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EU-Sozialranking

Soziale Politik / politisches Zeitgeschehen

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Alt 27.05.2009, 11:52   #1
destina
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Standard EU-Sozialranking

26. Mai 2009, 10:35 Uhr


EU-SOZIALRANKING

Skandinavien hängt Deutschland ab

Von Esther Wiemann
Arbeitsmarkt, Ausbildung oder Generationenverhältnis: Im Vergleich mit vielen anderen EU-Staaten hat Deutschland in Sachen sozialer Gerechtigkeit große Defizite. Am besten schneidet laut einer aktuellen Studie Skandinavien ab, die Verlierer stammen aus Südeuropa.
Hamburg - In Deutschland gibt es mehr soziale Ungerechtigkeit als in den meisten anderen Ländern der EU. Das geht aus einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Berlinpolis hervor. Anhand von 35 Einzelindikatoren wurden fünf "sozialpolitische Dimensionen" wie Bildungschancen, Generationengerechtigkeit, Jobaussichten, Gleichstellung von Mann und Frau und Einkommensverteilung untersucht. In der Gesamtschau aller Werte belegt Deutschland unter den EU-Ländern nur Platz 19 von 27 Ländern.

Armut in Deutschland: Studie attestiert der Bundesrepublik Defizite


Weit vorne in Sachen sozialer Gerechtigkeit liegen dagegen Schweden, Dänemark, die Niederlande und Finnland. Aber auch Slowenien als kleines Neumitglied schneidet mit Platz fünf gut ab. Zu den Schlusslichtern gehören vor allem die EU-Mitglieder im Süden Europas. Besonders schlecht ist es in Deutschland um das Verhältnis von Jungen und Alten bestellt. Insgesamt reicht es in der Kategorie "Generationenverhältnis" nur für Platz 24 von 27 miteinander verglichenen Staaten. Hauptgründe sind nach der Studie vor allem die niedrige Geburtenrate und die zunehmende Überalterung der Gesellschaft. Auch die starke Belastung künftiger Generationen durch eine hohe Staatsverschuldung wirkt sich negativ auf die deutsche Plazierung aus.

Studienergebnis: Deutschland gehört zum hinteren Mittelfeld


Bei Jobchancen und Ausbildung steht die Bundesrepublik nicht viel besser da: Mit Rang 17 und 18 reicht es nur für das hintere Mittelfeld. Etwas positiver sieht es dagegen mit Platz zwölf für Einkommensverteilung und soziale Absicherung aus. Gute Ergebnisse wurden nur bei der Gleichstellung von Mann und Frau erzielt. Hier liegt Deutschland mit Platz neun im Länder-Ranking nur knapp hinter der Spitzengruppe. Die Untersuchung basiert vor allem auf frei verfügbaren aktuellen Statistiken von Eurostat und der OECD. Größtenteils stammen die Zahlen aus dem Jahr 2007. Waren diese nicht verfügbar, beziehen sie sich auf 2006 und 2008. Bereits 2006 hatte Berlinpolis eine ähnliche Studie herausgebracht.

Einkommensverteilung und soziale Absicherung - Deutschland mit Defizit
In Schweden, Dänemark und den Niederlanden gibt es geringe Einkommensunterschiede zwischen arm und reich - und auch die soziale Absicherung ist gut. Damit führt das Trio in dieser Kategorie. Nach der Studie geben die Länder unter anderem viel Geld für Sozialleistungen aus, also für Geld- oder Sachleistungen an bedürftige Bürger.
Auch in Deutschland fließt ein großer Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Sozialleistungen - insgesamt 28,7 Prozent. Dagegen klafft die Einkommensschere weit auseinander: Vielverdiener haben ein über fünfmal höheres Gehalt als Geringverdiener. Und weil Deutschland auch beim Armutsrisiko eher hinten liegt, landet die Bundesrepublik insgesamt nur im vorderen Mittelfeld. Der größte Aufsteiger des Rankings ist die Slowakei - vor allem bei den deutlich gesunkenen Einkommensunterschieden.
Beim Armutsrisiko für Kinder gibt es zwischen den 27 Ländern große Unterschiede. Fast jedes zehnte Kind in Europa ist betroffen. In der Studie wird aus der Erwerbsbeteiligung der Eltern auf die Kinderarmut geschlossen: Während die Quote von Kindern in erwerbslosen Haushalten in Ländern der Spitzengruppe zwei bis fünf Prozent beträgt, ist sie beim Schlusslicht Großbritannien, wo auch das generelle Armutsrisiko hoch ist, mehr als dreimal so hoch (16,7 Prozent). Deutschland liegt mit 9,6 Prozent im unteren Drittel und auch knapp hinter dem EU-Durchschnitt von 9,4 Prozent.


Jobchancen - Manko für Zuwanderer
Gute Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt einen Job zu finden, haben nach der Analyse besonders Niederländer, Zyprer und Dänen. Zu den Verlierern zählen Spanien und Portugal. Verbessern können sich vor allem die neuen EU-Staaten Osteuropas. Besonders Slowenien sticht auch hier hervor.
Die höchste Erwerbsquote - das heißt der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung - findet sich in den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Großbritannien. Mit knapp 70 Prozent verbesserte sich Deutschland nach der Studie um zwei Plätze und zählt zu den Spitzenreitern. Die Bundesrepublik bleibt damit deutlich über dem EU-weiten Durchschnitt, der leicht von 63,6 auf 65,4 Prozent gestiegen ist.
Während Deutschland bei der generellen Erwerbsquote und bei der Jugendarbeitslosigkeit gut abschneidet, bleiben aber die Beschäftigung von Zuwanderern und gering Qualifizierten ein großes Manko.

Bildungs- und Ausbildungschancen - Deutschland verbessert sich
Bei der Bildung ist Finnland eindeutiger Spitzenreiter. Bei drei von sieben bewerteten Indikatoren wie zum Beispiel Schülerwissen in Pisa-Punkten landeten die Skandinavier auf Platz eins, bei zwei weiteren reichte es immerhin für die Plätze zwei und drei. Bildungsarmut ist in Finnland weitgehend unbekannt, so die Ergebnisse der Studie. Die berufliche Stellung der Eltern hat kaum Einfluss auf die Schulleistungen.
Nachbar Schweden landet nur bei den Chancen für Migrantenkinder nicht in den Top Ten und erreicht im Gesamt-Ranking der Bildungs- und Ausbildungschancen Platz zwei.
Die vier großen EU-Staaten Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien liegen im Mittelfeld. In der Bundesrepublik sind allerdings Verbesserungen erzielt worden: Deutschland macht bei der Schülerkompetenz in Pisa-Punkten drei Plätze gut und landet auf Platz fünf. Die Bildungsarmut ist immerhin um ein Prozent gesunken.
Die Schulleistungen sind aber in Deutschland nach wie vor eng mit dem Beruf der Eltern verbunden: Wer einen weniger privilegierten Hintergrund hat oder zugewandert ist, hat nach wie vor schlechte Chancen auf dem deutschen Bildungsmarkt.

Gleichstellung von Mann und Frau - Bundesrepublik legt zu
Schweden als Spitzenreiter bei der Gleichstellung von Mann und Frau tut sich bei nahezu allen betrachteten Indikatoren - wie zum Beispiel berufstätige Frauen oder Armustgefährdung - positiv hervor. Weniger gut schneiden die Skandinavier nur beim Thema Mannagerinnen und Gender Pay Gap - der Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen - ab. In Frankreich sind fast 40 Prozent der Manager weiblich - damit landet Frankreich hier auf Platz eins. In Deutschland hat sich die Zahl der Managerinnen auf nun 29,8 Prozent leicht erhöht. Trotzdem liegt sie auch 2007 deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 32,3 Prozent.
Doch das könnte sich ändern: Die Bundesrepublik hat in Sachen Geschlechtergleichstellung am stärksten zugelegt - um acht Plätze rückt sie vor und landet knapp hinter der Spitzengruppe. Hauptgründe sind zum einen die vergleichsweise hohe Akzeptanz berufstätiger Mütter und die Verbesserung der Jobchancen, heißt es in der Studie: In keinem anderen Land Europas sind bei der Erwerbslosigkeit zwischen Mann und Frau so geringe Unterschiede zu beobachten, wie in Deutschland.
Im Ganzen schlecht schneidet dagegen Österreich ab, das bei fünf für dieses Ranking berücksichtigten Indikatoren nicht über Platz 20 hinauskommt.
Grundsätzlich sind die Erwerbsmöglichkeiten von Frauen in allen untersuchten Staaten geringer als die der Männer. Auch ein geschlechterspezifisches Lohngefälle ist in ganz Europa zu beobachten, heißt es in der Studie. Nur in fünf Ländern beträgt die Gehaltsdifferenz weniger als zehn Prozent, in neun Mitgliedstaaten - darunter auch Deutschland und Österreich - liegt sie bei über 20 Prozent.

Generationenverhältnis - Deutschland gehört zu den Schlusslichtern
Beim "Generationenverhältnis", dem Zusammenspiel von Jung und Alt, schneiden Irland und Zypern am besten ab. Zu den Absteigern gehört eine Reihe von Neumitgliedern Mittel- und Osteuropas, deren demografische Zukunft sich zunehmend verschlechtert.
Auch Deutschland liegt hinten. Hauptgrund ist, dass weniger Kinder geboren werden. Nur noch ein Viertel der Bundesbürger ist jünger als 24 Jahre. Das hat auch Konsequenzen für die künftige Geburtenentwicklung, weil potentielle Eltern fehlen, heißt es in der Studie.
In Deutschland müssen immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter eine immer größer werdende Zahl von Alten unterstützen: Auf drei Personen von 15 bis 64 Jahren kommt bereits ein Senior, heißt es in der Studie. Die Bundesrepublik liegt damit deutlich unter dem EU-Schnitt von 25,2 Prozent. Auch die Belastung künftiger Generationen durch die hohe Staatsverschuldung wirkt sich negativ aus.



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Und hier ist die Studie dazu
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[SIZE=2][COLOR=DarkRed][I][B]Wacht auf! Verdammte dieser Erde. Die stets man noch zum Hungern zwingt. Das Recht, wie Glut im Kraterherde, Nun mit Macht zum Durchbruch dringt!
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger, Heer der Sklaven wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger! Alles zu werden strömt zu Hauf![/B][/I][/COLOR][/SIZE]
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