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Hindernisrennen ins Elend

Soziale Politik / politisches Zeitgeschehen

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Alt 02.06.2007, 08:04   #1
bin jetzt auch da
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Standard Hindernisrennen ins Elend

Elmar Getto hatte dies im Oktober 2004 bereits vorausgesehen

Zitat:
Dossier Hartz IV - Hindernisrennen ins Elend
Was auf Deutschland mit Hartz IV zukommt

Nicht nur die ganze Agenda 2010, auch Hartz IV allein würde bereits so tiefe Einschnitte im Leben des ganzen Landes hinterlassen, dass es nicht mehr wiederzuerkennen wäre. Für alle Betroffenen sind eine so grosse Anzahl von „Fallen“ und Stolpersteinen aufgebaut, dass nur eine winzige Anzahl von ihnen, einige ‚Lebenskünstler’, auf die Dauer all ihnen ausweichen und sich mit ALG II durchs Leben schlagen könnte. Alle anderen würden früher oder später unweigerlich beginnen ‚abzurutschen’ und in Elend und oft auch Obdachlosigkeit landen.
http://www.flegel-g.de/indymedia.html

und er hatte Recht! ......... leider .......
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Alt 02.06.2007, 08:30   #2
Wölfin
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Zitat:
  • Das generelle Lohnniveau würde bis 2010 auf die Hälfte und weniger gesenkt und ein riesiger Sektor von Löhnen unterhalb des Existenzminimums aufgemacht werden.
  • Die Arbeitszeit würde (siehe Leitantrag der CDU) in schnellen Schritten auf bis zu 73 Stunden pro Woche erhöht und damit die Arbeitslosigkeit noch einmal in gigantischem Umfang erhöht.
  • Massen- und Einzelentlassungen und Streichungen von Arbeitsplätzen würden noch gigantischeren Umfang annehmen.
  • Das Rentenalter würde für Männer und Frauen schnell auf 67 und dann auf 70 heraufgesetzt, die Renten würden nicht nur, wie jetzt schon beschlossen, auf die Hälfte, sondern dann auf bis zu einem Viertel des heutigen Niveaus gesenkt und dies dann nicht nur bei neuen Renten, sondern auch bei den schon bestehenden.
  • Alle sogenannten Sozialabgaben würden vom Lohn abgezogen, der ‚Arbeitgeber’ würde nichts mehr zahlen. Obwohl fast keine Leistungen mehr geboten würden, würde man die Lohnabzüge für Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung beibehalten.
  • Gar nicht zu reden von den Lehrstellen, deren Zahl noch weiter zusammensschrumpfen würden oder von der Nichtübernahme nach der Lehre. Die gesamte Zukunft unserer Kinder würde sich in Luft auflösen.
  • Behandlung von Krankheiten, Krankenhaus, Medikamente, Zahnarzt, alles wäre selbst zu bezahlen bzw. privat zu versichern. Die momentanen Scheingefechte um Kopfpauschale oder Bürgerversicherung wollen nur verdecken, dass dieses öffentliche System dann so gut wie keine Leistungen mehr erbringen würde.
  • Einen Kündigungsschutz würde es nicht mehr geben, es würde geheuert und gefeuert nach Belieben. Überhaupt würden nur noch die ‚Leitenden’ normale Arbeitsverträge bekommen. Alle anderen könnten höchstens einen Zeitvertrag, einen Platz über ein Verleihunternehmen, eine Scheinselbständigkeit oder einen ausgelagerten Arbeitsplatz bei einem Subunternehmen bekommen.
  • Krankenhäuser, Elektrizitätsversorgung, Wasserversorgung und Abwassersammlung- und –behandlung, Fernwärmeversorgung, Gasversorgung, Post, Telefon, Müllwirtschaft und der gesamte „öffentliche“ Nahverkehr sowie auch alle anderen Verkehrsmittel würden noch weiter und vollständig privatisiert und in den Händen von wenigen Hyper-Konzernen zusammengefasst. Diese würden ihre Tarife dann beliebig erhöhen (siehe Elektrotarife) und ebenfalls goldige Gewinne erzielen - oder alternativ einfach zumachen (siehe Kalifornien).
  • Die Sozialhilfe würde noch weiter zusammengestrichen, bis bestimmt niemand mehr davon leben kann. Ebenso würden die Hilfen für Asylbewerber auf ein Niveau gebracht, das keiner mehr überleben könnte.
  • Der kostenlose Zugang zu den Gerichten würde abgeschafft. Klagen würde nur mehr können, wer Geld hat.
  • Kostenfreie Schulen und Hochschulen würde es nicht mehr geben. Langsam würde ein System von privaten Schulen und Hochschulen eingeführt, das höchste Profite abwerfen soll.
  • Die teilweise Lernmittelfreiheit, die in einigen Bundesländern noch besteht, würde endgültig und vollständig abgeschafft. Wer Kinder hat, die Schulbücher brauchen, hätte eben Pech gehabt.
  • Und nicht zuletzt, das jetzt vorgesehene Niveau des ALG II mit € 345 plus Miet- und Heizungszuschuss ist ebenfalls bereits auf der ‚Abschussliste’ und würde weiter gekürzt.
Stimmt. Vieles hat sich bereits bewahrheitet. Aber das ist nicht eine Folge der Einführung von Hartz IV. Hartz IV ist auch nur eine Folge der Globalisierung als Folge des Neoliberalismus als Folge allumfassender PROFITGIER.
 
Alt 02.06.2007, 09:14   #3
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Zitat von Wölfin Beitrag anzeigen
Stimmt. Vieles hat sich bereits bewahrheitet. Aber das ist nicht eine Folge der Einführung von Hartz IV. Hartz IV ist auch nur eine Folge der Globalisierung als Folge des Neoliberalismus als Folge allumfassender PROFITGIER.
nun, Hartz IV wird aber schon gebraucht, eben wegen der Profitgier.

Denn mit Hartz IV haben die einen Grund, die Löhne runterzudrücken!
Weil es ja nicht angehen kann, daß ein Arbeitender dasselbe oder gar weniger verdient, als ein Hartz IV-Empfänger bekommt.

Und wer profitiert von den Niedriglöhnen? ........ natürlich die Unternehmer!
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Alt 02.06.2007, 16:36   #4
Kaleika
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Das fand ich im heutigen Bremer "Weser Kurier" dazu:

"Anschlag auf die Würde des Menschen"
Oskar Negt über die Bedeutung von Arbeit und einen Staat, der sich vor der Verantwortung drückt

Die anspringende Konjunktur ändert nach Ansicht des Soziologen Professor Oskar Negt nichts an der grundlegenden Krise, in der sich die Gesellschaft derzeit befindet. Immer mehr Menschen werden in prekäre Arbeitsverhältnisse abgedrängt, gleichzeitig wächst die "Armee der Überflüssigen", die in der durchrationalisierten Produktion gar nicht mehr benötigt wird. Der Markt wird es nicht richten, behauptet Negt. Mit ihm sprach unsere Redakteurin Petra Sigge.

Frage: Wundert Sie das gute Abschneiden der Linken bei der Bremer Bürgerschaftswahl?

Oskar Negt: Nein, ich sehe darin vor allem eine Protestwahl gegen die etablierten Parteien. Die Menschen sind einfach verzweifelt über das Gerechtigkeitsgefälle in dieser Gesellschaft, die zwar zu den reichsten der Geschichte und der Gegenwart zählt, aber in der trotzdem jedes fünfte Kind in Armut aufwächst. Eine Gesellschaft, in der Lohn und Leistung völlig voneinander abgekoppelt sind. Da kann heute ein Spitzenmanager das Hundertfünfzigfache dessen verdienen, was ein normaler Arbeiter bekommt, ohne dass gefragt wird: Was für eine Leistung steckt denn eigentlich dahinter? Gleichzeitig wächst der Flexibilisierungs- und Lohndruck auf die abhängig Beschäftigten - und deren Angst um den Arbeitsplatz.



Ein Arbeitsplatz, der selbst dann nicht sicher ist, wenn das Unternehmen hohe Gewinne erzielt?

Genau das ist das Problem. Wenn ein Ackermann als Deutsche-Bank-Chef sich hinstellt und mit sechs Milliarden Euro den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte verkündet und gleichzeitig den Abbau von 6000 Stellen vorbereitet, dann ist das zutiefst unmoralisch. Ein solcher Umgang führt dazu, dass die Gesellschaft auseinander bricht.



In Beschäftigte und Arbeitslose?

Ich würde von einer Dreiteilung der Gesellschaft sprechen. Nur noch ein Drittel der Bevölkerung ist integriert, hat einen festen Arbeitsplatz und fühlt sich wohl in dieser Gesellschaft. Für das zweite Drittel steht das Stichwort Prekarisierung der Lebensverhältnisse. Diese Menschen müssen von Vertrag zu Vertrag, von Job zu Job um ihre Existenz kämpfen. Dieser Anteil hat in den letzten zehn Jahren gewaltige Ausmaße angenommen.
weiter: http://www.weser-kurier.de/20070602/...enschen%22%0A&

Kaleika
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Alt 02.06.2007, 17:00   #5
Wölfin
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Guter Artikel, danke Kaleika.

Zitat:
Nach meinen Recherchen über Arbeitslosigkeit zeigt sich ganz klar, dass der Verlust des Arbeitsplatzes als Gewaltakt empfunden wird, als ein Anschlag auf die Integrität, die Person und die Würde des Menschen. In dieser Arbeitsgesellschaft ist Arbeit nun mal ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Identität. Sie ist ein wesentliches Mittel der Anerkennung, des sozialen Status und des Selbstwertgefühls. In der öffentlichen Diskussion jedoch wird die Arbeitsmarktproblematik nur als technisches Problem gesehen. Der moralische Aspekt, dass es hier immer auch um die Zerstörung von Lebensperspektiven geht, wird dagegen unterschlagen, er wird überhaupt nicht ernst genommen.
Nu ja, was erwartet der Mann. Wir sind es (fast) alle seit frühester Kindheit gewohnt, uns selbst, unsere Gefühle, unsere Befindlichkeiten nicht ernst zu nehmen, erst recht dann nicht, wenn es uns nicht gut geht. Die alten preussischen Tugenden Härte, Mut, Tapferkeit (gelobt sei, was hart macht, stell Dich nicht so an, und nur die Harten komm´ in Garten) haben immer noch Gültigkeit. Nicht umsonst wird unsere Gesellschaft auch als Sucht-Gesellschaft bezeichnet, in der all der Frust, die Wut, die Enttäuschung darüber, dass Konsum doch nicht glücklich macht, oder dass durch die ganze Schufterei das Leben an einem vorbei zieht, in Suff, Drogen, Essen oder Arbeit, Fernsehen etc. erstickt wird. Die durch Medienpropaganda geschürte Angst vor Arbeitsplatzverlust und sozialem Abstieg tut ein übriges dazu.

Meiner Ansicht nach können wir uns aus dieser Gehirnwäsche nur befreien, indem wir anfangen, die Wut und Enttäuschung über die Lügen, die sie uns tagtäglich auftischen, zuzulassen und sie an die richtige Adresse, nämlich an die Verursacher und Aufrechterhalter dieses menschenverachtenden Systems, zu richten. Und selbst dabei nicht mehr mitzumachen.
 
Alt 02.06.2007, 17:12   #6
Kaleika
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Mir gefällt an diesem Interview auch besonders, dass Oskar Negt öffentlich anprangert:

"In Wahrheit haben die Politiker aufgrund ihrer eigenen abgesicherten Lebenssituation gar kein Empfinden für die Krisen außerhalb ihres persönlichen Umfeldes. Es gibt da eine Art Leerstelle in ihrer Realitätswahrnehmung."

Außerdem führt er die enge Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politikern vor, was uns ELO-Usern nicht neu ist, wohl aber so manchem Leser des sonst konservativem "Weser Kuriers".

Sein Fazit am Ende ist so bedrückend wie den Tatsachen entsprechend:

"Stimmt, die SPD traut sich an die Reichen nicht ran. Es wird der Politik aber nichts anderes übrig bleiben, als hier umzusteuern. Wenn nicht, wird es irgendwann auch bei uns solche Aufstände wie in den französischen Vorstädten geben. Dort hat die Regierung Milliarden in die Sanierung dieser Gebiete gesteckt. Doch das nützt alles nichts, wenn man den Menschen keine Lebensperspektive bietet. Jeremy Rifkin hat einmal gesagt: Es ist schlimm, wenn Menschen ausgebeutet werden, aber viel schlimmer ist es, wenn sie selbst dafür nicht mehr benötigt werden."

Kaleika
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Alt 03.06.2007, 18:20   #7
commie
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Zitat:
Stimmt. Vieles hat sich bereits bewahrheitet. Aber das ist nicht eine Folge der Einführung von Hartz IV. Hartz IV ist auch nur eine Folge der Globalisierung als Folge des Neoliberalismus als Folge allumfassender PROFITGIER.

... in Folge umfassenden Kapitalismus... (der "Neoliberalismus" ist nicht mehr als eine Weiterentwicklung dieses Systems, und im übrigen irreversibel).
__

Mitglied in der geheimen DKP-Militärorganisation (aber bitte nicht weitersagen, sonst scheitert die Revolution)!


[b]„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“[/b]

[i](Karl Marx, "Das Elend der Philosophie"[/i])
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