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Alt 18.09.2007, 22:55   #1
Faustus->Emailproblem
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Registriert seit: 26.09.2006
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Faustus
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Standard Die Mär von den Lohnnebenkosten

Die Mär von den Lohnnebenkosten
Es war einmal... so fingen alle Märchen an, seit Bundeskanzler Schröder aber heißt es:
Aus dem Katalog zur Senkung der Lohnnebenkosten.......

Was sind Lohnnebenkosten überhaupt, denn Lohn sind sie ja nicht direkt sonst würden sie ja nicht
Nebenkosten heißen oder? Da könnte man sich aber auch fragen was überhaupt Lohn ist.

Lohn ist eine Gegenleistung für geleistete Arbeit und wird auch erst nach geleisteter Arbeit bezahlt.
Dazu gehört infolgedessen auch die Lohnsteuer und die Sozialabgaben weil sie ja Bestandteil unseres Bruttolohnes sind. Auch Urlaubsgeld und Wheinachtsgeld gehören dazu wenn sie tariflich festgelegt sind, so wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung sind zwar gesetzlich festgelegt gehören aber nicht zu
unserem Lohn, sie sind also die Nebenkosten unseres Lohnes für den Arbeitgeber, auch wenn sie von unserer Hand erwirtschaftet wurden wie so nahezu alles was die Herren Arbeitgeber ihr Eigen nennen. Muß der Arbeitgeber eine Urlaubsvertretung oder Krankheitsvertretung bezahlen,- was
übrigens sehr sehr selten geschieht, kann er die auch als Lohnnebenkosten betrachten

Reine Verblödung ist es Urlaubs und Wheinachtsgeld als Lohnebenkosten zu deklarieren, im übrigen werden sie auch immer seltener bezahlt. In den Statistiken und Armrechnereien werden sie aber immer aufgeführt.

Untersuchen wir nun an einem Beispiel wie groß der Anteil dieser Nenenkosten verglichen zu unserem Lohn ist. Nehmen wir uns den Lohn einer Friseuse mal vor:
Stundenlohn um 5€
Wochenstunden 40
Urlaub 24 Tage
Urlaubsgeld 0
Wheinachtsgeld 0
das macht
40X52X5=10400€ im Jahr oder 8223€ netto
Der Arbeitgeber zahlt Sozialversicherung dazu 2177€
und für Urlaubsvertretung 960€
Er hat also an Lohnnebenkosten 2177+960=3137€ und gibt damit 13537€ an Lohnkosten aus.
Das macht also 23,17% an Lohnnebenkosten aus. Dieser Betrag mag zwar hoch erscheinen,
zumal der Meister und Betriebsinhaber ja noch weitere Ausgaben hat, die da wären:
Stromkosten, Heizung, Wasser, Miete; aber diese Kosten so wie auch alle Anderen mindern
auch die Einnahmen, wodurch er auch weniger an Steuern entrichten muß. Das sind die Allgemeinkosten, die sich durch Bürokräfte --wenn vorhanden--noch erhöhen, in der Regel wird das aber ein Steuerberater übernehmen, der seine Forderungen dann von dem Gewinn abrechnet.
Wenn man all diese Kosten zusammenrechnet, kann es durchaus sein, das sich die Arbeitsstunde
verdreifacht, was geradezu abenteuerlich anmuten mag; ist es aber nicht, sonst würde der Meister
ja nicht Tag für Tag den Laden aufmachen.
Untersuchen wir die Angelegenheit mal weiter: Ein Herrenhaarschnitt bei einem ganz stinknormalen
Friseurgeschäft kostet heute mindestens 13€ -- fragt man sich natürlich : wieso darf ein ALGII-Empfänger
nur etwas mehr als 9€ dafür ausgeben? --wer von vornherein sagt das er nur 9€ hat, der darf wiederkommen
wenn er 13, oder 17€ zur Verfügung hat. Also denn 13€ sind heute das Minimum, der Durchschnitt
verlangt 17€, und davon gehen wir bei unserer Rechnung aus.
Wenn nun die Friseuse 4 Herren in der Stunde die Haare schneidet, zieht der Chef schon die Stirne kraus
und überlegt ob er sie entlassen soll. Eine flotte Dame schafft nämlich 6 köpfe die Stunde,-wie ich schon beobachten konnte. Nehmen wir also 5 als Durchschnitt. Die Friseuse bringt ihrem Chef also 85€ die Stunde
ein und bekommt nur 5 dafür, und das auch noch Brutto. Im Idealfall macht das also 40X52X85=176800€.
Der Idealfall wird in der Praxis wohl selten eintreten, und außerdem haben wir ja noch die bezahlten Feiertage vergessen. Diese Feiertage erhöhen natürlich die Lohnnebenkosten auch, fallen aber bei entsprechenden Einnahmen kaum ins Gewicht wie wir nun gesehen haben.
Warum zum Teufel in aller Welt will man unbedingt diese Kosten senken, sind die Gewinne
denn immer noch nicht hoch genug?
__

Wer in einer Demokratie schläft, der wacht in einer Diktatur auf!
Faustus ist offline  
Alt 18.09.2007, 23:00   #2
Nimschö
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Mittlerweile tendieren die STundenzahlen im Friseurgewerbe gen 42h/Woche als Regelzeit. Wer bei den diversen Ketten arbeitet, der muß im Monat mindestens das 4fache seines Bruttolohnes an Umsatz machen, um nicht Abmahnung oder Rausschmiß zu riskieren...

Gerade das Friseurwesen ist ein Aushängeschild für privatwirtschaftliche Sklaverei, aber es sieht kaum irgendwoandrs wirklich anders aus, die Relationen sind ein wenig anders, aber üblicherweise jammern die Unternehmer gern auf "hohem Niveau"...
__

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-ich lasse mir von NIEMANDEM den Mund verbieten, bin aber gerne bereit mit jedem über meine Aussagen offen und ehrlich zu diskutieren.
Nimschö ist offline  
Alt 27.09.2007, 17:36   #3
Faustus->Emailproblem
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Beiträge: 307
Faustus
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Zitat von Nimschö Beitrag anzeigen
Mittlerweile tendieren die STundenzahlen im Friseurgewerbe gen 42h/Woche als Regelzeit. Wer bei den diversen Ketten arbeitet, der muß im Monat mindestens das 4fache seines Bruttolohnes an Umsatz machen, um nicht Abmahnung oder Rausschmiß zu riskieren...

Gerade das Friseurwesen ist ein Aushängeschild für privatwirtschaftliche Sklaverei, aber es sieht kaum irgendwoandrs wirklich anders aus, die Relationen sind ein wenig anders, aber üblicherweise jammern die Unternehmer gern auf "hohem Niveau"...
Und dieses Jammern werden wir ihnen austreiben wenn sie so weitermachen
und den Bogen überspannen.
Auf jeden Fall darf es nie wieder so weit kommen wie ich es von meinem Vater gehört habe.
Damals durften die Knechte ihren Hunger an den Resten stillen
die die Köter der Grundbesitzer übrigließen.
In diesen Zeiten sollen sich immer wieder Menschen zusammengefunden haben, die ihrem Zorn darüber freien Lauf ließen und gleich die gesamte Sippe dieses Despoten ausrotteten.
__

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Faustus ist offline  
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