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Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 30.05.2007, 00:46   #51
druide65
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Zitat von Rüdiger_V Beitrag anzeigen
Am Management hapert es oft, die Behindertenwerkstätten werden oft sehr unflexibel geleitet.
Aber die meisten Werkstätten sind doch e.V müssen also ergo eh nicht gewinnorientiert arbeiten...oder dürfen das nicht.

Oder sehe ich da jetzt etwas falsch?
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
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Alt 30.05.2007, 00:58   #52
Kerstin_K
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Hallo Druide,

mich selber sehe mich nicht als Vorreiterin, eher meinen Arbeitgeber.

Weißt Du, ich habe meine Behinderung von Geburt an. Bin sozusagen Teilzeitrolli, ganz grob gesagt: Drinen zu Fuß, draußen auf Rädern. Für mich war es immer selbstverständlich, zu arbeiten, Ih war auh die einzige Behinderte auf menem Gymnasium, und das war noch zu Zeiten, als man Behinderte vorzugsweise in Sonderschulen steckte. Barrierefrei? Fremdwort. Trotzdem war ich schneller im 4. Stock als manch anderer und ein Fachlehrer für Sport und Bio fühlte sich in seiner Ehre gekränkt, als ich an ihm vorbeizog, weil ihm die Puste ausging. Und wenn ich mal später kam, weil eine 5-Minuten-Pause verdammt wenig war für 4 Etagen runter, quer durchs Gebäude, 4 Etagen wieder rauf, haben die Lehrer hahlt auch nichts gesagt. Eine hat mal gemotzt, der habe ih dann die Meinung gesagt. Später hatte ich sie in Spanisch, als die Sportarten dran waren, wollte sie mih übergehen, habe ich aber nicht zugelassen. Vom Schulsport war ich befreit, aber im Landheim flog mal ein Ball aus dem Völkerballfeld. Ich habe ihn gefangen und zurückgeworfen. DIe Sportlehrerin ließ mich dann den anderen Wurftechnik beibringen. Als ich mit 14 endlich shwimmen konnte, war das der letzten Nihtshwimmerin in meiner Klasse schon peinlich ...

Ausbildung war auf dem normalen Arbeitsmarkt dann nicht machbar. Gab halt sowieso zu wenig Ausbildungsplätze. Deshalb bin ich ins BfZ. Aber nix Bürokauffrau, wie das Arbeisamt meinte. Da hätte ih mir das Abi ja sparen können. DV-Kauffrau durfte es schon sein. Aus heutiger Sicht hätte ich studieren sollen, aber ih war die erste in meiner Familie mit Abi, ich habe mich damals nicht getraut. Was ich da im BFZ erlebte, war schon ein Schock. Ich war es gewohnt, das man sich gegenseitig hilft. Der Geistig behinderte schiebt den Rollstuhlfahrer, der Quershnitt füttert den Spasti beim Essen... Aber sowas gab es da nicht. Die Rollis hatten Einzelzimmer, die Läufer schliefen zu zweit. Die Rollis hatten nen eigenen Tisch, bekamen das Essen gebracht, die Läufer mußten Schlange stehen. Am Wohenende habe ih mit meinem Freund (Läufer) zusammen das Frühstück geholt und wir haben gemeinsam an einem Tisch gegessen. Das war die Sensation da!

Tja, nah der Ausbildung hatte ich dann als einzige Rollifahrerin und zudem als einzige Frau in meienm Kurs schon vor Ende nen Arbeitsvertrag in der Tasche. Ich fand es normal, dort war es nal wieder was besonderes.

So ging es weiter. Gut, ich war auch mal 23 Monate arbeitssuchend, aber ich sehe meine Behinderung als ein Teil von mir. Ohne gibt es mich nicht, ohne wäre ich eine andere Persönlichkeit. Wer mich so nimmt, auf den kann ich gut verzichten. Die Probleme, die mal entstehen, sehe ich als Herausforderung. Vielleiht bin ih heue niht mehr ganz so ehrgeizig, wie in jungen Jahren, knne men Grenzen und teile mir meine Kräfte ein, aber ich kämpfe für meine Rechte. Ich gehe sehr offen mit meiner Behinderung um, und wenn damit jemand ein Problem hat, helfe ich ihm gern sein Problem zu lösen, notfalls zeige ih ihm halt erstmal, dass er ein Problem hat, nicht ich.

Menschen, die Ihre Behinderung verbergen, weil sie Nachteile befürchten, oder die in die Rente abgeshoben werden, obwohl sie an einen passenden Arbeitsplatz noh viel leisten könnten, tun mir leid.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
Alt 30.05.2007, 01:05   #53
druide65
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Zitat:
Menschen, die Ihre Behinderung verbergen, weil sie Nachteile befürchten, oder die in die Rente abgeshoben werden, obwohl sie an einen passenden Arbeitsplatz noh viel leisten könnten, tun mir leid.
Stimmt.Potentiale soll man nützen.Siehe Stephen William Hawking.
Ist ja auch für den AG von Nutzen.
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
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Alt 30.05.2007, 02:01   #54
Rüdiger_V
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Zitat von druide65 Beitrag anzeigen
Aber die meisten Werkstätten sind doch e.V müssen also ergo eh nicht gewinnorientiert arbeiten...oder dürfen das nicht.

Oder sehe ich da jetzt etwas falsch?
Nein, aber sie sollten kostendeckend arbeiten.
 
Alt 30.05.2007, 02:42   #55
druide65
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Sicher das müssen die.Keine Frage...

Wie gesagt...liegt aber auch am Management.
Da müssen gezielt örtlichen Nischen gefunden werden...oder Marktlücken.
Dann geht das auch.

Und das ist denke ich mir auch im Interesse der Behinderten (Ich persönlich finde das Wort immer etwas ..blöde)
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
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Alt 30.05.2007, 02:51   #56
Rüdiger_V
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Zitat von druide65 Beitrag anzeigen
Sicher das müssen die.Keine Frage...

Wie gesagt...liegt aber auch am Management.
Da müssen gezielt örtlichen Nischen gefunden werden...oder Marktlücken.
Dann geht das auch.

Und das ist denke ich mir auch im Interesse der Behinderten (Ich persönlich finde das Wort immer etwas ..blöde)
Bei uns gehören die Werkstätten zum großen Teil der Diakonie = Kirche = öD und damit entsprechend schwerfällig und unflexibel.

In der Auftragsvermittlung konnte ich das tagtäglich spüren, viele gute Aufträge kamen gerade wegen dieser Schwerfälligkeit nicht zu Stande. Der potentielle Kunde ist dann abgesprungen und hat dann seine Aufträge in Billiglohnländer vergeben. Eine erneute Kundenakquise war dann meistens nicht mehr erfolgreich.
 
Alt 30.05.2007, 03:14   #57
druide65
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Zitat:
Eine erneute Kundenakquise war dann meistens nicht mehr erfolgreich.
Traurig....man kann es auch anderes machen.Auch diese Menschen haben Potentiale ,die man nützen kann.Und ich denke das ist auch in ihrem Interesse ....es sind Menschen wie du und ich.Halt mit Handikap
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 30.05.2007, 08:10   #58
hartzhasser
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hartzhasser
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also ich hatte im April ein vorstellungsgespräch bei einer Zeitbude, habe den disponenten von meinen Sehproblemen erzählt, dieser sagte dann das es für mich keinen arbeitsplatz gäbe, da dort vorwiegend Akkord gearbeitet wird, und man ein gutes reaktionsvermögen haben muss, ferner steht in meiner Akte das ich an keiner laufenden Maschine arbeiten darf, beim gucken muss ich immer den kopf drehen aufgrund der augenmuskellähmung, habe auch probleme abends mit dem Fahrrad zu fahren besonders in schlecht beleuchteten gegenden, bin sogar schon mal im dunkeln in eine Hecke gefahren. obwohl ich eine neue Lesebrille habe muss ich Zeitungen und kleingedrucktes mit der Lupe lesen, und wenn ich am tage mit dem Fahrrad fahre und mich überholt ein anderer radfahrer bekomme ich es erst mit wenn er neben mir ist, muss ständig den Kopf drehen um zu sehen ob hinter mir ein Radfahrer fährt.da ich die Augen nicht bewegen kann.

lg hartzhasser
__

ich bin Rentner
und das ist gut so
hartzhasser ist offline  
Alt 30.05.2007, 10:03   #59
Kerstin_K
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Zitat von druide65 Beitrag anzeigen
Traurig....man kann es auch anderes machen.Auch diese Menschen haben Potentiale ,die man nützen kann.Und ich denke das ist auch in ihrem Interesse ....es sind Menschen wie du und ich.Halt mit Handikap
Eben, Druide,

und genau da setzt DIVERSITY an. Wir sehen das Handicap nicht als Nachteil, sondern als Vorteil: WIr sind so verschieden, wie unsere Kunden.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
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