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Start > > -> "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 05.12.2009, 04:42   #126
Schalentierchen->Emailproblem
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Registriert seit: 05.12.2009
Beiträge: 83
Schalentierchen
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Ein liebes Hallo in die Runde,

habe mich gerade frisch angemeldet und vorher erst einmal mit ganz viel Interesse ganz viel hier gelesen.

Ganz kurze Vorstellung:
56 Jahre, seit 2001 krebskrank (Brustkrebs, 1 Jahr Chemo, Brustabnahme, Bestrahlungen; (zur Zeit Verdacht auf Knochenmetastasen) inzwischen ohne Befristung berentet

Ich sage euch: trotz dieser Scheiß-Krankheit und Jg. 1953... es war genauso ein K(r)ampf um die EM-Rente, wie ihr sie auch habt oder hinter euch habt!

Und ganz aktuell versuche ich einer Bekannten zu helfen, welche gerade durch diesen Amts- und Gutachter-Dschungel durchgepresst wird.

Bei mir waren es 10 Gutachter und 2 Reha´s (nie wieder!) nötig, um erst einmal eine Zeitrente zu erhalten, welche dann jeweils für 1 Jahr verlängert wurde.

Der Höhepunkt der Unverschämtheit hat dann in der letzten Reha stattgefunden, in dem mich die Kurärztin anmeckerte, ich soll nicht immer 5 Minuten früher als nötig vor der Tür stehen.
Auf meine Nachfrage, ob das denn so schlimm sei, meinte sie, das sei für mich "verlorene LEBENSZEIT"!

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte...

Nur zur Info: es geht mir soweit ganz gut; außer, dass ich körperlich ziemlich schnell platt bin.

So, nun aber zu euch:

Aus reichlicher RV-Erfahrung und ebenso bitterster Erfahrung mit Gutachtern, kann ich euch mitteilen:

Es gibt auf rein körperliche Erkrankungen so gut wie keine Rentenbewilligungen mehr!

Schreibt euch diesen Satz ganz dick hinter die Ohren und lernt ihn auswendig!

Wenn man überhaupt noch eine Chance haben will, MUSS gleichzeitig eine psychische Komponente hinzukommen.
Das heißt, man muss sich in Behandlung begeben; egal bei welchen Psycho-Doc.
Oftmals reicht ein Neurologe mit dem Zusatz: Psychologe.

Hätte mich der Kurarzt während der 1. Reha-Maßnahme nicht darauf aufmerksam gemacht, würde ich wohl heute noch um jedes Jahr Rente kämpfen.

Über den Fall meiner Bekannten berichte ich später (Wderspruch gegen Rentenablehnung läuft).

Ich werfe eine Kusshand in die Runde ;-)

euer Schalentierchen
Schalentierchen ist offline  
Alt 05.12.2009, 12:35   #127
gretl007->Emailproblem
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Ja, Du hast absolut Recht damit..
Ich war gestern bei meinem Orthopäden, auch der bestätigte mir diese Aussage..wenn wir überhaupt eine Chance haben, dann nur wenn es auf die psycho- Basis geht. Den Tip gab mir mein Entlassungsarzt bei der Reha, meine Anwältin, mein Hausarzt und jetzt auch mein Orthopäde.
Klaro, haben wir alle Gutachten hier liegen..ohne dem geht sowas wohl kaum..
In meinem Gutachten, steht unteranderem psychovegatitive Erschöpfung und ein Psychologe wäre angeraten..

Nun werd ich mich wohl oder übel zu einem Seelenklempner begeben müssen..obwohl mir mein Orthopäde bestätigt hat, das meine körperlichen Gebrechen eigentlich schon schlimm genug sind..
An Frau Merkel schick ich unser Schreiben trotzdem..versuch mach klug..
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
arbeiten....
gretl007 ist offline  
Alt 05.12.2009, 22:54   #128
Radi4u->Emailproblem
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Radi4u
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

na dann versuch es auf die Psychoschiene, denn auch das wissen die sogenannten Gutachter. Ich habe gestern meinen Gerichtstermin beim SG Detmold gehabt, weil ich Klage gegen diesen Irrsinn eingelegt habe.
Unterstützt wurde ich vom SovD in Lemgo. Mir wurde während der Verhandlung schon nahegelegt, die Klage zurück zu nehmen weil ich absolut keine Chance hatte, überhaupt mit irgend etwas durch zu kommen.
Es wird ja immer auf Vergleichstätigkeiten verwiesen. Wer nicht in seinem Job gearbeitet hat, oder keine Berufsausbildung(abgeschlossene) hat, ist vollschichtig Arbeitsfähig für leichte Tätigkeiten.
Da hat man aber 2 DIN A4 Seiten nur körperliche Einschränkungen, womit in keiner Branche ein Arbeiten möglich wäre, aber man ist arbeitsfähig. Ich glaube da steckt System hinter. Die Herren Gutachter wissen schon, das jemand wie ich oder Peramos oder wie ihr alle nicht mehr Arbeitsfähig seid. Aber wir arbeiten ja nicht, wir sind ja nur doofe Harzis, mit denen man machen kann was man will. Die letzten Gutacher wurden vom SG Detmold beauftragt, drei in Bad Oeynhausen, ein Psychologe, ein Orthopäde und ein Kardiologe.
Als erstes musste ich zum Psycho-Doc, da ich unter Panickattacken leide und einer generalisierten Angstörung und das seit über einem Jahr.
Ich bin auch seit Oktober 2008 krank geschrieben. Dieser hat mir mehrmals ins Gesicht gesagt, dass ich nicht mehr arbeitsfähig bin, auch wegen der 50% Schwerbehinderung und wegen meines Alters.
Im Gutachten stand hinterher......ja was wohl!!!!!!
Das selbe hat der Orthopäde und der Kardiologe geschrieben, bei fünf BSV´s, drei in der LWS und zwei in der HWS einer Spinalkanalstenose, die lt. Gutachter aber nicht existiert, aber auf dem Röntgenbild eindeutig vorhanden ist.

Der Kardiologe hat etwas vorsichtiger geschrieben, weil ich in einer SHG für Herz-Kreislauferkrankte in OWL Mitglied bin.
Nun hab ich es hinter mir, das heißt Arbeitsfähig aber mit ellenlangen
Einschränkungen.
Wie es nun weiter geht, weis ich nicht. Ich habe noch einen Tipp von meiner Psychologin, der mir allerdings nichts gebracht hat.
Wenn jemand unter Somatoformen Schmerzen leidet, soll mal in seine Gutachten schauen, denn da muss es heißen "Anhaltende" somatoforme Schmerzstörungen, denn die sollen wohl zu einer Rente führen.
Ich mach jetzt erst einmal Schluß mit dem Schreiben, bin einfach zu müde heute.

LG, Radi4u
Radi4u ist offline  
Alt 06.12.2009, 00:32   #129
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"


Oh Mann Leute, das ich so eine Resonanz auf meinen Thread hier bekomme, hab ich echt nicht gedacht.
Erstmal möchte ich Euch danke sagen dafür..Hört sich jetzt vielleicht irgendwie blöd an, aber ein wenig Trost findet man, wenn man merkt das man nicht allein da steht..
Aber, das ist doch so erschreckend..Herr Gott nochmal, ich könnt platzen, sind wir denen denn wirklich so hilflos ausgeliefert?
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
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gretl007 ist offline  
Alt 06.12.2009, 01:19   #130
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Schalentierchen
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Liebe Gretl007,

ja, dein Thread hat eingeschlagen wie ´ne Bombe. ;-)

Ich denke, es gibt einfach viel zu viele Fälle, die sich stark ähneln... und mit dem Endergebnis... "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar" enden (damit hab ich euch auch über google gefunden). ;-)

Zuerst möchte ich mich an Radi4u wenden:

Es tut mir sehr leid, dass du vor dem SG nicht weitergekommen bist! Ich kann verstehen, dass deine Verbitterung groß ist.
Was ich aber NICHT verstehen kann:
Warum hat der SovD dich nicht vorher gewarnt!? Eigentlich sollten Fachleute wissen, wann ein Gerichtsprozess Aussicht auf Erfolg hat und wann nicht.
Kerle Kiste, man hat dich doch ins offene Messer laufen lassen (finde ich)!

Hattest du eigentlich ein Attest von deinem Psycho-Doc vorgelegt?
Warst du in einer entsprechenden Reha, welche die generalisierte Angststörung und die Panikattacken bestätigt hat!?

Was ist mit sozialem Rückzug!? Hat dich der Psycho-Gutachter danach gefragt!?
Und: wie steht es mit der Wegefähigkeit zum (nicht vorhandenen, aber eventuellen) Arbeitsplatz!? Gerade bei einer generalisierten Angststörung und Panikattacken dürfte die nicht voll vorhanden sein...

Aber jetzt heißt es erst einmal, wieder neue Kraft zu schöpfen und... in einem Jahr einen weiteren Antrag zu stellen.
Ich denke nicht, dass du vor das LSG ziehen wirst, oder?
Momentan kann ICH dir davon nur abraten; nachdem, was du geschrieben hast, geht das auch wieder in die Hose (ist aber nur meine persönliche Meinung).

Du solltest während des einen Jahres kontinuierlich Ärzte aufsuchen. Und... einen Antrag auf eine psychosomatische Reha stellen. Ich weiß jetzt nicht, wer der Kostenträger bei Hartz 4-Leuten ist, aber das sollte man ja rausbekommen können.

Und jetzt sag bloß nicht, das ist dir alles zu anstrengend. ;-)
JA, es IST anstrengend und es kostet viele viele Nerven.
Aber genau darauf sind die RVen ja raus: die Leute mürbe machen.

Überlegs dir einfach... neues Jahr, neues Glück, oder!?

So, hier schließe ich erst mal.

Und dann schreibe ich über meine Bekannte.

Liebe Grüße
euer Schalentierchen
Schalentierchen ist offline  
Alt 06.12.2009, 01:26   #131
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Eierbecher
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

@ Radi4u

Nicht aufgeben.
Wenn einer deiner Fachärzte nicht mit dem Urteil bzw. den Gutachten einverstanden ist, kannste ein eigenes Gutachten einreichen.

Die Kostenfrage ist natürlich eine entscheidene Komponente.

Ich habe vorm SG Detmold nächstes Jahr gleich mehrere Prozesse.

Eine Empfehlung zu einem Neurologen habe ich schon, den werde ich jetzt auch aufsuchen.

Zu allem Übel stellt die Arge jetzt auch noch die Zahlungen ein, ich habe nach 2 Jahre währendem Kampf statt einer Umsetzung innerbetrieblich eine Abfindung erhalten.

Das baut auf

Deshalb sage ich jetzt "Prost"

MfG

Eierbecher
Eierbecher ist offline  
Alt 06.12.2009, 03:42   #132
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Schalentierchen
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Ok,

dann fange ich mal an und hoffe, ich bekomme den langen Leidensweg auf die Reihe.
Zweck dieses Berichts soll sein, anderen Betroffenen vielleicht zu helfen... vielleicht... denn jeder Fall ist individuell.

Meine Bekannte hat einen außergewöhnlichen und sehr verantwortungsvollen Beruf erlernt; hat danach (auch) durch den Schichtdienst schweineviel Kohle verdient.
Alles lief normal...

Etwa drei Jahre später hatte sie das erste mal einen kleineren Arbeitsunfall (Fingerbruch). Es folgten in immer kürzeren Abständen weitere Arbeitsunfälle, nichts gravierendes, aber immer wieder mit AU endend.

Dann kam der Tag, an dem sie einen Wegeunfall erlitt (auf dem Weg zur Arbeit). Den überlebte sie nur mit einem Schutzengel an Bord (Auto), denn sie krachte mit ca 80 bis 90 km/h gegen eine Autobahnschutzwand (wurde später so von einem Sachverständigen bestätigt).

Das war dann der Moment, wo ich ihr dringend zu einem Arztbesuch riet. Sie versicherte mir nämlich immer wieder, sie könne sich an keinen einzigen der Unfälle erinnern; weder an die vorherigen noch an den aktuellen.

Zu diesem Zeitpunkt war meine Bekannte 28 Jahre alt...

Es folgten unendlich viele Untersuchungen, bei denen erst einmal eine kardiologische Erkrankung festgestellt wurde. Nix zum operieren, aber es müssen lebenslange Medis gegeben werden.

Ich riet ihr, einen Reha-Antrag zu stellen, damit sie erst einmal zur Ruhe kommt und neue Kraft tanken kann.
Der 1. Antrag wurde prompt abgelehnt; nach einem deftigen Widerspruch wurde dem Widerspruch dann abgeholfen.

Also fuhr sie in eine Herzklinik, damit dort die Herzerkrankung noch einmal bestätigt und dokumentiert... und... ihre Erwerbsfähigkeit (oder Erwerbsminderung) festgestellt werden sollte.

Während der gesamten Zeit war sie übrigens AU, also arbeitsunfähig und so wurde sie natürlich auch wieder entlassen.

Eine Entscheidung über Erwerbsfähigkeit wurde nicht getroffen, stattdessen stand im Entlassungsbericht, dass es "fraglich" sei, ob eine vollschichtige Tätigkeit noch ausgeübt werden könne.

ABER... für ihren erlernten Beruf wurde sie "unter 3 Stunden" eingestuft.

Dann begann eine Odyssee mit dem Arbeitgeber.
Einem AG, den jeder in D kennt, einem riesengroßen Unternehmen und so gut wie alle haben ihn schon einmal in Anspruch genommen.

Meine Bekannte war voller Zuversicht, dass in so einem Unternehmen mit Sicherheit ein "Schonarbeitsplatz" vorhanden sei; vor allem, weil sie ja einen GdB von 50 habe.

Es folgten etliche Gespräche mit dem AG, dem Personalrat, dem Schwerbehindertenvertreter... immer und immer wieder.

Dann bekam sie plötzlich einen Anruf, es sei ein passender Arbeitsplatz gefunden worden und sie solle vorbeikommen.

Froh und glücklich fuhr sie also hin... und kam völlig aufgelöst zurück.
Den freien Platz hat man nur 15 Minuten vor ihrem eigenen Termin einem älteren Arbeitskollegen gegeben... weil er wegen seines Alters bevorzugt werden musste.

Also wartete sie wieder etliche Wochen und nix tat sich.

Zwischenzeitlich erfolgten weitere Untersuchungen... diesmal konzentrierten sich die Ärzte auf die zahlreichen Arbeitsunfälle, an die keine Erinnerungen bestanden.
Schließlich erhielt sie eine Überweisung in eine neurologische Klinik. Dort befand sie sich gerade, als die arbeitgeberseitige Kündigung ins Haus flatterte (ich hatte den Briefkastenschlüssel und fand den Brief).

Während sie nur noch wie ein Häufchen Elend reagierte, hätte ich platzen können!!!
Sie hat die Kündigung dann einfach akzeptiert, obwohl ich ihr zu einer Klage riet.

Seit dem ist meine Bekannte nur noch ein Wrack... physisch wie psychisch. Aus einer lebensfrohen und intelligenten Frau, welche einen hochdotierten Beruf ausgeübt hat, wurde ein krankes und psychisch nicht mehr belastbares Menschlein.
Sie hat bis heute diese "Behandlung" durch den Arbeitgeber nicht verkraftet.

Die neurologischen Untersuchungen im Krankenhaus mussten abgebrochen werden... weil das entscheidende Gerät kaputt ging. Es erfolgte die Entlassung, ohne irgendein Ergebnis.

Der behandelnde Neurologe schüttelte nur noch mit dem Kopf und... schrieb sie weiter krank.

Ich beobachtete die Entwicklung mit großer Sorge, denn die 78 Wochen Krankengeld-Anspruch neigten sich langsam.

Und dann geschah ein kleines Wunder! ;-)

Es kam ein Brief von der RV, dass sie einen Rentenantrag stellen solle, da nach Rücksprache mit der Herzklinik eine Erwerbsminderung (3 bis unter 6 Stunden erwerbsfähig) festgestellt worden sei.

Wundert euch bitte jetzt nicht, es handelte sich um eine damals noch human handelnde Rentenversicherung.
Näher möchte ich mich dazu jetzt nicht äußern... mehr dazu gibt es später.

Durch die Arbeitslosigkeit wurde diese "halbe" Rente automatisch in eine "volle" umgewandelt... in eine sogenannte ->Arbeitsmarktrente.

Als ich dann im Rentenbescheid etwas von 36 Jahren Zurechnungszeit las, war das schon komisch. 36 Jahre... das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ;-)

Aber gerade diese 36 Jahre Zurechnungszeit waren es, die die Rentenzahlung in die Höhe trieb.
Wer sehr gut verdient hat, bekommt auch anteilig diese 36 Jahre als Beitragszahljahre angerechnet und das kann sich echt lohnen.

Ok, es ist jetzt keine Summe, von der sie im Luxus schwelgen könnte, aber ausreichend für den Lebensunterhalt.

Aber... ein Jahr Bewilligungszeit ist schnell vorbei.

Während diesem einen Jahr erfolgten weitere neurologische klinische Untersuchungen, immer ohne Ergebnis.
Aber der Neurologe gab nicht auf.
Irgendeine Erklärung für diese mysteriösen Unfälle musste es geben. Als er von einer neuartigen Blutuntersuchung hörte, welche diesen Verdacht auf eine neurologische Störung erhärten könnte, ließ er sie sofort durchführen.
Und: Bingo...

Das eine Jahr Rente ging dann dem Ende zu; die Verlängerung stand an. Die Ärzte schrieben ausführliche Berichte, welche sämtlich von den beiden Gutachtern abgeschmettert wurden (kennt ihr ja).

Außer der Herzerkrankung (komisch, vor einer Herzklinik scheinen Gutachter doch noch etwas Respekt zu haben), welche nicht rentenrelevant sei (aha!), sei sie doch kerngesund (aha!).
Und eine neurologische Diagnose sei ja nicht vorhanden; diese Blutuntersuchung sei zwar ein Hinweis auf eine Störung (aha!), aber nicht bewiesen (sind wir hier vor einem Strafgericht!?)

Trotzdem erhielt meine Bekannte ein weiteres Jahr Rente (aha!).

Und wieder folgten Untersuchungen; diesmal in einer renomierten Fachklinik für Neurologie; sehr weit von ihrem Wohnort entfernt und angeblich spezialisiert.
Dort wurde dann tatsächlich in bestimmten Situationen eine neurologische Abweichung festgestellt; welche dieses "nicht erinnern können" erklären würde.

ABER: dies hat die Stationsärztin festgestellt und in der Freude (meiner Bekannten)... ENDLICH habe man die Erklärung gefunden... machte sie den riesengroßen Fehler und berichtete, dass sie ja bald wieder zum Gutachter der RV müsse... wegen der Rentenverlängerung. Und dass man ihr diesmal glauben MÜSSE, dass keine Erinnerung an die Unfälle bestehe. Jetzt sei es endlich bewiesen.

RUMMMMMMMMS!!!

Das Ende vom Lied war, dass die Stationsärztin den Professor informierte. Dies müsse sie immer dann (so ihre Worte), wenn der Krankenhaus-Entlassungsbericht einem RV-Gutachter vorgelegt würde.

Der Prof flüsterte dann mit der Stationsärztin und... sie zog ihre Aussage zurück. Sie habe nichts feststellen können; sie habe sich da wohl geirrt. :-( :-( :-(

Nach der Entlassung berichtete meine Bekannte dann ihrem Neurologen davon. Der aber guckte erstaunt, denn... der KH-Entlassungsbericht lag ihm bereits vor.
Und in dem stand wörtlich: eine neurologische Erkrankung liegt vor.
Unterschrieben hatte nur die Stationsärztin...

Auf Grund dessen erhielt meine Bekannte dann ein weiteres Jahr Rente; also inzwischen jetzt 3 Jahre.

Haltet ihr eigentlich noch durch oder braucht ihr eine Pause? ;-)
Holt euch lieber erst mal frischen Kaffee, es geht noch weiter. ;-)

Ein halbes Jahr nach der Krankenhaus-Entlassung und der zwischenzeitlich neuen Zeitrenten-Bewilligung flattert dem behandelnden Neurologen ein zweiter Entlassungsbericht in die Praxis!

Und dieser Bericht war HANDSCHRIFTLICH geändert worden.

Das Wort: Eine (neurologische Erkrankung liegt vor) war durchgestrichen worden und mit einem Kugelschreiber stand oben drüber: Keine (neurologische Störung liegt vor).
Unterschrieben hatten die Stationsärztin und der Prof.

Der Neurologe musste an sich halten, um nicht los zu lachen.
Für ihn stand die Diagnose schon lange fest; der Bluttest bestätigte diese, die Medis schlugen an, es gab keine Unfälle mehr.

"Nur" die Herzerkrankung ließ sich trotz stärkster Medis nicht weiter verbessern. Da war die Grenze des Möglichen erreicht.

Unterdessen verschlechterte sich der psychische Zustand meiner Bekannten immer mehr.
Sie hatte (und hat) jedes Vertrauen in Menschen verloren. Sie ist unglaublich misstrauisch (geworden); glaubte (und glaubt) keinem mehr (verständlich) und zog sich immer mehr in ihre Wohnung zurück.

Der Neurologe verordnete ihr Psychopharmaka; er wollte erst einmal ihre Psyche stabilisieren, um dann weiter zu sehen.

Nach vielen vielen schrecklichen Wochen ging es tatsächlich wieder bergauf. Zwar nicht optimal, aber es wurde besser.

Und dann stand die nächste Rentenverlängerung an: Nr. 4

Das aller-aller Entscheidenste passierte zwischendurch praktisch unbemerkt von ihr und mir: die Rentenversicherungs-Fusion.

Die Medien berichteten darüber, ja.
Gelesen und registriert: ja.

Was es für meine Bekannten für Auswirkungen haben würde, ahnte weder sie noch ich.

Später mehr, ich will eure Geduld nicht überstrapazieren. ;-)

Ach, ich sollte ein Buch schreiben. Vielleicht werd ich ja dann noch reich und kann diese ganzen korrupten (sorry, ist meine eigene Meinung) Gutachter verklagen. ;-)

Gute Nacht!

euer Schalentierchen
Schalentierchen ist offline  
Alt 06.12.2009, 04:43   #133
Eierbecher->Emailproblem
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Eierbecher
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Super geschrieben, es wird einem nicht langweilig.

Ich kann es garnicht erwarten die Fortsetzung zu lesen

MfG

Eierbecher
Eierbecher ist offline  
Alt 06.12.2009, 09:10   #134
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b31runner
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Man sollte ein Buch schreiben.

Schalentierchen ist ja schon auf dem besten Weg dahin (Prima geschrieben )

Alle aus unserem Zusammenschluss auch, jeder für sich.

Das kommt dann in die Homepage und sicherlich finden wir noch viele weitere Schiksale.

Vielleicht finden wir ja mal einen unterstützenden Rechtsanwalt und dann kommt das gesamte Dilemma mal auf den Tisch.

Aufdecken von Koruption, usw.

Und vor allem wie unmenschlich mit uns umgegangen wird.

Krank sein und zusätzlich krank gemacht werden von unserem Staat führt wohin?

genau das muss auf den Tisch!!!
__

Nette Grüße aus dem Süden Deutschlands
b31runner ist offline  
Alt 06.12.2009, 11:02   #135
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peramos
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Vor allem die "noch Gesunden" sollen siech Gedanken machen, wenn das Schicksal sie ereilt, wie gut unser Rentensystem dann wirklich ist.
__

Für die Arbeit zu krank,für die Umschulung zu alt, für die Rente zu gesund! Man sollte mich einschläfern.
peramos ist offline  
Alt 06.12.2009, 12:51   #136
gretl007->Emailproblem
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Guten Morgen Alle,
ja der Bericht von Schalentierchen liest sich wie ein schlechter Krimi..
Was denken die eigentlich, wie die mit uns umgehen dürfen??
Da krieg ich nen verdammt dicken Hals, wenn ich nur darüber nachdenke.
Ja, ein RA für uns zu gewinnen, daß wär schon ein supi Ding..
Eigentlich hätten wir Akte mit noch mehr Schreiben bombardieren sollen..Ich überleg grad, jede Woche müßte denen ein so ein Schreiben hinflattern, solange bis sie reagieren..
Steter Tropfen hölt den Stein..

Wisst ihr was mir auch aufgefallen ist..
Je höher die zu erwartende EU-Rente ausfallen müßte desto schwerer wird es.
Ich hab einen Bekannten, der hat nie so sonderlich viel eingezahlt-schwere OP gehabt mit 55 Antrag auf EU-Rente gestellt und durchbekommen. Und das obwohl in seinem Reha-Abschlußbericht auch dieser eine Satz stand..tja Leute auch so kann es gehen..nur, das diese seine Rente so lächerlich klein ausfällt, das er noch zusätzlich Grundsicherung bekommt..Der Gutachter hat ihn nur gefragt, ob er sich in der Lage fühlt über 3 Std zu arbeiten, er sagte NEIN und zack hatte er seine Rente..

Ich hätte Anrecht auf einen Betrag welcher 3 mal so hoch wäre, als der meines Bekannten und bin 10 Jahre jünger..tja, und ich hab weitaus mehr am "Hals"..
So funktioniert dieses System..es geht nur um eines---KOHLE--
Um nix anderes..
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
arbeiten....
gretl007 ist offline  
Alt 06.12.2009, 18:17   #137
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Schalentierchen
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@ gretl007,

nein, eine Rentenablehnung hat nur ganz wenig mit der zu erwartenden Rentenhöhe zu tun.

Viel wichtiger ist das GESCHLECHT!

Männer haben statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung als Frauen!

Man nehme zwei völlig identische Erkrankungen.
Beispiel: Mann und Frau, beide 57 Jahre alt, beide abgeschlossene Berufsausbildung; beide haben 31 Jahre gearbeitet.

Herzinfarkt bei Beiden; 3 Bypässe bei Beiden; funktioneller Bluthochdruck bei Beiden (Achtung, funktioneller lässt sich schlechter therapieren als nicht funktioneller), Reha-Aufenthalt in einer Herzklinik.

Der Mann wird entlassen mit einer Erwerbsfähigkeit unter 3 Stunden und wird auch für jede andere Tätigkeit unter 3 Stunden kaputt geschrieben.

Die Frau wird mit dem berühmten Satz entlassen: "vollschichtig einsetzbar für leichte Tätigkeiten."
Nur für ihren erlernten Beruf erhält sie "unter 3 Stunden."

Glaubt ihr nicht!?

Doch, könnt ihr glauben, alles so erlebt und auch Ärzte deswegen befragt.

LG
euer Schalentierchen

PS: ich schreib gleich weiter! ;-)
Schalentierchen ist offline  
Alt 06.12.2009, 19:25   #138
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Zitat:
Viel wichtiger ist das GESCHLECHT!
nee...also ich weiß nicht..

meinste??????????
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
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gretl007 ist offline  
Alt 06.12.2009, 20:36   #139
Radi4u->Emailproblem
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Radi4u
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da hat Schalentierchen recht, so ist das hier in Deutschland. Ich bin seit 1980 im Lager-Versandwesen tätig gewesen. Habe die Scheine die ich für die Tätigkeit brauche, habe GGVS Lehrgänge besucht und darf diese Tätigkeiten nicht mehr ausführen, lt. LVA und anderen Gutachten unter drei Stunden. Da ich aber keine abgeschlossene Berufsausbildung habe........ Den Rest kennt ihr.
Ich meine hier sollte man diesen Halbgöttern in Weiß mal ganz gehöhrig auf die Finger klopfen, denn was diese Herren sich anmaßen stinkt zum Himmel.
Vor allem die lügen schneller als ein Pferd laufen kann. Beispiel von mir: Orthopäde sagt, ziehen sich bis auf die Unterwäsche aus und verlässt den Raum. Im Gutachten steht dann, das Auskleiden verlief relativ zügig.
Wie konnte er das sehen??? Kamera??? Zehen und Hackenstand geht bei mir überhaupt nicht im Gutachten Zehen und Hackenstand unauffällig.
Der Kardiologe schrieb Herzschrittmacher gut eingestellt, aber ausgelesen hat er ihn nicht. Ich habe auch komischer Weise keine Infarktnarbe mehr, alles weg.
Das war nur ein Teil was diese Herren sich anmaßen.

Den sozialen Rückzug habe ich schon lange begonnen deshalb habe ich auch letztes Jahr im Oktober eine Psychologin aufgesucht.
Seitdem schluck ich fleißig meine Tabletten, aber glaubt man nicht das es mir da durch besser geht ne ne. Die Panikattacken sind weniger geworden, aber die Angst sitzt mir immer noch im Nacken.
Meine Wegefähigkeit ist immer noch eingeschränkt, ca. 100m Schmerzfrei, auf Grund einer Spinalkanalstenose die zu den BSVs noch dazu kommt.
Ja ich werde ab Januar Nägel mit Knöpfen machen und vor Dir Schalentierchen ziehe ich meinen HUT.
Denn was du durch machst dagegen ist meine Krankheit eine Lapalie.

LG, Radi4u
Radi4u ist offline  
Alt 06.12.2009, 20:44   #140
Schalentierchen->Emailproblem
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Schalentierchen
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

So, jetzt geht es weiter.

Diese Rentenkassen-Fusionierung (alle unter einem Dach) wurde ausgerechnet vollzogen, als meine Bekannte die 4. Rentenverlängerung beantragen musste.

Sie (und ich) wussten zwar, dass so etwas geplant war... aber ein Datum kannten wir nicht.

Gewundert hat sich meine Bekannte dann, als sie wochenlang überhaupt nichts mehr von ihrer RV hörte.

Es verging ein Monat, zwei Monate, drei Monate... nichts rührte sich.
Die Rente lief aus, ohne dass sich irgendetwas tat.

Meine Bekannte musste sich also ganz schnell bei der Agentur für Arbeit melden, um die Nahtlosigkeitsregelung (§ 125, III. SGB) in Anspruch zu nehmen.
Der zuständige Sachbearbeiter der AA klärte sie dann auf, dass sie nicht die erste Zeitrentnerin sei... er hatte bereits etliche Fälle auf dem Tisch liegen.
Und riet ihr dann, mal bei der RV anzurufen.

Das tat sie dann auch.
Wer sich da genau meldete, kann ich nicht sagen. Der bisher zuständige Sachbearbeiter war es jedenfalls nicht.

Heraus kam dann, dass sämtliche Akten der Versicherten in Kartons verpackt und... auf dem Weg ins neue Dominizil waren.
Ein Blick in den PC verzeichnete aber einen Eingang des Rentenverlängerungs-Antrages... wenigstens etwas.

Ihr wurde geraten, einmal in der "neuen Behausung" nachzufragen, ob die Akte inzwischen vielleicht eingegangen sei.
Er gab ihr die Telefon-Nummer...

Und so ganz nebenbei meinte er dann, dass sämtliche Mitarbeiter der "noch" RV ausgetauscht würden. Jeder erhielte einen anderen Arbeitsplatz; andere gingen in den Vorruhestand und wieder andere hätten sich ganz woanders hin versetzen lassen.

Anders ausgedrückt: ein einziges Kuddelmuddel und zwischendrin unzählige Zeitrentner, die sich deswegen bei der AA melden mussten.

Meine Bekannte nahm sich ein Herz und rief also in der neuen Behausung an. Eine Dame meldete sich und fragte unfreundlich, woher sie eigentlich die Telefon-Nr. habe!?
-ohne Kommentar-

Dann folgte eine Belehrung über die immense Arbeit, die sie als SB nun wegen der Fusionierung hätte (ohne Worte!)... und zum Akten-Suchen hätte sie nun wirklich keine Zeit!
Damit war das Gespräch beendet...

Ich riet meiner Bekannten, in einen Sozialverband einzutreten und ihre Interessen vertreten zu lassen.
Das tat sie dann auch... mit dem Erfolg, dass der Anwalt des Sozialverbandes pausenlos bei der RV nachfragte, wann denn nun endlich mal ein Fortschritt in der Angelegenheit zu erwarten sei.

Eine Antwort kam nie...

So vergingen weitere Wochen des Wartens (wer kennt nicht das zermürbende tägliche Warten auf Post!?).

Irgendwann reichte es dem Anwalt und er drohte mit Untätigkeitsklage.
Jetzt endlich tat sich etwas... es folgte die Rentenverlängerung für ein Jahr... ohne eine weitere gutachterliche Untersuchung.

Wie dem Anwalt intern zu Ohren kam, war die Akte meiner Bekannten trotz intensiver Suche bei der RV nicht mehr aufgetaucht. Sie war schlicht und einfach... WEG.
Außerdem ließ er durchblicken, dass es bei einigen Zeitrentnern NUN sehr eng mit einer Verlängerung werden könne... da würde ab sofort kräftig gesiebt.

Wie Recht der Herr doch haben würde! :-(

Nun ja, die Rente war also wieder einmal für ein Jahr verlängert; meine Bekannte atmete auf. Die AA holte sich das gezahlte Geld von der RV wieder (Verrechnung) und alles schien gut.

O nein, nichts war gut!!!

Knapp zwei Wochen später erhielt meine Bekannte einen dicken fetten Briefumschlag in DIN-A-4... von der RV.

Als sie den ersten Satz des ersten Blattes las, war sie erst mal sprachlos.
Da stand wortwörtlich: "Auf ihren Antrag vom .. .. .... (Tag des Rentenverlängerungs-Antrages) bewilligen wir Ihnen eine Medizinische Rehabilitationsmaßnahme in einer psychosomatischen Klinik. Dauer der Maßnahme: 4 Wochen

Weder sie noch ich konnten glauben, was da stand.
Und natürlich waren bereits sämtliche notwendigen Fragebögen dabei (erwähnte ich schon, dass selbst ich (als ehemalige Bürohexe ;-))Fragebögen inzwischen hasse wie die Pest!?).

Sie (und ich) glaubte/n an einen Irrtum. Sie hatte keinen Reha-Antrag gestellt...

Also rief sie die Sachbearbeiterin an.
Heraus kam dann, dass sie zwar keinen Reha-Antrag gestellt habe, es aber im Ermessen der RV liegen würde, eine Reha ANZUORDNEN und zwar auch dann, wenn eine Zeitrente bereits verlängert worden wäre.

Aha!...

Nur die Frage nach der Akte... die war wieder einmal umsonst.
Keine Akte auffindbar.

----------------------------------------------------------------------

Sorry, ich mach hier mal einen Abschnitt und füge meine eigenen Gedanken hinzu.
Fakt war also: keine Akte da; der Anwalt ließ keine Ruhe und nervte; eine Entscheidung musste getroffen werden und zwar rasch.
Man verlängerte also erst einmal ohne gutachterliche Untersuchung die Zeitrente.

Da aber die Akte weiterhin unauffindbar blieb und man neue, aussagefähige Unterlagen haben wollte, kam man auf die glorreiche Idee einer medizinischen Reha-Maßnahme.

Gleichzeitig ist der Entlassungsbericht einer Reha-Klinik ein Gutachten... ein Gutachten, in dem auf Biegen und Brechen die volle Erwerbsfähigkeit bescheinigt werden sollte.

Man kann es auch das angekündigte "sieben" nennen.

-----------------------------------------------------------------

Ich stell mal Weihnachtsplätzchen und Kaffee hin; jeder hier kann zugreifen... kostenlos natürlich.

-----------------------------------------------------------------
So, jetzt geht´s weiter.

Meine Bekannte fuhr also in die Reha und als ob man sie noch zusätzlich ärgern wollte... war der Aufenthalt über Weihnachten und Neujahr angesetzt.

Kraft, sich dagegen zu wehren, hatte sie schon lange nicht mehr. Sie war zum willenlosen Wesen mutiert...

Was sich in der Klinik alles abgespielt hat, kann ich beim allerbesten Willen nicht komplett aufschreiben; es war viel zu viel und vor allem: menschenunwürdig und teilweise sogar menschenverachtend.

Meine Bekannte verfiel in der Klinik immer mehr und je dreckiger es ihr ging, um so größer wurde der Druck von Seiten der Therapeuten.

Erst, als man ihr vorwarf, sie würde können (arbeiten), aber nicht wollen, wehrte sie sich mit Worten.
Mit etwas lauteren Worten, vermute ich.
Meine Bekannte ist alles andere als laut, also muss man sie dermaßen in die Zange genommen haben, dass sie etwas lauter geworden ist.

Danach war auch die allerletzte Kraft verbraucht; so sehr, dass plötzlich die Kur-Ärzte allesamt Panik bekamen. Panik, dass meine Bekannte Suizid begehen könnte.

Ich glaube, sie war damals tatsächlich soweit...

Durch diese Suizid-Sorge (die übrigens nicht im Entlassungsbericht dokumentiert wurde) entließ man meine Bekannte als arbeitsunfähig... obwohl sie arbeitsfähig (aber erwerbsgemindert) die Reha angetreten hatte!

Und weil sie -natürlich- nicht den völlig verlogenen und mehr als Anklage auslegbaren Entlassungsbericht lesen sollte, setzte man in großen roten Buchstaben oben drüber:
"Nicht an die Patientin auszuhändigen!"

Nun, meine Bekannte kam in einem völlig desolaten Zustand nach Hause. Ich erkannte sie nicht mehr wieder... schwarze Ringe unter den Augen; stark abgemagert (dass sie nichts gegessen hat, ist nicht aufgefallen); unheimliche Blässe im Gesicht... sie war nur noch ihr eigener Schatten.

Es hat viele Monate gedauert, bis sie sich von diesem Aufenthalt ein bisschen erholt hat; viele viele Monate.
Zu schwerwiegend waren die Erlebnisse...

Der Neurologe war fassungslos. Er riet ihr, einen Beschwerdebrief aufzusetzen... aber sie war nicht dazu fähig. Sie war zu überhaupt nichts mehr fähig...

2 Wochen nach ihrer Heimreise flatterte erneut ein Brief der RV ins Haus.
Dort wurde sie freundlich darauf hingewiesen, dass sie "vollschichtig" erwerbsfähig eingestuft worden wäre und sie wegen einer "Teilhabe am Arbeitsleben" (Umschulung) vorsprechen solle.
Und ganz großzüging dann noch der Hinweis:
"Falls Sie sich dazu derzeit nicht in der Lage fühlen (haha!), können Sie auch noch zu einem späteren Termin vorsprechen.
*Anmerkung*: Die Zeitrente lief da noch 9 Monate!

Der Neurologe und der Kardiologe waren damit überhaupt nicht einverstanden.... erst recht nicht in DEM Zustand.
Sie rieten also ab...

So vergingen die nächsten Monate und meine Bekannte erholte sich millimeterweise.
Es war so ein verdammt harter und schwerer Weg, mit unzähligen Nervenzusammenbrüchen, Panik-Attacken, Angstzuständen... sobald auch nur das Thema "Reha" von mir angesprochen wurde.

Nach Rücksprache mit dem Neurologen stellte sie dann nach einem halben Jahr die nächste Zeitrentenverlängerung... Nr. 5

Sorry, seid nicht böse, aber ich bin sehr erschöpft.
Ich schreib nachher weiter, ja!?

LG
euer Schalentierchen
Schalentierchen ist offline  
Alt 06.12.2009, 20:53   #141
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

mir fehlen die Worte...
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
arbeiten....
gretl007 ist offline  
Alt 06.12.2009, 21:17   #142
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b31runner
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Gerade das sollte uns ermutigen

GEMEINSAM

zu kämpfen, so wie wir es nun begonnen haben.

Schalentierchen liefert uns hier etwas, was, die Öffentlichkeit interessiert.

Schalentierchen, ich weiß es ist hart und nervenaufwedig, aber bitte schreib weiter.

Danke im Voraus.

Du schreibst übrigens verdammt gut.
__

Nette Grüße aus dem Süden Deutschlands
b31runner ist offline  
Alt 07.12.2009, 04:42   #143
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Schalentierchen
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

So, da bin ich wieder, gut erholt durch... Schlaf. ;-)

Nicht auf die Uhrzeit schauen bitte; danach schaue ich schon lange nicht mehr. ;-)

Ok, also: Rentenverlängerung Nr. 5 stand an.

Neurologe und Kardiologe standen voll hinter meiner Bekannten; der Sozialverband (welcher übrigens auch von der Nichtwahrnehmung eines Beratungsgespräches informiert worden war) übernahm die Abwicklung.

Genau 8 Tage (!) nach dem Verlängerungs-Antrag war Post von der RV im Briefkasten.

Und: nein, er war nicht über den Anwalt gekommen (wie sonst), er kam direkt ohne Umwege zu ihr (man hatte es wohl sehr eilig).

Sinngemäß stand dort, dass der "Verwaltungsvorgang" abgeschlossen worden wäre, weil keine Reaktion auf die Aufforderung eines Beratungsgesprächs hinsichtlich einer Teilhabe am Arbeitsleben erfolgt sei.

Außerdem:
Eine Überprüfung (Reha) habe ergeben, dass die Leistungsvoraussetzung (Zeitrente) über den .. .. .... (letzter Tag der Bewilligung) nicht mehr gegeben sei.

Anders ausgedrückt: man hatte die (immer noch nicht vorhandene) Akte meiner Bekannten geschlossen.

Das von Beginn an (meine feste Überzeugung nach der Fusionierung!) angestrebte Ziel (der RV) war erreicht: Akte zu, ein Fall weniger.

Der Anwalt legte formlos Widerspruch ein und meinte lapidar, dass das ein "typischer Fall" für´s Sozialgericht werden würde...

Aha... der Widerspruch war gerade erst eingelegt und er weiß schon, dass der Fall vor dem SG landet!?
Hellseherische Fähigkeiten oder Erfahrungswert!?

Um den Widerspruch begründen zu können, wollte er erst einmal die gesamte Akte anfordern.

Es kam -wie erwartet- eine "Akte", in der... der Reha-Entlassungsbericht abgeheftet war.

Also hat meine Bekannte mit meiner Hilfe (Unterlagen nach Daten sortiert und durchnummeriert) ihre eigene Akte (die vollständig war und ist) kopiert... und dem Anwalt überlassen.

Sicherheitshalber hat sie dann noch ein zweites Mal alles kopiert und diese 2. Akte bei einer Person ihres Vertrauens hinterlegt.
Man weiß ja nie... so ihre Worte.

Gleichzeitig bat ich einen Bekannten, der zwar Volljurist, aber keine Rechtsanwaltszulassung hat, einen eigenen Widerspruch, der nicht nach Aktenlage, sondern ausschließlich nach der mündlichen Aussage meiner Bekannten verfasst werden sollte, nieder zu schreiben.

Damit wollte ich erreichen, dass auch einmal die direkt Betroffene Gelegenheit erhält, sich zu äußern. Und zwar ohne irgendeinen Druck von außen; ohne Zeitdruck; ohne Zwang, einem völlig Fremden (Arzt, Gutachter) jedesmal und immer wieder ihre Leidensgeschichte vortragen zu müssen und vor allem: in völlig zwangsfreier Umgebung... nämlich in ihren eigenen vier Wänden.

Der (beruflich leider stark belastete) Bekannte kam dann auch; las sich den Entlassungsbericht durch... schaute hin und wieder fragend meine Bekannte an... las weiter... und noch weiter... schaute wieder hoch zu ihr und meinte dann: "Au weia... da hat man aber so richtig in die Vollen gehauen. Diese Diagnose (zeigte auf eine von mehreren) wird Sie ihr ganzes Leben lang begleiten. Die muss dringend entkräftet werden."

Nicht böse sein, wenn ich diese Diagnose hier nicht genau nennen möchte. Aber enthalten sind die beiden Wörter: "aggressiver Art".

Und während ich für das leibliche Wohl sorgte, hörte ich die Beiden nebenan leise sprechen. Hin und wieder ertönte ein Schluchzen meiner Bekannten, dem dann wieder beruhigende Worte des Bekannten folgten.

Das Gespräch und die Niederlegung in schriftlicher Form haben dann 5 Stunden gedauert; 5 Stunden, die -nachträglich gesehen- das Beste im Rentenkampf gewesen sind.

Meine Bekannte war soooo glücklich und zufrieden! Sie las sich das Niedergeschriebene immer wieder durch und meinte: Genau DAS ist in der Klinik abgelaufen, genau SO ist es gewesen, DAS ist ENDLICH mal die Wahrheit!

Ich weiß nicht, ob überhaupt mal irgendwann diese Niederschrift wichtig werden wird. Der Anwalt des Sozialverbandes hatte kein Interesse daran; er hat "seinen" Widerspruch so verfasst, wie er ihn für richtig hält.

Zumindest ist nun etwas auf Papier, welches diesem absolut blödsinnigen, hinterhältigen und total verlogenen Entlassungsbericht Paroli bietet und sei es auch nur, um nichts in Vergessenheit geraten zu lassen... man weiß ja nie!

Wie gut bloß, dass ich meiner Bekannten geraten habe, sämtliche noch so kleinen Zettelchen von der Kurklinik aufzubewahren.
Alleine dadurch konnten einige widerwärtige und falsche Aussagen widerlegt werden und zwar: schwarz auf weiß.

Nun ja... die Verlängerung war also abgelehnt worden; die Einstellung der Rentenzahlung stand bevor.

Also musste meine Bekannte sich wieder einmal bei der AA vorstellen.
Ihre Hoffnung, auch diesmal nach § 125, III. SGB eingestuft zu werden, erfüllte sich nicht.

Um in den Genuss dieses Paragraphen zu kommen, ist zwingend erforderlich, dass noch keine Entscheidung seitens des Rententrägers erfolgt ist.
Dies ist aber bei Widersprüchen regelmäßig der Fall.
Vor einem Widerspruch steht die Rentenablehnung und damit kommt der § 125, III. SGB nicht mehr in Frage.

Also erfolgte die Einstufung nach § 117, III. SGB.
Damit war sie auf Gedeih und Verderb der AA ausgeliefert.
Was bei 125 nie passiert wäre, passierte jetzt. :-(

Der Arbeitsvermittler meldete sich umgehend; drängte darauf, dass meine Bekannte sich für halbe Tage für arbeitsfähig erklären sollte.
Dass sie dann nur noch Anspruch auf halbes ALG I gehabt hätte, sagte er nicht...

Als er merkte, dass meine Bekannte sich mit solchen Tricks (inzwischen notgedrungen!) auskennt, setzte er sie unter Druck.
Wenn sie damit nicht einverstanden wäre, würde er eine amtsärztliche Untersuchung veranlassen.

Und die Androhung machte er wahr: ganz schnell war der Termin im Briefkasten.

Der Amtsarzt war ausnahmsweise ein netter Mensch.
Muss man hier ausdrücklich erwähnen, weil nette Menschen im Amtswesen eine Rarität darstellen... leider.

Er hat ihr praktisch die weitere Vorgehensweise in den Mund gelegt; merkte wohl auch, dass die Vorladung zu ihm... reine Willkür des SB gewesen ist. Außerdem lag ihm der Entlassungsbericht der psychosomatischen Klinik vor und irgendetwas störte ihn am Inhalt. Gesagt hat er nichts, darf er wohl auch nicht, aber seine Mimik zeigte deutlich ein Missfallen.

Niedergeschrieben wurde dann, dass eine Tätigkeit als Botin vollschichtig möglich wäre... aber eine Vermittlung zu unterlassen sei, bis über den Renten-Widerspruch entschieden worden wäre.

Vorteil dieser Vorgehensweise: es besteht vorerst voller Anspruch auf ALG I.

Nachteil: sollte dem Widerspruch nicht abgeholfen werden (also erneute Ablehnung), ist ein erneuter Gang zum MD unausweichlich.

Und dann, so die Worte des Amtsarztes, würde er sie für nicht mehr vermittelbar einstufen; so, wie er es eigentlich jetzt schon veranlassen müsste.

Im Klartext heißt das:
Sollte dem Renten-Widerspruch nicht abgeholfen werden, landet meine Bekannte beim Sozialamt und zwar ohne Wenn und Aber.

Anspruch auf Hartz IV besteht bei "nicht vermittelbaren Personen" nicht; das weiß hier im Forum ja auch jeder Betroffene.


Aktueller Stand am Montag. 07. Dezember 2009:

Die Rentenversicherung hat auf den Widerspruch reagiert; es erfolgte eine erneute Begutachtung durch einen Internisten.
Dieser Termin verlief ohne besondere Vorkommnisse.
An der Herzerkrankung hat sich ja schließlich nichts geändert. Die ist mehrmalig dokumentiert und er hat sie nur noch einmal bestätigt (dazu reicht ein Belastungs-EKG).

Kürzlich kam ein erneuter Brief: Vorladung zur Begutachtung beim Neurologen/Psychologen.
Dieser Termin ist unmittelbar vor Weihnachten...

-------------------------------------------------------------------------

Resümeé:

Dieser Fall, so komplex er auch sein mag, ist beileibe KEIN Einzelfall.
Er spiegelt lediglich DAS wider, was tagtäglich tausende kranke Menschen erleben (müssen).

Menschen, die wegen einer oder mehrerer Erkrankungen den gesetzlichen Anspruch(!) auf Rente wahrnehmen.

Ja, die Rentenkassen sind leer.

Aber dürfen leere Rentenkassen dazu führen, dass man kranke Menschen dermaßen massiv unter Druck setzt, bis sie physisch und psychisch am Boden sind... um dann immer noch drauf zu treten!?

Kritiker könnten jetzt behaupten, ich würde maßlos übertreiben.
Kritiker könnten jetzt behaupten, sie würden ja schließlich nur nach den Gesetzen und Vorgaben handeln.

Diesen Kritikern sage ich aus -auch eigener- leidvoller Erfahrung:

Bitte vergessen Sie nicht: diese kranken Menschen sind MENSCHEN; keine seelenlosen Objekte, die erst aktiviert (weil zu faul), dann therapiert (du hast DAS zu tun, was WIR wollen, Widerspruch zwecklos) und schlussendlich analysiert (Simulant) werden müssen.

Dieser nicht mehr tragbare Zustand im Umgang mit EM-Rentenantragstellern MUSS ein Ende haben!

Gutachter der RV sollten auf ihre Tauglichkeit im Umgang mit Kranken regelmäßig überprüft werden!

Gutachter sollten nur Rentenantragsteller begutachten dürfen, welche auch im jeweiligen Zuständigkeitsbereich passen.
Es darf einfach nicht passieren, dass ein schwer Rheumakranker von einem Allgemeinmediziner begutachtet wird!

Es muss unterbunden werden, dass Renten-Antragsteller bei selten vorkommenden Erkrankungen von damit völlig überforderten Medizinern (weil von der Erkrankung keine Ahnung habend) begutachtet werden!

Es muss endlich ein Ende haben, dass Reha-Entlassungsberichte fast regelmäßig zu Ungunsten des Renten-Antragstellers ausfallen!
Niemand verlangt, dass jeder Rehabilitant als erwerbsgemindert nach Hause fährt.
Es reicht völlig, wenn ein Reha-Entlassungsbericht den TATSACHEN entspricht; ohne willkürliche und haltlose Unterstellungen; ohne Unwahrheiten; ohne eigene Interpretation von Ärzten und Therapeuten!
Es darf einfach nicht sein, dass eine Reha-Ärztin auf das Geburtsjahr eines Rentenantragstellers schaut und dann süffisant meint, sie sei im selben Jahr geboren und müsse schließlich auch arbeiten...

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf meinen eigenen Renten-Leidensweg zurückkommen:

JEDE Krebserkrankung stellt einen elementaren Einbruch in das bisherige Leben dar. Es entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit, wenn bereits kurz nach Beendigung aller Therapien von Gutachtern behauptet wird, man sei jetzt wieder ganz gesund und könne wieder arbeiten.

Es sei denn, Gutachter hätten nicht nur hellseherische Fähigkeiten, sondern... das durch die Op entfernte Organ würde wundersamer Weise wieder nachwachsen. ;)

Meine vor acht Jahren entfernte Brust ist immer noch weg... ;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen eine "lebbare" Adventszeit!

Liebe Grüße
euer Schalentierchen
Schalentierchen ist offline  
Alt 07.12.2009, 08:01   #144
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stadtpflanze
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Guten Morgen Schalentierchen und alle!

Deine Bekannte hat Glück, dass sie dich hat. Du hast es so beschrieben, wie sie es selbst sicher nicht kann.
Auch ich bin nicht in der Lage zu beschreiben, was bei mir in der 6wöchigen Reha abgelaufen ist, ich war vorher 15 Monate krank, wurde aber von dort arbeitsfähig mit zig Einschränkungen entlassen (weil ich noch Anspruch auf ALG hatte?) und war in Wirklichkeit kränker als vorher. Muß ich davon ausgehen, dass ich vielleicht über ein Jahr simuliert habe?!

Schönen Tag !!
stadtpflanze ist offline  
Alt 07.12.2009, 12:28   #145
peramos->Emailproblem
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peramos
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Laut Gutachtern ist mir auch ein neues Herz gewachsen.
__

Für die Arbeit zu krank,für die Umschulung zu alt, für die Rente zu gesund! Man sollte mich einschläfern.
peramos ist offline  
Alt 07.12.2009, 17:13   #146
gretl007->Emailproblem
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gretl007
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Zitat:
Deine Bekannte hat Glück, dass sie dich hat.
ja, genau diesen Gedanken hatte ich auch..sie kann sich glücklich schätzen, in dieser Situation jemanden wie Dich an ihrer Seite zu haben..
Schalentierchen check mal Deine PN´s..

Gruß gretl
__

Krank gibts nicht mehr, entweder "TOT" oder
arbeiten....
gretl007 ist offline  
Alt 07.12.2009, 23:47   #147
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peramos
Standard So gründlich arbeiten Gutachter

Krank und trotzdem abgelehnt

Hubert Kritzenberger ist kein Einzelfall - im Gegenteil, so Dr. Kurt Müller aus dem Allgäu. Er ist selbst Gutachter und hat in seiner Praxis zahlreiche Umweltpatienten wie Kritzenberger.
Dr. Kurt Müller,
Vorsitzender des Bundesverbandes Umweltmedizin:

"Die Mehrzahl der Gutachten wird von solchen Gutachtern erbracht, die nichts weiter tun, als Gutachten zu erstellen. Dadurch fehltdiesen Ärzten der praktische Umgang mit diesen Personen, sie haben auch nicht die Nähe zum wissenschaftlichen Fortgang. Die Aktualität fehlt und auch der Bezug zum Patienten."


Hier kann man das Ganze nachlesen!
__

Für die Arbeit zu krank,für die Umschulung zu alt, für die Rente zu gesund! Man sollte mich einschläfern.
peramos ist offline  
Alt 08.12.2009, 00:29   #148
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Eierbecher
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Das brauche ich nicht mal nachzulesen, das ist schon vorher klar.

Nach einem längeren Gespräch mit meinem HA habe ich sofort eine Überweisung zu einem Nervenarzt bekommen.

Weil meine Nervenschäden ja überhaupt nicht berücksichtigt wurden wollen wir mal diese Sachen auf den neusten Stand bringen.

Jetzt kommt aber als erstes der Kampf gegen die Arge.

Ich habe jetzt schon mehrere Meinungen von Anwälten "angefordert".

Mal schauen was dabei noch rauskommt.

Fortsetzung folgt .....

MfG

Eierbecher
Eierbecher ist offline  
Alt 08.12.2009, 01:18   #149
gelibeh
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Wenn ich das hier lese bekomme ich das kalte Grausen. Hab das nur ansatzweise erlebt und wohl Glück gehabt.

März 2007 ging es mir psychisch mal wieder so schlecht, dass ich meinen 400€-Job nicht mehr machen konnte. Hab dann Rente beantragt. Im Juni hatte ich dann einen Termin bei einer Psychiaterin, die das Gutachten machen sollte. Die war eigentlich ganz nett, aber, da ich zu dem Zeitpunkt nur bei meinem Hausarzt in Behandlung war, machte sie mir keine große Hoffnungen auf eine Rente. Bei der körperlichen Untersuchung hat sie dann festgestellt, das meine Fußpulse nicht tastbar waren.

War dann bei einem Facharzt, der schwere Durchblutungsstörungen in den Beinen feststellt.

Kurz darauf bekamich eine Einladung zu einem Internisten, der ein medizinisches Gutachten für die DRV abgeben sollte. Die Begutachtung war ein Witz. Erst Blutabnahme und Lungenfunktionstest durch die Sprechstundenhilfe. Belastungs-EKG. Dann rein zum Arzt. Der schaute mich an und sagte, ich sähe nicht aus, als ob ich psychische Probleme hätte. Ach ja, kann man das sehen?

Dann bitte einmal bücken, auf einem Bein stehen und ein wenig Ultraschall des Bauchraums. Das war es. Nach insgesamt einer halben Stunde war ich wieder draußen. Wie der so eine Durchblutungsstörung in den Beinen Begutachten wollte, ist mir ein Rätsel.

Kam natürlich eine Rentenablehnung. Mit Hilfe des VDKs Widerspruch und dann Klage.

Der Gutachter vom Sozialgericht hat sich dann über 2 Stunden mit mir beschäftigt.

Ergebnis: keine Wegefähigkeit und noch ein paar Einschränkungen.

Nun hieß das warten.

Dann wurde bei mir Mundboden/Zungengrundkrebs festgestellt und ich hab ab März 2009 Chemos und Bestrahlungen gemacht.

Ab Juni war ich das in einer Anschlussreha. Da hab ich allerdings total andere Erfahrungen gemacht. Hat mir sehr gut gefallen und auch gut getan.

Beim Abschlussgespräch sagte dann die Ärztin "Sie sind ja noch so jung, na ja jetzt schon Rente" Ich war fix und fertig. Hatte eine Stunde später einen Termin bei der Psychotherapeutin, die merkte, wie mich der Gedanke an Arbeit total fertig machte und versprach mir einen für mich guten Entlassungsbericht.

Es steht drin dauerhaft voll erwerbsgemindet.

Inzwischen hab ich ab 1.10.09 eine volle EM-Rente befristet bis Mai 2012.

Da hab ich wohl teilweise Glück gehabt, mit dem doofen Krebs natürlich nicht.

Die Ruhe, die ich jetzt habe, brauche ich aber auch, denn ich hab massive Probleme bei der Nahrungsaufnahme und mir fehlt deshalb auch schnell die Kraft. Und die hätte ich gerne.
__

§1
Eine EGV nie sofort unterschreiben, Du hast das Recht die zur Prüfung mitzunehmen. Falls der SB mit einem Verwaltungsakt droht, ist das auch nicht schlimm, denn gegen den kannst Du Widerspruch einlegen. Das Nichtunterschreiben eine EGV kann nicht sanktioniert werden.
§2
Möglichst immer mit einem Beistand nach § 13 SGBX zum Jobcenter gehen. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Einen Beistand können die nur schriftlich ablehnen.
gelibeh ist offline  
Alt 08.12.2009, 02:37   #150
Tamina->Emailproblem
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Tamina Tamina Tamina
Standard AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

Es wurde nach dem System "dahinter" gefragt....natürlich gibt es ein System!
Und zwar das, die Betroffenen dahin zu stopfen, wo sie (aus Sichtweise des jeweiligen Sozialleistungsträgers) am wenigsten Kosten verursachen.

Das geht z.B. in den ARGEN soweit, daß sie nachweislich Erwerbsunfähige im ALG II-Bezug halten, damit die BA weiter die finanzielle Hauptlast trägt und nicht das eigentlich zuständige kommunale Sozialamt (zuständig für GRUSI nach dem SGB XII).

Woran das liegt? Ganz einfach: in den ARGEN arbeiten (gerade in der Leistungsabtlg.) in der Hauptsache Mitarbeiter, die aus der kommunalen Ebene stammen und sich ihrem Ex/Stamm-Arbeitgeber verpflichtet fühlen, bzw. gehalten sind, alles was nicht gerade scheintod ist, der BA aufs Auge zu drücken.
Wer das brav macht, dem winkt von der Kommune das "Zuckerl", daß er auf jeden Fall bei der Kommune weiterbeschäftigt wird, egal was ab 2011 mit den ARGEN und deren Umstrukturierung passiert.

Das geht soweit, daß SB's beim medizinischen Dienst Gutachten nach Aktenlage forcieren; bei solchen Entscheidungen nach Aktenlage passieren die meisten "Fehleinschätzungen".
Es ist ein Riesenunterschied ob z.B. ein chronisch erkrankter Schmerzpatient direkt vor dem Arzt steht und der die Auswirkungen der Erkrankung sieht oder ob er beispielsweise nur etwas von einem chronischen HWS-Syndrom anonym in einer Akte liest.

Leider weiß ich um all die Dinge aus eigenen Erfahrungen und es sind keine blossen Mutmassungen.
__

- nicht pflegeleicht -
***
"Früher hat man in Not geratenen Menschen geholfen, heute bedroht man sie." (Tamina im Mai 2010)
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