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Start > > -> Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 20.09.2011, 08:06   #1
anne7->Emailproblem
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Registriert seit: 18.09.2011
Beiträge: 5
anne7
Standard Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo liebe Forumsmitglieder,


ich bin hier neu. Ich habe mich angemeldet, da ich ziemlich verzweifelt bin und den Austausch suche.


Ich bin 50 Jahre alt und arbeite seit 28 Jahren mit schwerst verhaltensgestörten Kindern. Seit meiner Kindheit bin ich mit zahlreichen Traumata/ Neurosen belastet und mache seit 30 Jahren immer wieder Psychotherapien verschiedenster Art. Ich bin bei verschiedensten Ärzten (Psychiaterin, Internist) seit Jahrzehnten in Behandlung.
Letztendlich habe ich immer irgendwie durchgehalten, aber dabei oft schwer gelitten. Im Laufe meines Berufslebens hatte ich einige stationäre Rehamaßnahmen, die letzte Ende 2010.

Mittlerweile gibt es bei mir viele (und immer mehr) Diagnosen, die auch bei der Reha bestätigt worden sind: Generalisierte Angststörung, Depression, Dysthymie, Burn out, weiterhin einige chronische körperliche Krankheiten. Ich habe einen anerkannten Grad der Behinderung von 50.

Offensichtlich habe ich bei der Reha meine Grenzen nicht deutlich genug gezeigt, denn im Abschlussbericht der Reha werden zwar qualitative Einschränkungen vermerkt, aber keine quantitativen (angeblich 100% einsetzbar). Folge ist nun, dass ich weiterhin vollzeitig arbeite.

Dies heißt seit der letzten Reha aber konkret, dass ich bisher mehr krankgeschrieben war, als dass ich gearbeitet habe. Ich merke immer mehr, dass ich vollends an meine Grenzen stoße. Trotzdem habe ich die größten Probleme, die Arbeit loszulassen, zumal ich als "Leistungsmaschine" erzogen worden bin und immer gelebt habe.


Nach einigen psychischen Zusammenbrüchen rät mir mein Hausarzt nun, eine Rente zu beantragen. Die Nervenärztin sagt, ich solle noch warten, da der Reha-Bericht zu positiv war.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen / Meinungen mitteilen würdet.


Liebe Grüße


Anne
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Alt 20.09.2011, 08:23   #2
Reiner Zufall
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Beiträge: n/a
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo Anne,

ich glaube, wegen einer psychischen Erkrankung in Rente zu gehen, gehört eher zu den schwierigeren Dingen.

Aber ich will Dich keinesfalls mutlos machen.

Deine Ärzte widersprechen sich in ihrer Aussage. Eigentlich nicht so ungewöhnlich.
Würde es trotzdem probieren mit einem Rentenantrag.
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Alt 20.09.2011, 08:47   #3
nordlicht22->Emailproblem
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Registriert seit: 08.06.2010
Beiträge: 3.755
nordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiertnordlicht22 Enagagiert
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Wenn Du einen Arzt hast, der hinter Dir steht suche Dir eine Klinik, die Dich akut auf nimmt - also ohne lästigen Rehaantrag.

Es gibt eine Reihe guter Kliniken für Dein Krankheitsbild.
Frage bei Deiner KK nach oder Recherchiere im Internet Krankenhaus-Suche und Klinik-Vergleich - Weisse Liste

Da das letzte Rehagutachten (hat viel Gewicht bei einem EM Antrag) so "gut" ausgefallen ist, benötigst Du weitere Unterlagen, die dessen Aussage revidieren.

Ein neues Gutachten bringt neuen Schwung rein und die DRV ist gezwungen neu zu prüfen.
nordlicht22 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 09:24   #4
doppelhexe
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 23.07.2011
Beiträge: 3.118
doppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiert
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

liebe anne, ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht. bin in der gleichen lage wie du, dein krankheitsbild entspricht dem meinen.

immer wieder stationäre therapien, jahrelange ambulante therapien. aber ne reha oder ähnliches hatte ich nie. auch ich bin in diesem jahr mehr krank als auf arbeit.

auch ich habe noch weitere chron. erkrankungen. auf anraten der ärzte habe ich den antrag auf gdb gestellt und sage und schreibe 20% bekommen. widerspruch läuft natürlich.

in den letzten jahren hat sich die sache mit den renten und dem gdb stark verschärft. es gibt kaum noch chancen, zu bekommen, was einem zusteht. immer ist es ein harter kampf, den gerade psychisch erkrankte oft nicht durchstehen.

ich habe das glück, das meine ärzte alle einer meinung sind und trotzdem haben wir keine chance.

dein problem ist, das selbst deine ärzte nicht vollständig hinter dir stehen. und dann noch dieser reha-bericht. es tut mir leid, aber ich sehe viele schwierigkeiten auf dich zukommen.

von wem ging denn die reha aus? davon hängt dann ab, ob man diesen reha-bericht überhaupt einreichen muss.

was du dringenst brauchst ist ein anderer krankenhaus- oder reha-bericht. und deine ärzte müssen den gleichen kurs fahren.

ich weiss, das es dir schwerfallen wird, nicht weiter die "leistungsmaschine" zu spielen. denn nichts anderes tust du. du bist diese längst nicht mehr, schaffst du ja garnicht.

es ist schwer, die maske fallen zu lassen und einfach nur du zu sein. aber das ist nötig. wie soll man sonst feststellen, wie es DIR geht?

das sollte deine erste aufgabe sein. finde und zeige DICH.

und gib nicht auf...
doppelhexe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 09:30   #5
Anna B.
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 05.07.2011
Beiträge: 7.733
Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo,

ich bin nunmehr 56 Jahre alt, hatte Bandscheibenvorfälle (ähm, die sind immer noch da)...die "nur" konservativ behandelt wurden.
Mehrere BSV in mehreren Segmenten, dazu kam Fibromyalgie, Bluthochdruck, sowie Burnout und Depressionen....
sowie ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischer Überlagerung, Persönlichkeitsveränderungen aufgrund chronischer Schmerzen und und und...

ich habe auch nach einer solchen REHA wie du, einen Rentenantrag gestellt....die REHA-Orthopäden wollten mich arbeitsfähig entlassen, die REHA-Psychologen entliessen mich aber arbeitsunfähig.
Den Rentenantrag habe ich im Febr. 10 (3 Monate nach der REHA) gestellt, im April 10 erfolgte bereits die Ablehnung, im August 11 dann die endgültige Ablehnung nach Widerspruch...
eine Klage ist erhoben worden.

es wurden durch die DRV mehrere Gutachten durchgeführt, die letzte Begutachtung im März 2011 hat mir dann das "Genick" gebrochen...in der gleichen Woche hatte ich ebenfalls ein orthopädisches Gutachten für den Richter am Sozialgericht, wegen des GdB...
2 Orthopädische Gutachter, in einer Woche, Montags der von der DRV, Freitags der vom Sozialgericht...

der DRV-Gutachter erkannte auf volle Einsatzfähigkeit, der SG-Gutachter befürwortete bereits nach 10 Minuten einen GdB von 50...

so unterschiedlich wird alles gehandhabt...

letztendlich hat die DRV mich für meine letzte (Vertrieb) Tätigkeit eingeschränkt leistungsfähig beurteilt...3 bis unter 6 Stunden...
aber die gleiche Tätigkeit kann ich am Schreibtisch ausüben und dafür bin ich volle 8 Stunden leistungsfähig beurteilt worden.

Für mich ganz klar: der Gutachter der DRV (niedergelassener Orthopäde) kann wunderbar von den Honoraren der DRV leben, warum sollte er dann Gutachten schreiben, die der DRV schaden?
Dann bekommt er ja irgendwann keine Aufträge durch die DRV mehr...also: beisse ich die Hand, die mich füttert? wohl eher nicht...und somit gewinnt immer die DRV...zumindest meistens...

Ich sehe für dein Renten"begehr" schwarz...

Rentenbegehr..was für ein unverschämtes Wort! oder? ich begehre eine Rente...als wenn ich was böses will....
dafür hab ich schliesslich 40 Jahre eingezahlt..

Gruß
Anna
Anna B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 09:59   #6
Emma13
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Benutzerbild von Emma13
 
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Beiträge: 1.489
Emma13 Emma13 Emma13
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

was es für einen Rentenantrag braucht, ist Durchhaltevermögen - und dieses hast du ja eindeutig bewiesen, indem du dich durch dein Arbeitsleben kämpfst -

Ich bin z.Zt. im Klageverfahren vor dem Sozialgericht mit einer ähnlichen Krankengeschichte wie du - jetzt beginnt das 3. Jahr seit Antragstellung bei der DRV -

Bedenken solltest du auch, dass du immense Abschläge bei einer EM-Rente erwarten kannst -

Was mich verwundert, dass du nach 30-jähriger Behandlung durch Therapeuten kaum Erfolge erzielt hast, deine Probleme bewältigen zu können - woran hat es gelegen ?

Grüße - Emma
__

Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen. (Loriot)

(Wenn ich allein bin, bin ich am wenigsten allein (Cicero)
Emma13 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 10:22   #7
Reiner Zufall
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Ich würde GdB u. Rentenantrag/Erwerbsfähigkeit nicht zu sehr in Zusammenhang bringen wollen...
Klar spielt der GdB eine Rolle. Aber nicht die, die sich viele wohl erhoffen.

Es gibt nicht wenige Leute, die einen GdB von 100 haben u. trotzdem als erwerbsfähig begutachtet wurden.
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Alt 20.09.2011, 10:26   #8
doppelhexe
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doppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiert
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Zitat von Emma13 Beitrag anzeigen
Was mich verwundert, dass du nach 30-jähriger Behandlung durch Therapeuten kaum Erfolge erzielt hast, deine Probleme bewältigen zu können - woran hat es gelegen ?

Grüße - Emma
ich beantworte mal die frage, auch wenn sie nicht an mich gestellt wurde. ich hoffe, du verzeihst?

es gibt die unterschiedlichsten formen von depression.

zb. organische... dabei fehlen dem körper bestimmte botenstoffe, die eig. dafür sorgen sollen, das glückshormone (endorphine) freigestezt werden. keine glückshormone, kein glücksgefühl. diese depressiven haben noch glück, kann man heutzutage dort ja gut mit medikamenten eingreifen. ob die medis nicht irgendwelche nebenwirkungen haben, entzieht sich aber meiner kenntnis.

dann gibt es die depressionen, welche genetish bedingt sind. wie man die behandelt weiss ich nicht, obwohl bei mir auch eine genetische disposition vorliegt.

und dann die verhaltensbedingte depression. die ist am schwersten zu behandeln. je nachdem, wo die ursachen liegen und in welchem alter es anfing hat man auch oft kaum eine chance.

natürlich kann ich im laufe der therapien strategien entwickeln, die dafür sorgen, das es mir besser geht. zum beispielk habe ich meinen freundes- und bekanntenkreis stark eingeschränkt. ich muss mich nicht mit leuten abgeben, für die ich immer da sein muss, aber von denen ich nichts erwarten darf. (nur ein beispiel)

man kann vieles aus seinem leben verbannen, was einem nicht gut tut.

das ist wie mit der augenfarbe, die kann ich auch nicht ändern. die negative grundstimmung bleibt. mal mehr im unterbewusstsein, mal im vordergrund.

nicht immer kann man allem aus dem weg gehen, was einen krank macht. arbeit, nachbarn, ämter... und schon brechen die alten wunden wieder auf...

depressionen, die in der kindheit entstehen sind kaum zu besiegen. denn in der kindheit lernt man zu leben, depressive lernen nur, zu überleben. ihr weiteres leben ist ein immerwährender kampf.

sie können zwar lernen, ihr leben zu erleichtern, aber nicht immer haben sie auch die rechten mittel zur hand.

kinder lernen anhand der reaktionen der umwelt, was richtig oder falsch ist. wenn das nicht möglich ist, weil die gleiche aktion die gegensätzlichsten reaktionen hervorruft, dann bleibt ihr ganzes tun ein lebenlang ein rätselraten.

es ist schwer zu erklären... aber ich hoffe, es ein wenig geschafft zu haben.
doppelhexe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 10:28   #9
doppelhexe
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Registriert seit: 23.07.2011
Beiträge: 3.118
doppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiert
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Zitat von Reiner Zufall Beitrag anzeigen
Ich würde GdB u. Rentenantrag/Erwerbsfähigkeit nicht zu sehr in Zusammenhang bringen wollen...
Klar spielt der GdB eine Rolle. Aber nicht die, die sich viele wohl erhoffen.

Es gibt nicht wenige Leute, die einen GdB von 100 haben u. trotzdem als erwerbsfähig begutachtet wurden.
stimmt, das eine wirkt sich nicht unbedingt auf das andere aus.

ich wollte damit nur verdeutlichen, das in beiden bereichen seit ungefähr 3 jahren kaum noch was zu machen ist.
doppelhexe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 12:41   #10
Anchesa->Emailproblem
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Anchesa
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo Anne,

ich möchte dir gerne Mut zu sprechen und dir raten den Rentenantrag zu stellen.

Wenn es dir so schlecht geht, würde ich mich in eine Akut-Klinik einweisen lassen und mit den neuen Klinikbericht den Rentenantrag stellen. Und bitte dort nicht wieder zusammenreißen, sondern deine Grenzen deutlich machen. Wichtig ist auch, dass du weiterhin krankgeschrieben bleibst. Sonst zeigst du ja, dass es doch noch irgendwie geht.

Ich habe auch, so wie du, einige Traumata seit meiner Kindheit und bin sehr pflichtbewusst und leistungsorientiert erzogen wurden. Krank sein durften wir gar nicht. Gerade wenn man in der Kindheit so schwere Traumata erleiden musste, baut man sich eine Fassade auf, um nur noch zu funktionieren. Seine eigene Grenzen lernt man nicht kennen. Man hält so viel aus....

Seit 10 Jahren machen in nun ununterbrochen ambulante Therapie. Und war sehr sehr oft in einer Akut-Klinik. Ich habe ähnliche Diagnosen wie du (Soziale Phobie, Panikstörung, PTBS, Borderline, Anorexie, Burn out usw. mittlerweile habe ich 14 Diagnosen). Ich habe eine GdB von 80.

Vor zwei Jahren (Sommer 2009) dann, nach 25 Arbeitsjahren (Vollzeit und alleinerziehend), der totaler Zusammenbruch. Es ging wirklich nichts mehr. Sogar mein Pflichtbewusstsein hätte da nicht mehr helfen können. Ich war so ausgebrannt und so erschöpft; ich konnte kaum noch aufstehen. Das Haus konnte ich gar nicht mehr verlassen. Ich war dann in einer Akut-Klinik. Mir wurde dort dringend geraten den Rentenantrag endlich zu stellen (mein stationärer Therapuet hat schon 2005 dazu geraten). Eigentlich waren sich alle Ärzte (Hausarzt, Psychiater, Therapuet und der Klinik-Therapeut) sich einig, dass die Rente durch geht. Ich habe den Rentenantrag dann nach dem Klinikaufenthalt gestellt.

Hier mal der Zeitablauf:

Ab 23.06.2009 Krankschreibung
Am 25.11.2009 Antrag auf EM-Rente
Am 18.02.2010 hätte ich einen Gutachtertermin gehabt, den ich aber abgelehnt habe, weil zu weit weg.
Am 08.03.2010 war der neue Gutachtertermin. Gleich zu Beginn hat der Gutachter schon gesagt: „Völlig eindeutig, eine volle EM-Rente ist Ihnen sicher“.
Ich hatte alle Klinikberichte mit, die wollte er gar nicht alle haben. Der Termin hat ca. eine halbe Stunde gedauert.
Am 07.04.2010 kam nun der Bescheid (mit Datum vom 31.03.2010), dass ich rückwirkend ab 01.01.2010 eine volle EM-Rente bekomme, befristet bis zu 31.12.2011 – also 2 Jahre. Meine erste Renten Zahlung bekam ich am 30. Mai 2010 für den Monat Mai.

Ich habe jetzt (Juli 2011) den Verlängerungsantrag gestellt. Zwei Wochen später hatte ich bereits den Bescheid. 2 weitere Jahre Verlängerung.

Liebe Anne, mache bitte nicht den selben Fehlen wie ich und halte so lange durch bis gar nichts mehr geht. Ich weiß es ist sehr sehr schwer, wenn man so leistungsorientiert erzogen ist. Ich habe die letzten Jahre auf Kosten meiner Restgesundheit gearbeitet. Ich bin jetzt, nach zwei Jahren Rente, immer noch so sehr erscöpft, dass ich kaum noch meinen Alltag bewältigen kann. An Arbeit ist lange nicht zu denken.

Alles Liebe
Anchesa
Anchesa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2011, 12:46   #11
Moonwind
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Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

solange Du noch mit diesem Personenkreis atbeitest, wird sich Dein Zustand niemals ändern, und da helfen auch die besten Ärzte und die bestenn Kliniken nichts - Du solltest Dich als Berufsunfähig berenten lassen, denn die Arbeit mit Deinen Patinten verschlechtert Deinen eigenen Zustand.

LG Moonwind
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Alt 21.09.2011, 08:04   #12
anne7->Emailproblem
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anne7
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo Emma 13,

bei mir liegt sicherlich eine genetische Disposition vor, andererseits auch eine Art "Familientrauma" durch Krieg/ Flucht, das weitergegeben wurde.

Auch wenn mich meine Therapien nicht geheilt haben, bin ich mir doch sicher, dass sie mir geholfen haben, unter - jahrzehntelangen, extrem traumatisierenden - Bedingungen
überhaupt zu überleben.

Na ja, und letztendlich dürfte sich meine Arbeit mit Kindern, die noch schlimmer dran sind als ich, auch nicht gerade positiv auf meine Psyche ausgewirkt haben.

Liebe Grüße
Anne
anne7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2011, 08:16   #13
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anne7
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Liebe Anchesa,

ich danke dir sehr für deine liebe, umfassende Antwort. Für mich ist es wichtig, dass ich mehr Mut bekomme, da ich zur Zeit nur verunsichert und verzweifelt bin.

Es ist sehr schwer, das aufzugeben, was einen jahrelang auch irgendwie "zusammen-
gehalten" hat und auch das Selbstwertgefühl stabilisiert hat.
Mein Therapeut sagt, dass früher meine Gefühle immer übergangen worden sind und dass ich mich heute selbst übergehe. Ich glaube, ich habe total vergessen, dass es nicht normal ist, dauer-erschöpft zu sein.

Ich werde mir deinen Beitrag ausdrucken und immer wieder durchlesen !!!

Liebe Anchesa, ich wünsche dir alles Gute.

Liebe Grüße
Anne
anne7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2011, 08:44   #14
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anne7
Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Hallo doppelhexe,

vielen Dank für deine liebe, ausführliche Antwort.

Meine letzte Reha wurde von meiner Fachärztin für Psychiatrie beantragt und vom Rentenversicherungsträger finanziert.
Meine Bezugstherapeutin in der Reha-Klinik hatte mir am Ende der Reha eine Leistungsbeurteilung vorgelesen, die dahin ging, dass eine Rente auf Dauer nicht zu vermeiden sein wird. Als ich dann den Abschlussbericht zu Hause erhalten habe, bin ich aus allen Wolken gefallen, da mein "quantitatives Leistungsvermögen" mit 100 % beurteilt wurde.
Ich habe dann mehrfach mit der Chefärztin telefoniert / korrespondiert - ohne
Erfolg auf Veränderung des Berichts.

Nach einem Telefonat mit der Bezugstherapeutin ( sie hat mich zum Widerspruch motiviert) kam ich zu der Erkenntnis, dass die Bezugstherapeutin (Psychologin), die mich 5mal pro Woche in der Therapie hatte, offensichtlich wenig zu sagen hatte und die Formulierung über die Leistungsbeurteilung von der Ober- bzw. Chefärztin geändert worden war. Der Bericht war auch nur von den Ärzten und nicht von der Psychologin unterschrieben.
In dieser Klinik werden einem offensichtlich "menschliche" Bemühungen vorgegaukelt, und in Wahrheit geht es nur um vermeintliche "Erfolgsmeldungen" und "Wiederherstellung der Arbeitskraft" gegenüber der RV.
Ich habe dann einen Brief an die Rentenvers. geschickt, dass ich mit der Leistungsbeurteilung nicht einverstanden bin und dass diese dem wiederspricht, was mir in der Klinik vermittelt worden ist. Darufhin habe ich dann einen freundlichen Brief erhalten - Inhalt u.a.: Bei der Beurteilung handelt es sich um eine "Momentaufnahme" des Leistungsstandes.

Liebe "Doppelhexe", du hat völlig recht, es ist schwer, die Maske fallen zu lassen - insbesondere, wenn man immer schon so gelebt hat und einen das auch irgendwie "zusammengehalten" hat.

Ich weiß z.B. gar nicht, wie man sich bei einer Reha verhalten sollte, um seine Grenzen aufzuzeigen. Muss man da den ganzen Tag nur noch weinen ??

Ich werde mir deine Worte merken: "Finde und zeige DICH."

Vielen Dank und liebe Grüße
Anne
anne7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2011, 10:50   #15
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Standard AW: Chronische psychische Krankheit - Rentenantrag ?

Zur Aufmunterung: Bei mir dauerte der Rentenantrag bis zur Gewährung einer erst einmal befristeten Rente gerade einmal 6 inkl. einem Widerspruch gegen eine erste Begutachtung. Und das trotz teilweiser Widersprüche in den Diagnosen etc.

Einfach versuchen. Inzwischen bin ich unbefristeter Rente.
Regelsatzkämpfer ist offline   Mit Zitat antworten
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