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Alt 02.02.2007, 09:45   #1
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redwitch
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Standard Arbeit und Altern

Zitat:
ABB setzt auf Miteinander der Generationen

Technologiekonzern vertraut dem Zusammenspiel von erfahrenen Kräften und Nachwuchsleuten / Chancen bis zur Pensionierung

ABB hat in Deutschland ein neues Konzept der Personalpolitik entwickelt. Das in der Energie- und Automationstechnik engagierte Unternehmen setzt künftig vor allem auf ein Miteinander der Generationen.



Frankfurt A.M.- "Jung plus alt". So lautet einer der Leitsätze, denen sich ABB im Rahmen seines neu definierten Personalprogramms verschrieben hat. Wie Vorstandschef Peter Smits bei dessen Vorstellung erläutert, handelt es sich hierbei um ein die verschiedenen Altersgruppen einbindendes Konzept. Sein Ziel sei es, im Unternehmen "einen Mix der Generationen" zu erreichen. Dabei komme es ausschließlich auf Qualifikation und Kompetenz der Beschäftigten und nicht mehr auf ihr Alter an.

Als konkretes Beispiel nennt Smits die "Projektleitung im Duo". Dahinter verbirgt sich der Ansatz, dass für die Lösung einer bestimmten Aufgabe ein erfahrener Fachmann und ein junger Manager zusammengebracht werden. Gerade im Projektgeschäft und im Vertrieb könnten junge Kollegen vom Know-how der Älteren profitieren. So würden die Rahmenbedingungen für eine systematische Weitergabe von Wissen geschaffen. Dass dafür keine altruistischen Motive den Ausschlag geben, sondern solche Programme wegen des demografischen Wandels eine pure Notwendigkeit sind, um ein Unternehmen auf der Erfolgsspur zu halten, gibt Personalchef Heinz-Peter Paffenholz unumwunden zu.
http://www.fr-online.de/in_und_ausla...em_cnt=1064229
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Alt 05.02.2007, 09:42   #2
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Standard Arbeit und Geschlechter

Zitat:
Ja, es stimmt: Vollbeschäftigung in Deutschland ist möglich. Man muß nur alle Frauen aus dem Erwerbsleben entfernen. Daß dies – noch – nicht geschieht, führen bloß Idealisten und Dummköpfe auf die Emanzipation zurück oder auf ein diffuses Recht der Frauen, sich beruflich zu verwirklichen. In Wahrheit kann die Wirtschaft seit einigen Jahrzehnten nicht mehr auf die weiblichen Reserven des Humankapitals verzichten. Frauen haben einen höheren Bildungs- und Leistungswillen als ihre männlichen Konkurrenten, beweisen größere Sozial- und Kommunikationskompetenz und lassen sich mit durchschnittlich dreißig Prozent weniger Bezahlung für gleiche Leistung abspeisen.

Seit zwei Jahren gibt es durch Hartz IV eine teils hochqualifizierte Menschengruppe, die sich noch viel effektiver ausbeuten läßt. Doch wohin mit den Frauen, wenn man sie eines Tages durch Ein-Euro-Jobber ersetzt oder durch Niedriglöhner, deren jämmerliche Bezahlung der Staat auf Sozialhilfeniveau aufstockt? Reaktionäre Stammtischsäufer und ihre publizistischen Sprachrohre wie Bild oder die Bestseller-Autorin Eva Herman (»Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit«) wissen längst die Antwort: Zurück an den Herd mit den Frauen! Dieselbe Parole flüstert die öffentlich-rechtliche ARD ihren Gebührenzahlern mit der 16teiligen Vorabend-Serie »Die Bräuteschule« ein. Dieses Living-History-Projekt gab die Firma »ARD Werbung (AS&S)« in Auftrag, die ARD-Programme refinanziert. Der Werbewirtschaft bot sie mit dieser neuen Serie »beste TV-Unterhaltung« als Umfeld für die Produktwerbung. Pro Werbespot kassiert AS&S über 15.000 Euro. Dafür beutet sie zehn junge Frauen aus, denen sie eine Zeitreise versprach: »Lernen Sie, was eine perfekte Hausfrau der 50er Jahre wissen mußte.« Wofür man solche Fachkenntnisse im 21. Jahrhundert braucht, wissen nur die ARD und Eva Herman.
http://www.linksnet.de/artikel.php?id=2840
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Alt 05.02.2007, 15:32   #3
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annette
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Zitat von redwitch Beitrag anzeigen
Zurück an den Herd mit den Frauen!...

http://www.linksnet.de/artikel.php?id=2840
Soweit kommt es noch! Zum Glück haben Eva Herman und die Macher der Vorabend-Serie "Die Bräuteschule" nicht mehr die Meinungsvorherrschaft in diesem Land.
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Alt 05.02.2007, 15:40   #4
Wölfin
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Och, ich muss sagen, ich würd gern noch mal auf so´n kleines Wesen aufpassen anstatt mich Tag für Tag im Hamsterrad auffressen zu lassen, vor allem wenn ich jetzt andauernd höre, dass die Arbeitsbedingungen immer katastrophalere Ausmaße annehmen, weil die Leute aus Angst um sich beißen.

Es sollte nur nicht für alle Frauen gelten. Aber warum sollen die, die möchten, nicht zu Hause bleiben können, wenn sie es denn wollen?
 
Alt 05.02.2007, 18:02   #5
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Es sollte nur nicht für alle Frauen gelten. Aber warum sollen die, die möchten, nicht zu Hause bleiben können, wenn sie es denn wollen?
Weil "Frauen zurück an den Herd" eine Strategie des Roll-back geradewegs zu den veralteten Rollenbildern der 50-er Jahre darstellt. Es gibt genügend Frauen, die arbeiten wollen, aber wegen mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten nicht so können, wie sie wollen und dann eben auf das eine, Kinder und Familie, oder das andere, Beruf und Karriere, verzichten. Dieser Trend wird eher noch verstärkt durch Pamphlete wie das von Eva Hermann (ich frage mich nur, warum sie dann immer noch ihre Talkshow moderiert, widerspricht ja eigentlich ihren Prinzipien).

Zitat:
Och, ich muss sagen, ich würd gern noch mal auf so´n kleines Wesen aufpassen anstatt mich Tag für Tag im Hamsterrad auffressen zu lassen...
Ich nicht, jedenfalls nicht den ganzen Tag incl. der ganzen nervtötenden Hausarbeit. Dafür habe ich nicht studiert.

Ich bin aber dafür sich die Kindererziehung und die Hausarbeit solidarisch zu teilen, dafür sehe ich in dem neuen Elterngeld Ursula von der Leyens trotz aller Unzulänglichkeiten einen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung. Den nächsten Schritt dahin müssen die Väter und insbesondere ihre Arbeitgeber tun.

Ansonsten mag ich Kinder.
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Alt 05.02.2007, 18:28   #6
Heiko1961
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Zitat:
Weil "Frauen zurück an den Herd" eine Strategie des Roll-back geradewegs zu den veralteten Rollenbildern der 50-er Jahre darstellt. Es gibt genügend Frauen, die arbeiten wollen, aber wegen mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten nicht so können, wie sie wollen und dann eben auf das eine, Kinder und Familie, oder das andere, Beruf und Karriere, verzichten. Dieser Trend wird eher noch verstärkt durch Pamphlete wie das von Eva Hermann (ich frage mich nur, warum sie dann immer noch ihre Talkshow moderiert, widerspricht ja eigentlich ihren Prinzipien).
Die spinnt die Hermann.
Wenn ich so was höre: "Frauen gehören hinter den Herd"
Dabei sind die Knöpfe doch vorn.
Heiko1961 ist offline  
Alt 05.02.2007, 19:25   #7
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Zitat von Heiko1961 Beitrag anzeigen
Die spinnt die Hermann.
Wenn ich so was höre: "Frauen gehören hinter den Herd"
Dabei sind die Knöpfe doch vorn.
Also vor den Herd, auch nicht besser!
annette ist offline  
Alt 06.02.2007, 01:40   #8
ladydi12
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Standard Geschlechterkampf

Hallo redwitch,

das was die linkszeitung zum Thema Geschlechter schreibt und die ARD gesendet hat (habs mir leider nicht angesehen) ist eindeutig verfassungswidrig und ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, die für unsere Generation u.a. für ein eigenes Konto, Berufsausbildung etc. gekämpft haben.
__

Erkenntnisse meiner Mum aus den 1980er Jahren Teil 1:
„Es muß bei den Politikern endlich der Groschen fallen, wenn ihr Leben lang vorbildlich gewesene Menschen und Staatsbürger auf die Straße gehen, um kundzutun, daß grundlegende oder lebenswichtige Dinge nicht in Ordnung sind und gegen den gesunden Menschenverstand stehen. "
ladydi12 ist offline  
Alt 06.02.2007, 11:08   #9
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redwitch
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Zitat:
Ökonomin Michalitsch im Interview mit dieStandard.at: Wie der Neoliberalismus Frauen und Männer in Uralt-Rollen zurückdrängt

dieStandard.at: Heute, in der Ära des Neoliberalismus, erfolge die Zähmung sogar in noch radikalerer Form.

Michalitsch: Im Neoliberalismus haben wir es mit einer Popularisierung der Vorstellung zu tun, dass Menschen grundsätzlich egoistisch sind und immer Kosten und Nutzen abwägen. Was ursprünglich eine Hypothese für ökonomisches Verhalten war, wird zu einer verallgemeinerten Annahme über menschliches Verhalten. Propagiert hat diese Universalisierung vor allem der spätere Nobelpreisträger Gary Becker. Er hat das Kalkül als Grundlage für die Untersuchung sämtlicher menschlicher Bereiche verwendet, auch für Familie, Ehe und Zahl der Kinder.

dieStandard.at: Die zentrale Figur in diesem Modell ist der homo oeconomicus. Welche Annahmen sind mit ihm verknüpft?

Michalitsch: Er agiert immer rational, also Kosten und Nutzen abwägend und Nutzen maximierend, und kommt ohne Identität, Klassenzugehörigkeit oder Geschlecht aus. Am Markt treffen diese homines oeconomici als Gleiche aufeinander, es gibt weder Unterschiede an Macht noch an Einkommen oder Handlungsoptionen.

dieStandard.at: Was ist Ihre bzw. die feministische Kritik daran?

Michalitsch: Im Mittelpunkt steht die Realitätsferne: Menschen ohne Geschlecht, Klasse und Identität, die immer rational agieren, sind nicht real. Weibliche Lebensverhältnisse werden durch dieses Modell noch viel weniger erfasst als männliche. Frauen können ja auch in ihrem Alltag weniger einer individuellen Nutzenmaximierung anheimfallen, weil sie meist die Versorgungsarbeit im Privaten überhaben, was ja auch Sorge für andere bedeutet. Der zweite Kritikpunkt: Das Modell rechtfertigt den status quo. Jedes Verhalten wird im Modell zu rationalem Verhalten. Auch Diskriminierung von Frauen erscheint so berechtigt. Der dritte feministische Kritikstrang will zeigen, dass sich das Modell von Anfang an auf Männer bezogen hat. Die Vorstellung des homo oeconomicus entspricht der Idee von Männlichkeit im 19. Jahrhundert – ungebunden, unabhängig, autonom. All das galt für Frauen damals nicht. Sie waren keine Rechtssubjekte, sondern immer vom Vater oder Ehemann abhängig. Auch wurden sie immer als Mütter oder im familiären Kontext gedacht. Und sie galten als nicht von Vernunft, sondern von Gefühlen geleitet.

...

dieStandard.at: Das wirtschaftliche Geschehen wird im neoliberalen Denken als Naturgesetz dargestellt. Ist es das nicht?

Michalitsch: Die Wirtschaftswissenschaften tun so, als seien sie nur damit beschäftigt, Naturphänomene zu erklären. Die bestehende Ökonomie erscheint somit unabänderlich. Das verdeckt, dass wir es mit menschlichem Verhalten und sozialen Zusammenhängen zu tun haben – die veränderbar sind. Damit wird der politische Gestaltungsspielraum ausgeblendet.

dieStandard.at: Sie kritisieren, dass im neoliberalen Denken vieles umgedeutet oder unsichtbar gemacht werde.

Michalitsch: Ja, es existiert eine Unzahl angeblicher ökonomischer Zwänge, die ich für glatte Lügen halte. Verschwiegen wird, dass wir es mit einer Transformation von Machtverhältnissen zu tun haben. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich nehmen zu, die Staaten haben sich stark auf die Seite der Unternehmen gestellt. Gleichzeitig wird immer an Eigenverantwortung und -initiative appelliert – jedeR sei seines / ihres Glückes Schmied. Auch das halte ich für eine große Lüge. Es verschleiert tatsächliche Machtverhältnisse, begrenzte Wahlmöglichkeiten und mangelnde Chancengleichheit sowie die Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse.

dieStandard.at: Sie sagen, Neoliberalismus impliziere Patriarchalismus – inwiefern?

Michalitsch: Zunehmende Armut und Armutsgefährdung treffen überwiegend Frauen. Die Gründe liegen vor allem in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Die Deregulierung der Arbeitsmärkte verschärft die Polarisierung zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen Gruppen von Frauen und Männern. Vor allem unter Migrantinnen formiert sich eine Klasse von Frauen, die kaum Zugang zur Gesellschaft hat. Gleichzeitig wird immer wieder an das Leistungsprinzip appelliert: Die wirklich befähigten Frauen könnten ja nach oben kommen. Das stimmt aber nicht, denn auch an der Spitze hat sich nur wenig verändert. Es gibt jetzt eben statt drei Prozent Topmanagerinnen 3,5. Darüber hinaus ist der Druck auf unbezahlte Arbeit stark gestiegen, weil öffentliche Versorgungsleistungen eingeschränkt wurden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt nach wie vor weitgehend Frauen überlassen. Und in dem Maße, in dem der finanzielle Druck steigt, schwinden insbesondere für Frauen die Chancen auf persönliche Unabhängigkeit. Die Folgen werden vor allem dann deutlich werden, wenn Frauen, die heute in prekären Arbeitsverhältnissen tätig sind, in Pension gehen – oder gehen wollen: Dann wird es eine weibliche Altersarmut sondergleichen geben.

dieStandard.at: Wie könnte eine andere Wirtschaftspolitik aussehen?

Michalitsch: Es wäre schon ein großer Fortschritt, würden bei allen politischen Maßnahmen Verteilungswirkungen berücksichtigt. Außerdem: gleichere Verteilung von Erwerbsarbeitszeit und von bezahlter und unbezahlter Arbeit insbesondere zwischen Frauen und Männern, indem die wöchentliche Erwerbsarbeitszeit auf etwa dreißig Stunden verkürzt und atypische Beschäftigungsverhältnisse eingeschränkt werden. Mehr Gleichheit bei der Verteilung von Einkommen. Wenn eine Arbeiterin in einem Monat kaum mehr verdient als ein Spitzenmanager in einer Stunde, dann halte ich das für obszön. Man sollte nicht nur Mindestlöhne diskutieren, sondern auch Maximallöhne.
http://diestandard.at/druck/?id=2753438
redwitch ist offline  
Alt 06.02.2007, 11:32   #10
Wölfin
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Zitat von annette Beitrag anzeigen
Weil "Frauen zurück an den Herd" eine Strategie des Roll-back geradewegs zu den veralteten Rollenbildern der 50-er Jahre darstellt. Es gibt genügend Frauen, die arbeiten wollen, aber wegen mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten nicht so können, wie sie wollen und dann eben auf das eine, Kinder und Familie, oder das andere, Beruf und Karriere, verzichten. Dieser Trend wird eher noch verstärkt durch Pamphlete wie das von Eva Hermann (ich frage mich nur, warum sie dann immer noch ihre Talkshow moderiert, widerspricht ja eigentlich ihren Prinzipien).
Hallo annette,

das ist aber keine Antwort auf meine Frage, warum denn die Frauen, die gern zu Hause bleiben möchten, dies nicht tun können sollen. Ich zum Beispiel habe auch studiert (mit einem recht guten Abschluss), sehe mich aber als so emanzipiert an, das zu tun, was für mich im Moment stimmig ist, wenn es mir denn möglich ist. Und wenn das nun mal im Moment das ist, dass ich für meine Kinder da sein möchte, warum denn nicht?

Ich finde, die Frage sollte in eine ganz andere Richtung gehen. Warum wird es den Frauen, die gern zu Haus bei den Kindern bleiben möchten, nicht ermöglicht, sprich, warum werden sie in dieser Hinsicht nicht finanziell unterstützt.

Oder sollen jetzt alle Frauen arbeiten und Karriere machen müssen (auch die, die lieber ausschließlich für Ihre Kinder da sein wollen), so hört sich Dein Statement nämlich für mich an - wobei ich auf den Begriff Karriere sowieso allergisch reagiere. Karriere um der Karriere Willen? Das ist für mich Kapitalismus bzw. Neoliberalismus in Reinkultur.

Ich sage es nochmal. Die Frauen, die gern arbeiten möchten, sollen das gern tun, aber ich finde, die Frauen, die sich gern ausschließlich um ihre Kinder kümmern möchten, sollten auch untestützt werden.

P.S. Nein, ich bin nicht erzkonservativ. Weder erz noch konservativ.

Zitat:
Ansonsten mag ich Kinder.
Ich auch. :)
 
Alt 06.02.2007, 13:18   #11
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annette
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
das ist aber keine Antwort auf meine Frage, warum denn die Frauen, die gern zu Hause bleiben möchten, dies nicht tun können sollen.
Natürlich kannst du das entscheiden, wie du möchtest. Ich sehe nur keinen Handlungsbedarf Frauen zu unterstützen, die sich ausschließlich um ihre Kinder kümmern möchten. Ich sehe aber dringenden Handlungsbedarf darin, wie in diesem Land die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden kann. Dafür muss sich natürlich noch vieles ändern, gerade auch von Seiten der Arbeitgeber.

Auf der anderen Seite gibt es neben deiner persönlichen Entscheidung natürlich auch gesellschaftliche Kräfte, denen es nicht unrecht ist, Frauen wieder verstärkt aus dem Berufsleben herauszudrängen, bzw. alles so zu belassen wie es ist. So lässt sich nämlich auch die Arbeitslosenstatistik frisieren.
annette ist offline  
Alt 06.02.2007, 13:47   #12
Wölfin
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Zitat von annette Beitrag anzeigen
Natürlich kannst du das entscheiden, wie du möchtest.
Oh, danke. ;)

Zitat von annette Beitrag anzeigen
Ich sehe nur keinen Handlungsbedarf Frauen zu unterstützen, die sich ausschließlich um ihre Kinder kümmern möchten.
Und warum das nicht? Erwiesen ist ja, dass - gerade in den ersten beiden Lebensjahren Kinder dringend einer konstanten Bezugsperson, sprich einer sicheren Bindung bedürfen. Kinder, die dies nicht erfahren haben, kriegen früher oder später Probleme. Zum anderen wird ja auch immer so viel davon geredet, die Erziehungs-"Arbeit" aufzuwerten. Wenn man hier keinen Handlungsbedarf hinsichtlich einer wie auch immer gearteten Unterstützung der Mütter sieht, wenn sie sich dieser Arbeit widmen möchten, spricht das einer Wertschätzung dieser Arbeit doch entgegen, oder?

Zitat von annette Beitrag anzeigen
Ich sehe aber dringenden Handlungsbedarf darin, wie in diesem Land die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden kann. Dafür muss sich natürlich noch vieles ändern, gerade auch von Seiten der Arbeitgeber.
Ich finde, das ist eine unnötige Polarisierung: hier die ´bösen´ Mütter, die sich ´nur´ um Kinder bzw. Familie kümmern möchten, die also - für mich fragwürdigerweise - nicht unterstützungswürdig sind, zumal, wenn sie alleinerziehend sind; dort die förderungswürdigen ´guten´ karriere-fortschrittlichen Mütter, die - getreu dem patriarchalisch-kapitalistischen Arbeitsfetisch - versuchen sollen, in beiden Bereichen zu 100 % ihren Mann zu stehen (was ich übrigens als absolute Überforderung ansehe, aber wenn die kapitalistisch-patriarchalisch sozialisierte Frau es in diesem System unbedingt den Männern gleich tun muss, um anerkannt zu werden, durchaus verstehen kann).

Warum nicht beide unterstützen in dem, was für sie für richtig halten? Kann doch für die Kinder nur gut sein.

Zitat von annette Beitrag anzeigen
Auf der anderen Seite gibt es neben deiner persönlichen Entscheidung natürlich auch gesellschaftliche Kräfte, denen es nicht unrecht ist, Frauen wieder verstärkt aus dem Berufsleben herauszudrängen, bzw. alles so zu belassen wie es ist. So lässt sich nämlich auch die Arbeitslosenstatistik frisieren.
Damit hast Du sicher Recht. Diese Bestrebungen gibt es ohne Zweifel. Hier hilft m.E. nur eine gute Eigen-Reflexion darüber, was für jede Frau ganz persönlich stimmig ist und vor allem auch darüber, woher sie denn ihre Einsichten bzw. Bedürfnisse bezieht und welche das überhaupt sind. Und falls diese aus einer kapitalistisch-patriarchalischen Sozialisierung stammen sollten, die der Frau letztendlich gar keine freie Wahl lässt (weil Anerkennung und Wertschätzung in diesem System fast ausschließlich und immer mehr über Besitz, Status, Leistung und Arbeit erreicht werden kann), könnte sie ja noch mal genauer hinschauen, was sie denn wirklich will - und sich natürlich entsprechend dafür einsetzen.
 
Alt 06.02.2007, 15:27   #13
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Ich finde, das ist eine unnötige Polarisierung: hier die ´bösen´ Mütter, die sich ´nur´ um Kinder bzw. Familie kümmern möchten, die also - für mich fragwürdigerweise - nicht unterstützungswürdig sind, zumal, wenn sie alleinerziehend sind; dort die förderungswürdigen ´guten´ karriere-fortschrittlichen Mütter, die - getreu dem patriarchalisch-kapitalistischen Arbeitsfetisch - versuchen sollen, in beiden Bereichen zu 100 % ihren Mann zu stehen...
Ich möchte für Mütter und Väter eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das bedeutet somit auch andere Arbeitsstrukturen, weg von dem reinen Leistungsprinzip, das nichts mehr neben der Arbeit zulässt. Z.B. könnte ich mir eine 30 oder 25-Stundenwoche für beide Partner + einer vernünftigen Kinderbetreuung gut vorstellen. Ich weiß nicht, warum das hier nicht funkzioniert, in den skandinavischen Ländern funktioniert das ja auch.

Und noch etwas, natürlich brauchen Kinder eine feste Bezugsperson, aber die muss nicht unbedingt den ganzen Tag anwesend sein. Oder sind die Kinder in den skandinavischen Ländern oder Frankreich etwa alle verhaltensgestört, weil sie im Schnitt früher in eine Kinderbetreuung gegeben werden als hier?
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Alt 06.02.2007, 19:39   #14
Wölfin
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Zitat von annette Beitrag anzeigen
Ich möchte für Mütter und Väter eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das bedeutet somit auch andere Arbeitsstrukturen, weg von dem reinen Leistungsprinzip, das nichts mehr neben der Arbeit zulässt. Z.B. könnte ich mir eine 30 oder 25-Stundenwoche für beide Partner + einer vernünftigen Kinderbetreuung gut vorstellen. Ich weiß nicht, warum das hier nicht funkzioniert, in den skandinavischen Ländern funktioniert das ja auch.
Hört sich gut an, annette. Dennoch fände ich es besser, wenn sich Mütter und Väter frei entscheiden können, ob sie in den ersten Jahren ihrer Kinder arbeiten möchten oder nicht, und dann gemäß ihrer Entscheidung unterstützt werden. Dass sie eben nicht gezwungen werden, neben der Erziehung der Kinder auch noch arbeiten zu müssen, wie z.B. viele allein erziehende Frauen. Und diese Entscheidung, ob Arbeit oder nicht, oder wie viel Arbeit neben der Kindererziehung, hängt eben fast ausschließlich davon ab, wie das finanzielle Polster aussieht. Da stehen sich die Armen wesentlich schlechter.

Zitat:
Und noch etwas, natürlich brauchen Kinder eine feste Bezugsperson, aber die muss nicht unbedingt den ganzen Tag anwesend sein. Oder sind die Kinder in den skandinavischen Ländern oder Frankreich etwa alle verhaltensgestört, weil sie im Schnitt früher in eine Kinderbetreuung gegeben werden als hier?
Ja, dieses Argument wird gern von denjenigen verwendet, die die Arbeitspflicht für alle neben der Erziehung von Kindern in den ersten Lebensjahren einführen möchten. Und ich muss Dir sagen, dass ich genau dieses Argument für sehr bedenklich halte. Woher weißt Du so genau, dass unsere Gesellschaft, so wie sie jetzt ist, nicht unter anderem genau deshalb so gewalttätig und vor allem ignorant gegenüber den immer schlimmer werdenden Zuständen ist, weil Mütter (auch durch den anerzogenen patriarchalen Leistungs- und Arbeitsfetisch) gezwungen werden, ihre Säuglinge bei fremden Menschen abzugeben, um für das kapitalistische System weiter ausbeutbar zu sein, anstatt dafür zu sorgen, dass ihre Säuglinge eine sichere Bindung, also das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Anerkennung ihrer Bedürfnisse erhalten?

Hast Du Dich schon mal mit der Entwicklunspsychologie der ersten Jahre beschäftigt? Ich kann hier z.B. eine Hausarbeit empfehlen, die sich mit prä- und postnatalen Krisen befasst. Siehe vor allem Seite 8 (2.3 Postnatale Krisen: Erstes Lebensjahr).

http://www.pauladiederichs.de/veroef...her_Krisen.pdf

Meaney ist nicht der einzige Forscher, der nachgewiesen hat, dass Krisen im ersten Lebensjahr - wozu auch ungewollte, wiederholte Trennungserlebnisse gehören - zu einer frühen und starken Störung des noch sehr empfindlichen Stress-Systems des Säuglings führen können, wodurch Menschen im späteren Leben mit Stresssituationen wesentlich schlechter umgehen können.

Ich möchte jetzt nicht falsch verstanden werden. Nicht dass ich Mütter, die während der ersten Jahre ihrer Kinder zum Arbeiten gezwungen werden oder dies aus eigener Entscheidung tun, als böse oder unmenschlich verurteile. Dennoch, meine ich, sind Kinder in den ersten Lebensjahren so empfindlich, dass ich dafür plädiere, sie nicht zu früh wegzugeben. Und wer jetzt sagt "Ach was, hat mir auch nicht geschadet, ist ja nix passiert", der oder die sei daran erinnert, dass dieses "Ach was", also ein Übergehen von Bedenken und Befindlichkeiten, eine Parallele in dem Verhalten hat, das unsere ´Eliten´ dem ´Fußvolk´ gegenüber haben. Bedenken und Befindlichkeiten sind uninteressant, werden nicht gewürdigt, geschweige denn wahrgenommen - man ist es ja schon so lange so gewohnt ...
 
Alt 06.02.2007, 20:38   #15
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Ja, dieses Argument wird gern von denjenigen verwendet, die die Arbeitspflicht für alle neben der Erziehung von Kindern in den ersten Lebensjahren einführen möchten.
Ich glaube, wir werden uns da nicht einigen können. Es gibt auch in den skaninavischen Ländern keine Arbeitspflicht für alle, sondern die meisten Frauen dort wollen arbeiten und sehen in einer Familiengründung auch kein Hindernis, weil sie wissen, dass ihre Kinder trotzdem gut versorgt sind. Außerdem weiß ich nicht, inwieweit du dich mit der Geschichte der neueren Frauenbewegung (so ca. ab 1968) auseinandergesetzt hast, vielleicht wüsstest du dann auch, dass in den 50-er Jahren es noch ein Gesetz gab, das vorsah, dass verheiratete Frauen nur mit Zustimmung ihres Ehemanns überhaupt arbeiten durften. Daher ist es schon allein ein zivilisatorischer Fortschritt, dass wir überhaupt arbeiten dürfen ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Aber auch dieses heute völlig selbstverständliche Recht musste wie viele andere Rechte erst erkämpft werden, so unglaublich das auch aus heutiger Sicht klingt.

Zitat:
Hast Du Dich schon mal mit der Entwicklunspsychologie der ersten Jahre beschäftigt? Ich kann hier z.B. eine Hausarbeit empfehlen, die sich mit prä- und postnatalen Krisen befasst.
Nicht sehr ausführlich, ich weiß nur, dass es da unterschiedliche Ansichten gibt. Die Meinung, dass eine Betreuung außer Haus oder durch andere Personen als den leiblichen Eltern dem Kleinkind generell schaden, ist jedenfalls nach dem heutigen Stand der Wissenschaft überholt. Genauer damit befasst hat sich Prof. Lieselotte Ahnert, sie führt in einer Zusammenfassung ihrer Forschungsarbeiten z.B. aus:

Zitat:
Kleinkinder in familiärer und außerfamiliärer Betreuung: Entwicklungskonsequenzen
Forschungsarbeiten über die Folgen außerfamiliärer Betreuungserfahrungen von Kleinkindern haben immer wieder gezeigt, dass eine außerfamiliäre Betreuung kein Entwicklungsrisiko darstellt, wenn sie den üblichen Qualitätsstandards entspricht, und dass außerfamiliär betreute Kinder sich damit prinzipiell nicht anders entwickeln als Kinder, die ausschließlich zu Hause betreut werden. ...

Unsere eigenen Forschungsarbeiten gehen dabei von der Tatsache aus, dass Kleinkinder in außerfamiliärer Betreuung nicht etwa bei Tagesmüttern, in Kindertagesstätten oder Kindergärten anstatt zu Hause aufwachsen. Um außerfamiliäre Betreuungseffekte auf die kindliche Entwicklung überhaupt abschätzen zu können, müssen deshalb die außerfamiliären und familiären Anteile der gesamten Betreuungsökologie aufeinander bezogen werden. ...
Noch einmal, sie geht bei ihren Forschungsarbeiten davon aus, dass die Kleinkinder zuhause aufwachsen und nicht ausschließlich außerfamiliär betreut werden.

Mehr zu ihren Forschungsarbeiten hier:
http://www.lieselotte-ahnert.de/sets/set_forsch.htm

Zitat:
Meaney ist nicht der einzige Forscher, der nachgewiesen hat, dass Krisen im ersten Lebensjahr - wozu auch ungewollte, wiederholte Trennungserlebnisse gehören - zu einer frühen und starken Störung des noch sehr empfindlichen Stress-Systems des Säuglings führen können, wodurch Menschen im späteren Leben mit Stresssituationen wesentlich schlechter umgehen können.
Ich hatte nicht unbedingt von Betreuung schon im ersten Lebensjahr geredet. Im ersten Jahr finde ich es auch besser noch nicht auf eine außerfamiliäre Betreuung zurückzugreifen. Aber selbst in dem Alter ist es wahrscheinlich noch kein traumatisierendes Erlebnis, wenn mal die Großeltern oder eine andere Person für einige Stunden auf das Kind aufpasst. ;)
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Alt 07.02.2007, 12:16   #16
Wölfin
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Weißt Du, ich glaub, so weit sind wir gar nicht voneinander entfernt. Selbstverständlich bin ich absolut dafür, dass Frauen das Recht auf Selbstentfaltung nicht abgesprochen wird, wie es Jahrtausende gemacht wurde (deshalb mein Hinweis aufs Patriarchat) - wie sollte ich auch nicht! Dennoch denke ich, dass sich da eben auch etwas mit dem uns anerzogenen kapitalistischen Arbeits-Fetisch (ein Mensch ist nur etwas wert, wenn er arbeitet) vermischt, wenn man davon überzeugt ist, Selbstentfaltung ließe sich nur mittels eines Jobs leben, weiterentwickeln und erhalten. Ich zumindest kenne da noch ein paar andere Dinge ...

Letztendlich geht es mir darum, dass jede Frau für sich selbst entscheiden können darf, ob sie "nur" ihre Kinder betreuen möchte oder ob sie dazu auch noch arbeiten will. Und ich finde, beides ist unterstützenswert, sowohl finanziell als auch politisch und moralisch. Warum sollte man einer Frau, die es als befriedigend empfindet, sich ihren Kindern zu widmen (zumal wenn sie dazu noch eigene Interessen entwickelt hat, die sich nicht unbedingt in einem "Job" niederschlagen müssen, und diesen auch nachgehen kann) und diese auch aufwachsen zu sehen, und die aus diesem Grund auf eine aushäusige Arbeit verzichtet, die Unterstützung versagen. Dieser Punkt bleibt für mich unverständlich.
 
Alt 07.02.2007, 16:44   #17
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Warum sollte nur die Frau entscheiden, ob sie zuhause bleibt und nicht auch der Mann? Das hört sich trotzdem alles für mich sehr idealisiert an, als wäre die Gesellschaft schon so frei, dass jeder und jede ohne dass es wiederum irgendwelche nachteiligen gesellschaftlichen Konsequenzen nach sich ziehen könnte, frei entscheiden kann, bzw. sich auch wieder frei umentscheiden kann. Soweit sind wir aber noch nicht, dazu bedarf es alle tradierten Rollenmuster über Bord zu werfen.

Auf der anderen Seite stimmt natürlich, dass uns ein kapitalistischer Arbeitsfetisch anerzogen wurde, aber ich merke auch, dass ich auch Aufgaben brauche, die mich geistig und intellektuell fordern und wenn ich damit Geld verdienen kann, warum nicht? Alles hat immer zwei Seiten und es gibt viele Arten sich zu verwirklichen. Besser fände ich natürlich auch, wenn Arbeit und Einkommen weitgehend entkoppelt werden, das würde auch dem kapitalistischen Arbeitsfetisch ein Stück weit den Boden unter den Füßen wegziehen. Aber auch wenn es irgendwann ein BGE geben sollte, glaube ich nicht daran, dass es jemals wesentlich höher liegen wird als der heutige Hartz IV-Satz und der reicht bekanntlich nicht zu einem guten Leben. ;)
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Alt 07.02.2007, 18:57   #18
Wölfin
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Zitat:
Das hört sich trotzdem alles für mich sehr idealisiert an, als wäre die Gesellschaft schon so frei, dass jeder und jede ohne dass es wiederum irgendwelche nachteiligen gesellschaftlichen Konsequenzen nach sich ziehen könnte, frei entscheiden kann, bzw. sich auch wieder frei umentscheiden kann. Soweit sind wir aber noch nicht, dazu bedarf es alle tradierten Rollenmuster über Bord zu werfen.
Trotzdem? Trotz was.

Hab ich behauptet, dass wir schon so weit wären?
 
Alt 08.02.2007, 00:10   #19
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Trotzdem? Trotz was.

Hab ich behauptet, dass wir schon so weit wären?
Es hört sich eben ein bißchen so für mich an. Aber ich denke auch, dass wir nicht wirklich so weit auseinander liegen. Du strebst sicher nicht die klassissche Hausfrauen- und Mutterrolle der 50-er Jahre an und ich nicht ein ausschließlich ein auf Leistung und Konkurrenzdenken basierendes Ellenbogendenken. Letzendlich wünschen wir uns beide mehr persönliche Entscheidungsfreiheit unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen. Ich glaube so kann ich die Diskussion mit dir auch gut stehen lassen, die ich im übrigen sehr spannend fand.
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Alt 08.02.2007, 14:23   #20
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Zitat von annette Beitrag anzeigen
Du strebst sicher nicht die klassissche Hausfrauen- und Mutterrolle der 50-er Jahre an und ich nicht ein ausschließlich ein auf Leistung und Konkurrenzdenken basierendes Ellenbogendenken. Letzendlich wünschen wir uns beide mehr persönliche Entscheidungsfreiheit unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen.
Sehe ich auch so. Nur-Hausfrau-und-Mutter-Rolle war nie mein Ding, da hab ich mich vielleicht auch falsch ausgedrückt. Außerdem muss ein Job, den ich gern mache, so gestaltet sein, dass ich als ganzer Mensch involviert bin und außerdem noch genügend Zeit für anderes Leben (vor allem für Information, was abgeht, im Staate) übrig lassen - und nicht nur dazu taugen, Kohle ranzuschaffen, damit ich meine Existenz sichern kann. Leider sind die meisten Jobs in diesem System aber völlig vom Menschen entfremdet und allein dazu geschaffen, Arbeitskraft auszusaugen und Mehrwert/Profit zu erzeugen. Die Arbeitsbedingungen werden immer schlimmer. Glück hat, wer eine Arbeit findet, bei der er/sie sich wohl fühlt und die ihm/ihr noch Luft zum Atmen lässt. Das ist meist aber nur bei Freiberuflichkeit, wenn sie denn funktioniert, der Fall.

Zitat:
Ich glaube so kann ich die Diskussion mit dir auch gut stehen lassen, die ich im übrigen sehr spannend fand.
Geht mir auch so. Bis demnächst ...
 
Alt 08.02.2007, 15:53   #21
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Das ist meist aber nur bei Freiberuflichkeit, wenn sie denn funktioniert, der Fall.
Da hängt es genauso vom Markt, Angebot und Nachfrage ab, was die Auftraggeber so zahlen. Ich kann mir zwar meine Arbeitszeit momentan selber einteilen, trage aber auch selbst das volle Risiko und auch finaziell springt momentan zumindestens noch zu wenig raus, so dass ich immer noch ergänzend ALG II erhalte, auch wenn das nur noch Minimalbeträge sind.

In dem Sinne, bis demnächst ...

Annette ;)
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Alt 08.02.2007, 17:25   #22
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Geschlechterkampf
Diesen sollte Eva Herrmann erst einmal ohne die Millionen der Ex Ehemänner und Talkshow im Alter mit 345,--€ bestehen. Das ist für mich eine Person, die weder am Herd noch sonst in der Welt der Ehefrauen und Müter sich zurecht finden würde.Sie kann nur durch gute Verbindungen mit und durch die Medien glänzen.
Wie sieht dann das Leben einer Hausfrau und Mutter , die bewußt Ihre Kinder großgezogen und unterstützt hat aus? Sie hält dem Mann den Buckel frei damit er arbeitet und erzieht die Kinder leidet wirklich ein kleines Wirtschaftsunternemen, als Krankenschwester, Lehrerin, Fahrerin, und und. Der Dank kommt dann, wenn die Kinder aus dem gröbsten raus sind und die Männer sich anderweitig orientiert haben. Meist oft, nachdem man deren Sorgen und Nöte auch noch geschluckt und mitverarbeitet hat. Diese Männer lassen sich nicht unterhaltsfähig nach der Scheidung rechnen und sind auf und davon. Die Kinder hat dann immer noch die Frau und betreut die Kinder weiterhin.
Ich weiß, wovon ich rede, habe 4 Kinder und davon haben alle 2 Berufe erlernt und stehen heute mit eignen Familien im Leben. Ich habe heute Sorgen- Demütigungen und werde durch HartzIV und Sozialamt - Rentenstelle hin und her geschoben und muß kämpfen, kämpfen, damit mir überhaupt das zum Leben notwendigste bezahlt wird. Ein Gerichtverfahren nach dem anderen. Alles was bleibt, ist Elend, Krankheit und Armut.
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Alt 08.02.2007, 21:00   #23
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Zitat:
patriarchalisch-kapitalistischen Arbeitsfetisch

Was, bitte, soll das sein?
__

Mitglied in der geheimen DKP-Militärorganisation (aber bitte nicht weitersagen, sonst scheitert die Revolution)!


„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“

(Karl Marx, "Das Elend der Philosophie")
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Alt 15.02.2007, 09:41   #24
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Standard Gericht verbietet Diskriminierung älterer Arbeitnehmer

Zitat:
Frankreichs Arbeitslose wissen aus eigener Erfahrung wie die deutschen, dass die Suche nach einem neuen Arbeitgeber ab 40 oder 45 Jahren oft erfolglos bleibt. Dies wird ihnen bereits mit den Stellenangeboten in Erinnerung gerufen, in denen für die Bewerber ein Höchstalter angegeben wird. Mit dieser unzulässigen Praxis scheint sich die französische Justiz nicht mehr widerspruchslos abzufinden. Das Gericht von Lyon hat jetzt der Klage des 43jährigen Arbeitslosen Vincent de Rocher stattgegeben und ein richtungsweisendes "Premiereurteil" verhängt. Es verurteilte eine Rekrutierungsfirma zu einer auf Bewährung ausgesetzten Geldstrafe in Höhe von 500 Euros, weil sie ein Stellenangebot veröffentlichte, das nur für Bewerber zwischen 28 und 35 Jahren bestimmt war. Eine Vereinigung der Arbeitslosen (Apnée) hatte mit Hinweis auf die gesetzwidrige "Lebensalterdiskriminierung" gegen 40 Unternehmen Strafanzeige erstattet. Von den zwischen 55 und 65 Jahren alten FranzösInnen sind gegenwärtig nur noch 37 Prozent "berufstätig".
http://www.nrhz.de/flyer/suche.php?r...sort_menu=News
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Alt 15.02.2007, 16:37   #25
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Dazu hatte ich schon einen neuen Thread eröffnet:

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