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Alt 18.02.2006, 07:07   #1
Schatten
Elo-User/in
 
Registriert seit: 18.02.2006
Ort: Bremen
Beiträge: 1
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Standard Zwei kollidierende Gutachten zur Arbeitsfähigkeit

Hallo liebe Forumsgemeinde,

Ich bin psychisch krank und leide an zwei Persönlichkeitsstörungen und starker Sozialphobie mit Angst- und Panikattacken v.a. in der Öffentlichkeit.
Bis zum Mai 2005 war ich arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet und bekam deswegen ALG-2. Im März 05 wurde ich zu einem Beratungsgespräch eingeladen, in dem ich der SBin von meinen psychischen Krankheiten erzählte. Sie äußerte daraufhin Bedenken, ob ich überhaupt arbeitsfähig sei und wollte meinen Fall vom (AA-internen) Medizinischen Dienst der Arbeitsagentur prüfen lassen. Dieser holte Berichte von meinem behandelnden Psychiater und von allen Krankenhäusern, in denen ich behandelt wurde, ein. Nach einigen Wochen bekam ich einen Bescheid, in dem stand, dass ich nach der Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Arbeitsagentur nicht arbeitsfähig bin, d.h. keine 3 Stunden am Tag arbeiten kann und somit nicht ALG-2-berechtigt bin. Ich sollte also Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialgeld) beim Sozialamt betragen, was ich auch tat. Ab Mai 05 bekam ich also nur noch Sozialgeld. Nach ca. einem halben Jahr aber wollte die SBin im Sozialamt mich auf Grundsicherung "umstellen", was eine erneute Prüfung erfordert, dieses Mal von der Landesversicherungsanstalt für Rente. Diese forderte erneut alle Berichte an, und gestern nun - nach ewiger Bearbeitungszeit - bekam ich einen Brief vom Sozialamt, in dem steht: Die LVA hat festgestellt, dass ich doch über 3 Stunden arbeitsfähig bin und nicht leistungsberechtigt bin und einen Antrag auf ALG-2 bei der Arbeitsagentur stellen soll...

Jetzt frage ich mich: Wie soll ich mich verhalten? Das Gutachten vom Medizinischen Dienst sagt aus, ich bin nicht arbeitsfähig und darf kein ALG-2 beziehen, das Gutachten von der LVA sagt: Ich bin arbeitsfähig und komme nur für ALG-2 in Frage. Was stimmt denn nun?

Besitzt das etwas jüngere Gutachten von der LVA "stärkere" Gültigkeit als das vom Medizinischen Dienst und hebt es somit sozusagen das erste Gutachten auf, trotz völlig unterschiedlicher inhaltlicher Aussagen?!?
Aber das würde ja bedeuten, dass mindestens ein Gutachten objektiv falsch sein muss, sonst passt es ja nicht. Dazu muss ich sagen, dass seit März 05 keine Änderung/Verbesserung meiner Gesundheitslage vorliegt, nach meiner Meinung eher sogar eine leichte Verschlechterung. Meine subjektive Meinung ist, dass ich nicht arbeitsfähig bin, aber die ist ja nebensächlich bzw. unerheblich. Es gelten ja für die Behörden nur die Aussagen der Gutachten.

Bei beiden Gutachten wurden im Prinzip die gleichen Berichte von Ärzten/Krankenhäusern eingeholt, beide Male wurde auf eine persönliche Untersuchung verzichtet.

Ich bin sehr verwirrt und "freue" mich schon auf die Diskussion diesbezüglich mit den Sachbearbeitern sowohl beim Sozialamt als auch bei der Bundesagentur für Arbeit...

Deswegen wollte ich im Vorfeld hier fragen, ob jemand eine Ahnung hat, wie es sich in meinem Fall verhalten könnte?
Schatten ist offline  
Alt 18.02.2006, 12:43   #2
kalle
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Benutzerbild von kalle
 
Registriert seit: 05.07.2005
Ort: Selmsdorf
Beiträge: 1.496
kalle
Standard

Also, dazu kann ich Dir jetzt nur ein paar allgemeine Antworten geben. Werde mich da mal weiter umhören.

1. Beide Stellen arbeiten nach unterschiedlichen Regeln.
Bisher kannte ich es so, das der Med.Dienst der BA Dich für arbeitsunfähig erklärt. Dann wäre Grundsicherung zuständig, die über die Kommunen läuft.
Die ließen dann vom Gesundheitsamt überprüfen ließen. Kamen diese beiden Stellen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wurde die Rentenanstalt um Gutachten gebeten, welches dann gültig war.

2. Du kannst aber auch gegen das Gutachten Widerspruch einlegen. Bitte auch um eine direkte Untersuchung durch die gutachtenden Ärzte, so das Du Deine Sicht der Dinge dort auch beisteuern kannst. Evtl. könnte auch Dein Arzt noch das eine oder andere beisteuern.

Ich werde mich aber die nächsten Tage mal schlau machen.

PS: Hast Du schon einen Behindertenausweis? Deine Krankeit, das weiß ich aus Erfahrung, geht ja nicht so einfach wieder weg. Meine Frau hängt damit schon seit 20 Jahren rum.
__

Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen
entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen
keinerlei Rechtsberatung dar. Sollte ein h fehlen, liege ich am Notebook und da funzt es nicht. http://www.teudt.de/rolligrafik513.jpg
Mit Dank an Pixelfool
kalle ist offline  
Alt 18.02.2006, 16:48   #3
gelibeh
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Würd mich mal interessieren, wie das bei Dir weitergeht, hab ähnliche Gesundheitsprobleme und demnächst einen Termin beim sozialpsychiatrischen Dienst, um meine Arbeitsfähigkeit feststellen zu lassen.
Da ist das schon mal gut zu sehen, wie sowas ablaufen könnte.

Ich hab einen Behindertenausweis mit 50%.
__

§1
Eine EGV nie sofort unterschreiben, Du hast das Recht die zur Prüfung mitzunehmen. Falls der SB mit einem Verwaltungsakt droht, ist das auch nicht schlimm, denn gegen den kannst Du Widerspruch einlegen. Das Nichtunterschreiben eine EGV kann nicht sanktioniert werden.
§2
Möglichst immer mit einem Beistand nach § 13 SGBX zum Jobcenter gehen. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Einen Beistand können die nur schriftlich ablehnen.
gelibeh ist offline  
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arbeitsfaehigkeit, arbeitsfähigkeit, gutachten, kollidierende, zwei

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