden anrichten. „Es ist noch nicht allgemein erkannt, dass die wirklichen Ausbeuter in unserer Gesellschaft nicht egoistische Kapitalisten oder Unternehmer, sondern Organisationen sind, die ihre Macht aus der Unterstützung kollektiven Handelns herleiten.“ (Friedrich August von Hayek)
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2087#more-2087
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Alt 07.02.2007, 10:10   #4
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das neoliberale Weltbild und sein Verhältnis zum Finanzkapitalismus

http://stephan.schulmeister.wifo.ac....e_Weltbild.pdf
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Alt 07.02.2007, 10:16   #5
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Standard Das Reformwörterbuch

Das Reformwörterbuch

Beispiele

Reformdeutsch: Besitzstandswahrer
deutsch: begrüßt den Sozialabbau nicht freudig genug


Reformdeutsch: Arbeitslosigkeit senken
deutsch: Zwangsarbeit und Lohndumping


Reformdeutsch: Arbeitnehmer
deutsch : Sei froh, dass du was zu tun hast!


Reformdeutsch: Demografisches Problem
deutsch: Den Leuteschindern könnten in den nächsten Jahrzehnten die Arbeitslosen ausgehen


Reformdeutsch : Diktatur
deutsch: Von westlichen Staaten eingesetzte Regierung, die jetzt wieder abgesetzt werden soll

usw

http://users.informatik.uni-halle.de...ma/Reform.html
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Alt 08.02.2007, 09:17   #6
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da der alte Thread wegen 'Verfalldatum' geschlossen werden könnte, stelle ich den Beitrag hier rein

DEMOSKOPIE NACH ALLENSBACHER ART

Zitat:
Dr. Goebbels wollte Dr. Noelle schließlich zu seiner Adjutantin machen, woran sie eine Krankheit hinderte. Aber das nur nebenbei - wir sind in der traurigen Wirklichkeit des Jahres 1986, als vermehrte Arbeitslosigkeit den Kanzler Kohl bedrängte. Also bedurfte es wieder einmal einer "willensmäßigen Beeinflussung" der öffentlichen Meinung, eines "zuverlässigen Systems der Massenbefragung". Vertrauliches Angebot aus Allensbach an die Industrie: "Jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl 1987, besteht die Aussicht, dass Arbeitslosigkeit zu einem Schwerpunktthema des Wahlkampfes wird." Dem sei entgegenzutreten: "Es geht dabei zunächst darum, das demagogische Potential der Arbeitslosigkeit zu entschärfen ..."

Und zwar mit demoskopischen Mitteln: "Die geplante Untersuchung soll den Block der Arbeitslosen segmentieren." Segment heißt Teilstück. Zu deutsch: Der große Block der Arbeitslosen sollte so lange zerteilt werden, bis nur noch leicht fassbare Einheiten übrig blieben, gegen die Allensbach zugleich ein umfassendes, aber differenziertes Diffamierungsangebot vorlegen konnte.

Und so wurde an Noelles Institut eifrig segmentiert: Arbeitslos gemeldete Hausfrauen? Die suchen doch in Wirklichkeit keine Arbeit. Zudem: "Die Hausfrauenrolle vermindert die psychologische Belastung der Arbeitslosigkeit für Frauen oder hebt sie sogar ganz auf." Ein anderes Segment speziell bei Dauerarbeitslosen: die gesinnungsmäßig auffällig Hervorgetretenen. Dauerarbeitslose sind extremistisch, protestantisch, atheistisch und treiben sich nachts herum. Als demoskopisch besonders leicht zu bewältigendes Segment unter den Arbeitslosen erwiesen sich für das Allensbach-Angebot die "freiwillig Arbeitslosen". Elisabeth Noelle gab ihre Zahl mit 700.000 an, damals fast ein Drittel: "Alkoholiker, Drogensüchtige, jugendliche Sektenmitglieder" und sonstige Personen, die "nicht einsatzfähig sind".

So war das Forschungsprogramm abgesteckt und das Ergebnis bekannt, bevor man zu forschen begann: "Wir schlagen vom Allensbacher Institut aus vor, dieses Forschungsprojekt durchzuführen, weil die Erkenntnisse der Untersuchung auch verhindern sollen, dass das Thema im zweiten Halbjahr 1986 in der Wahlkampfagitation den Zündstoff liefert."

Natürlich fand Elisabeth Noelle, wie sie mir im August 1986 am Telefon mitteilte, eine Reihe von Verbänden und Großunternehmen, die für ihr Arbeitslosendiffamierungsprojekt zahlten. Namen wollte sie nicht nennen. Ja, gewiss, sie habe ihr Projekt vorher mit Helmut Kohl abgesprochen. "Aber er hat keinen Einfluss darauf genommen", versicherte sie mir.
http://www.freitag.de/2007/01/07010801.php
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Alt 08.02.2007, 09:20   #7
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Standard Meinungsforschung als Propaganda

Meinungsforschung als Propaganda

Zitat:
»Die Gefahr, ins Konzentrationslager gesteckt zu werden, schwebte immer über mir«, schrieb Noelle-Neumann im Januar 1992 in einem Brief an Commentary, die Zeitschrift des American Jewish Committee. Der US-amerikanische Meinungsforscher Leo Bogart hatte dort zuvor die Tätigkeit seiner deutschen Kollegin zwischen 1933 und 1945 kritisch untersucht. Obwohl die Demoskopin sich öffentlich immer wieder als Oppositionelle darzustellen versuchte, kam er in seinem Beitrag zu ganz anderen Schlüssen: »Aufgrund ihrer hervorragenden Zeugnisse als Aktivistin und Leiterin nationalsozialistischer Jugend- und Studentenorganisationen« sei sie unter anderem mit einem Auslandsstipendium belohnt und vom Propagandaministerium unter Joseph Goebbels gefördert worden.

Fünf Jahre später interpretierte der Kommunikationswissenschaftler Christopher Simpson ihre Theorien vor deren zeitgeschichtlichem Hintergrund und versuchte nachzuweisen, wie diese in staatliche Propagandamethoden umgesetzt wurden. Noelle-Neumann reagierte empört auf diese Artikel. Mit einer gezielten »Kampagne« solle ihre »Identität zerstört« werden. Entlastendes konnte sie allerdings nicht vorweisen.

Noch vor den US-amerikanischen Wissenschaftlern hatte der deutsche Publizist Otto Köhler in seinem Buch »Wir Schreibtischtäter« (1989) Wollen und Wirken der jungen Noelle in der Nazi-Zeit öffentlich gemacht. Er verwies auf ihre Dissertation über die Meinungsforschung in den USA aus dem Jahr 1940, in der es unter anderem heißt: »Seit 1933 konzentrieren die Juden, die einen großen Teil von Amerikas geistigem Leben monopolisiert haben, ihre demagogischen Fähigkeiten auf die Deutschlandhetze.« In dieselbe Kerbe schlug sie später in einem Artikel mit dem Titel »Wer informiert Amerika?« in der Zeitschrift Das Reich: »Juden schreiben in den Zeitungen, besitzen sie, haben die Anzeigen*agenturen fast monopolisiert (...). Sie kontrollieren die Filmindustrie, besitzen die größten Radiostationen und alle Theater.«

Zum Skandal wurden Köhlers Informationen nicht, weil die Presse über die Nestbeschmutzung hinwegging. Erst als in den USA Elisabeth Noelle-Neumann als Nazipropagandistin angegriffen wurde, kam auch in Deutschland eine zögerliche Debatte in Gang, ob die soziologische Koryphäe damals aus Überzeugung oder Ehrgeiz Nazi war. Das war natürlich nicht mehr als eine Scheinfrage. Bekanntlich konnten sich beide Antriebskräfte hervorragend ergänzen. Elegant umgangen wurde so aber das Problem, wieviel Faschismus eigentlich in Noelle-Neumanns Theorien und damit auch im westlichen Nachkriegsdeutschland steckte, wo sie so außerordentlich erfolgreich war
Menschen werden als Mitläufer geboren

Zitat:
Einflußreich wurde ihre Idee von der »Schweigespirale«. Danach prüfen die Gesellschaftsmitglieder fortwährend, ob ihre Ansichten mit den Mehrheitsmeinungen übereinstimmen. »Wenn Menschen glauben, daß sich andere von ihnen abwenden, leiden sie so sehr, daß sie durch ihre Sensibilität so leicht geleitet oder manipuliert werden können, als gingen sie am Zügel.« Dies ist der Ausgangspunkt für Elisabeth Noelle-Neumanns Theorie der öffentlichen Meinung. Geschichte und Politik spielen demnach bei der Entstehung des Konformitätsdrucks keine Rolle; wir werden als Mitläufer geboren.

Aus dieser Perspektive konnte die deutsche Bevölkerung gar nicht anders, als die eigene Meinungen für sich zu behalten, als die Nazis gegen Juden und Kommunisten hetzten. Erst vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund läßt sich Noelle-Neumanns Idee der »Schweigespirale« einschätzen: Der einzige international einflußreiche Beitrag zur sogenannten Medienwirkungsforschung aus Deutschland ist eine Strategie der Schuldabwehr. Er erklärt die Deutschen zu passiven und eigentlich »antifaschistischen« Zuschauern. »Die Furcht vor Isolation erscheint als die treibende Kraft, die den Prozeß der Schweigespirale in Kraft setzt«, heißt es in ihrem Hauptwerk mit dem Untertitel »Öffentliche Meinung – Unsere soziale Haut«. Aus dieser könne man so wenig heraus wie aus der biologischen. Weil niemand zwischen 1933 und 1945 den Mut gehabt habe, gegen die Propaganda der Nazis zu sprechen, scheine es so, als seien die Deutschen ein Volk von Judenhassern.

Diese Theorie der »Schweigespirale« funktionierte in der Bundesrepublik umgekehrt. Sie diente der rechten Medienschelte. Denn der vermeintlich angeborene Widerwille dagegen, sich anders als die anderen zu äußern, führe zu Verzerrungen in der öffentlichen Debatte, wenn die Meinungen einer Minderheit nicht entsprechend ihrer »tatsächlichen Verbreitung« vertreten, sondern »unterrepräsentiert« seien.

Vor diesem Hintergrund ist die Minderheit, der Noelle-Neumann beistehen will, wertkonservativ, und ihre Kritik gilt den vermeintlich linken deutschen Journalisten. Von den Sorgen der »schweigenden Mehrheit« hätten diese keine Ahnung, aber ihre liberale Ansichten würden das Meinungsklima in der Bundesrepublik bestimmen. Solche Argumente nutzte Helmut Kohl in den frühen achtziger Jahren, um die sogenannte »geistig-moralisch Wende« durchzusetzen. Protest sei wegen der politischen Sympathien der Journalisten in der Öffentlichkeit überrepräsentiert, so das gerne gebrauchte Argument, eigentlich handele er in Übereinstimmung mit dem Willen der Mehrheit, der aber nicht öffentlich gemacht würde.
http://www.jungewelt.de/2006/12-19/021.php
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Alt 08.02.2007, 10:09   #8
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Standard Glaubensgrundsätzen des Neoliberalismus

DER ERSTE GLAUBENSGRUNDSATZ
PRIVAT GEHT VOR STAAT

Zitat:
Was heißt das?

Wir setzen wenig Vertrauen in den Staat und staatliches Handeln. Der Staat ist zu fett, er muss schlanker werden, d.h. staatliche Aufgaben müssen Schritt um Schritt in die Hände der Privatwirtschaft gelegt werden. Ist dies gelungen muss dann streng nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen gehandelt werden, um rasch Gewinne zu erzielen.

Wie verwirklicht man das?

Zunächst gilt es, das Vertrauen in den Staat, seine Institutionen, Behörden und Sicherungssysteme nachhaltig zu beschädigen. Dies kann durch vielfältige Aktionen erreicht werden. Sehr effektiv ist es beispielsweise, den Ärger der Bevölkerung über Fehlentwicklungen zu kanalisieren und die Schuld nicht den Eliten und ihren falschen politischen Entscheidungen, sondern einfach dem Staat anzulasten. Die tägliche Propaganda ist unabdingbar und muss möglichst in allen Massenmedien verbreitet werden.
Negative Berichterstattung, Halb- und Unwahrheiten, sowie maßlose Übertreibungen sind hilfreich. Die Propagandisten sollten aus allen gesellschaftlichen Gruppen und dem gesamten politischen Spektrum rekrutiert werden und ggf. an den Erfolgen der Privatisierung finanziell beteiligt werden. Neben der Pflege des unkritischen Mainstreams, (der aus folgsamen Gläubigen besteht, die sich gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen), gilt es das Netzwerk in allen politischen Entscheidungsebenen weiter auszubauen, um die negative Propaganda durch falsche politische Entscheidungen erst möglich zu machen. Der Druck muss in jedem Fall verstärkt werden, denn eine Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt, trotz aller Anstrengungen und Investitionen in Propaganda und Lobbyisten, noch immer die staatlichen Sicherungssysteme. Weiterhin muss die Strategie der ständigen Staatskritik um eine groß angelegte Täuschung über die tatsächlichen Auswirkungen der Privatisierungen ergänzt werden.
weiter ...

http://www.nachdenkseiten.de/?p=2092#more-2092
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Alt 08.02.2007, 12:12   #9
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Standard

Zitat:
Im neueren deutschen Spießertum haben sich in den vergangenen Jahren zwei paradigmatische Phänotypen herausgebildet: der pausbäckig-altväterliche "Mehr-Anstand-mehr-Kinder-mehr-Sittlichkeit"-Typus vom Udo-di-Fabio-Eva-Herman-Schlag und das hippe, zeitgeistige Bobospießertum, das seine Trägerschichten in verweichlichten Mittelstands-Bubis gefunden hat, die früher Pop gehört und Müll getrennt haben und nun, weil sie sich im bundesrepublikanischen Sozialstaat langweilen, mehr Härte ins Leben bringen wollen. Wohlgemerkt: mehr Härte ins Leben der Anderen.

Letztere sind eindeutig interessanter, erstens, weil es sich bei ihnen um die lässigeren - und damit die gefährlicheren - Typen handelt, und zweitens, weil das, was sie sagen, nicht völlig vertrottelt ist. Sie liegen nie ganz daneben - nur immer ein bisschen. Die bemerkenswerteste Figur dieser neokonservativen Parallelgesellschaft ist Ulf Poschardt, Ex-Tempo-Redakteur, Ex-SZ-Magazin-Macher und nunmehr Leithammel der Vanity Fair, die ab heute der neue Stern am deutschen Lifestyle-Magazin-Himmel sein will.

....

Sagen wir es so simpel und offen wie möglich: Es gibt ein breites Spektrum von Milieus, links bis grün bis alternativ bis Indie, ein Meer von Leuten, die nichts mehr hassen, als Mainstream zu sein, die gerne gut leben, aber den hoch dotierten Brotjob verabscheuen, die Lifestylekonsum pflegen, dabei aber möglichst ökologisch korrekt vorgehen, die sich über wachsende soziale Ungleichheit grämen und ein selbstbestimmtes Leben ohne Chef vorziehen, die brodelnde innerstädtische Quartiere mit einem schönen Mix aus ehemals besetzten Häusern, abge****ten Kneipen, guten Esslokalen und ein, zwei Falafelbuden zu schätzen wissen. Sie alle sind objektiv ein bisschen Komplizen des Neoliberalismus. Daran lässt sich nicht leicht etwas ändern. Aber es lässt sich schon auch gegensteuern. Das wird dann zwar ein täglicher Balanceakt, aber so ist das Leben: keine einfache Sache, oft ziemlich tricky. Diese Leute meinen etwa, dass ein Gemeinwesen mehr ist als die Summe der Egoismen der Einzelnen. Für solche Leute gibt es, beispielsweise, die taz.

Und dann gibt es die Poschardts, für die der Umstand, dass der Konsumkapitalismus die rebellischen Energien prima in seine Maschinerie einzuspeisen versteht, keine nichtintendierte Nebenfolge und auch kein Problem darstellt. Sie sagen: Klasse, dann gehen wir gleich zum Westerwelle. Dass die Sozis uncool sind, wussten wir immer schon, und diese Öko- und 68er-Moralisten sind es noch viel mehr. Cool sind wir: Darum nehmen wir den Asis die Stütze weg, dann müssen wir weniger Steuern zahlen und haben noch mehr Geld zum Coolsein. Die Freiheit, die hier beschworen wird, hat freilich etwas von einer objektiven Zwangsläufigkeit: die Freiheit, seinen nackten ökonomischen Egoismen zuwiderzuhandeln, ist beim Poschardt'schen "Freiheits"-Begriff nicht vorgesehen. Freiheit reduziert sich auf die Freiheit, möglichst rücksichtslos den Kampf ums Dasein führen zu dürfen, oder besser: zu müssen. Ein ziemlich dürrer Existenzialismus.
http://www.taz.de/pt/2007/02/07/a0159.1/textdruck
redwitch ist offline  
Alt 08.02.2007, 13:07   #10
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@redwitch:

muss mal kurz loswerden, dass ich es super finde, dass Du das in den verschiedenen Threads sammelst.

Von der gegenseitigen Aufklärung und Information können sie uns nicht abhalten.
 
Alt 09.02.2007, 18:37   #11
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Zitat:
Missbrauch von ALG II... Tatsache oder gezielte Kampagne?
Zitat:
Die Stigmatisierung und Hetze gegen Arbeitslose beginnt nicht erst mit der Einführung von ALG II. Gerhard Schröder, SPD setzte bereits 2001 einen Meilenstein mit seiner Aussage: „Niemand hat ein Recht auf Faulheit!“ Dieser Spruch zeigte schon damals die Hilflosigkeit, vielleicht sogar die fehlende Absicht, das Arbeitslosenproblem entscheidend zu lösen. Die „elektronische Fußfessel“, anwendbar für straffällige Freigänger, schien dem Ministerpräsidenten Roland Koch, CDU auch für Arbeitslose geeignet. Fast pausenlos haben Politiker aus den führenden Parteien CDU, CSU und SPD oder Funktionäre der großen Wirtschaftsverbände – ich erinnere hier nur an die unzähligen Beiträge der Herren Hundt, Sinn und Henkel – sich zu den Arbeitslosen abfällig, diskriminierend und auch verfälschend geäußert. Eine „willige“ Presse unterstützte diesen Trend durch zusätzliche Berichte und Kommentare, ebenso wie Rundfunk und Fernsehen auch durch eigene Berichte diesen Tenor unterstützten. Niemand erwähnt das entscheidende Problem: den Mangel und die weiter fortschreitende Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze.
http://openpr.de/news/93492/Missbrau...-Kampagne.html
redwitch ist offline  
Alt 13.02.2007, 09:41   #12
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Standard Glaubensgrundsätzen des Neoliberalismus Teil 2

DER ZWEITE GLAUBENSGRUNDSATZ

Freiheit geht vor Gerechtigkeit und Solidarität

http://www.nachdenkseiten.de/?p=2105
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Alt 13.02.2007, 09:55   #13
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Besprechung des Buchs Gerechtigkeit. Eine Kritik des Homo oeconomicus von N. Blüm

Zitat:
Der Homo oeconomicus ist eine Karikatur des wirklichen Menschen
Blüm wendet sich gegen das Propagandawort von der «Eigenverantwortung»: «Nur über die Mitverantwortung erreichen wir die Selbstverantwortung. Der Mensch ist nicht autark und nicht autonom. Sein Selbst ist nicht ein isoliertes Einzelnes. [...] Eigenverantwortung für private Anstrengung zu reservieren ist eine ideologische Beschlagnahme, welche die personale Verantwortung beschädigt.»
Der Homo oeconomicus, der verwirtschaftete Mensch, ist die Leitfigur der neoliberalen Welt. Das Motto dieses Menschen sei: «Geld ist, was zählt. Geld regiert die Welt.[...] Keine Geste der Grosszügigkeit, kein Zeichen der Zuneigung ist ihm etwas wert, wenn es sich nicht positiv aufs Geschäft auswirkt. [...] Die Menschen werden mit einem Preis versehen. Wer und was nichts kostet, ist nichts wert.»
Das Weltbild des Homo oeconomicus ist materialistisch. Er ist «die letzte Stufe der Degeneration des homo sapiens». Eine armselige «neurotische» Gestalt mit einem «kleinen Horizont» und einem «amputierten Menschenbild», eine «Karikatur des wirklichen Menschen», die nicht weiss, dass es zu den glücklichsten Erfahrungen des Menschen gehört, «zu lieben, ohne Lohn; zu vertrauen, ohne Rückversicherung; zu wagen, wo einem scheinbar nur ein sinnloses Abenteuer zugemutet wird, das sich nie rentieren kann». (Karl Rahner)
http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2...lobalisierung/
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Alt 13.02.2007, 10:26   #14
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Standard Kirchliche Herrschaftsmoral

Zitat:
Seit im Lande schlechte Stimmung herrscht, vernehmen wir, ans Volk gerichtet, den täglichen Appell: Seid flexibel, fröhlich und fruchtbar! Und seit sich nicht mehr verdrängen lässt, dass sich der demokratische Lümmel verweigert und die ihm verheißenen und dargebrachten Reformen als Bedrohung empfindet, mehren sich, an die Politik gerichtet, die Aufforderungen, im Reformeifer nicht nachzulassen, schon gar nicht aus „zu viel Angst vor Zumutungen“.1 Jüngst haben sich auch die beiden Kirchen mit einem „Gemeinsamen Wort“ in den Chor eingereiht und einen gemeinsamen Katechismus der politischen Tugenden vorgelegt.2

Nun werden wir grundsätzlich hellhörig, wenn Autoritäten die Moral bemühen. Soziale Missstände und ökonomische Fehlentwicklungen sind strukturell bedingt und politisch verantwortet; sie lassen sich nicht durch Tugendlehren korrigieren. Wer die Moral beschwört, verzichtet allzu gern auf politische Gestaltung und entzieht die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Strukturen der Kritik. Mit Recht zielt daher Gesellschaftsethik auf die Bewertung und Veränderung bestehender Ordnungen und verzichtet auf Tugendkataloge für das individuelle Verhalten.
http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2490
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Alt 13.02.2007, 14:04   #15
a f a
Redaktion
 
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Standard Es begann mit einer Lüge

Hallo Zusammen,

in Anbetracht des vermutlich bald beginnenden Iran Krieges, schauen wir hier noch einmal ein paar Jahre zurück, zum militärischen "Verlust der Unschuld" der Bundesrepublik Deutschland:

http://www.wdr.de/online/news/kosovoluege/




Gruss
Norbert
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